TRATON-Aktie macht Verluste wett: Nutzfahrzeugkonzern senkt Dividende und peilt stabile Rendite an

Die VW-Nutzfahrzeugholding TRATON setzt sich angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten in wichtigen Märkten vorsichtige Ziele für das neue Jahr.
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Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge dürfte 2026 zwischen 5,3 und 7,3 Prozent liegen, teilte die Volkswagen-Tochter mit Marken wie MAN und Scania am Mittwoch in München mit. Analysten erwarteten bisher rund 7,1 Prozent und damit einen Wert fast am oberen Ende der Spanne. So werde das Geschäft diesmal das ganze Jahr über von US-Zöllen belastet, sagte Finanzchef Michael Jackstein laut Mitteilung. Das erste Quartal werde zudem schwach ausfallen, warnte TRATON. Für die im MDAX notierte Aktie ging es abwärts.
Das Papier verlor am Morgen zeitweise fast sechs Prozent; zuletzt lag es allerdings nur noch mit 0,4 Prozent im Minus bei 32,70 Euro. Laut Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies hatten sich Experten im Schnitt deutlich mehr Gewinn im Tagesgeschäft ausgerechnet, als mit den neuen Zielen in der Mitte der Prognosespannen zu erwarten sei. Allerdings sei der Auftragseingang zum Jahresende hin auch stärker ausgefallen als gedacht.
Dass die bereinigte operative Marge im vergangenen Jahr vor allem wegen der Zollpolitik in den USA und des schwachen Umfelds TRATON die US-Tochter International um fast drei Prozentpunkte auf 6,3 Prozent abgerutscht war, hatte TRATON bereits mit Eckdaten mitgeteilt. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn brach um 45 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro ein. Je Aktie schmolz er auf 3,09 Euro zusammen. Die Dividende soll mit 0,93 Euro daher nur noch gut halb so hoch ausfallen wie ein Jahr zuvor.
Der Umsatz sackte um 7 Prozent auf 44,1 Milliarden Euro ab. Im laufenden Jahr sollen Absatz und Erlös in einer Bandbreite zwischen minus 5 und plus 7 Prozent im Vergleich zu den Vorjahreswerten liegen. Der Auftragseingang nahm 2025 dank hoher Bestellungen aus Europa insgesamt um 7 Prozent auf 281.325 Fahrzeuge zu. In der Heimatregion hatte die schwache Wirtschaftslage lange auf den Orders gelastet. TRATON sprach von vielversprechenden Anzeichen.
In den USA hatte die ruckhafte Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr den Logistiksektor durchgeschüttelt. So wissen Spediteure angesichts fraglicher Transportmengen aus den Häfen des Landes heraus kaum, ob sich neue Lkw in den kommenden Jahren ausreichend rentieren.
Die US-Wirtschaft wächst zwar, doch dies ist in großen Teilen auf Investitionen in KI-Rechenzentren und deren Infrastruktur zurückzuführen. Die allgemeine Industrie schwächelt hingegen. Die Aufträge aus Nordamerika gingen bei TRATON im Gesamtjahr um mehr als ein Fünftel zurück; im Schlussquartal lag der Rückgang noch bei zehn Prozent.
TRATON holen Verluste auf - Daimler deutlich erholt
Die TRATON-Aktien haben am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten eine weitere Eintrübung der Chartlage erst einmal abgewendet. Wegen eines vorsichtigen Ausblicks hatte sich bei der VW-Nutzfahrzeugtochter am Morgen ein weiterer Verlusttag angebahnt - mit einem Minus von zunächst fast sechs Prozent. Im Zuge einer marktbreiten Erholung, die sich bei Autowerten in der Breite zeigte, konnten die Aktien ihr Minus aber aufholen und zuletzt sogar ins Plus drehen. Zeitweise gewinnen sie via XETRA 0,73 Prozent auf 33,08 Euro. Im MDAX zählten sie damit aber zu den schwächsten Werten.
Am Montag und Dienstag hatten die Papiere summiert fast neun Prozent verloren wegen des eskalierten Konflikts im Nahen Osten. Am Mittwoch setzte an den Märkten aber eine Erholung ein, die getrieben war von der Hoffnung darauf, dass US-Streitkräfte die für den Öl- und Gastransport wichtige Straße von Hormus sichern werden. Im Zuge dessen konnten die am Mittwoch bereits freundlich gestarteten Aktien des Konkurrenten Daimler Truck ihre Erholung auf ein Plus von 5,90 Prozent bei 42,17 Euro ausbauen. Die beiden Nutzfahrzeughersteller profitierten auch von aktuellen Marktdaten aus den USA.
TRATON legte am Morgen seine Jahreszahlen vor, die nach Angaben des Analysten Fabio Hölscher von Warburg Research auf ein solides viertes Quartal schließen ließen. Der Experte sah aber den Ausblick etwas unter den Erwartungen. Das angestrebte Margenziel impliziere im Mittelwert kein Wachstum, was hinter den Markterwartungen zurückbleibe. Die strategische Hauptsorge bleibe, das internationale Geschäft angesichts der US-Handelsbarrieren wieder in die Gewinnzone zu führen.
Analystin Daniela Costa von Goldman Sachs schrieb mit Blick auf TRATON, dass aktuelle Zahlen zum US-Lkw-Markt am Mittwoch den negativen Effekt des schwachen Ausblicks mildern sollten. Die von einem Marktforscher für Februar ermittelten Aufträge für Lastwagen der schwersten Kategorie (Class 8) seien in den Vereinigten Staaten stark gewesen, schrieb die Expertin. Laut dem Experten Kyle Menges von der Citigroup war das Ausmaß der Verbesserung eine positive Überraschung.
Der US-Einfluss könnte am Mittwoch dem TRATON-Konkurrenten Daimler Truck etwas stärker geholfen haben als der VW-Tochter TRATON. Die Bank of America hatte die Titel der Stuttgarter Anfang Februar zu ihrem "Sektor-Top-Pick" erklärt und dabei unter anderem die stärkere Abhängigkeit vom US-Markt als positives Kriterium genannt. Quartalszahlen von Daimler Truck werden erst in der kommenden Woche am Donnerstag erwartet.
MÜNCHEN / FRANKFURT (dpa-AFX)
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