04.07.2013 03:00

Ausblick 2038: DAX bei 60.000 Punkten

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700 Prozent Kursgewinn in 25 Jahren haben Anleger mit dem Deutschen Aktienindex erzielt. €uro am Sonntag blickt in die Zukunft, erklärt Trends von morgen und wie weit die Kurse steigen können.
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€uro am Sonntag
von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Hongkong im Juli 2038. Erstmals hält Adidas seine Hauptversammlung in der neuen Firmenzentrale ab. Ein mit Solarzellen verspiegelter Wolkenkratzer. Auf dem Dach — ein kleiner Fitnesspark mit Grünanlage. Extra für das Aktionärstreffen sind dort Stühle aufgestellt und ein Podium errichtet worden. Die Luft ist klar, die Temperatur liegt bei angenehmen 22 Grad.

Vorstandschefin Zhang Min, die erste Chinesin an der Spitze eines DAX-Konzerns, begrüßt die Gäste in fast akzentfreiem Deutsch. Die neuesten Statistiken zu Umsatz und Gewinn projiziert sie durch einen hand­flächengroßen Computer im Ärmel ihres Businessanzugs in die Luft. Eigentlich ist es eher ein Jogginganzug, aber im Jahr 2038 wollen Manager dynamisch wirken. Außerdem hat das Material Vorzüge: Der Stoff reguliert das Klima direkt an der Haut, zeichnet alle Körperfunktionen auf. Per Knopfdruck lässt sich die Farbe ändern. Als Min sich nach ihrer Rede unter die Aktionäre mischt, wechselt sie vom förmlichen Schwarz zu einem geselligen Orange. Jetzt sind auch die drei Streifen, das Markenzeichen von Adidas, auf den Ärmeln sichtbar.

In Frankfurt, sechs Flugstunden entfernt von Hongkong, wird ge­feiert: das Jubiläum des DAX. Die Deutsche Börse hat die alte Kurs­tafel aus dem Keller geholt, die im modernen Internethandel überflüssig geworden ist. Im ehemaligen Börsensaal gibt es alkoholfreien Sekt und Fruchtcocktails. Draußen auf den Gängen riecht es leicht süßlich. Marihuana ist seit einem Volksentscheid in der Europäischen Union ­legal, auf offiziellen Anlässen aber nicht so gern gesehen.

Genau 50 Jahre gibt es den DAX — noch immer ist er das beliebteste Anlageprodukt der deutschen Privatanleger. Beim Thema Geldanlage setzt man halt auf Vertrautes: den Medienkonzern Deutsche Telekom, die Fluggesellschaft Turkish Lufthansa, den Stromriesen Rewon. Die Mobilitätskonzerne Volkswagen und BMW sind laut einer aktuellen Umfrage am häufigsten in den Depots der Deutschen vertreten.

Globale Revolution
Zurück ins Jahr 2013: Am 1. Juli wird der Deutschen Aktienindex 25 Jahre alt. „Als im Jahr 1988 der DAX bei 1.000 Zählern gestartet ist, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass er 25 Jahre später bei 8.000 Punkten steht“, blickt die DekaBank zurück. Die ersten zwölf Jahre ging der Kurs fast ohne Knick nach oben. Danach wurde es turbulent. Tief hat sich der Jahrtausendcrash in das Bewusstsein eingegraben, als die Aktien in den Jahren 2000 bis 2003 um mehr als 70 Prozent einbrachen.

Hinter den hektischen Ausschlägen des DAX stehen reale Werte: die Wirtschaftskraft der 30 größten ­ börsennotierten Unternehmen aus Deutschland. Allein jene zwölf Gründungsmitglieder, die bis heute dem Index angehören, haben ihren Nettogewinn nach Berechnung dieser Zeitung innerhalb von 25 Jahren verzehnfacht. Viele Faktoren haben das möglich gemacht. Einer sticht hervor — die Expansion in neue Länder.

