KORREKTUR/ROUNDUP: Starker Euro und Zölle belasten Siemens Healthineers
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(Im vierten Absatz, erster Satz, wird der Zeitraum berichtigt. Es handelt sich um das vergangene Quartal rpt Quartal.)
ERLANGEN (dpa-AFX) - Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers ist schwächer in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der starke Euro sowie die US-Zölle belasteten das erste Geschäftsquartal (bis Ende Dezember). Die Ergebnisse fielen jedoch nicht so stark wie erwartet. Weiter robust zeigte sich der Auftragseingang. Gut entwickelten sich das Kerngeschäft mit der Bildgebung und die neue Sparte Precision Therapy, die den US-Krebsspezialisten Varian enthält. Dagegen bleibt der Bereich Labordiagnostik wegen der anhaltenden Probleme in China schwach. An seiner Jahresprognose hält das Management um Konzernchef Bernd Montag fest.
Die im DAX notierte Aktie startete am Donnerstag zunächst mit Kursgewinnen, gab diese jedoch bereits nach kurzer Zeit wieder ab. Zuletzt notierte sie mit rund 1,2 Prozent im Minus.
Ein Aktienhändler bezeichnete die Zahlen mit Blick auf die Rückgänge als durchwachsen. Im Kerngeschäft auf vergleichbarer Basis sei das erste Quartal stark gewesen, schrieb hingegen David Adlington von JPMorgan in einer ersten Einschätzung. Der Diagnostikbereich bremse aber weiterhin. Positiv hob der Experte die Book-To-Bill-Ratio hervor, die das Verhältnis von Auftragseingang zu den in Rechnung gestellten Umsätzen widerspiegelt.
Der Konzernumsatz sank im vergangenen Quartal um 1,5 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Morgen in Erlangen mitteilte. Auf vergleichbarer Basis, also währungs- und portfoliobereinigt, erreichte Healthineers ein Plus von 3,8 Prozent, was unter den Erwartungen der Analysten lag. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank ebenfalls um 1,5 Prozent auf 809 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie ging um 3,4 Prozent auf 0,49 Euro zurück. Hier hatten Marktexperten mit einem größeren Rückgang gerechnet.
Dabei belasteten Währungseffekte das Ergebnis je Aktie mit rund vier Cent. Den Gegenwind durch Zölle bezifferte Finanzvorstand Jochen Schmitz in einer Telefonkonferenz mit sechs Cent.
Montag sprach von "einem sehr guten Start" im Kerngeschäft. Dabei konnte der Bereich Präzisionstherapie seine Profitabilität deutlich verbessern, Treiber war dabei Varian. Die bereinigte operative Marge (Ebit-Marge) bei der Bildgebung wurde hingegen mit zwei Prozentpunkten durch Währungseffekte und Zölle belastet. Sie verschlechterte sich jedoch nur leicht um 0,3 Prozentpunkte und blieb mit 21,6 Prozent Spitzenreiter im Konzern.
Dagegen bleibt die Labordiagnostik der Problemfall bei Healthineers. Hier belastet zusätzlich das anhaltend schwierige Chinageschäft, in dem es strukturelle Umwälzungen gibt. So ist das Land im Zuge seiner Antikorruptionskampagne zu einer zentralen, volumenbasierten Beschaffung übergegangen. Dazu kommt, dass die Erstattungsbeträge gesunken sind. Umsatz und Profitabilität gingen hier deutlich zurück, die bereinigte operative Marge betrug 2,1 Prozent und war mit weitem Abstand die schwächste im Konzern.
Healthineers zählt die Labordiagnostik nicht mehr zum Kerngeschäft. Die Sparte, die keine Synergien zum restlichen Unternehmen aufweist, soll in den kommenden Jahren eigenständig aufgestellt werden. Eine mögliche Trennung danach ist noch offen.
Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 soll der vergleichbare Umsatz weiterhin um fünf bis sechs Prozent zulegen. Mit Ausnahme des Labordiagnostik-Geschäfts, für das zunächst weiter eine Stagnation erwartet wird, sollen alle Bereiche wachsen. Dabei geht Finanzvorstand Schmitz für das zweite Quartal für den Konzern von einer Umsatzentwicklung unterhalb der Jahresprognose aus. Bei der Labordiagnostik dürfte das Minus dabei nochmals stärker ausfallen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sieht Healthineers weiter bei 2,20 bis 2,40 Euro. Im Vorjahr hatte es bei 2,39 Euro gelegen.
Unterdessen kommen die Vorbereitungen für die Entkonsolidierung durch die Muttergesellschaft Siemens laut Montag voran. So bereite sich Healthineers auf eine entsprechende Refinanzierung vor, die durch die Abspaltung entstehen könnte.
Siemens hatte Mitte November angekündigt, sich von seiner Medizintechniktochter zu trennen. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent an dem ebenfalls im Dax notierten Unternehmen vorzugsweise in Form einer Abspaltung an die Aktionäre der Siemens weitergereicht werden. Investoren hatten diesen Schritt schon länger gefordert, weil das Geschäft von Healthineers keine Synergien zu Siemens aufweist und dazu viel Kapital bindet.
Die Entkonsolidierung wird jedoch dauern: So müssen die Details noch ausgearbeitet werden und die Aktionäre beider Unternehmen dem Vorhaben zustimmen. Siemens hielt zuletzt noch rund 67 Prozent an den Erlangern./nas/stw/stk
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