26.10.2020 17:56

Lufthansa-Aktien tiefer: Lufthansa-Vorstand will Kostensenkung nochmals verstärken

"Wintermodus": Lufthansa-Aktien tiefer: Lufthansa-Vorstand will Kostensenkung nochmals verstärken | Nachricht | finanzen.net
"Wintermodus"
Folgen

Bis zu 1% p.a. Festzins jetzt risikofrei sichern. 15 € Amazon-Gutschein bis 31.12. zusätzlich! -W-

Die Lufthansa will wegen global verschärfter Reisebeschränkungen erneut viele Flugzeuge stilllegen und noch stärker an der Kostenschraube drehen.
Werbung
Im Winterflugbetrieb 2020/21 könnten die Airlines der Gruppe maximal ein Viertel ihrer Vorjahreskapazität anbieten, heißt es in einem Brief des Lufthansa-Vorstandes an die Mitarbeiter. Die Zahl der Fluggäste werde voraussichtlich bei weniger als einem Fünftel des Vorjahreswertes liegen und damit noch einmal deutlich unter der angebotenen Kapazität. "Wir müssen daher unsere bisherigen Anstrengungen, die Kosten weiter herunterzubringen, noch einmal verstärken", heißt es in dem Schreiben vom Sonntag.

Der weitgehende Geschäftsausfall infolge der Corona-Krise hat den Konzern wie andere Airlines in einen Existenzkampf versetzt. Nur milliardenschwere Staatshilfen retteten die Lufthansa im Sommer vor dem Aus. Dennoch hat die Aktie seit dem Jahreswechsel rund die Hälfte an Wert eingebüßt.

Nach Einschätzung eines Aktienhändlers wirken die Aussagen des Vorstands negativ, auch wenn die Kapazitätskürzung schon bekannt gewesen sei. Den Branchenexperten des Analysehauses Mainfirst zufolge reflektiert der Brief die jüngste Entwicklung der Ticketbuchungen. Sie schreiben der Lufthansa-Aktie ein Kursziel von gerade mal 2 Euro zu und raten weiterhin zum Verkauf der Titel.

Auch andere Airlines wie Ryanair und die Gesellschaften des International Consolidated Airlines (IAG)-Konzerns wie British Airways und Iberia haben ihre ohnehin verkleinerten Flugpläne für den Winter wegen der Pandemie noch stärker zusammengestrichen. IAG etwa rechnet daher nicht mehr damit, dass der Konzern den Mittelabfluss im laufenden Geschäft im vierten Quartal stoppen kann, was er zunächst geplant hatte.

IAG und Ryanair haben sich wegen der Krise Kredite und frisches Geld von Anlegern in Milliardenhöhe besorgt. Die Regierungen von Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien bewahrten den Lufthansa-Konzern mit insgesamt neun Milliarden Euro vor der Pleite. Der deutsche Staat wurde in diesem Zuge zum Großaktionär der Lufthansa. Bei den Airlines stehen zigtausende Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Angesichts der Verschärfung der Lage reichen die bisherigen Maßnahmen zur Kostensenkung aus Sicht der Lufthansa-Führung aber nicht aus. Zwar sei es gelungen, den Mittelabfluss von einer Million Euro pro Stunde zu Beginn der Pandemie auf "nur noch" eine Million alle zwei Stunden zu senken, schrieb der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr. An der Dramatik habe sich aber nichts geändert.

Daher sei es "unumgänglich, den Geschäftsbetrieb im Winter 2020/21 noch weiter herunterzufahren und möglichst viele Bereiche ab Mitte Dezember in einen 'Wintermodus' zu versetzen". Unter anderem sollen 125 Flugzeuge erneut stillgelegt werden, die für den Einsatz im Winterflugplan vorgesehen gewesen seien. "Unseren ursprünglichen Plan, zum Jahresende wieder auf 50 Prozent der angebotenen Kapazität zu kommen, können wir nicht mehr einhalten", heißt es.