Siemens erzielte im Gründungsjahr des DAX etwas mehr als die Hälfte des Umsatzes im damals noch geteilten Deutschland. Seitdem haben sich die Gewichte massiv verschoben: Deutschland macht nur noch knapp 15 Prozent aus, das außereuropäische Geschäft ist auf fast 50 Prozent gewachsen. Siemens hat sich, wie fast alle DAX-Konzerne, von einem deutschen Unternehmen zu einem Weltkonzern gewandelt.

Der Aufstieg der Schwellenländer dürfte auch in den kommenden 25 Jahren wichtiger Wachstumstreiber bleiben. Die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers prognostiziert, dass die aufstrebenden Länder von 2011 bis 2050 ihre Wirtschaftskraft im Jahresschnitt um vier Prozent oder mehr steigern, die fortgeschrittenen Staaten um etwa zwei Prozent. Dadurch werden sich die Kräfteverhältnisse deutlich verschieben: China könne die USA im Jahr 2027 als größte Wirtschaft der Welt ablösen, Indien bis 2050 zur drittgrößten Kraft aufsteigen.

Die Unternehmen haben diesen Trend erkannt und verschärfen das Tempo. Die aufstrebenden Märkte sind längst mehr als bloße Absatzmärkte und Produktionsstätten: BASF plant, bis zum Ende des Jahrzehnts rund ein Viertel seiner weltweiten Forschung in der Region Asien-Pazifik zu betreiben. Neben China rücken kleinere Märkte in den Fokus. BASF hat die Mongolei, Laos, Myanmar und Kambodscha als besonders attraktiv ausgemacht.

Die Globalisierung ist ein Mega­trend. Der stark strapazierte Begriff Megatrend beschreibt eine Entwicklung, die langfristig wirkt, viele Bereiche der Lebenswelt des Menschen erfasst und sich trotz Rückschlägen nicht aufhalten lässt. Der Zukunftsforscher Matthias Horx („Das Prinzip Megatrend“) hat fünf besonders wichtige ausgemacht: die Globalisierung, der wachsende Einfluss der Frauen, die Individualisierung, die Al­terung der Gesellschaft und das Wachstum der Städte.

Visionen und Wirklichkeit
Megatrends sind fester Bestandteil in der Selbstdarstellung der Unternehmen. Jeder sieht sich als Gewinner — nicht immer spiegelt sich das im Aktienkurs wider. Der Dünge­mittelhersteller K + S ist so ein Fall. Mit wachsender Weltbevölkerung steigt die Nachfrage nach Lebensmitteln. Um den Bedarf zu bedienen, müsse die landwirtschaftliche Produktion bis zum Jahr 2050 um 70 Prozent steigen, rechnet K + S vor und verweist auf seine eigenen Produkte — mineralische Düngemittel.

Die Aktie von K + S gehört dennoch seit Längerem zu den schlechtesten Titeln im DAX. Denn die meisten Börsianer schauen maximal ein Jahr nach vorn. In diesem Zeitfenster kämpft K + S mit sinkenden Kalipreisen und hohen Investitionskosten.

Auch die Fluggesellschaften sollten vom wachsenden Welthandel profitieren. Bislang überwiegen strukturelle Probleme: chronische Überkapazitäten und hohe Betriebskosten. Immer wieder gibt es Spekulationen, dass die Lufthansa eine enge Kooperation mit der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines eingeht. Gemeinsam könnte man Kosten sparen und sich auf den Strecken nach Asien besser gegen die aggressive Konkurrenz aus der arabischen Welt behaupten.

Niemand weiß, wie die Welt des Jahres 2038 aussehen wird. Es gibt aber einige Wegweiser. Die Alterung der Gesellschaft lässt sich mathematisch relativ präzise voraussagen: Wenn die Zahl der Geburten zurückgeht, hat das langfristig Auswirkungen auf die Altersstruktur. Zugleich sind viele Krankheiten, die im vergangenen Jahrhundert Menschen töteten, ausgerottet oder durch Medikamente kontrollierbar. Der Anteil der Rentner nimmt nicht nur in Industrienationen wie Deutschland zu. „Auch Asien wird altern. Das wird eine gesellschaftliche Verän­derung mit sich bringen, durch die Produkte und Dienstleistungen gerade für ältere Menschen immer wichtiger werden“, erklärt Peter Reichel, Leiter Private Vermögensverwaltung bei Berenberg.

