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25.10.2019 03:03
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Alibaba-Chef Jack Ma: Vom Verlierertyp zum Milliardär - Warum sich Aufgeben nicht lohnt

Vom Fallen und Aufstehen: Alibaba-Chef Jack Ma: Vom Verlierertyp zum Milliardär - Warum sich Aufgeben nicht lohnt | Nachricht | finanzen.net
Vom Fallen und Aufstehen
Jack Ma, der Chef des chinesischen Online-Riesen Alibaba, hätte in seinem Leben viele Male aufgeben können. Doch trotz unzähligem Scheitern, verlor Ma sein Ziel nicht aus den Augen. Eine Erfolgsgeschichte.
Am 21. Februar 1999 stand Jack Ma vor 17 seiner engsten Freunde im Wohnzimmer seines Appartments in Hangzhou in China. Er wollte Geld von ihnen - richtig viel Geld. Geld, das seine Freunde in ihn und seine Idee "Alibaba" investieren sollten. Aus heutiger Sicht sicherlich eine glänzende Idee, doch zu dem Zeitpunkt, als Ma seine Präsentation vor seinen Freunden hielt, war das durchaus sehr viel verlangt. Denn Jack Mas bisheriger Lebenslauf war von Rückschlägen geprägt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mas Freunde ihr Geld also mit einem Investment in seine Idee letztendlich verlieren würden, musste ihnen in diesem Moment ziemlich hoch vorgekommen sein.

Jack Mas Weg zum ersten Job - mit Rückschlägen gepflastert

In vorteilhafte Umstände war Jack Ma, der ursprünglich Ma Yun genannt wurde, im Jahre 1964 nicht hineingeboren worden. Als zweites von drei Kindern wuchs Ma in Hangzhou in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Zu dieser Zeit war das kommunistische China vom Westen weitgehend isoliert. Erst als der damalige US-Präsident Nixon Hangzhou im Jahre 1972 besuchte, mauserte sich der Ort zu einer Touristenattraktion. Im Zuge dessen entdeckte der junge Ma seine Vorliebe für die englische Sprache. Morgens stand Ma schon früh auf und besuchte das größte Hotel der Stadt. Dort bot er den Touristen Stadttouren an - als Gegenleistung erbat er sich von ihnen lediglich Unterricht in Englisch. Während einer solchen "Englisch-Stunde" bekam Ma Yun von einem Touristen, mit dem er sich angefreundet hatte, den Spitznamen "Jack", den Ma fortan beibehielt.

Seine Vorliebe für die englische Sprache behielt Jack Ma bis zum College, obwohl er zwischenzeitlich sowohl beim Aufnahmetest für die Grundschule als auch für die weiterführende Schule je ein Mal gescheitert war. Dennoch wollte Ma Englischlehrer werden, doch er scheiterte erneut: Diesmal an der Aufnahme ins College - und das zwei Mal. Erst beim dritten Anlauf bestand Ma mit knapper Not die Aufnahmeprüfung. Im Jahr 1988 schloss er schließlich erfolgreich das College ab, um endlich Englischlehrer zu werden. Doch auch hier lief es für Jack Ma nicht glatt. Mehr als ein Dutzend Absagen flatterten bei Ma ein - inklusive einer Absage von KFC, wo er als einziger von 24 Bewerbern abgelehnt worden war - bevor er endlich einen schlecht bezahlten Job als Englischlehrer an einer lokalen Universität erhielt. Sein mageres Gehalt: Umgerechnet etwa zwölf Dollar pro Monat.

Jack Mas erster Kontakt mit dem Internet: Eine Milliarden-Dollar-Idee

Im Jahre 1995 führte eine Handelsreise Jack Ma in die USA. Vor kurzer Zeit hatte er ein Übersetzungs-Business gestartet. In den USA kam Ma nun erstmals überhaupt in Kontakt mit dem Internet. Das erste, was er tat: Er gab in die Online-Suche das Wort "Beer" ein, war jedoch überrascht, dass ihm unter den Suchergebnissen keine einzige chinesische Quelle angezeigt wurde. Dies war der Moment, in dem in Jack Ma die Idee geboren wurde, ein chinesisches Internet-Unternehmen zu gründen. Es brauchte weitere vier Jahre, bis Ma so weit war, dass er seine Idee seinen 17 Freunden in seinem Appartment präsentieren konnte - mit Erfolg. Jack Ma brachte, trotz seiner vielen Rückschläge in der Vergangenheit, seine Freunde dazu ganze 60.000 US-Dollar in seine Idee zu investieren - die Initialzündung für sein Online-Business "Alibaba". Nicht lange danach stiegen weitere Big-Player bei Alibaba ein: Fünf Millionen Dollar kamen von Goldman Sachs und weitere 20 Millionen Dollar vom japanischen Telekommunikationsunternehmen SoftBank. "Wir werden es schaffen, weil wir jung sind und niemals, niemals aufgeben", soll Jack Ma vor seinen Mitarbeitern in einer Ansprache gesagt haben.