In den ersten neun Monaten hatte die Lufthansa einen operativen Verlust von fast 4,2 Milliarden Euro erlitten. "Dieser Fehlbetrag wird sich im vierten Quartal noch deutlich erhöhen", schrieb der Vorstand. Eine verlässliche Aussage über die Entwicklung der Branche sei schwieriger denn je. Dennoch sei der Vorstand "fest entschlossen, mindestens 100 000 der heute 130 000 Arbeitsplätze der Lufthansa Group zu erhalten".

Ende September verfügte der MDax-Konzern nach eigenen Angaben über flüssige Mittel von 10,1 Milliarden Euro. Darin seien 6,3 Milliarden aus den Hilfen enthalten, die Lufthansa-Gesellschaften von den Heimatstaaten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien bekommen haben. Einschließlich Eigenkapitalmaßnahmen waren 9 Milliarden Euro bereit gestellt worden.

Lufthansa-Aktien im trüben Corona-Umfeld sehr schwach

An der Börse wurden die Nachrichten negativ aufgenommen. Kurz nach Handelsbeginn am Montagmorgen ging es für die Lufthansa-Aktie via XETRA zeitweise um mehr als sechs Prozent abwärts unter die Marke von 8 Euro. Zum Handelsschluss gab sie noch 5,23 Prozent auf 8,05 Euro ab.

/stw/sl/ceb/eas/stk

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Jorg Hackemann / Shutterstock.com

Nachrichten zu Lufthansa AG

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Lufthansa AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
30.11.2020Lufthansa UnderweightMorgan Stanley
26.11.2020Lufthansa buyKepler Cheuvreux
25.11.2020Lufthansa market-performBernstein Research
25.11.2020Lufthansa buyKepler Cheuvreux
18.11.2020Lufthansa VerkaufenIndependent Research GmbH
26.11.2020Lufthansa buyKepler Cheuvreux
25.11.2020Lufthansa buyKepler Cheuvreux
12.11.2020Lufthansa buyKepler Cheuvreux
04.06.2020Lufthansa buyUBS AG
03.06.2020Lufthansa OutperformBernstein Research
25.11.2020Lufthansa market-performBernstein Research
18.11.2020Lufthansa market-performBernstein Research
18.11.2020Lufthansa market-performBernstein Research
13.11.2020Lufthansa NeutralGoldman Sachs Group Inc.
11.11.2020Lufthansa NeutralGoldman Sachs Group Inc.
30.11.2020Lufthansa UnderweightMorgan Stanley
18.11.2020Lufthansa VerkaufenIndependent Research GmbH
11.11.2020Lufthansa UnderperformMerrill Lynch & Co., Inc.
11.11.2020Lufthansa UnderperformCredit Suisse Group
10.11.2020Lufthansa UnderweightMorgan Stanley

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Lufthansa AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt kostenlos anmelden!

Aus dem einstigen Nischenmarkt um Gaming und E-Sports ist ein Milliardenmarkt entstanden. Erfahren Sie in unserem Live-Seminar morgen um 18 Uhr, welche Investitionsmöglichkeiten sich für Sie als Anleger ergeben könnten!

Jetzt noch schnell anmelden!
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX schließt leichter -- Dow Jones verliert -- Minister billigen ESM-Reform -- GlobalWafers will Siltronic übernehmen -- Moderna, Bitcoin, CureVac, Commerzbank, Corestate im Fokus

UniCredit braucht neuen Chef. Facebook will anscheinend Kundendienst-Startup Kustomer für eine Milliarde kaufen. US-Notenbank verlängert einige Corona-Hilfen bis Ende März 2021. Slack-Aktie auf Rekord - Salesforce-Gebot steht angeblich bevor. GM beteiligt sich nicht an Nikola. EU erlaubt Dupixent von Sanofi/Regeneron zur Behandlung von Kindern. Corona-Impfstoffstudie von US-Biopharmakonzern Novavax verzögert sich.

Umfrage

Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen noch im Dezember. Teilen Sie diesen Optimismus?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln