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03.07.2013 16:54
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Commerzbank-Aktien auf neuem Rekordtief

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Chinas schwache Wirtschaft und die Rückkehr der europäischen Schuldenkrise lasten am Mittwoch schwer auf Europas Aktienmärkten. Größter Verlierer im DAX ist die Commerzbank, die um über 5 Prozent einbricht.
Der Dax selbst verliert aktuell 1,6 Prozent auf 7.782 Punkte und der Euro-Stoxx-50 gibt um 2,1 Prozent auf 2.549 Zähler nach. Verkauft wird querbeet, kaum ein europäischer Blue-Chip kann sich dem Abwärtssog entziehen.

Mit einem Minus von 2,3 Prozent sind die europäischen Banken der zweitschwächste Sektor. Commerzbank-Aktien fallen zeitweise um gut 5 Prozent auf den niedrigsten Stand aller Zeiten. Noch stärker als der Bankensektor geben nur die Papiere der stark von Chinas Konjunktur abhängigen Rohstoffproduzenten nach.

Außerdem belasten die Abstufungen der langfristigen Bonitätsnoten der Banken Barclays, Credit Suisse und Deutsche Bank durch Standard & Poor's. Deren Kurse geben ebenfalls nach. S&P senkte das Rating für alle drei Kreditinstitute auf "A" von "A+". Die Agentur begründete dies mit gestiegenen Risiken für Europas Großbanken.

Lufthansa-Aktien büßen ein. Hier droht ein Streik der Tochter Germanwings. Adidas-Aktien fallen zurück, nachdem die Deutsche Bank die Einstufung für die Papiere gesenkt hat.

In einem tristen Zustand ist nach wie vor das Umfeld für Börsengänge. Am Dienstagabend sagte die Immobiliengesellschaft Deutsche Annington den Gang aufs Parkett in letzter Minute doch noch ab. Mit "anhaltend ungünstigen Marktentwicklungen" begründete das Unternehmen die Absage. Ursprünglich sollte die Aktie am Mittwochmorgen den Handel aufnehmen. Händler hatten schon in den vergangenen Tagen berichtet, es gebe so gut wie keine Nachfrage nach den Papieren.

Politische Spannungen um den Konsolidierungskurs der Regierung Portugals lassen den Leitindex der Börse in Lissabon um zeitweise 6 Prozent einknicken. Das lässt auch den Euro nicht unbeeindruckt, der zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit einem Monat gerutscht ist.

   Portugals Finanzminister und Vizeregierungschef Gaspar hatte am Montag seinen Rücktritt erklärt. Er war maßgeblich an der Ausarbeitung des umstrittenen Sparprogramms beteiligt, mit dem das Euro-Krisenland die Schuldenkrise in den Griff bekommen will. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho will das Rücktrittsgesuch von Außenminister Paulo Portas jedoch nicht annehmen.

   "Und plötzlich ist sie wieder da, die europäische Schuldenkrise", sagt Dirk Gojny von der National-Bank - und fügt hinzu: "Damit steht ein zentrales Thema für den heutigen Handelstag fest", sagt der Analyst. Die neu aufziehende Unsicherheit treibt Investoren in sichere Anlagehäfen: Zehnjährige Bundesanleihen steigen, während portugiesische Papiere verkauft werden. Die Rendite fünfjähriger portugiesischer Staatsanleihen ist erstmals seit Oktober 2012 über 6 Prozent gestiegen. Investoren verlangen also beim Kauf dieser Papiere höhere Zinsen.

   Störfeuer für die Börsen kommt zudem aus Griechenland. Der Wirtschaftsminister Kostis Chatzidakis hat die Debatte um einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland nach der Bundestagswahl neu angeheizt. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bundesregierung fordern Griechenland dagegen hartnäckig zu weiteren Reformschritten auf.

   In China ist eine an den Finanzmärkten viel beachtete Umfrage unter Einkäufern in Dienstleistungsunternehmen hinter den Prognosen zurückgeblieben. Der Leitindex an der Börse schloss daraufhin 0,7 Prozent tiefer.

   Mit dem Euro geht es weiter bergab. Die Gemeinschaftswährung verlor am Dienstag zum US-Dollar vom Tageshoch bei 1,3080 knapp einen US-Cent. Im frühen Handel am Mittwoch gibt der Euro weiter nach. Mit 1,2946 Dollar kostet er so wenig wie seit einem Monat nicht mehr. "Per Saldo bleibt der Euro in der Defensive", sagt Johannes Jander von der Helaba. Der Devisenanalyst schließt weitere Kursverluste auf 1,28 Dollar nicht aus.

   Die sich zuspitzende Lage in Ägypten treibt zudem den Ölpreis hoch. Hintergrund ist die Sorge vor Versorgungsengpässen, sollten die Massenproteste auf andere Staaten des Nahen Ostens überspringen. Aus Libyen wurden Streiks in der Ölindustrie gemeldet. Die US-Sorte WTI, die erst am Vortag seit über einem Jahr erstmals wieder die 100er Marke überwand, kostet aktuell je Barrel 101,34 Dollar.

      DJG/bek/raz Dow Jones Newswires

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