Erfolgsgeschichte "Alibaba" droht zu scheitern und schlägt dann alle Rekorde

Von da an ging es steil aufwärts. 2005 investierte der Online-Riese Yahoo eine Milliarde Dollar in Alibaba, im Gegenzug erhielt Yahoo 40 Prozent der Anteile am Unternehmen. Für Alibaba war dies ein großer Schritt. Damals kämpfte Alibaba noch mit eBay um die Marktführerschaft in China. Der erste Versuch eines Börsengangs in Hongkong scheiterte im Jahr 2007 jedoch kläglich - die Alibaba-Aktie brach in der Spitze sogar um bis zu 90 Prozent ein. Ein schwerer Rückschlag für Jack Mas Senkrechtstarter. Infolge dieses Flops musste im Jahr 2011 ein Großteil der Führungsriege den Rücktritt einreichen. Ma strukturierte Alibaba daraufhin personell strikt um - mit Erfolg. 2013 war der Kampf ausgefochten: Alibaba setzte im Geschäftsjahr 2013 insgesamt 7,95 Milliarden Euro um und machte einen Gewinn von 3,56 Milliarden Euro. Ein Gewinn, der höher war als der von eBay und dem Online-Händler Amazon zusammen. Die Zeit für einen zweiten Anlauf in Sachen IPO war gekommen.

Alibabas Mega-Börsengang machte Jack Ma zum reichsten Mann Chinas

Als Alibaba schließlich zum zweiten Börsengang trommelte, waren die Prognosen mehr als vielversprechend. Die Messlatte war hoch, Analysten verglichen Alibaba mit dem Mega-IPO von Facebook, doch Alibaba sprengte selbst diese hochgesteckten Erwartungen. Mit einem Ausgabepreis von 68 Dollar wurde die Alibaba-Aktie zur höchstdotierten Aktie aller Zeiten. Die unglaubliche Summe von 25 Milliarden Dollar floss im Zuge des Börsengangs in die Kassen von Alibaba - damit stellte Jack Mas Unternehmen die Börsengänge von Google, Twitter und Facebook zusammen in den Schatten. Und letztendlich konnte auch Jack Ma ganz persönlich auf der Welle dieses durchschlagenden Erfolgs surfen - das Alibaba-IPO machte ihn von einer Sekunde zur nächsten zum reichsten Mann in China mit einem geschätzten Privatvermörgen von 28,4 Milliarden US-Dollar. Damit war sein Vermögen nach dem IPO um sagenhafte 687,8 Prozent angestiegen.

Ruhestand und Bemühungen um das Allgemeinwohl

Heute zählt Alibaba über 670 Millionen Nutzer und macht mit einem Umsatz von rund 56,15 Milliarden US-Dollar ein erfolgreiches Geschäft. Mit seinem heutigen Vermögen in Höhe von rund 39 Milliarden US-Dollar schaffte es Ma sogar auf die Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Doch den weiteren Erfolg von Alibaba wird er nicht als CEO miterleben. Erst im September trat Ma den Posten als Vorsitzender ab und geht damit im Alter von 55 Jahren in den Ruhestand. Ein Vorgang, den er bereits seit zehn Jahren geplant habe. Seine weiteren Engagements widmet der Unternehmer dem Bildungsbereich, um die kommenden Generationen besser auf den Wandel vorzubereiten und um junge Leute zu selbständigem Denken zu fördern. Er ist dabei Teil des Beraterausschusses der School of Economics and Management an der renommierten Tsinghua Universität in China. Über die Jahre hat er viele junge Menschen mit seiner Erfolgsgeschichte und seinen Ratschlägen inspiriert und ist für sie ein großes Vorbild.

Dass Jack Ma mit seinem Unternehmen Alibaba eine solche Erfolgsgeschichte schreiben würde, war alles andere als ein Glücksfall - immerhin hatten die Zeichen oft genug schlecht für Ma und seine Pläne gestanden. Doch seine Zähigkeit gepaart mit einer inspirierend-optimistischen Einstellung hat sich letztendlich doch ausgezahlt. Auch Jack Mas Ehefrau Zhang weiß diese Qualitäten am Alibaba-Gründer zu schätzen. Sie sagte über Jack Ma: "Er mag kein attraktiver Mann sein, aber ich verliebte mich in ihn, weil er viele Dinge tun kann, die attraktive Männer nicht tun können." Dass es seiner Ehefrau nicht um seinen beruflichen Erfolg gegangen war, bestätigt auch ein Zitat von Jack Ma selbst: "Vor 14 Jahren fragte ich meine Frau: Willst du, dass dein Mann ein reicher Mann ist oder ein respektierter Geschäftsmann? Sie sagte: Natürlich ein respektierter Geschäftsmann. Denn sie dachte nie, dass ich einmal reich würde."

Sein erworbenes Vermögen möchte Ma nach amerikanischem Vorbild spenden. Dabei ließ er sich von Microsoft-Gründer, Bill Gates, inspirieren. Es soll dem Allgemeinwohl dienen und vor allem zur Förderung der Wissenschaft eingesetzt werden.



Redaktion finanzen.net

Bildquellen: ChinaFotoPress/ChinaFotoPress via Getty Images

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