Alte Menschen wollen fit bleiben — davon profitieren Hersteller von Sportartikeln. Kosmetikkonzerne wie Beiersdorf (Nivea) versprechen Cremes, die den Alterungsprozess der Haut aufhalten. Pharmakonzerne erhoffen sich besonders hohe Erträge mit Medikamenten, die chronische Krankheiten behandeln und mit steigender Lebenserwartung der Patienten länger gebraucht werden.

In der Automobilindustrie werden viele Visionen bereits Wirklichkeit: Neue Modelle sind mit Sensoren ausgestattet, die den Verkehr beobachten, Straßenschilder erkennen und Alarm schlagen, wenn das Auto die Fahrspur zu verlassen droht. Zusätzliche Akzente setzt BMW: Die neue Modellreihe i3 wird mit Elektromotor angetrieben, hat eine mit Karbon verstärkte Karosserie: „Das Auto der Zukunft bewegt sich autonom und emissionsfrei. Sie lesen während der Fahrt Zeitung und kommen sicher ans Ziel“, beschreibt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center das Fahrvergnügen der Zukunft.

Neue Allianzen
Die Megatrends werden auch das Gesicht des DAX verändern. Viele der aktuellen Mitglieder wird es im Jahr 2038 nicht mehr geben. Von den Gründungsmitgliedern ist bereits jetzt knapp die Hälfte vom Kurszettel verschwunden. Die meisten wurden von Konkurrenten aufgekauft.

Besonders gefährdet sind Konglomerate — Konzerne, die aus vonei­nander unabhängigen Geschäftsbereichen bestehen. Bayer etwa könnte mit seinen drei Sparten Pharma, Kunststoff und Pflanzenschutz leicht unter mehreren Käufern aufgeteilt werden.

Selbst ein DAX-Titan wie Siemens könnte in Bedrängnis geraten. Die vier Säulen Energie, Gesundheit, Industrie und Infrastruktur würden losgelöst von der Bürokratie eines Großkonzerns womöglich bessere Ergebnisse erzielen.

Die Versorger RWE und Eon decken ein für jede Wirtschaft lebenswichtiges Geschäftsfeld ab, leiden aber unter enormem Kostendruck. Ausweg könnte eine Fusion der beiden sein. Es wäre nicht die erste dieser Art im DAX: Eon ist einst aus dem Zusammenschluss von Viag und Veba entstanden.

Andere Konzerne werden über­raschen. Wer hätte 1988 geglaubt, dass sich der Industriekonzern Preussag unter dem Namen TUI auf Tourismus konzentrieren würde? Kreativität könnte die Deutsche Telekom gebrauchen. Der Ex-Mono­polist bewegt sich in einem zukunftsträchtigen Markt, leidet aber unter hartem Konkurrenzdruck. Ein möglicher Ausweg wäre etwa die Übernahme eines Fernsehsenders, dessen An­gebot über das Kabelnetz exklusiv an Kunden der Telekom ausgestrahlt wird.

Kleinere DAX-Mitglieder wie Lanxess, K + S oder Infineon werden durch Nachrücker bedroht. Heute noch kleine Firmen könnten an Bedeutung gewinnen. Morphosys etwa ist mit einem Wert von 980 Millionen Euro weit von einer DAX-Mitgliedschaft entfernt. Die Biotechfirma hat aber mehr als 70 Kandidaten für neue Medikamente in der Entwicklung — jeder Erfolg wird den Marktwert des Unternehmens steigern. Auch der Roboterhersteller Kuka oder der Diagnostikspezialist Qiagen könnten, getragen von Mega­trends und technologischen Innovationen, zu DAX-Kandidaten werden.

Im Technologiesegment ist der DAX gemessen an den US-Indizes schwach aufgestellt. Wie schnell aber neue Giganten entstehen können, wie sogar eine ganz neue Technologie unser Leben beeinflussen kann, das haben in den vergangenen 25 Jahren das Internet und Konzerne wie Google oder Facebook gezeigt. Der Gründer eines deutschen Techriesen des Jahres 2038 könnte heute noch in den Kindergarten gehen.

