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01.01.2019 14:22
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Während in Deutschland gefeiert wurde: So endete das Börsenjahr an den US-Börsen

Leichte Erholung zum Schluss: Während in Deutschland gefeiert wurde: So endete das Börsenjahr an den US-Börsen | Nachricht | finanzen.net
Leichte Erholung zum Schluss
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Der US-Aktienmarkt hat sich am letzten Handelstag des Jahres 2018 von seiner freundlichen Seite gezeigt, gestützt von der Hoffnung auf Fortschritte bei der Beilegung des US-chinesischen Handelsstreits.
Das konnte freilich nichts mehr daran ändern, dass 2018 für Dow & Co das schwächste Jahr seit der Finanzkrise war.

Der Dow-Jones-Index verbesserte sich nach einer Reihe zuletzt extrem volatiler Handelstage um 1,1 Prozent oder 265 Punkte auf 23.327 Punkte. Angetrieben wurde er von deutlicheren Kursgewinnen des Schwergewichts Boeing (plus 1,9 Prozent) und von Goldman Sachs (plus 1,5 Prozent). Der S&P-500 legte um 0,8 Prozent zu, der Nasdaq-Composite ebenfalls.

Umgesetzt wurden knapp 982 (Freitag: 893) Millionen Aktien. Es gab 2.153 (1.936) Kursgewinner und 868 (1.069) -verlierer an der New Yorker Börse. Unverändert schlossen 54 (69) Titel.

Ermutigt wurden die Anleger von einem Tweet von US-Präsident Donald Trump vom Wochenende. Demnach soll es "große Fortschritte" in einem Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gegeben haben. "Solange sie miteinander reden ist das positiv für den Markt", kommentierte Geoffrey Yu, Anlageexperte beim Vermögensverwalter UBS und weiter: "Nach einigen turbulenten Wochen tut dem Markt etwas Stabilität gut".

Allerdings gab es auch skeptische Stimmen, wonach Trump mit seinem Tweet möglicherweise nur die Märkte beruhigen wollte. Aus der Trump-Administration gab es zudem Stimmen, die nicht von Fortschritten sprechen wollten, solange China nicht Details auf den Tisch lege, Änderungen seiner Handelspolitik betreffend.

An anderer Stelle war von einer Kombination aus Schnäppchenkäufen und sogenanntem Window Dressing als Kurstreiber zu hören. Große Anlagegesellschaften kaufen dann insbesondere gut gelaufene Aktien, um ihre Jahresperformance aufzuhübschen.

Skepsis bleibt

Von einer Trendwende wollten denn auch nur wenige Akteure sprechen angesichts des zuletzt gestiegenen Pessimismus mit Blick auf die globalen Konjunkturaussichten und der strafferen Geldpolitik nicht nur in den USA. Dazu passend war am Wochenende aus China gerade erst die schwächste Aktivität im verarbeitenden Gewerbe gemeldet worden. Außerdem schwelt der Haushaltsstreit weiter mit der Folge eines teilweisen Stillstands staatlicher Behörden. Marktexperte Yu rechnet mit einem "weiteren volatilen Jahr" an den Märkten.

Marktstratege Colin Cieszynski von SIA Wealth Management rechnet immerhin damit, dass der Markt stiegen wird, wenn der Haushaltsstreit in den USA beigelegt ist.

Wie stark sich die Stimmung im Jahresverlauf 2018 eintrübte lässt sich auch daran ermessen, dass der Dow erstmals seit 1978 im Minus schloss, nachdem er in den ersten drei Quartalen zugelegt hatte. Für den S&P-500 zeigte sich dieses Muster zum ersten Mal seit 1948.

Am Ölmarkt tat sch zum Jahresausklang nach einem sehr turbulenten Jahr wenig. Das Barrel der US-Sorte WTI verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 45,41 Dollar. Nach einem kräftigen Anstieg zuvor, ging es seit Oktober steil bergab bei den Ölpreisen wegen eines chronisch zu hohen Ölangebots bei gleichzeitig zunehmenden Nachfragesorgen angesichts sich eintrübender Konjunktursignale.

