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12.11.2020 17:45

Siemens-Aktie knickt ein: Siemens mit Ergebnis- und Umsatzrückgang

Sparte vor Ausgliederung: Siemens-Aktie knickt ein: Siemens mit Ergebnis- und Umsatzrückgang | Nachricht | finanzen.net
Sparte vor Ausgliederung
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Die Corona-Krise hat Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich belastet.
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Der Technologiekonzern Siemens geht vorsichtig ins neue Geschäftsjahr. So wollen die Münchner zwar nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang zu Wachstum zurückkehren, dieses dürfte jedoch lediglich moderat ausfallen. Für das vergangene Geschäftsjahr erreichte Siemens dank eines guten Schlussquartals seine Ziele. Dabei legte Konzernchef Joe Kaeser zum letzten Mal eine Jahresbilanz vor.

Das Siemens-Management geht bei der neuen Geschäftsplanung davon aus, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft nicht dauerhaft belasten wird. Massiven Gegenwind erwartet der Konzern jedoch von der Währungsseite. Der um Währungs- und Portfolioeffekte bereinigte Umsatz sowie der Gewinn nach Steuern sollen 2020/21 (per Ende September) wieder moderat steigen, teilte Siemens am Donnerstag in München mit. Dabei geht das Management von einer stärkeren Entwicklung in der zweiten Geschäftsjahreshälfte aus.

Negative Wechselkurseffekte dürften die nominalen Wachstumsraten sowie das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) der Industriegeschäfte stark belasten, erläuterte Finanzvorstand Ralf Thomas in einer Online-Pressekonferenz. So dürften allein Währungseffekte die Entwicklung um bis zu 4,5 Prozentpunkte belasten. AAuf bis zu einer halben Milliarde Euro schätzt er die Auswirkungen auf den Gewinn der Industriegeschäfte.

Die Sparten dürften sich dabei unterschiedlich entwickeln. In der Digitalsparte, die das profitabelste Geschäft darstellt, erwartet Siemens das geringste Wachstum. Die bereinigte Ebita-Marge dürfte dabei sinken. Verbesserungen in der Profitabilität strebt das Management hingegen in der Zugsparte sowie dem Geschäft mit digitaler Infrastruktur an. In Forschung & Entwicklung will Siemens im laufenden Jahr etwa 4,9 Milliarden Euro stecken. Investieren will der Konzern in Software und das Internet der Dinge. "Hier sehen wir das größte Wachstumspotential, und davon wollen wir profitieren", sagte der stellvertretende Konzernchef Roland Busch. Dazu setze Siemens auch auf Partnerschaften wie etwa dem Softwarekonzern SAP.

Für das Geschäftsjahr 2019/20 (per 30. September) zog Siemens-Chef Joe Kaeser zum letzten Mal Bilanz. Im Februar wird er sein Amt endgültig an Busch übergeben, der bereits die operative Verantwortung hat. "Unser Endspurt im vierten Quartal hat uns geholfen, unsere Prognose zu erreichen", so Kaeser. Das Geschäftsjahr fiel dabei durchwachsen aus. Siemens litt unter einem schwächeren wirtschaftlichen Umfeld und einer sinkenden Nachfrage etwa aus der Autoindustrie und dem Maschinenbau. Die Lage verschärfte sich im Jahresverlauf durch die Corona-Pandemie.

Der Umsatz sank daher bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte um zwei Prozent auf rund 57 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern brach um 26 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro ein. Den Aktionären will Siemens eine Dividende von insgesamt 3,50 Euro je Aktie zahlen, nach 3,90 Euro im Vorjahr. Bereinigt um die Abspaltung des Energiegeschäfts, welches Siemens im September an die Börse gebracht hatte, bedeutet dies den Angaben zufolge eine gleichbleibende Ausschüttung.

Siemens konnte dabei auf einen robusten Jahresabschluss blicken. Im vierten Quartal verdiente das Unternehmen mit rund 1,9 Milliarden Euro 28 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei profitierte der Konzern von einem Abspaltungsgewinn im Zusammenhang mit Siemens Energy von 0,9 Milliarden Euro, wie es hieß. Der Gewinn im fortgeführten Geschäft war hingegen rückläufig.

