Abel setzt Japan-Kurs fort

Warren Buffetts Wette auf die "Sogo Shosha": So laufen die Japan-Investments von Berkshire Hathaway

14.03.26 22:45 Uhr

Performance-Check: So schlagen sich die von Warren Buffett angestoßenen Japan-Investments von NYSE-Aktie Berkshire Hathaway | finanzen.net

2019 beteiligte sich Berkshire Hathaway unter der Leitung von Warren Buffett erstmals an fünf japanischen Handelshäusern. So steht sein Nachfolger zu der äußerst erfolgreichen Wette.

Werte in diesem Artikel

Warren Buffett baute in seinen letzten Jahren als Berkshire-CEO Beteiligungen an Mitsubishi, Mitsui, Itochu, Marubeni und Sumitomo auf und aus
• Japan-Wette von Berkshire Hathaway sehr erfolgreich
• Bedeutung der "Sogo Shosha" für Buffett-Nachfolger Abel vergleichbar mit wichtigsten US-Beteiligungen

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Im Juli 2019 investierte Berkshire Hathaway erstmals in die fünf großen japanischen Handelsfirmen Mitsubishi, Mitsui, Itochu, Marubeni und Sumitomo, wie Warren Buffett in seinem Aktionärsbrief aus dem Jahr 2025 Revue passieren ließ. "Wir sahen uns lediglich ihre Finanzberichte an und waren von den niedrigen Aktienkursen überrascht", so der legendäre Investor. Im Laufe der Jahre sei die Bewunderung für die japanischen Unternehmen dann stetig gewachsen - ebenso wie die Beteiligung der Investmentholding an den Firmen, die auch als "Sogo Shosha" bezeichnet werden. "Alle fünf Unternehmen erhöhen ihre Dividenden, wenn dies angebracht ist, und kaufen eigene Aktien zurück, wenn es sinnvoll ist. Ihre Topmanager verfolgen bei ihren Vergütungsprogrammen deutlich weniger aggressive Ansätze als ihre US-amerikanischen Pendants", schwärmte Buffett.

Im April 2023 hatte der legendäre Investor sein Engagement in Japan gegenüber "CNBC" außerdem bereits folgendermaßen begründet: "Ich dachte einfach, dies wären große Unternehmen. Dies waren Unternehmen, von denen ich im Allgemeinen verstand, was sie taten. In gewisser Weise ähnlich wie Berkshire, da sie viele verschiedene Interessen besaßen. […] Und sie wurden zu einem meiner Meinung nach lächerlichen Preis gehandelt, insbesondere im Vergleich zu den damals geltenden Zinssätzen". Die Entscheidung für die "Sogo Shosha" sei dementsprechend "einfach" gewesen.

Berkshires Japan-Investments bislang voller Erfolg

Tatsächlich hat der Starinvestor mit seiner Japan-Wette einmal mehr ein gutes Gespür bewiesen: Als Buffett die Beteiligungen in Japan aufbaute, hatte der dortige Aktienmarkt fast drei Jahrzehnte lang kaum Wachstum verzeichnet. Doch während dies andere Anleger abgeschreckt haben dürfte, sah der damalige Berkshire-CEO darin eine Chance - und behielt Recht. Unter Premierministerin Sanae Takaichi setzte Japan auf wachstumsfreundliche Reformen und Deregulierung. In der Folge erreichte der Nikkei neue Rekordstände - und der japanische Aktienmarkt entwickelte sich deutlich stärker als der S&P 500.

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Nachdem ursprünglich mit den japanischen Firmen vereinbart worden war, dass die Beteiligung von Berkshire Hathaway die Schwelle von zehn Prozent nicht übersteigen würde, hatte man wenige Jahre nach dem Einstieg in gegenseitigem Einvernehmen vereinbart, diese Grenze doch zu lockern. Zum 31. Dezember 2025 hielt Berkshire Hathaway laut dem Jahresbericht eine 10,8-prozentige Beteiligung an Mitsubishi im Wert von 9,207 Milliarden US-Dollar. Der Anteil an Itochu in Höhe von 10,1 Prozent war zum Jahresende 8,886 Milliarden US-Dollar wert, während die gehaltenen 10,4 Prozent an Mitsui auf 8,785 Milliarden US-Dollar kamen. An Marubeni hielt Berkshire Ende 2025 rund 9,8 Prozent, womit die Beteiligung 4,468 Milliarden US-Dollar wert war. Der 9,7-prozentige Anteil an Sumitomo kam auf einen Marktwert von 4,022 Milliarden US-Dollar. Insgesamt beliefen sich alle Japan-Beteiligungen von Berkshire Hathaway zum Ende des Jahres 2025 auf einen Wert von satten 35,368 Milliarden US-Dollar - verglichen mit einer Investitionssumme von 15,382 Milliarden US-Dollar.

