MÄRKTE USA/Stagflationssorgen halten Wall Street im Minus

20.03.26 21:09 Uhr

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Von Florian Faust

DOW JONES--Die Wall Street hat ihre Abschläge am Freitag im Verlauf ausgebaut. Wieder gestiegene Erdölpreise belasteten die US-Börsen. Der hohe Ölpreis schürte einerseits Inflations- und andererseits Wachstumsängste. Dieses Stagflationsumfeld lieferte kaum Kaufargumente für Aktien. In den vergangenen Tagen hatten die wichtigsten Notenbanken weltweit die Inflationsgefahren thematisiert - bedingt durch den Ölpreisschock. "Wo wir letztlich landen werden, hängt fast ausschließlich vom Ölpreis ab. Heute stehen keine wirtschaftlichen oder bedeutenden Unternehmensdaten auf dem Kalender, daher werden geopolitische Schlagzeilen die Marktentwicklung bestimmen", erläuterte Marktstratege Paul Hickey von Bespoke Investment Group.

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Der Dow-Jones-Index gab um 1 Prozent auf 45.577 Punkte nach, S&P-500 und Nasdaq-Composite büßten 1,5 bzw. 2 Prozent ein. An der Nyse wurden 375 (Donnerstag: 1.188) Kursgewinner und 2.409 (1.583) -verlierer gezählt. Unverändert gingen 23 (49) Titel aus dem Handel. Eine Deeskalation des Irankrieges war weiter nicht in Sicht. Das US-Verteidigungsministerium entsendet drei weitere Kriegsschiffe und Tausende zusätzliche Marine-Infanteristen in den Nahen Osten. Aus dem Iran kamen derweil neue Drohungen.

Zudem wurde die Ölraffinerie Mina Al-Ahmadi in Kuwait Ziel eines Drohenangriffs, worauf einige Teile der Raffinerie ihren Betrieb einstellen mussten. Die Ölpreise drehten mit den Schlagzeilen ins Plus, obwohl die USA erwogen, weitere Teile ihrer strategischen Ölreserven freizugeben. Auch über die Lockerung von Sanktionen auf iranisches Öl, das sich schon in Tankschiffen auf See befindet, wurde nachgedacht. Der Preis für das Fass Brentöl zog um 3,6 Prozent auf 112,57 Dollar an - ein Aufschlag von 8,8 Prozent auf Wochensicht.

Auf ihrer Suche nach Sicherheit griffen Anleger zum Dollar, der überdies gestützt wurde von geschwundenen Zinssenkungserwartungen und gestiegenen Marktzinsen. Die US-Notenbank hatte deutlich gemacht, dass Zinssenkungen vorerst vom Tisch seien. Denn der Krieg im Nahen Osten und der steigende Ölpreis dürften die Inflation nach oben treiben. Der Dollarindex legte um 0,4 Prozent zu. Am Anleihemarkt zogen die Renditen mit den Inflationssorgen deutlich an. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen stieg um deutliche 10 Basispunkte auf das Tageshoch von 4,39 Prozent.

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Gold wurde nach den heftigen Abgaben der vergangenen Tage erneut veräußert. Der Preis für die Feinunze sank um 3 Prozent. Der feste Dollar und gestiegene Marktzinsen machten das Edelmetall unattraktiv, das keine Zinsen abwirft. Gold verbuchte damit auf den höchsten Wochenverlust seit sechs Jahren.

Unter den Einzelaktien brachen Super Micro Computer um 33,3 Prozent ein. Zwei Angestellte des Unternehmens waren verhaftet worden wegen des Verdachts, illegal Server nach China verkauft zu haben. In diesen sollen Nvidia-Chips verbaut gewesen sein, die gemäß geltender US-Gesetze nicht nach China hätten exportiert werden dürften. Nvidia gaben um 3,1 Prozent nach. Wettbewerbertitel von Super Micro legten dagegen zu: Dell verteuerten sich um 0,9 Prozent.

Derweil kletterten Fedex um 0,9 Prozent. Der Logistiker hatte nach einem guten dritten Geschäftsquartal seine Jahresziele erhöht. Planet Labs schnellten nach starken Geschäftszahlen des Erdbeobachtungsunternehmens um 25,6 Prozent nach oben. Im Sektor legten York Space Systems mit 19,4 Prozent ebenfalls klar zu, die Gesellschaft verbuchte geringer als gedacht ausgefallene Viertquartalsverluste.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

DJIA 45.577,47 -1,0 -443,96 46.021,43

S&P-500 6.506,51 -1,5 -99,98 6.606,49

NASDAQ Comp 21.647,61 -2,0 -443,08 22.090,69

NASDAQ 100 23.898,16 -1,9 -457,12 24.355,28

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 3,89 +0,05 3,94 3,82

5 Jahre 4,00 +0,08 4,03 3,90

10 Jahre 4,39 +0,10 4,39 4,27

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Do, 17:09

EUR/USD 1,1556 -0,3 -0,0032 1,1588 1,1522

EUR/JPY 184,07 +0,7 1,3200 182,75 182,1900

EUR/CHF 0,9107 -0,3 -0,0026 0,9133 0,9120

EUR/GBP 0,8665 +0,5 0,0039 0,8626 0,8620

USD/JPY 159,27 +1,0 1,5500 157,72 158,1000

GBP/USD 1,3333 -0,7 -0,0097 1,343 1,3364

USD/CNY 6,8857 -0,2 -0,0141 6,8998 6,8998

USD/CNH 6,9066 +0,4 0,0283 6,8783 6,8942

AUS/USD 0,7014 -1,0 -0,0072 0,7086 0,7042

Bitcoin/USD 69.972,88 -0,7 -519,69 70.492,57 69.297,45

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 98,32 +2,8 2,67 96,14

Brent/ICE 112,57 +3,6 3,92 108,65

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.510,90 -3,0 -137,33 4.648,23

Silber 67,98 -6,7 -4,92 72,90

Platin 1.922,79 -2,5 -48,31 1.971,10

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Kontakt: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf

(END) Dow Jones Newswires

March 20, 2026 16:09 ET (20:09 GMT)

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