Batteriezellenproduktion: Tesla schafft entscheidenden Durchbruch: Treiber für die Aktie?

In der Welt der Elektromobilität gilt das Trockenelektroden-Verfahren als der "Heilige Gral" der Batteriefertigung. Tesla ist hier offenbar ein entscheidender Schritt gelungen.
Werte in diesem Artikel
• Tesla produziert nun 4680-Zellen mit voll trocken hergestellten Elektroden
• Technologische Hürde, besonders im Kathodenprozess, scheint überwunden
• edeutung für Kosten, Produktion und Wettbewerbsposition wird als hoch eingestuft
Im aktuellen Geschäftsbericht schreibt der Konzern: "Wir produzieren nun Trockenelektroden für 4680-Zellen, wobei Anode und Kathode in Austin hergestellt werden. Die Produktion von heimischem Kathodenmaterial in Texas und von LFP-Anlagen in Nevada soll 2026 starten." Mit dieser hat der Elektroautobauer einen Durchbruch in einem überaus wichtigen Geschäftsfeld bekannt gegeben. Zuvor hatte Tesla das Patent US 2025/0364562 veröffentlicht - es beschreibt die technische Grundlage dieses Fortschritts.
Patent US 2025/0364562 - So revolutionär ist es wirklich
Der als Tesla-nah geltende Analyst Ming erklärte auf X, das Patent ermögliche erstmals die vollständige Umstellung der 4680-Zellen auf ein reines Trockenelektroden-Verfahren. Bislang nutzte Tesla ein sogenanntes Hybridmodell.
Zwar produziert Tesla die 4680-Zellen bereits in Serie, etwa für den Cybertruck. Diese "Gen-1"-Zellen verwenden jedoch nur bei der Anode ein trockenes Verfahren. Die Kathode wird weiterhin nass beschichtet. Genau dieser Schritt galt als besonders problematisch, da das Kathodenmaterial im trockenen Zustand leicht bröckelt und schwer zu verarbeiten ist. Deshalb waren weiterhin energieintensive Trocknungsöfen und Lösungsmittel nötig.
Das neue Patent beschreibt, in welcher Reihenfolge Pulver und Bindemittel verarbeitet werden müssen, damit ein stabiler Elektrodenfilm entsteht - ohne Qualitätsverluste. Damit wird erstmals ein vollständig trockener Produktionsprozess möglich.
BREAKING ?? A new patent, US 2025/0364562, published on Nov.27.2025, reveals the scientific breakthrough that allows Tesla to finally transition its 4680 cells from a "hybrid" manufacturing model to the fully dry electrode process that has historically been impossible to… https://t.co/toPeLMENsA pic.twitter.com/n3vnQbvDa2
- Ming (@tslaming) November 29, 2025
Für Anleger ist wichtig: Tesla schützt durch das Patente nicht nur seine Lösungsidee, sondern den aus ihrer Sicht effizientesten Weg, Batterien mit diesem Verfahren im großen Stil zu bauen und hat somit einen konkreten, praktikablen Produktionsweg für die industrielle Fertigung gefunden.
Musk bestätigt Durchbruch
Dass dieser Erfolg nicht ohne Schweiß und Tränen zustande kam, verdeutlichte CEO Elon Musk persönlich auf seiner Plattform X. In einer direkten Reaktion auf die Patententhüllungen schrieb Musk wörtlich: "Die großtechnische Umsetzung des Trockenelektrodenverfahrens, ein bedeutender Durchbruch in der Lithiumbatterie-Produktionstechnologie, war immens schwierig. Herzlichen Glückwunsch an die Teams von Tesla (Engineering, Produktion und Lieferkette) sowie an unsere strategischen Partnerlieferanten für diese hervorragende Leistung!"
Making the dry electrode process work at scale, which is a major breakthrough in lithium battery production technology, was incredibly difficult.
- Elon Musk (@elonmusk) February 1, 2026
Congratulations to the @Tesla engineering, production and supply chain teams and our strategic partner suppliers for this excellent…
Auch Tesla selbst betonte die Vorteile: geringere Kosten, weniger Energieverbrauch, geringere Fabrikkomplexität und deutlich bessere Skalierbarkeit. "Die Herstellung von Trockenelektroden senkt Kosten, Energieverbrauch und Fabrikkomplexität und erhöht gleichzeitig die Skalierbarkeit erheblich."
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Dry electrode manufacturing cuts cost, energy use & factory complexity while dramatically increasing scalability https://t.co/z7NCaTR03S
- Tesla (@Tesla) February 2, 2026
Im Q4-Update stellte das Unternehmen zudem klar, dass es sich nicht um ein Laborprojekt handelt, sondern um die erfolgreiche Überführung in die Massenproduktion.
Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen und die Tesla-Aktie?
Für Investoren könnte dieser Durchbruch in der Batteriezellenproduktion von zentraler Bedeutung werden, denn der Effekt auf die Wirtschaftlichkeit ist potenziell erheblich. Das Verfahren spart Energie, macht große Trocknungsöfen überflüssig und senkt damit Investitions- und Betriebskosten neuer Batteriefabriken deutlich.Für Anleger ist dieser Fortschritt daher deutlich mehr als ein technischer Fußnote, denn Batteriekosten machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten eines Elektrofahrzeugs aus. Wenn Tesla mit dem vollständigen Dry-Electrode-Verfahren die Produktionseffizienz deutlich steigern und Kapital- und Betriebskosten senken kann, verbessert das nicht nur die Marge bei eigenen Fahrzeugen - es stärkt auch die Wettbewerbsposition gegenüber anderen Herstellern.
Zudem könnte Tesla mit niedrigeren Zellkosten auch auf Preisdruck im Massenmarkt reagieren. Insbesondere bei Fahrzeugen wie dem Model Y oder künftig auch einem erwarteten günstigeren Modell, das sich an ein noch breiteres Käufersegment richtet, wären Kostenvorteile bei der Batterie ein klarer Wettbewerbsvorteil.
Ob sich dieser technologische Fortschritt direkt im Aktienkurs niederschlägt, ist offen. Die Tesla-Aktie war zuletzt stark schwankungsanfällig. Auf Jahressicht liegt das Plus bei rund 8,5 Prozent, bei Kursen zwischen etwa 214 und knapp 499 US-Dollar.
Der Durchbruch ist operativ relevant. Für die Aktie dürfte er vor allem mittel- bis langfristig Bedeutung haben.
Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Hadrian / Shutterstock.com, Smith Collection/Gado/Getty Images
