09.06.2022 17:54

Lufthansa-Aktie schwächer: Lufthansa und Eurowings canceln Hunderte Flüge für Juli - Swiss zahlt Kredit zurück

Personalmangel: Lufthansa-Aktie schwächer: Lufthansa und Eurowings canceln Hunderte Flüge für Juli - Swiss zahlt Kredit zurück | Nachricht | finanzen.net
Personalmangel
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Lufthansa und ihre Tochter Eurowings streichen wegen Personalmangels im eigenen Haus sowie bei Boden- und Flughafendienstleistern ihren Flugplan im Ferienmonat Juli zusammen.
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Lufthansa hat für Juli 900 Flüge innerhalb Deutschlands und Europas an den Drehkreuzen in Frankfurt und München aus dem System genommen, wie die Fluggesellschaft am Mittwoch auf Anfrage mitteilte. Die Streichungen betreffen die Wochentage Freitag, Samstag und Sonntag, das entspreche fünf Prozent der geplanten Kapazität an den Wochenenden. Auch Eurowings streiche zur Stabilisierung des Angebots für den Monat Juli mehrere hundert Flüge.

Die gesamte Luftfahrtbranche insbesondere in Europa leidet aktuell unter Engpässen und Personalmangel - von der Passagierkontrolle über die Flugzeugabfertigung bis hin zu den Flugbegleitern. Es fehlen Mitarbeiter, die sich in der Pandemie andere Jobs gesucht haben.

Lufthansa und Eurowings hätten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die größtmögliche Stabilität des Flugplans sicherzustellen, betonte Lufthansa. "Es ist allerdings absehbar, dass aufgrund der Engpässe die Flugpläne nicht wie erhofft geflogen werden können." Fluggäste würden bei Streichungen umgehend informiert und möglichst auf andere Flüge von Lufthansa oder Eurowings umgebucht. Alternativ könnten Passagiere in Deutschland mit der Bahn zu den Flughäfen anreisen.

Die Fluggesellschaft bat Passagiere, in der bevorstehenden Ferienzeit rechtzeitig am Flughafen zu sein und möglichst den Online-Check-in und den Vorabend Check-in zu nutzen. Das Handgepäck sollte auf das nötigste reduziert werden, um lange Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen zu vermeiden.

Nach Flugausfällen bei großen europäischen Airlines am Pfingstwochenende in Folge von Personalmangel war die Sorge vor chaotischen Zuständen in der Hauptreisezeit gewachsen. Nach Weggängen und Entlassungen in der Pandemie sind in der Branche noch nicht genug Beschäftigte angestellt und einsatzfähig, um dem Reiseansturm gerecht zu werden.

"Über alle Standorte hinweg fehlen den Dienstleistern, die an der Abfertigung der Passagiere beteiligt sind, rund 20 Prozent Bodenpersonal im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit. Das kann vor allem beim Check-in, beim Beladen der Koffer und in der Luftsicherheitskontrolle zu Engpässen in Spitzenzeiten führen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, jüngst.

Lufthansa-Tochter Swiss zahlt Corona-Kredit vorzeitig zurück

Die Lufthansa-Tochter Swiss hat ihren von der Schweiz verbürgten Milliardenkredit vor dem Ende der Laufzeit zurückgezahlt. Aufgrund der stabileren pandemischen Lage sowie der positiven Entwicklung der Liquiditätssituation wegen der gelockerten Reisebeschränkungen sei man in der Lage, sich über die Lufthansa Group am Kapitalmarkt zu finanzieren, teilten die Schweizer mit.

Seit Beginn der Pandemie habe die Gesellschaft nie mehr als die Hälfte des Überbrückungskredits beansprucht und insgesamt 60 Millionen Schweizer Franken an Zinsen und Gebühren bezahlt. Dank der Restrukturierung sei der Konzern zur "finanzieller Stabilität" zurückgekehrt. Der Kredit belief sich auf 1,5 Milliarden Franken und hatte eine reguläre Laufzeit bis 2025.

Die Airline hatte nach Ausbruch der Pandemie im März 2020 umfassende Kostensparmaßnahmen eingeleitet, um den Liquiditätsabfluss zu reduzieren. Zudem hat die Lufthansa Group die Swiss in der Pandemie mit Darlehen von einer halben Milliarde Franken unterstützt. Der von der Schweiz verbürgte Bankkredit war an standortpolitische Auflagen geknüpft, deren Einhaltung von der Schweizer Luftfahrtstiftung überwacht wurde.

Die Swiss hatte im Zuge ihrer Restrukturierung die Flotte um rund 15 Prozent reduziert und bis Ende 2021 rund 1.700 Vollzeitstellen abgebaut.

Via XETRA verlor die Lufthansa-Aktie schlussendlich 1,2 Prozent auf 6,33 Euro.

FRANKFURT (dpa-AFX) / FRANKFURT (Dow Jones)

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