Im Jahreshoch kostete das Barrel der US-Sorte WTI rund 76 Dollar. Prozentual war das ein Absturz um fast 40 Prozent. Als im Dezember die OPEC und Russland eine Fördersenkung beschlossen, stabilisierten sich die Preise zunächst zwar etwas, fielen dann aber weiter. Verglichen mit dem Ölpreis zu Jahresbeginn beläuft sich das Minus so auf rund 25 Prozent. Für den Aktien-Branchenindex Energie des S&P-500-Index ging es 2018 vor diesem Hintergrund um 20 Prozent nach unten.

Schwächste Jahresbilanz seit Lehman-Pleite 2008

Dauerbelastungsthema - nicht nur an den US-Börsen - war 2018 der von US-Präsident Donald Trump losgetretene Handelsstreit mit China. Die in der Folge gegenseitig erhobenen Strafzölle auf Importe jeweils aus dem anderen Land hatten nicht nur Sorgen vor einer Abkühlung der Konjunktur zur Folge, sondern zeigten ganz konkret Bremsspuren in der chinesischen Wirtschaft. Weil die aber eine Art Lokomotivfunktion für das globale Wachstum hat, blieben Rückwirkungen auf den US-Aktienmarkt nicht aus. Statt einer Jahresendrally sackten die Kurse immer weiter ab und loteten im Dezember die Jahrestiefs aus.

Belastungsfaktoren waren daneben die Zinserhöhungspolitik der US-Notenbank (Fed) und zum Ende des Jahres zunehmend auch politische Querelen in Washington, wie der Streit um den US-Haushalt mit der Folge eines teilweisen Behördenstillstands.

Die Fed drehte 2018 insgesamt vier Mal an der Zinsschraube, zuletzt begleitet von immer unverhohlenerer Kritik von US-Präsident Trump an dem von ihm selbst installierten Notenbankchef Jerome Powell. Aber nicht nur Trump, auch nicht wenige Akteure am Aktienmarkt, befürchteten zuletzt, dass die Fed überziehen könnte und riskiere, die Konjunktur abzuwürgen. Dass die Notenbanker für 2019 zwei statt bislang drei Zinserhöhungen in Aussicht stellten, tröstete wenig, denn am Markt waren die Erwartungen da schon auf maximal einen Zinsschritt gesunken.

Der Dow-Jones-Index verlor in dieser Gemengelage 2018 rund 5,6 Prozent, nachdem er es 2017 noch auf ein stattliches Plus von 25 Prozent gebracht hatte. Es war überhaupt erst das zweite Jahresminus seit der Lehman-Pleite 2008. Damals war der Leitindex um 33 Prozent abgestürzt, 2015 brachte er es dann lediglich auf ein Minus von 2,2 Prozent.

Für den S&P-500 ging es in diesem Jahr um 6,2 Prozent nach unten, während der Nasdaq-Index mit einem Minus von 3,9 Prozent noch am besten abschnitt. Was sich zunächst enttäuschend und zugleich wenig aufregend liest, erscheint in einem anderen Licht, wenn man sich die Kurvenverläufe genauer ansieht. So lag der technologielastige Nasdaq-Composite in seinem Jahreshoch am 30. August 16 Prozent höher als zu Jahresbeginn. Der Dow lag in seinem Hoch am 3. Oktober immerhin 9 Prozent höher als Anfang Januar. Anders ausgedrückt hat der Nasdaq-Index von seinem Jahreshoch im Zuge der herbstlichen Talfahrt also rund 19 Prozent verloren, der Dow rund 13 Prozent.

Steuersenkungen bescherten US-Aktien Sonderkonjunktur

Dass die US-Börsen auf Jahressicht insgesamt immer noch besser abschnitten als beispielsweise viele Aktienmärkte in Europa war maßgeblich den Steuersenkungen zu verdanken, die Präsident Trump Anfang des Jahres aufs Gleis gebracht hatte. Diese sorgten nicht nur für steigende Unternehmensgewinne, sondern auch dafür, dass viele Unternehmen das eingesparte Steuergeld in Aktienrückkäufe investierten - was unter dem Strich dazu führte, dass die Gewinne je Aktie abermals stiegen.