Doch damit nicht genug: Neben der Performance überzeugen die japanischen Handelshäuser auch mit ihren Dividendenzahlungen. So flossen Berkshire laut dem jüngsten Jahresbericht in 2025 insgesamt 862 Millionen US-Dollar an Dividendenzahlungen aus diesen Investments zu. Somit übersteigen die Einnahmen aus den Dividenden die Zinskosten der Yen-Schulden, die zur Finanzierung der Investments aufgenommen wurden. Diese dürften sich laut Aussagen von Warren Buffett in seinem letzten Aktionärsbrief in 2025 auf nur rund 135 Millionen US-Dollar belaufen haben. So eine Konstruktion sei laut "Forbes" "typisch Buffett: Kredite in Yen zu weniger als 1 Prozent Zins aufnehmen, während die Beteiligungen Dividendenrenditen von rund 4 Prozent liefern". Der Zins-Carry arbeite somit klar zugunsten von Berkshire.

Buffett wollte "Sogo Shosha" langfristig behalten - aber wie denkt sein Nachfolger Greg Abel?

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Bereits kurz nach der ersten Investition von Berkshire Hathaway in die fünf japanischen Unternehmen stellte die Investmentholding klar, dass es sich hier um langfristigere Beteiligungen handeln werde. Warren Buffett setzte laut "Capital" dann bei der Hauptversammlung im Jahr 2025 noch einmal eins drauf und erklärte, man werde "in den nächsten 50 Jahren […] keinen Gedanken daran verschwenden, die zu verkaufen". Stattdessen sehe er die Aufgabe von Berkshire als Großinvestor nun darin "zu jubeln und zu klatschen".

Mit Beginn des Jahres 2026 hat Warren Buffett sich jedoch von seinem CEO-Posten zurückgezogen und die Leitung von Berkshire Hathaway an seinen Nachfolger Greg Abel übertragen. Somit obliegt nun diesem die Entscheidung über alle Investments. In seinem letzten Aktionärsbrief aus dem Jahr 2025 zeigte sich Buffett jedoch zuversichtlich, dass Abel den in Japan eingeschlagenen Pfad fortsetzen werde. "Ich gehe davon aus, dass Greg und seine Nachfolger diese japanische Position viele Jahrzehnte lang innehaben werden und dass Berkshire auch in Zukunft andere Wege finden wird, produktiv mit den fünf Unternehmen zusammenzuarbeiten", schrieb der Starinvestor. Abel habe sich in der Vergangenheit auch schon oft mit den fünf Unternehmen getroffen und auch ihm würde, wie Buffett selbst, ihre Kapitalanlagestrategie, ihr Management und ihr Umgang mit den Investoren gefallen.

Und tatsächlich scheint der neue Berkshire-CEO Greg Abel von den Japan-Beteiligungen mindestens genauso begeistert zu sein wie sein legendärer Vorgänger. So stellte Abel die "Sogo Shosha" Anfang 2026 in seinem ersten Brief an die Berkshire-Aktionäre auf eine Stufe mit den wichtigsten US-Beteiligungen der Investmentholding. "Ein Großteil unseres Portfolios konzentriert sich auf eine kleine Anzahl amerikanischer Unternehmen wie Apple, American Express, Coca-Cola und Moody's - Unternehmen, die wir gut verstehen, deren Führungskräfte wir sehr schätzen und von denen wir erwarten, dass sie über Jahrzehnte hinweg ein starkes Wachstum verzeichnen werden. Diesen konzentrierten Ansatz werden wir fortsetzen, wobei wir in diesen Beteiligungen nur begrenzte Aktivitäten durchführen werden. Wir behalten uns jedoch vor, eine Beteiligung deutlich anzupassen, wenn wir grundlegende Veränderungen ihrer langfristigen wirtschaftlichen Aussichten feststellen. […] Die gleichen Kriterien gelten für unsere Investitionen in Japan, die wir hinsichtlich ihrer Bedeutung und ihres langfristigen Wertschöpfungspotenzials als vergleichbar mit unseren wichtigsten US-Beteiligungen betrachten", schrieb Abel. Der neue Mann an der Spitze von Berkshire Hathaway bekennt sich damit explizit zu Warren Buffetts bisheriger Strategie und seinen Japan-Investments und setzt somit ein wichtiges Ausrufezeichen für die Zukunft der Investmentholding.

Redaktion finanzen.net

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