Führungsgremium

Lufthansa-Aktie tiefrot: Lufthansa wechselt nahezu kompletten Vorstand aus - Kabinenpersonal vor Streik

23.02.24 17:57 Uhr

Lufthansa-Aktie tiefrot: Vier von sechs Vorständen verlassen den Konzern gleichzeitig - Neuer Streik voraus | finanzen.net

Bei der Deutschen Lufthansa wird nahezu die komplette Führung ausgewechselt.

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Gleich vier der sechs Vorstände verlassen den Konzern nahezu gleichzeitig. Zudem streicht der Aufsichtsrat einen Vorstandsposten ganz. Nur der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr und der bisherige Personalvorstand Michael Niggemann bleiben.

Die Lufthansa teilte die Umstrukturierung des Vorstands am Donnerstagabend mit. Ab dem 1. Juli habe das Lufthansa-Führungsgremium nur noch fünf statt wie bisher sechs Mitglieder. Die Umstrukturierung falle mit dem Ausscheiden von vier Vorstandsmitgliedern zeitlich zusammen.

Turnusgemäß enden demnach die Amtszeiten von Harry Hohmeister, Vorstand "Globale Märkte und Netzmanagement", und Detlef Kayser, Vorstand "Flotte und Technologie" jeweils Ende Juni. Zudem scheiden den Angaben zufolge Ende Juni Christina Foerster, Ressortchefin "Markenführung und Nachhaltigkeit", und Finanzvorstand Remco Steenbergen Anfang Mai "im beiderseitigen Einvernehmen" aus. Michael Niggemann, Vorstand für Personal und Infrastruktur, werde dann neben seinen bisherigen Aufgaben kommissarisch das Finanzressort übernehmen, bis das Amt neu besetzt ist.

Das Ausmaß der Veränderungen dürfte für Stirnrunzeln sorgen und womöglich Bedenken hinsichtlich der Risiken aufkommen lassen, die durch die Wechsel entstehen könnten, kommentierte RBC-Analyst Ruairi Cullinane. Die meiste Aufmerksamkeit komme dabei dem Abschied von Finanzchef Steenbergen zu, schrieb Analyst Harry Gowers von der US-Bank JPMorgan. Steenbergen habe sehr gute Arbeit geleistet, indem er die Bilanz konsolidiert, die Kostenbasis restrukturiert und die Lufthansa dann aus der Pandemie herausgeführt habe. Die finanzielle Strategie werde nun unklarer.

"Nach erfolgreicher Bewältigung der Corona-Krise, der anschließenden Erholung des Luftverkehrs und dem wirtschaftlichen Turnaround startet die Lufthansa Group mit einer Neuausrichtung des Vorstands in die nächste Phase ihrer Unternehmensentwicklung", hieß es in der Lufthansa-Mitteilung zur Begründung.

Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley teilte mit, die Herausforderungen für Branche und Unternehmen seien andere als in den vergangenen Jahren, sie blieben jedoch gewaltig. "Wir wollen sie mit neuem Schwung und einem veränderten Team angehen, das noch stärker internationale Erfahrung und vielfältige Perspektiven vereint." Außerdem verspricht sich Kley ein ausgeprägtes Teamverständnis.

Nach dem Beschluss des Aufsichtsrates soll Grazia Vittadini, aktuell Sonderberaterin von Rolls-Royce, zum 1. Juli 2024 in den Vorstand als Technik- und IT-Chefin neu berufen werden.

Ebenfalls mit Wirkung zum 1. Juli 2024 werde Dieter Vranckx, derzeit Vorstandschef der Tochtergesellschaft Swiss International Air Lines, zum Vorstand "Globale Märkte und kommerzielle Steuerung Hubs" bestellt. Vranckx werde mit seinem Wechsel nach Frankfurt Steenbergens Mandat als Vizepräsident im Verwaltungsrat von Swiss Air übernehmen. Das Lufthansa-Vorstandsressort "Konzernfinanzen" solle neu besetzt werden.

