Befreiungsschlag?

Bayer-Aktie setzt Berg- und Talfahrt fort: Trump erklärt Glyphosat zur nationalen Sicherheit

19.02.26 22:06 Uhr

Bayer-Aktie unentschlossen: US-Präsident sichert Produktion von Glyphosat ab | finanzen.net

US-Präsident Donald Trump hat den Defense Production Act bemüht, um die heimische Produktion von Phosphor und Glyphosat als sicherheitskritisch einzustufen.

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• Weißes Haus stuft Glyphosat und Phosphor als essenziell für die nationale Sicherheit und Nahrungsmittelversorgung ein
• Executive Order verpflichtet US-Landwirtschaftsministerium zur Sicherung der heimischen Produktionskapazitäten
• Bayer-Aktie reagiert mit deutlichen Kurssprüngen

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In einer weitreichenden Entscheidung hat US-Präsident Donald Trump am 18. Februar 2026 eine Executive Order unterzeichnet, welche die Produktion von elementarem Phosphor und Glyphosat-basierten Herbiziden zur Priorität der nationalen Verteidigung erklärt. Unter Berufung auf den Defense Production Act von 1950 (DPA) stellte das Weiße Haus fest, dass die Verfügbarkeit dieser Stoffe für die militärische Bereitschaft und die Sicherung der US-Nahrungsmittelversorgung unabdingbar sei. Phosphor fungiert hierbei nicht nur als Basis für Agrarchemikalien, sondern ist ein kritischer Bestandteil in der Halbleiterfertigung sowie in modernen Lithium-Ionen-Batterien für Waffensysteme. Die Verordnung stellt explizit fest, dass die Abhängigkeit von Importen - jährlich werden mehr als 6.000.000 Kilogramm elementarer Phosphor eingeführt - eine Sicherheitslücke darstellt.

Protektionismus als Schutzschild für Bayer

Für den Leverkusener DAX-Konzern Bayer markiert dieses Dekret einen Wendepunkt in der US-Strategie. In der Präsidialverfügung wird hervorgehoben, dass es in den USA nur einen einzigen nennenswerten Produzenten von elementarem Phosphor und Glyphosat gebe, dessen Fortbestand für die nationale Sicherheit "zentral" sei. Damit bezieht sich das Dokument indirekt auf die Kapazitäten von Monsanto (Bayer), die Minen in Soda Springs (Idaho) sowie Produktionsstätten in Iowa und Louisiana betreiben. "Der Landwirtschaftsminister stellt sicher, dass keine Anordnung oder Regulierung unter diesem Abschnitt die wirtschaftliche Rentabilität eines inländischen Produzenten gefährdet", heißt es in der Anweisung von Donald Trump an das US-Landwirtschaftsministerium. Damit erhält Bayer de facto eine Bestandsgarantie für seine umstrittene Kernsparte im US-Markt.

Ein Bayer-Sprecher sagte, die Verordnung betone "die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben". Man werde der Verordnung Folge leisten.

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Diese politische Flankierung erfolgt zu einem strategisch kritischen Zeitpunkt, da Bayer zeitgleich einen umfassenden Sammelvergleich zur Beilegung der jahrelangen Roundup-Rechtsstreitigkeiten in den USA vorangetrieben hat. Berichten zufolge sieht ein neuer Vorschlag Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von 21 Jahren vor, um die Rechtsrisiken für die Tochter Monsanto final zu decken. Donald Trump betonte in seiner Begründung zur Executive Order: "Der Mangel an Zugang zu Glyphosat-basierten Herbiziden würde die landwirtschaftliche Produktivität kritisch gefährden und den Druck auf das heimische Nahrungsmittelsystem erhöhen." Diese offizielle Anerkennung als "unverzichtbares Werkzeug" der Nation könnte die rechtliche Position des Konzerns in zukünftigen Verfahren und vor dem Supreme Court massiv stärken.

Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den Wirkstoff, der in Roundup enthalten ist, 2015 als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft; andere Einrichtungen der WHO waren anderer Ansicht, und auch europäische Einrichtungen folgten dieser kritischen Einstufung nicht. Bayer hat den Verdacht stets zurückgewiesen, dass Glyphosat krebserregend sei. "Glyphosat ist ein sicheres und wichtiges Werkzeug für Landwirte in den USA und überall auf der Welt", sagte Bayer-Chef Bill Anderson kürzlich. Diese "Wahrheit" hätten Wissenschaftler und Aufsichtsbehörden international bestätigt.

Keine negativen Folgen für künftige Produzenten

Der Verordnung zufolge soll Unternehmen zugesichert werden, dass ihnen aus der Produktion keine negativen Folgen entstehen. Konkret heißt es: "Dementsprechend stellt der (Landwirtschafts-) Minister sicher, dass keine gemäß diesem Abschnitt erlassene Anordnung, Vorschrift oder Verordnung die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von elementarem Phosphat oder Herbiziden auf Glyphosatbasis gefährdet."

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Elementares Phosphat sei auch ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Herbiziden auf Glyphosatbasis. Diese spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Vorsprungs der USA, indem sie es Landwirten ermöglichten, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu produzieren, heißt es weiter.

Bayer-Aktienreaktion: Volatilität nach dem Befreiungsschlag

Die Bayer-Aktie kann am Donnerstag von den neuen Entwicklungen nicht profitieren. Nachdem das Papier im XETRA-Handel am Dienstag zeitweise um über sieben Prozent zulegte und ein neues 52-Wochen-Hoch markierte, setzte am Mittwoch ein Abverkauf (-7 Prozent) ein. Auf XETRA schwankte die Aktie am Donnerstag zwischen Gewinnen und Verlusten und notierte letztlich bei 45,58 Euro, was einem Minus von 0,51 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss entspricht. Marktbeobachter sprachen von einem "politisch induzierten Aufwind", warnen jedoch davor, dass die Genehmigung des Vergleichs durch das Gericht in St. Louis noch aussteht.

Redaktion finanzen.net / WASHINGTON (dpa-AFX)

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