Thank My Driver

So gibt's Trinkgeld für den Amazon-Lieferanten in den USA

03.02.26 06:43 Uhr

NASDAQ-Aktie Amazon: Lieferanten in den USA - So können Kunden Trinkgeld geben | finanzen.net

Ein kurzer Sprachbefehl reicht: In den USA können Amazon-Kunden ihren Zustellern mit "Thank My Driver" ein Trinkgeld bescheren, bezahlt von Amazon selbst. Wie die Aktion funktioniert, warum Trinkgeld bei Amazon Fresh fest dazugehört und welche Möglichkeiten es in Deutschland gibt.

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• Per Sprachbefehl fünf US-Dollar verschenken, ohne eigene Kosten
• Prämien für Amazon-Fahrer
• Snacks und Kaltgetränke als Geste

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"Thank My Driver": Amazons Trinkgeld-Aktion in den USA

In den USA können Amazon Kunden in der Wintersaison, ihren Zustellern mit wenigen Worten ein zusätzliches Dankeschön zukommen lassen. Möglich macht das die Aktion "Thank My Driver", bei der Amazon selbst das Trinkgeld übernimmt. Sagt ein Kunde per Sprachbefehl "Alexa, thank my driver" oder sucht diesen Begriff in der Amazon App, erhält der Fahrer einen Bonus von fünf US-Dollar, für den Kunden entstehen dabei keine Kosten.

Die Aktion findet seit mehreren Jahren in der Wintersaison statt. 2025 startete sie am 3. Dezember. Die direkte Auszahlung von fünf US-Dollar galt nur für die ersten zwei Millionen Dankesnachrichten. Nachdem dieses Kontingent ausgeschöpft war, wechselte Amazon zu einem Gewinnspielmodell. Dort nahmen Fahrer an einer täglichen Verlosung teil, bei der "die 200 Amazon Flex-Lieferpartner mit den meisten Danksagungen täglich eine Prämie von 100 US-Dollar" erhielten, wie es im Blog von Amazon Flex heißt. Pro Fahrer wurde während der Aktion nur eine Prämie in Höhe von 100 US-Dollar vergeben.

In der Wintersaison 2024 waren die Preise teils deutlich höher. Die 1.000 meistbedankten Fahrer erhielten, wie Business Insider darlegt, pro Tag jeweils 100 US-Dollar, zusätzlich wurden wöchentlich sieben Fahrer mit je 10.000 US-Dollar ausgezeichnet. Besonders großzügig fiel die Sonderprämie zum Jahresende aus: Die sieben Fahrer mit den meisten Danksagungen zwischen dem 4. und 31. Dezember bekamen 25.000 US-Dollar ausgezahlt, ergänzt um weitere 25.000 US-Dollar für eine gemeinnützige Organisation ihrer Wahl.

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Amazon Fresh: Trinkgeld ist in den USA fest etabliert

Unabhängig von Sonderaktionen wie "Thank My Driver" spielt Trinkgeld vor allem bei Amazon Fresh eine wichtige Rolle. Der Lieferdienst für Lebensmittel und Haushaltswaren ist in den USA weit verbreitet, die Zustellung erfolgt meist über das Amazon-Flex-Programm. Die Fahrer arbeiten dabei als selbstständige Auftragnehmer und werden pro Lieferblock bezahlt. Laut Marketing Scoop liegen die Bruttostundenlöhne je nach Region häufig zwischen 18 und 25 US -Dollar, wobei Kosten für Benzin, Fahrzeug und Versicherung selbst getragen werden müssen.

Trinkgelder können dieses Einkommen spürbar erhöhen. Üblich sind, wie Marketing Scoop erläutert, 10 bis 15 Prozent des Bestellwerts oder mindestens fünf US-Dollar bei kleineren Lieferungen. Amazon setzt im Bestellprozess standardmäßig ein Trinkgeld von fünf US-Dollar an, das Kunden anpassen können. Marketing Scoop legt dar, dass Trinkgelder das effektive Einkommen von Amazon-Fresh-Fahrern um rund 20 bis 25 Prozent steigern können und damit eine wichtige Ergänzung zur Grundvergütung darstellen.

Snack-Körbe vor der Haustür: Ein neuer Liefertrend in den USA

In den USA etabliert sich parallel zu Trinkgeld und Bonusaktionen ein weiterer Trend: Immer mehr Kunden stellen Snacks oder gekühlte Getränke gut sichtbar vor ihre Haustür, ausdrücklich für Zusteller gedacht. Kleine Körbe mit Chips, Müsliriegeln, Wasser oder Softdrinks sind vor allem in Wohngebieten und während Hitzewellen oder der Weihnachtssaison keine Seltenheit mehr.

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Die Geste sorgt regelmäßig für emotionale Momente, wie dieses TikTok von habahabacede zeigt.

@habahabacede Our Amazon delivery driver simply couldn’t say no to the snacks????#amazondriver #amazon #deliverydriver #caughtoncamera #funny ? original sound - Hieu Hac

Der Trend wird dabei weniger als Ersatz für Trinkgeld verstanden, sondern als niedrigschwellige Form der Wertschätzung. Für viele Kunden ist es eine einfache Möglichkeit, Dankbarkeit zu zeigen, ohne direkt Geld zu geben. Gleichzeitig verstärken die viralen Videos den Effekt: Wer sieht, wie sehr sich Fahrer über eine kalte Wasserflasche oder einen Schokoriegel freuen, macht die Idee oft selbst nach.

Wie sieht das Ganze in Deutschland aus?

In Deutschland gibt es weder "Thank My Driver" noch eine offizielle Trinkgeldfunktion für Amazon Zusteller oder Amazon Fresh. Geldprämien wie in den USA sind hierzulande nicht vorgesehen. Wer Lieferdienste jedoch regelmäßig nutzt, kann mit kleinen Gesten, wie dem Bereitstellen von Kaltgetränken oder Snacks, dazu beitragen, den oft anstrengenden Arbeitsalltag der Zusteller etwas angenehmer zu machen.

M. Maier / finanzen.net

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Bildquellen: Jonathan Weiss / Shutterstock.com, Sundry Photography / Shutterstock.com

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