Warnstreik

Lufthansa-Aktie unter Druck: Lufthansa erwartet massive Auswirkungen des Streiks

05.03.24 20:12 Uhr

Lufthansa-Aktie im Sturzflug: Massive Streiks bedrohen Lufthansa-Geschäft | finanzen.net

Die Lufthansa rechnet während des zweitägigen Warnstreiks ihres Bodenpersonals mit massiven Flugausfällen vor allem an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München.

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Am Donnerstag und am Freitag werden jeweils rund 1.000 Flüge ausfallen und jeweils rund 100.000 Passagiere betroffen sein, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt sagte. Die Airline bemühe sich, 10 bis 20 Prozent des ursprünglichen Flugplans darzustellen. In den Flugplänen seien die Streichungen bereits berücksichtigt. Die Gewerkschaft Verdi hatte das gesamte Bodenpersonal zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Es ist bereits die fünfte Warnstreikwelle in dem Tarifkonflikt und die dritte mit direkten Auswirkungen auf die Passagiere.

Luftsicherheitskräfte streiken mit

Die Gewerkschaft Verdi verschärft den geplanten Warnstreik im Luftverkehr. Parallel zum Ausstand des Lufthansa-Bodenpersonals ruft die Gewerkschaft für Donnerstag auch die Luftsicherheitskräfte in Frankfurt und Hamburg zur Arbeitsniederlegung auf, wie die Gewerkschaft am Dienstag in Berlin mitteilte.

Damit können Passagiere diese Flughäfen voraussichtlich nicht von außen betreten. Die Beschäftigten sind bei Privatunternehmen angestellt, die im Auftrag der Bundespolizei Passagiere, Personal und Gepäck an den Zugängen zum Sicherheitsbereich kontrollieren.

Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals beginnt in den Technikbereichen schon am Mittwochabend und soll bis Samstagmorgen um 7.10 Uhr fortgesetzt werden. Passagierflüge sind vor allem am Donnerstag und Freitag gefährdet.

Schon vor der Verschärfung hatte die Lufthansa mit massiven Flugausfällen vor allem an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München gerechnet. Am Donnerstag und am Freitag sollten jeweils rund 1000 Flüge ausfallen und jeweils rund 100 000 Passagiere betroffen sein, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt sagte. Die Airline bemühe sich, 10 bis 20 Prozent des ursprünglichen Flugplans darzustellen. In den Flugplänen seien die Streichungen bereits berücksichtigt.

Der Flughafenverband ADV kritisierte die zusätzlichen Warnstreiks der Luftsicherheitskräfte. Die Tarifpartner gehörten an den Verhandlungstisch, erklärte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. "Arbeitskampfmaßnahmen bedeuten ein Horrorszenario für die Fluggäste und haben weitreichende Folgen für die individuelle Mobilität und die Wirtschaftsabläufe. Verdi zielt scheinbar auf die maximale gesellschaftliche und wirtschaftliche Betroffenheit in Deutschland oder nimmt diese zumindest in Kauf."

Die Gewerkschaft Verdi hat das gesamte Bodenpersonal der Lufthansa zum Warnstreik aufgerufen. Es ist bereits die fünfte Warnstreikwelle in dem Tarifkonflikt und die dritte mit direkten Auswirkungen auf die Passagiere.

Die Luftsicherheitskräfte sollen nur am Donnerstag streiken. Diese Gruppe wird auch von Verdi vertreten und verfügt über eine hohe Streikmacht. Bei ihrer ersten Warnstreikwelle am 1. Februar an elf größeren Flughäfen sind nach Schätzung des Branchenverbands ADV rund 1100 Flüge ausgefallen, weil Passagiere nicht mehr in die Sicherheitsbereiche gelangen konnten.

Bei den Tarifverhandlungen der Luftsicherheit geht es um die Arbeitsbedingungen von rund 25 000 Mitarbeitern privater Sicherheitsdienstleister. Im Bundesland Bayern sind diese Kräfte im Öffentlichen Dienst angestellt, für den ein anderer Tarifvertrag gilt und dort folglich auch nicht gestreikt wird.

In dem Tarifkonflikt sind bislang fünf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben. Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Stundenlohnerhöhung um 2,80 Euro mit schneller einsetzenden Mehrarbeitszuschlägen ab der ersten Überstunde.

Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben 2,70 Euro in drei Stufen angeboten bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Neben dem Inflationsausgleich bedeute dies auch einen Reallohnzuwachs, hatte BDLS-Verhandlungsführer Frank Haindl erklärt. Eine sechste Verhandlung ist für den 20. März verabredet.

Lufthansa-Tochter AUA muss 150 Flüge streichen

Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) streicht am kommenden Freitag wegen einer ursprünglich geplanten Betriebsversammlung rund 150 Flüge. Obwohl der Betriebsrat des Bordpersonals und die Gewerkschaft ihre Versammlung auf unbestimmte Zeit verschoben hätten, müsse die Fluggesellschaft aus logistischen Gründen an den geplanten Streichungen festhalten, teilte eine Firmensprecherin am Dienstag mit. Davon seien etwa 12 800 Passagiere betroffen, die schon von den Ausfällen informiert worden seien. Die Streichungen betreffen auch diverse Verbindungen von und nach Deutschland. Insgesamt hatte die Fluggesellschaft am Freitag etwa 300 Flüge geplant.

Schon am vergangenen Freitag waren bei der AUA wegen einer Betriebsversammlung und eines spontanen Warnstreiks knapp 140 Flüge ausgefallen.

Grund für die Betriebsversammlungen des AUA-Bordpersonals sind die stockenden Tarifverhandlungen für die insgesamt 3500 Beschäftigten in der Kabine und im Cockpit. Die Gewerkschaft Vida fordert nach einem guten wirtschaftlichen Jahr für die Luftfahrtbranche, dass auch die Beschäftigten in Form von Gehaltserhöhungen profitierten. Das Unternehmen habe 4,5 Prozent mehr Gehalt angeboten und lasse über Einmalzahlungen sowie über eine bessere Erfolgsbeteiligung mit sich reden, hieß es vonseiten der AUA.

"Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Vida sollen nicht noch mehr Schaden anrichten, sondern gemeinsame Lösungen am Verhandlungstisch finden", sagte die Firmensprecherin.

Die Lufthansa-Aktie notierte auf XETRA zuletzt bei 7,00 Euro und verzeichnete einen Abschwung von 0,64 Prozent.

BERLIN/FRANKFURT/WIEN (dpa-AFX)

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