Kritik am Unternehmen

Warum sich ChatGPT-Konzern OpenAI nach dem Altman-Eklat neu beweisen muss

29.11.23 22:13 Uhr

Warum sich ChatGPT-Konzern OpenAI nach dem Altman-Eklat neu beweisen muss | finanzen.net

OpenAI steht nach dem medienwirksamen Abgang und der Rückkehr von CEO Sam Altman vor zahlreichen Herausforderungen. Der Machtkampf bei OpenAI, der die Tech-Welt nach der Entlassung des Mitbegründers Sam Altman in Atem hielt, hat zwar vorläufig ein Ende gefunden, die Rückkehr Altmans hat jedoch zugleich viele Fragen aufgeworfen.

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• Sam Altman zurück auf Chefposten: Machtkampf im Fokus
• Kritik an Zusammensetzung von neuem Vorstand
• Nadella bekräftigt Zusammenarbeit von OpenAI und Microsoft

Die abrupte Entlassung Sam Altmans hatte für Aufruhr unter den Investoren wie auch den Mitarbeitern gesorgt. So hat die Mehrheit der 700 OpenAI-Beschäftigten in einem offenen Brief mit Kündigung gedroht, wie unter anderem AXIOS schreibt, sollte Altman nicht wieder eingestellt und der Verwaltungsrat abgesetzt werden. Vorbehaltlich einer Hintergrunduntersuchung kam Altman nun wieder auf seinen Posten zurück, bleibt allerdings aus dem Vorstand außen vor - genauso wie Greg Brockman, der nach Altmans Entlassung aus Protest seinerseits gekündigt hatte. Brockmann feierte seine "Rückkehr" indes, indem er auf X (ehemals Twitter) ein Foto der Belegschaft mit seinen Followern teilte.

Aber nicht nur der Chefposten, auch der Vorstand wirft - trotz Neubildung - einige Fragen auf.

Der Vorstand: Heterogenere Zusammensatzung gewünscht

Der frühere Vorstand, bestehend aus Altman, Chefwissenschaftler Ilya Sutskever, Präsident Greg Brockman, Tech-Unternehmerin Tasha McCauley, Quora-CEO Adam D‘Angelo und Helen Toner, hatte eine komplexe Struktur. Sie waren an eine Non-Profit-Organisation gebunden, die die Mehrheit der gewinnorientierten Seite von OpenAI besaß und die absolute Entscheidungsgewalt über Aktivitäten, Investitionen und Ausrichtung hatte. Die kurzgefasste Satzung der gemeinnützigen Organisation betonte die Förderung von Künstlicher Allgemeiner Intelligenz zum Wohl der gesamten Menschheit.

Die außergewöhnliche Struktur von OpenAI schien bis zur Entlassung Altmans zu funktionieren, dann äußerten sich jedoch nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Investoren wie Microsoft besorgt. Nach der Neubildung des Vorstands besteht dieser (bislang) aus Bret Taylor, D'Angelo und Larry Summers. Die Zusammensetzung wirft jedoch Bedenken hinsichtlich Geschlechtervielfalt und Expertise im Bereich verantwortungsbewusste KI auf. Einige KI-Experten äußerten laut yahoo!finance eine gewisse Frustration über die Entscheidungen von OpenAI und betonen die Wichtigkeit eines vielfältigeren Ansatzes für die Zukunft des Unternehmens.

Christopher Manning, der Direktor des Sanford's AI Lab, äußerte zwar seine Bedenken zur Zusammensetzung des neuen Vorstands, sieht die Bildung eines neuen Vorstandes allerdings als noch nicht abgeschlossen an. "Der neu gebildete Vorstand von OpenAI ist vermutlich noch unvollständig", ließ er gegenüber TechCrunch verlauten. "Dennoch ist die derzeitige Zusammensetzung des Gremiums, in dem es niemanden gibt, der sich mit dem verantwortungsvollen Einsatz von KI in der menschlichen Gesellschaft auskennt und das ausschließlich aus weißen Männern besteht, kein vielversprechender Start für ein so wichtiges und einflussreiches KI-Unternehmen."

Die Zukunft von OpenAI hängt wohl auch von der Auswahl der verbleibenden Vorstandssitze ab. Den Herausforderungen der von Ungleichheit geprägten Branche könnte OpenAI daher mit einem breiter aufgestellten Vorstandsgremium begegnen. Laut yahoo!finance sollen auch prominente Namen, wie Timnit Gebru oder Margaret Mitchell oder Condoleezza Rice, im Gespräch für einen Vorstandsposten bei OpenAI (gewesen) sein, bestätigt wurde dies jedoch von offizieller Seite nicht.

Bahnbrechende KI-Entwicklung und Zusammenarbeit mit Microsoft

Wie Reuters berichtete, sollen Mitarbeiter von OpenAI kurz vor Altmans Entlassung vor einer folgenschweren KI-Entdeckung gewarnt haben. Dem Bericht zufolge könnte es sich dabei um das Projekt "Q*" (Q-Star) handeln, das Geschäftsführerin Mira Murati vor den Mitarbeitern erwähnt haben und um dessen Ergebnisse es bei einem Brief an das Aufsichtsratsgremium gegangen sein soll. Bei diesem Projekt soll es sich um die Suche nach einer Superintelligenz (AGI) handeln, also Systemen, die intelligenter sein sollen als Menschen. Ein Durchbruch in diesem Projekt wäre eine bahnbrechende Entwicklung.

"Viermal in der Geschichte von OpenAI, zuletzt in den vergangenen Wochen, hatte ich das Privileg, dabei zu sein, wenn wir den Schleier der Unwissenheit lüften und die Grenzen der Entdeckung verschieben, und das ist die berufliche Ehre meines Lebens", sagte Sam Altman laut Reuters einen Tag vor seiner Entlassung auf dem Asia-Pacific Economic Cooperation Summit. Ob es diese bahnbrechende Entwicklung gibt und wie genau diese aussieht, konnte Reuter nach eigenen Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Microsoft-Chef Satya Nadella bekräftige auf der Social Media Plattform X die Zusammenarbeit mit Sam Altman, Greg Brockman und OpenAI.

Er freue sich über die Veränderungen im Vorstand von OpenAI, schreibt Nadella, die Zusammenarbeit mit dem Führungsteam sei die Voraussetzung für eine florierende Entwicklung. "Wir glauben, dass dies ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer stabileren, gut informierten und effektiven Führung ist", so der CEO des Softwaregiganten. Er betonte, dass Microsoft die Zusammenarbeit mit OpenAI künftig weiter stärken wolle.

Redaktion finanzen.net

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