Allein im dritten Quartal wurden dafür 203,8 Milliarden Dollar aufgewendet, 58 Prozent mehr als im Vorjahr und zugleich der dritte Quartalsrekordwert in Folge, wie Daten von Dow Jones Indices zeigen. Am eifrigsten kauften QUALCOMM und Apple Aktien zurück: QUALCOMM allein im dritten Quartal für 21,1 Milliarden Dollar, Apple gab dafür 19,4 Milliarden aus.

Unter der im Herbst einsetzenden Talfahrt, ausgelöst zunächst von weiter eskalierenden Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China, litten vor allem Aktien aus dem Technologiesektor, aber auch der Automobilbranche, weil China Strafzölle auf Autoimporte eingeführt hatte. Verschärft wurde die Abwärtsbewegung von sich mehrenden Signalen für ein nachlassendes Wirtschaftswachstum in China. Aber auch aus Europa kamen schwache Daten und auch die US-Wirtschaft war nicht frei von Schwächesignalen.

Apple-Jahresbilanz nicht schlechter als der Dow

Vollends düster wurde die Stimmung als Apple, längst so etwas wie ein globaler Konjunkturindikator, am 1. November mit Vorlage der Drittquartalszahlen ankündigte, künftig keine detaillierten Absatzzahlen mehr bekanntgeben zu wollen. Das schürte umgehend Spekulationen, dass es um die Absatzzahlen insbesondere der iPhones nicht gut bestellt sein kann und schlug Wellen an fast allen Börsen weltweit. Immer wieder machten in der Folge Meldungen über angeblich reduzierte Apple-Bestellungen bei den Lieferanten die Runde.

Die Apple-Aktie kannte seitdem fast nur noch eine Richtung. Von 221 Dollar Anfang November sackte sie ab auf zuletzt 157,74 Dollar, ein Minus von knapp 29 Prozent. Im Jahreshoch hatte das Papier sogar 233 Dollar gekostet. Weil die Kurshochs aber zugleich deutlich über dem Kurs von Anfang des Jahres lagen, kann sich die Jahresbilanz der Aktie mit einem Minus von etwa 6 Prozent fast noch sehen lassen und ist auch nicht schlechter als die des Dow.

Etwas anders sieht es bei Facebook aus, denn hier ist die Jahresbilanz mit einem Minus von rund 25 Prozent bereits sehr schlecht, der Absturz vom Jahreshoch im Juli bei 218 Dollar mit fast 40 Prozent freilich noch viel schlechter. Schlagzeilen wie Datenskandal, Hackerangriffe, Sicherheitslecks, fingierte Nutzerkonten oder drohende Digitalsteuern hatten dem Kurs den Garaus gemacht.

Viel besser lief es bei zwei anderen Vertretern der stark beachteten sogenannten FAANG-Familie aus Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google. Der Streamingdienst Netflix erhält ebenso weiter Zulauf wie der Internetriese Amazon. Unter dem Strich stehen hier 2018 denn auch stattliche Kursgewinne von 39 bzw 29 Prozent - und das obwohl die Jahreshochs in beiden Fällen ebenfalls deutlich höher lagen als die Schlusskurse.

Während im Dow-Jones-Index als defensiv geltende Aktien aus dem Pharmasektor die Nase vorn hatten - Pfizer und Merck & Co legten um 23 bzw. fast 40 Prozent zu -, wurde die Verliererliste angeführt von Goldman Sachs. Der Kurs der Bankaktie sackte seit Jahresbeginn um 33 Prozent ab. Allerdings war Goldman Sachs damit nicht allein. Auch für andere Bankaktien war 2018 ein düsteres Börsenjahr. Zu schaffen machte ihnen neben den sich eintrübenden Konjunkturaussichten zuletzt auch die Aussicht auf ein Auslaufen des Zinserhöhungstrends in den USA, abzulesen an wieder sinkenden Renditen am Anleihemarkt. Von Jahreshochs über 3,20 Prozent war die Zehnjahresrendite in den letzten beiden Monaten des Jahres auf zuletzt 2,68 Prozent gesunken, den niedrigsten Stand seit Ende Januar. Das traditionelle Bankgeschäft ist bei einem höheren Zinsniveau aber profitabler.

NEW YORK (Dow Jones)

Bildquellen: Kiichiro Sato/AP, Andre Viegas / Shutterstock.com

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