Die Kursziele der Profis
Die für Anleger wichtigste Frage: Wo wird der DAX in 25 Jahren stehen? €uro am Sonntag hat Banken und Investmenthäuser nach ihrer Prognose für das Jahr 2038 gefragt. Einige haben dankend auf eine Antwort verzichtet. Die meisten aber haben geantwortet, natürlich mit dem Hinweis, dass eine so weit in die Zukunft reichende Voraussage unter großem Vorbehalt stehe.

Die optimistischste Marke für den DAX reicht bis 60.000 Punkte. Im Schnitt sehen die Profis den Deutschen Aktienindex zum 50-jährigen Jubiläum bei 36.000 Punkten.
Basis der Prognosen sind ma­thematische Hochrechnungen. Das Bankhaus Donner & Reuschel geht in seiner Projektion davon aus, dass der Index wie in den ersten 25 Jahren im Schnitt um über acht Prozent zulegen kann. Demnach wäre bis zum Jahr 2038 ein Stand zwischen 55.000 und 60.000 Punkten drin.

Deutlich vorsichtiger ist das Rechenmodell der Commerzbank. Dort sieht man den DAX eher in der Region von 25.000 bis 30.000 Punkten. Chefvolkswirt Jörg Krämer erwartet, dass die Unternehmen vor allem in Europa und den USA schwächer wachsen als in den 1990er-Jahren. Krämer geht nur von einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 4,5 bis 5,5 Prozent aus. Die Differenz zu jenen acht Prozent, die Donner & Reuschel als jährliche Steigerungsrate ansetzen, summiert sich über den Zeitraum von 25 Jahren zu einem fünfstelligen Unterschied in der Kursprognose.

Natürlich kann alles ganz anders kommen. Strategische Fehlentscheidungen von Unternehmen können dramatische Folgen haben. „Der Produktzyklus in der Automobil­industrie dauert zehn Jahre. Wenn ein Hersteller einen wichtigen Trend verschläft, lässt sich das nicht auf die Schnelle korrigieren. General Motors ist zwischendurch sogar vom Weltmarktführer zum Sanierungsfall geworden“, erklärt Autoexperte Dudenhöffer.

Entwicklungssprünge können eine ganze Branche durcheinanderwirbeln. Ein Heilmittel gegen Krebs wäre für etliche Pharmakonzerne eine wirtschaftliche Katastrophe, da die meisten Krebsmedikamente überflüssig würden. Am schwersten würden Megakatastrophen belasten — Terroranschläge mit biologischen Kampfstoffen, ein Atomkrieg im Nahen Osten, eine globale Virusepidemie, der Einschlag eines Asteroiden.

Börsianer aber sind meist optimistische Gemüter. Die Geschichte des DAX lehrt: Schwere Krisen sind langfristig Kaufgelegenheiten.




































Turbulenzen nach der Party

von Stephan Bauer, Euro am Sonntag

Fast scheint es, als wolle der DAX zum Jubiläum zeigen, wie quicklebendig er mit 25 Jahren noch ist. Erst Ende Mai hatte der deutsche Leitindex mit 8.544 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte markiert. Kurz vor dem Jahrestag dann das: Panik, Ausverkauf. Den Auslöser lieferte Ben Bernanke: Der Chef der amerikanischen Zen­tralbank hatte die künftige US-Geldpolitik unerwartet detailliert skizziert. Der Kern: Erholt sich die US-Wirtschaft weiter wie bisher, dürfte es 2015 die erste Zinserhöhung seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2006 geben.

So mancher Investmentprofi in Frankfurt hadert mit dem US-Notenbankchef. „Es macht ja vielleicht Sinn, den Börsen einen Dämpfer zu verpassen, damit der Aktienmarkt nicht allzu stark der Realwirtschaft davongaloppiert. Aber das ist ein ­gefährliches Spiel“, sagt Robert Halver, Kapitalanlagestratege der Baader Bank. Die Bauchschmerzen sind verständlich: Nicht nur der DAX hat gegenüber dem Rekordhoch zwischenzeitlich rund zwölf Prozent eingebüßt. Auch an der Wall Street ging es kräftig runter.

