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15.11.2016 17:35
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Schulden bei der Deutschen Bank - Wie unabhängig ist Donald Trump?

Objektivtät passé?: Schulden bei der Deutschen Bank - Wie unabhängig ist Donald Trump? | Nachricht | finanzen.net
Objektivtät passé?
Für die Deutsche Bank war der Wahlausgang in den USA ein Gewinn: Die Aktie des gebeutelten DAX-Konzerns hat eine wahre Rally aufs Parkett gelegt. Und das nicht ohne Grund, denn das Finanzhaus gehört zu den größten Gläubigern des neuen US-Präsidenten. Doch bringt ihn das in einen Interessenskonflikt?
17,6 Prozent Plus in nur einer Woche: Eine derart positive Kursentwicklung haben Deutsche Bank-Aktionäre schon lange Zeit nicht mehr erlebt. Und das, obwohl viele Medien für den Fall eines positiven Wahlausgangs für Donald Trump vor massiven Belastungen für die internationale Bankenbranche gewarnt hatten. Nun kommt doch alles anders und wohlmöglich nicht ohne Grund.

Deutsche Bank ist Trump-Gläubiger

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat Donald Trump seit 1998 diverse Male in Frankfurt wegen eines Kredits angeklopft: Insgesamt 2,4 Milliarden Dollar soll die Deutsche Bank an Darlehen an Trumps Firmen seit diesem Zeitpunkt vergeben haben. Auch aktuell beläuft sich der Schuldenstand laut dem Blatt noch auf 350 Millionen Dollar. Für viele Anleger Grund genug anzunehmen, dass Präsident Trump den Deutschen möglicherweise mehr schuldet, als nur Geld: Vielleicht könnten die aktuellen Verfahren, mit denen die Deutsche Bank sich in den USA konfrontiert sieht, für John Cryans Institut weniger dramatischere Folgen haben als bislang angenommen.

Regulierung der Finanzindustrie in der Kritik

Dass Trumps politische Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, als Liebling der Wall Street und der Finanzindustrie als zugeneigt gilt, war in den vergangenen Monaten in den USA und überall sonst auf der Welt ein offenes Geheimnis. Nicht erst seitdem die Enthüllungsplattform Wikileaks brisante E-Mails veröffentlichte, aus denen klar hervorging, wie nahe Hillary Clinton der Wall Street steht, war klar: Clinton und die Banken, das passt. Zwar hatte die Demokratin neue Auflagen für Banken angekündigt, auf massive Veränderungen hätten sich die Finanzhäuser aber wohl nicht einstellen müssen.
Wo die Reise mit Donald Trump hingehen wird, ist bislang aber weitgehend unklar. Dass er sich der Finanzmarktregulierung annehmen muss, ist sicher. Doch bereits im Vorfeld hatte er angekündigt, das US-Finanzmarktgesetz Dodd-Frank-Act, das in Folge der Finanzkrise 2008 entwickelt worden war, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten, zumindest aufzuweichen. Die Regeln, die unter anderem vorsehen, dass Banken auf den Fall ihrer eigenen Abwicklung mit einer Art Testament vorbereitet werden müssen, hatten die Wall Street-Häuser viel Geld gekostet. Anders, als zunächst befürchtet, ist von Trump also möglicherweise eine wirtschaftsfreundlichere Politik zu erwarten, als dies möglicherweise unter Hillary Clinton der Fall gewesen wäre. Deregulierung ist das Schlagwort.
Das hört man auch bei der Deutschen Bank wohl gern, denn, dass man in diesem Fall die strenge Regulierung in Europa weiter durchsetzen und damit den europäischen Finanzhäusern im Vergleich zu ihren US-Pendants einem Wettbewerbsnachteil aussetzen würde, scheint wenig wahrscheinlich.

Hat die Deutsche Bank bei Trump "etwas gut"?

Doch die Wahl von Trump könnte speziell für den deutschen Branchenprimus noch weitere Vorteile haben. Als einer der größten Gläubiger des Immobilienmoguls können die Frankfurter möglicherweise darauf hoffen, beim aktuellen Hypothekenstreit in den USA glimpflicher davonzukommen, als unter Präsidentin Clinton. Wird sich das Geldhaus also vielleicht Zeit lassen und eine Einigung mit den US-Behörden herauszögern? Schließlich droht der Bank wegen des Verkaufs von minderwertigen Hypothekenpapieren an US-Kunden ein Bußgeld in zweistelliger Milliardenhöhe. Deutsche Bank-Chef John Cryan widerspricht dem offenbar: "Wir wollen dieses Thema auf jeden Fall vor dem Regierungswechsel abschließen", heißt es in der Süddeutschen Zeitung, die sich auf unternehmensnahe Kreise beruft. Den mögliche Trump-Bonus will man in Frankfurt also offenbar nicht in Anspruch nehmen. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, wie unberechenbar der designierte Präsident ist. Banken lieben Gewissheit, sie wissen gerne, was auf sie zukommt: Unter Donald Trump, der mit seinen Ansichten zur Finanzmarktregulierung eher vage bleibt, scheint das nicht der Fall. Zudem ist es möglich, dass Trump mit allen Mitteln beweisen will, dass er dem bestehenden Establishment der Finanzriesen nichts durchgehen lässt. Im schlimmsten Fall könnte die Geldstrafe für die Deutsche Bank dann sogar noch deutlich höher ausfallen.

Wie unabhängig ist Trump wirklich?

Und da ist das Problem: Kaum jemand weiß, welche Pläne Trump für das Bankenwesen wirklich hat. Aufgrund seiner Verflechtungen und Geschäftskontakte zur Deutschen Bank stellen sich aber viele Beobachter die Frage, ob sich der neue US-Präsident nicht in einen Interessenskonflikt bringe. "Niemand weiß genau, wie viel Geld er welchem Finanzhaus schuldet. Und deshalb weiß auch niemand genau, wie stark er von wem abhängig ist", zitiert die Süddeutsche Zeitung den Richard Painter, einen Jura-Professor an der Universität von Minnesota. Da könne man sich schon fragen, ob er und seine Minister sich mit der nötigen Konsequenz um die Regulierung der Finanzindustrie kümmern können, so Painter weiter.
Trumps Verbindungen zur Deutschen Bank könnten sich für den US-Amerikaner noch zu einem Mega-Problem entwickeln - speziell dann, wenn das Kreditinstitut einmal in Schieflage gerät und vielleicht vom Steuerzahler gerettet werden muss. Doch noch feiern die Deutsche Bank-Anleger den Trump-Effekt.

Redaktion finanzen.net
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