23.12.2020 23:23

Morgan Stanley-Experte: Könnte der Bitcoin die Reservewährung der Zukunft werden?

Wertspeicher: Morgan Stanley-Experte: Könnte der Bitcoin die Reservewährung der Zukunft werden? | Nachricht | finanzen.net
Wertspeicher
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Kryptowährungen haben im Zuge der Coronakrise massiv an Wert gewonnen. Insbesondere der Bitcoin wird als Wertspeicher, aber auch als Zahlungsmittel attraktiver. Könnte er gar den US-Dollar als Reservewährung ablösen? Ein Morgan Stanley-Analyst teilt seine Ansichten mit.
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• US-Dollar leidet unter expansiver Geldpolitik
• Kryptowährungen mit phänomenalem Jahr
• Bitcoin gewinnt als Zahlungsmittel und Wertspeicher an Bedeutung

Keine Frage, für Kryptowährungen wie den Bitcoin hätte es 2020 kaum besser laufen können. Die wichtigsten Cyberdevisen konnten dieses Jahr durch die Bank weg ihre Kurse sowie Marktkapitalisierungen kräftig steigern. Der Bitcoin konnte zeitweise gar ein neues Rekordhoch verzeichnen. Doch wo geht die Reise hin für den Urvater der Kryptowährungen und ist es sogar denkbar, dass die Cyberdevise eines Tages die Vormachtstellung des US-Dollars bricht? Dieser Frage hat sich der Morgan Stanley-Experte Ruchir Sharma vor Kurzem in einer Kolumne der Financial Times gewidmet - mit interessanten Denkanstößen.

Expansive Geldpolitik mit weitreichenden Folgen

So habe der US-Dollar vor der Corona-Pandemie noch als bevorzugtes "Medium für internationalen Handel" dominiert, als Leitwährung sowie sogenannte Reservewährung von Zentralbanken weltweit, als Wertspeicher. Seither hat sich jedoch einiges geändert. So habe die US-Notenbank Fed im Zug der wirtschaftlichen Folgen des Corona-Ausbruchs in den USA die Geldschleusen weit geöffnet und zusätzlich dazu noch die Leitzinsen drastisch gesenkt, offenbar in dem Glauben, dass dies den Status als Reservewährung des Greenback nichts anhaben könnte. Allerdings wächst auch das Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten in Krisenzeiten immer weiter.

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Während es schon besorgniserregend war, als die US-Schulden das Niveau von 50 Prozent des BIP überstiegen, dürften die 67 Prozent, die das Defizit mittlerweile erreicht hat, wohl weltweit Alarmglocken schrillen lassen. Denn wie Sharma darlegt, wird der US-Dollar seinen Status als verlässliche Währung nur so lange behalten "wie der Rest der Welt noch daran glaubt, die USA könnte noch ihre Rechnungen bezahlen". Ist dem nicht so, könnte der Greenback seine Vormachtstellung verlieren. Beispiele in der Geschichte gibt es hierfür zuhauf, wie der Morgan Stanley-Analyst erinnert. So hätten seit 1400 bereits "Portugal, dann Spanien, die Niederlande, Frankreich und Großbritannien" den Status von Reservewährungen genossen. Im Schnitt konnten sie diesen 94 Jahre behalten. Die Vereinigten Staaten von Amerika würden diesen nun schon 100 Jahre genießen - Zeit für einen Wechsel?

Bitcoin als neue Reservewährung?

Vielleicht, denn das Einzige, das nach Meinung Sharmas noch für einen Wechsel fehlt, sei ein würdiger Nachfolger. Doch der könnte nun in Form von Kryptowährungen wie dem Bitcoin gefunden worden sein. Dabei glänzen die Digitalwährungen nicht nur "als dezentralisierte, demokratische Alternativen" zu herkömmlichen Fiat-Währungen, auch in puncto Wertspeicher hätten sich die Cyberdevisen bereits erfolgreich bewiesen. Zwar ist die hohe Marktvolatilität des Bitcoin-Kurses für viele Anleger noch etwas abschreckend, dennoch mehren sich Stimmen, die das Internetgeld immer mehr als langfristige Gold-Alternative sehen. So verlautete jüngst auch die Deutsche Bank, dass die Attraktivität des Bitcoins als Absicherung zunehme.

Doch nicht nur würden mehr Menschen auf Bitcoin & Co. als Wertspeicher zurückkommen, auch als Zahlungsmittel gewinnen die Digitalwährungen nach Meinung des Morgan Stanley-Experten weiter an Schwung. So hätten insbesondere die Länder den Bitcoin als Reservewährung für sich entdeckt, die nicht so leicht an US-Dollar kommen würden, wie Argentinien und Nigeria. Auch der Schritt von Zahlungsdienstleister PayPal hin zur Akzeptanz von Bitcoin-Zahlungen würde die Cyberdevisen in ihrem Lauf noch weiter antreiben.

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Greenback nicht vor Niederlage gefeit

Abschließend stellt der Morgan Stanley-Experte die Warnung aus, die US-Regierung solle nicht annehmen, dass der Greenback davor gefeit wäre, durch die anhaltend lockere Geldpolitik seinen Status als Reservewährung nicht zu verlieren: "Nehmen Sie nicht an, dass ihre traditionellen Währungen die einzigen Wertspeicher oder Tauschmittel sind, denen die Menschen je vertrauen werden. Es ist unwahrscheinlich, dass Tech-versierte Leute aufhören werden, nach Alternativen zu suchen, bis sie eine gefunden oder auch erfunden haben". Darüber hinaus gibt er noch zu bedenken, dass der Drang von Regierungen und Zentralbanken Digitalwährungen zu regulieren, den Effekt haben könne, dass "diese populistische Revolte" nur noch schneller vonstattengeht.

Redaktion finazen.net

Bildquellen: Sergei Babenko / Shutterstock.com, Lukasz Stefanski / Shutterstock.com

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