UFO erklärt Lufthansa-Tarifrunde für gescheitert - Kabinenpersonal vor Streik

Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hat Tarifverhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt und lässt ihre Mitglieder über Streiks abstimmen.

Die Airline habe bei einem Spitzengespräch kein ausreichendes Angebot für die rund 18.000 Kabinenbeschäftigten vorgelegt, teilte die UFO am Donnerstagabend mit. "Wir gehen den Weg der Eskalation nicht gerne, es bleibt uns aber keine Alternative", sagte der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger. Die Gewerkschaftsmitglieder bei der Lufthansa seien ab kommender Woche aufgerufen, bis zum 6. März in einer Urabstimmung über Streiks abzustimmen. Aus Sicht von UFO steuert die Lufthansa zudem auf einen neuen Chaos-Sommer zu. "Die Planung ist unzureichend und der Personalmangel dramatisch", hieß es.

Lufthansa Technik und Rolls-Royce bauen Wartungswerk für Antriebe aus

Lufthansa Technik und Rolls-Royce reagieren auf einen steigenden Bedarf bei der Wartung von Flugzeugtriebwerken. Sie bauen ihre Gemeinschaftsfirma N3 Engine Overhaul Services bei Arnstadt in Thüringen kräftig aus und investierten rund 150 Millionen Euro. Das wurde am Freitag beim offiziellen Baubeginn für die Erweiterung des Standortes mitgeteilt. Die Kapazität des Werkes solle langfristig auf bis zu 250 Triebwerke pro Jahr erhöht werden. Im vergangenen Jahr seien 132 Flugzeugantriebe überholt worden, teilte die Werkleitung mit. In diesem Jahre sollen es trotz der laufenden Bauarbeiten auf dem Werksgelände bis zu 50 Prozent mehr werden.

Durch die Investition würden auch neue Arbeitsplätze entstehen. Bis Jahresende solle die Belegschaft von derzeit etwa 950 auf 1100 Beschäftigte wachsen. In einem zweiten Schritt würden 1200 Arbeitsplätze angepeilt. Bei N3 sollen neue Fabrikbereiche entstehen, bestehende Gebäude erweitert sowie Maschinen und Anlagen angeschafft werden. N3 ist ein wichtiger europäischer Standort im weltweiten Instandhaltungsnetzwerk für Rolls-Royce Flugzeugmotoren. Den steigenden Wartungsbedarf begründete das Unternehmen mit einer Zunahme an Interkontinentalflügen.

Lufthansa-Aktie mit Kursrutsch - Streikgefahr und Vorstandsumbau

Streikgefahr und Vorstandsumbau belasteten am Freitag die Aktien der Lufthansa. Im XETRA-Handel sackte der Kurs der Fluggesellschaft um 1,63 Prozent ab und schloss bei 7,38 Euro. Lufthansa-Papiere gehören damit zu den größten Verlierern im MDAX. Zwischenzeitlich stand der Lufthansa-Kurs auf dem niedrigsten Stand seit Anfang November.

Zum einen muss sich die Fluggesellschaft im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Ufo auf neuerliche Streiks einstellen und zum anderen sorgt für Unsicherheit, dass nahezu die komplette Führung ausgewechselt wird. Gleich vier der sechs Vorstände werden den Konzern nahezu gleichzeitig verlassen. Nur Konzernchef Carsten Spohr und der bisherige Personalvorstand Michael Niggemann bleiben.

Ein Händler betonte vor allem den Abschied von Finanzchef Remco Steenbergen, der etwas überraschend komme nach einer Vertragsverlängerung vor gut einem Jahr. Laut dem JPMorgan-Analysten Harry Gowers sollten die Neuigkeiten nicht gut ankommen. Steenbergen sei bei Investoren geschätzt gewesen, betonte er. Dieser habe einen guten Job gemacht. Die finanzielle Strategie werde nun unklarer, so der Experte.

KÖLN/BERLIN (dpa-AFX/Reuters)

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