Operativ wurde die Entwicklung weiter durch Corona-bedingte Nachfragerückgänge belastet. So hielt die schwächere Nachfrage in der Automatisierung an. Zurückhaltung gab es weiter von Kunden aus der Autobranche und dem Maschinenbau. Einsparungen wirkten sich positiv auf das Ergebnis aus. Das bereinigte operative Ergebnis der Industriegeschäfte (Ebita) legte um zehn Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu, was deutlich über den Erwartungen der Analysten lag. Hier profitierte Siemens von der Neubewertung seines Anteils an Bentley Systems im Zusammenhang mit dem Börsengang des Unternehmens im September.

Umsatz und Auftragseingang wurden durch negative Währungseffekte belastet. Die Erlöse sanken um sechs Prozent auf 15,3 Milliarden Euro, das Neugeschäft nahm um ein Prozent ab. Dabei belasteten die Währungsschwankungen den Konzern beim Auftragseingang mit fünf Prozentpunkten, beim Umsatz waren es vier Prozentpunkte.

Siemens kündigte zudem die Ausgliederung des zum Zuggeschäft gehörenden Bereichs Intelligent Traffic Systems (ITS) bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2021 an. Dieser kam zuletzt auf einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. ITS bietet Mobilitätslösungen für Straßen und Städte.

Siemens gliedert Verkehrsmanagementsparte ITS aus Mobility aus

Siemens wird sein Geschäft mit dem Verkehrsmanagement für Städte aus der Bahntechnik-Sparte Mobility ausgliedern und bis Ende September 2021 zu einer eigenständigen Gesellschaft machen. Der designierte Siemens-Konzernchef Roland Busch sagte bei der Bilanzpressekonferenz, man wolle der Geschäftseinheit Intelligent Traffic Systems (ITS) in dem überwiegend mittelständischen Wettbewerb geprägten Markt "neue Möglichkeiten eröffnen".

Als eigenständige Gesellschaft könne ITS "seine Wachstumsstrategie besser weiterverfolgen, die Digitalisierung in der Branche gestalten und die Marktkonsolidierung aktiv vorantreiben".

ITS kommt auf rund 600 Millionen Euro Jahresumsatz und hat rund 600 Städte als Kunden.

Siemens schreibt 450 Millionen Euro auf Auto-JV mit Valeo ab

Siemens hat den Wert seines E-Auto-Joint-Venture mit dem französischen Autozulieferer Valeo um 453 Millionen Euro abgeschrieben. Valeo Siemens schreibe seit seiner Gründung 2016 Verluste, sagte Finanzvorstand Ralf Thomas. "Wir gehen davon aus, dass sich daran auch mittelfristig nichts ändert." Das Gemeinschaftsunternehmen produziert Elektromotoren, Ladegeräte und andere Komponenten für Elektroautos und Hybridfahrzeuge.

Scheidender Siemens-Chef bewertet sein Wirken positiv

Der scheidende Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser zieht für seine siebenjährige Amtszeit eine insgesamt positive Bilanz. "Es hätte mehr sein können - vielleicht sogar sollen, aber nicht müssen", sagte der 63-jährige Manager auf der Bilanzpressekonferenz. "Der Übergang von einem schwer berechenbaren und undurchsichtigen Konglomerat zu einem fokussierten und transparenteren Unternehmen mit einer klaren Struktur von Verantwortung und Verantwortlichkeit war dringend notwendig."

Mit dem Börsengang der Medizintechniktochter vor zwei Jahren und der Abspaltung der Energietechnik-Sparte Ende September sei die Grundlage dafür geschaffen worden, "den größten disruptiven Wandel unserer Zeit zu meistern". Siemens habe die wichtigsten Meilensteine der Strategie Vision 2020+ gerade noch rechtzeitig erreicht.

Kaeser sieht sich dabei von der Börse bestätigt. Die Entwicklung des Siemens-Aktienkurses unterstreiche "eindrucksvoll die strategische Richtung, die das Management eingeschlagen hat", sagte er.

Kaeser scheidet im Anschluss an die Hauptversammlung am 3. Februar 2021 aus dem Konzern aus. Als Aufsichtsratschef von Siemens Energy kontrolliert er jedoch den Fortschritt eines wesentlichen Teils seiner Strategie Vision 2020+.

Siemens sieht 400 Basispunkte negative Umsatzeinflüsse für 2020/21

Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas hat in seinem zurückhaltenden Ausblick für das bis Ende September 2021 laufende Geschäftsjahr negative Wechselkurseffekte aus US-Dollar und Yuan eingepreist, die die Umsatzentwicklung um rund 400 Basispunkte schmälern werden. Wenn die Annahmen zuträfen, könnte der Gegenwind von der Währungsseite das Konzernergebnis um 500 Millionen Euro schmälern, sagte Thomas auf der virtuellen Bilanzpressekonferenz in München.

