10.04.2018 21:33

SolarCity dürfte für Tesla schon bald zum Problem werden

Belastungsfaktor: SolarCity dürfte für Tesla schon bald zum Problem werden | Nachricht | finanzen.net
Belastungsfaktor
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Der Elektroautokonzern Tesla bekommt seine Produktionsprobleme beim Hoffnungsträger Model 3 nur langsam in den Griff. Und je länger es dauert, in den Fabriken volle Auslastung zu fahren, umso kritischer wird die Finanzlage des Unternehmens. Der größte Zukauf der Konzerngeschichte vor 16 Monaten verschärft die Situation zusätzlich.
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Rund 2,6 Milliarden Dollar hat Tesla-Chef Elon Musk 2016 auf den Tisch gelegt, um sich die Ökostromfirma SolarCity einzuverleiben. Der Deal, von Musk als No-Brainer bezeichnet, war unter Aktionären und Tesla-Investoren nicht ganz unumstritten. Denn SolarCity war zwar ein Baustein im Plan von Musk, aus Tesla einen vollintegrierten Gesamtkonzern zu schaffen, der Kunden vom Fahrzeug über Haushaltsbatterien bis hin zu Solarzellen auf dem eigenen Hausdach alles aus einer Hand anbietet. Doch Kritiker witterten auch Vetternwirtschaft - schließlich sind die beiden Gründer von SolarCity, die Brüder Lyndon und Peter Rive, Cousins von Tesla-Chef Elon Musk.

Massive Belastung für die Tesla-Bilanz

Doch dies wäre Aktionären und Geldgebern möglicherweise weniger sauer aufgestoßen, wenn die Geschäfte bei SolarCity besser laufen würden, als sie es tun. Seit der Übernahme schleppt SolarCity eine große Schuldenlast von fast drei Milliarden US-Dollar mit sich herum, die nun zum Problem für Tesla werden könnte. Denn ein Teil der Verbindlichkeiten wird in Kürze fällig - ein denkbar schlechter Zeitpunkt für das Tesla-Management, das derzeit jeden Dollar in die Model 3-Produktion steckt.

Zwar hat das Energiespeichergeschäft von Tesla seit der Übernahme kräftig zugelegt und das Unternehmen hatte sich erst kürzlich positiv darüber geäußert, wo die Wachstumsaussichten des Geschäftsbereiches anzusiedeln sind, doch unter dem Strich wirkt sich das Geschäft von SolarCity nicht positiv auf die Tesla-Bilanz aus.

Das wird für Tesla nicht nur auf Bilanzseite zum Problem: Der Konzern dürfte sich angesichts des Solar-Sorgenkindes auch schwertun, Geldgeber zu finden, die bereit sind, frisches Geld in den Elektroautobauer zu investieren. Diese Sorge teilt offenbar auch die Ratingagentur Moody's, die Tesla Ende März abgestuft und dies mit der finanziellen Situation des Unternehmens begründet hatte. Die Experten fürchten, dass die Geldverbrennungsmaschine Tesla schon bald Geld aufnehmen müsse, um seinen Cashbedarf zu decken und das erwartete Expansionstempo aufrecht erhalten zu können.

SolarCity macht die Schieflage schlimmer

SolarCity ist Experten zufolge nicht die Ursache für Teslas Cash-Problem, aber das Unternehmen macht mit seiner hohen Schuldenlast die Lage für Elon Musks Konzern nicht gerade leichter. Denn die Schuldenlast von SolarCity findet sich in der Tesla-Bilanz und hat damit Auswirkungen auf das Konzernrating und die Konditionen, zu denen sich Tesla mit frischem Kapital eindecken kann. Zwar hätte Tesla auch ohne das Solargeschäft einen hohen Verschuldungsgrad, das Rating für den Elektroautokonzern dürfte allerdings exklusive SolarCity deutlich besser ausfallen.

Kommt die Kapitalerhöhung bei Tesla?

Angesichts der zunehmend kritischer werdenden Finanzlage werden Gerüchte um eine möglicherweise notwendige Kapitalerhöhung bei Tesla wieder lauter, auch wenn Musk selbst dies - zumindest für das laufende Geschäftsjahr - dementiert. Doch die "Produktionshölle" bei Teslas Massenmarktfahrzeug Model 3 ist noch nicht überwunden, noch immer liegen die Produktionszahlen unter den vom Konzernchef ausgegeben Zielvorgaben.

Hinzu kommen mögliche Belastungen, die infolge von Trumps Handelsstreit mit China direkt auf das Tesla-Geschäft durchschlagen könnten: Denn mögliche Importzölle auf US-Automobile würden den US-Konzern, der noch keine Produktionsstätte in China besitzt, empfindlich treffen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen und der Finanzlage von Tesla sehen die Experten der US-Investmentbank Morgan Stanley eine Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar durchaus als realistische Option. Schon im dritten Quartal rechnen die Investmentbanker angesichts der durchaus optimistischen Produktions- und Auslieferungsziele von Tesla damit, dass der Konzern diese Option ziehen wird.

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