Hinzu kommt, dass sich die Lage in China, einem der wichtigsten deutschen Exportmärkte, eintrübt. Chinas Währungshüter bekämpfen die exzessive Kreditvergabe im Schattenbankensystem. Diese neue Politik könnte das Wirtschaftswachstum bremsen.

Stimmung Ende Juni frostig
Die gute Stimmung aus dem Mai ist verschwunden und hat großer Verunsicherung Platz gemacht. Die bange Frage der Börsianer lautet: Geht der Ausverkauf weiter?
€uro am Sonntag hat dazu Aktien­strategen von 16 Banken befragt. Das Ergebnis: Trotz der jüngsten Turbulenzen fallen die Prognosen für das zweite Halbjahr vergleichsweise optimistisch aus. Im Schnitt erwarten die Experten einen DAX-Jahresendstand von 8.494 Punkten. Das wäre ein Aufwärtspotenzial von immerhin rund sechs Prozent bis Ende Dezember.

Mit 7.800 Punkten liefert die Schweizer UBS die pessimistischste Prognose. Die Deutsche Bank sieht den Leitindex am Jahresende hingegen bei 9.000 Punkten. Die Experten zeigen sich insgesamt von den Ankündigungen der Fed keineswegs geschockt. „Die Äußerungen kamen in ihrer Deutlichkeit vielleicht überraschend. Allerdings war zu erwarten, dass die Fed ihre expansive Geldpolitik zurückfahren wird“, sagt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank.

Runter von der Droge
Die schiere Geldflut der Notenbanken ließ Aktien über längere Zeit steigen, da es Anlegern an renditeträchtigen Anlagealternativen mangelte. Paradox: Die Kurse stiegen bei schlechten Konjunkturnachrichten. Denn damit, so die Logik der Börsianer, werde ein Ende der Barmittelschwemme ja unwahrscheinlicher.

„Bernanke hat klargemacht, dass es nicht die Aufgabe der US-Notenbank ist, den Markt für alle Zeiten mit Geld zu fluten“, sagt Martin Lück, Chefvolkswirt bei UBS Deutschland. Die Entwöhnung von der Droge muss die Börse aber erst noch vollziehen. „Dann werden gute Konjunkturdaten wieder positiv gesehen werden“, sagt der Experte. Bis dahin, so Lück, könne es weiter runtergehen, ein zusätzlicher Abschlag von zehn Prozent sei möglich.

Später im zweiten Halbjahr er­warten auch die Pessimisten wieder eine Belebung, der Zündfunke soll dabei insbesondere von der Konjunktur in Europa kommen. „In der Eurozone zeichnet sich ein Wendepunkt der wirtschaftlichen Entwicklung ab“, sagt Emmanuel Cau, Aktienstratege bei JP Morgan.

Die deutsche Wirtschaft bleibt hier in der Führungsrolle. Das Konsumklima ist laut aktuellen Daten der Konsumforscher von der GfK auf dem höchsten Stand seit 2007. Der Ifo-Geschäftsklimaindex deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft die Schwäche des Winterhalbjahres überwunden hat. „Wir könnten uns sogar eine positive Überraschung beim deutschen BIP für das zweite Quartal vorstellen“, sagt Deutsche-Bank-Experte Stephan.
Auch die US-Wirtschaft hat offensichtlich die Krise hinter sich gelassen. Zuletzt stieg etwa der weithin beachtete Index der Philadelphia Fed, ein Frühindikator, auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Konsumenten kaufen wieder, der Immobilienmarkt hat sich erholt. Im Juni wurden so viele Häuser verkauft wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Europa schafft die Wende, die USA erholen sich weiter — das hilft vielen DAX-Unternehmen. Zumal die absehbare Zinswende in den USA den Dollar stärkt, was in aller Regel deutsche Exporte beflügelt.