Siemens prognostiziert für 2020/21 lediglich ein moderates Wachstum bei Umsatz und Gewinn nach Steuern. Die Analysten von Jefferies nennen die Gewinnprognose enttäuschend. Sie liege um 10 Prozent unter dem aktuellen Konsens.

Siemens-Co-CEO: Sehr gute Perspektive für Bahntechnik im Konzern

Der designierte Siemens-Vorstandsvorsitzende hat Überlegungen zu einer Trennung von der Bahntechniktochter Siemens Mobility indirekt eine Absage erteilt. "Mobility hat eine sehr gute Perspektive im Siemens-Konzern", sagte Roland Busch auf Nachfrage bei der Bilanzpressekonferenz. Der Bahnmarkt sei mit stetigen Wachstumsraten attraktiv, es gebe Synergien in dem Geschäft - vor allem bei der Digitalisierung, und das Geschäft passe zu Siemens.

Überdies könne sich Siemens "mehr denn je vom Wettbewerb differenzieren." Kein anderer Anbieter biete eine komplette Signaltechnik in der Cloud.

Siemens könne im Bahngeschäft ein globaler Champion sein. Das schließe auch das Geschäft mit Rolling Stock, also mit Loks und Waggons, ein.

Der scheidende Siemens-Chef Joe Kaeser hatte 2019 versucht, die Siemens-Bahntechnik mit dem französischen Wettbewerber Alstom zu fusionieren, war damit aber am Veto aus Brüssel gescheitert. Kaeser hatte die Fusionspläne damit begründet, dass ein solcher Schritt nötig sei, um der wachsenden Konkurrenz aus China begegnen zu können. Mittlerweile steht Alstom vor einer Fusion mit der Zugsparte des kanadischen Bombardier-Konzerns.

Busch verwies darauf, dass Siemens Mobility mit einer Ausnahme seit 27 Quartalen den Margenzielkorridor geschafft habe. Im vierten Quartal wurde eine angepasste EBITA-Marge von 9,9 Prozent erreicht. 2020/21 sollen es 9,5 bis 10,5 Prozent Rendite werden. Die anderen Kerngeschäfte haben allerdings höhere Renditeziele.

Jüngste Siemens-Erholung fast dahin - Ausblick enttäuscht

Ein eher mauer Geschäftsausblick hat der Erholung der Siemens-Aktien am Donnerstag vorerst ein Ende bereitet. Die Siemens-Aktie verlor im XETRA-Handel zum Handelsschluss 3,23 Prozent auf 113,72 Euro.

Die Siemens-Titel wurden in dieser Woche von der Rally am Gesamtmarkt ebenfalls deutlich mit nach oben gezogen und hatten mit 119,30 Euro ein Hoch seit 2017 erreicht und damit gemessen an ihrem Corona-Tief im März um 124 Prozent zugelegt.

Analyst Simon Toennessen von der Investmentbank Jefferies lobte am Donnerstag zwar dank starker Barmittelzuflüsse die insgesamt guten Ergebnisse des vierten Geschäftsquartals. Er sah aber den konservativen Ausblick für 2020/21 im Fokus. Der avisierte Überschuss liege um etwa zehn Prozent unter den Markterwartungen und sei damit doch eine ziemliche Enttäuschung, so der Experte.

Andere Analysten waren ebenfalls nicht gerade begeistert. Shane McKenna von Barclays schrieb, die Ziele für das neue Geschäftsjahr 2020/21 hätten die Erwartungen verfehlt. Das vierte Geschäftsquartal sei durchwachsen verlaufen. JPMorgan-Experte Andreas Willi bemängelte die eher vorsichtige Prognose von Siemens für die Digital-Sparte.

Der Technologie- und Industriekonzern will nach einem Umsatz- und Gewinnrückgang im laufenden Geschäftsjahr wieder zu moderatem Wachstum zurückkehren. Zwar gehen die Münchener davon aus, dass die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft nicht dauerhaft belasten wird, doch erwartet Siemens heftigen Gegenwind von der Währungsseite. Doch mit den bremsenden Wechselkursen lasse sich der trübe Ausblick nur teilweise erklären, so Analyst Toennessen.

(Dow Jones / dpa-AFX Broker)

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