04.01.2016 16:50

Netflix: Der Superheld der amerikanischen Börse

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Die Aktie der Internetvideothek Netflix war 2015 der Topwert in den USA. Warum sich der Kurs mehr als verdoppelt hat, warum es noch weiter nach oben gehen kann.
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von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Ein Superheld der anderen Art: Jessica Jones hat übermenschliche Kräfte, aber auch jede Menge Probleme. Sie trinkt zu viel, leidet unter Panikattacken und ist chronisch pleite. Ihre wichtigste Aufgabe: Abonnenten für die Internetvideothek Netflix gewinnen.


Die TV-Serie mit dem Hauptcharakter Jessica Jones ist eine der neuesten Eigenproduktionen von Netflix. Die Techfirma aus Kalifornien lehrt die großen Medienkonzerne der Welt das Fürchten und begeistert Börsianer. 2015 war Netflix mit mehr als 140 Prozent Zuwachs auf Dollarbasis bester Wert im amerikanischen Index S & P 500.


Netflix ist ein Zerstörer. Ein Unternehmen, das eine ganze Branche auf den Kopf stellt. Über das Internet bietet die Firma neben dem Standardprogramm auch selbst produzierte Fernsehserien an. Alle Folgen werden auf einen Schlag veröffentlicht. Echte Fans müssen also nicht eine quälend lange Woche auf die Fortsetzung warten. Die Abogebühren sind niedriger als die Pakete der Kabelnetzbetreiber und Pay-TV-Sender. Über das Internet können Netflix-Kunden das Programm auch auf Tablet oder Handy anschauen und das zu jedem beliebigen Zeitpunkt.

Dank spektakulärer Serien wie dem Politdrama "House of Cards" hat Netflix weltweit inzwischen rund 70 Millionen Kunden. In den wichtigsten Ländern Europas ist die Internetvideothek bereits geöffnet, auch in Japan und Australien. Im neuen Jahr sollen unter anderen Südkorea, Hongkong, Singapur und Taiwan dazukommen. Ende 2016 will Netflix Kunden in 200 Märkten rund um den Globus versorgen.

Die Expansion kostet Geld. Neben dem Aufbau der Infrastruktur muss Netflix in neue ­Inhalte investieren. Die Zahl der selbst produzierten Sendungen soll von 16 auf 31 steigen. Zusätzlich sind zehn Filme in Arbeit. Das ist wichtig, um die Abonnenten bei Laune zu halten und sich von der wachsenden Zahl an Konkurrenten wie Amazon und Hulu abzuheben. Je teurer die Produktionen werden, desto größer ist das finanzielle Risiko. Bislang hat Netflix ein gutes Gespür bewiesen. Das liegt auch daran, dass die Firma anhand ihrer Kundenstatistik einschätzen kann, welche Themen und Schauspieler gefragt sind.

Aus Sicht eines Aktionärs ­zunächst abschreckend ist der hohe Börsenwert von Netflix. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Aktie liegt deutlich im dreistelligen Bereich. Ein so hoher Wert aber ist unter jungen Techfirmen nicht ungewöhnlich. Derzeit liegt der Fokus von Netflix auf Expansion - Kundenwachstum und Kosten sind aus Sicht der Wall Street die wichtigsten Kennziffern.

Schon jetzt profitabel ist Netflix in den USA. Dort haben 43 Millionen Kunden das Programm abonniert. Die operative Marge im Heimatland lag im dritten Quartal bei mehr als 30 Prozent. International macht Netflix bei zuletzt 26 Millionen Kunden Verlust, sollte dort mit wachsender Kundenzahl aber ähnlich profitabel werden wie in den USA. Der Gesamtgewinn wird nach Hochrechnung der Analysten steigen. Die Beschleunigung soll 2017 nach Abschluss der internationalen Expansion kommen. Dann fallen die Anlaufkosten weg. Außerdem steigt die Profitabilität stark an, wenn eine kritische Größe überschritten wird.

Für das Jahr 2015 erwarten die Börsenprofis bei Netflix einen Nettogewinn von 94 Millionen Dollar. Bis 2018 soll dieser Wert erstmals über eine Milliarde Dollar steigen. Die Aktie ist riskant, hat aber noch immer Potenzial.
Bildquellen: Netflix

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20.10.2021Netflix NeutralGoldman Sachs Group Inc.
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