Gewinnerwartungen steigen
Analysten passen gerade ihre Gewinnerwartungen an die sich aufhellende konjunkturelle Lage an. Bis vor Kurzem seien die Gewinnerwartungen noch gesunken, jetzt stiegen sie wieder, berichtet Deutsche-Bank-Stratege Stephan. Steigende Gewinnschätzungen und sinkende Kurse aber machen den DAX günstiger. Die Bewertung der 30 deutschen Großkonzerne war moderat, jetzt ist sie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2013 unter zwölf günstig — historisch lag sie im Schnitt bei 15.

Der DAX bleibt für Anleger also attraktiv. Spannend wird es allerdings bei Unternehmen, die stark vom Aufschwung in Fernost profitieren — wie etwa die Autowerte BMW, Daimler oder Volkswagen. Gleiches gilt für Autozulieferer wie Continental oder auch Lanxess. Der Spezialchemiewert kam zuletzt unter Druck — erholte sich dann aber deutlich. Die Schwankungen könnten einen Vorgeschmack auf die Kursbewegungen konjunkturabhängiger Aktien in den kommenden Wochen geben.

China darf nicht kippen, das Wachstum also nicht viel stärker abnehmen als erwartet: Das ist die größte Sorge der Börsianer. Allerdings herrscht die Meinung vor, dass Chinas Zentralbank nach einer Anpassungsphase die Probleme in den Griff bekommen wird.

Vorsichtige Anleger setzen gleichwohl auf konjunkturresistente Werte. Beispiele hierfür sind neben dem Pharmawert Bayer der Gesundheitsdienstleister Fresenius und dessen Dialysetochter FMC. Diese Unternehmen haben stabile Mittelzuflüsse und ein starkes US-Geschäft.
Die Favoriten der Redaktion (pdf)

Investor-Info

Comstage ETF Dax Tr
Einmal den ganzen Index

Wer komfortabel und günstig in alle 30 deutschen Standardwerte investieren möchte, sollte am besten zu einem börsengehandelten Indexfonds, kurz ETF, greifen. Ein solches Papier vollzieht die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index möglichst genau nach. So auch das Produkt von Comstage. Es bezieht sich auf den DAX-Performance-Index. Im Unterschied zum Kursindex werden dort die Dividenden reinvestiert und bei der Wertentwicklung berücksichtigt. Das ist ebenso positiv für Anleger wie die geringe Kostenbelastung bei diesem ETF von jährlich nur 0,12 Prozent.

DWS Deutschland
Bluechips und mehr

Viele Fonds in Deutschland messen sich mittlerweile mit dem DAX. Doch die allermeisten beschränken sich nicht nur auf dessen 30 Titel. Denn nur durch die Beimischung von Nebenwerten ist der Standardindex auf lange Sicht zu schlagen. So scheut auch DWS-Manager Tim Albrecht den Einstieg bei kleineren Unternehmen nicht. Insgesamt machen Aktien außerhalb des DAX rund ein Viertel seines Portfolios aus. Albrecht setzt bevorzugt auf exportlastige Unternehmen, mit denen er von der Globalisierung und dem Aufstieg der Schwellenländer profitieren kann. Das Rezept geht auf, wie die langfristig hervorragende Wertentwicklung zeigt.

GS & P Deutschland aktiv
Deutscher Aktienmix

Beim Fonds der Anlagegesellschaft Grossbötzl, Schmitz & Partner stellen Schwergewichte aus dem DAX, mittelgroße Unternehmen und kleine Firmen jeweils ein Drittel des Portfolios. Manager Harald Berres kämmt mit einer hauseigenen Analysesoftware den gesamten deutschen Aktienmarkt durch. Unter anderem achtet er auf die Ertragsstärke und die Bilanzqualität der Unternehmen. Aus den Titeln, die das Programm ermittelt, wählt er die 25 aussichtsreichsten aus. Diese gewichtet er in seinem Fonds in der Regel gleich. Zudem nutzt er eine Absicherungsstrategie, um in Schwächephasen die Verluste zu begrenzen. Der Lohn: ein hervorragendes Rendite-Risiko-Profil und FondsNote 1.

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