Weitere Ziele bestätigt

Siemens-Aktie auf Rekordhoch: Prognose nach unerwartet starkem Quartal angehoben

12.02.26 19:59 Uhr

Starkes Quartal: Siemens hebt Prognose an - Aktie im Aufwind | finanzen.net

Siemens ist im abgelaufenen Quartal in allen drei Konzernbereichen deutlich profitabel gewachsen und hat auf dieser Basis seinen Ausblick für das neue Geschäftsjahr 2025/26 angehoben.

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Den um Effekte aus der Kaufpreisallokation bereinigten Gewinn je Aktie erwartet der Technologiekonzern nun zwischen 10,70 und 11,10 Euro statt wie bisher zwischen 10,40 und 11,00 Euro, wie er vor seiner Hauptversammlung in München mitteilte. Die übrigen Ziele wurden bestätigt.

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Das Ergebnis des Industriellen Geschäfts legte in den Monaten Oktober bis Dezember um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu und damit deutlicher als von den Analysten im Konsens mit 2,64 Milliarden Euro erwartet. Alle Bereiche trugen dazu bei, wobei Siemens besonders von der Fabrikautomatisierung profitierte. Konzernchef Roland Busch sprach von einem starken Start ins neue Geschäftsjahr. "Künstliche Intelligenz ist ein starker Wachstumstreiber für unsere Geschäfte", sagte er.

Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter blieb mit 2,0 Milliarden Euro erwartungsgemäß hinter dem Vorjahreswert von 3,7 Milliarden Euro zurück. Seinerzeit hatte Siemens von einem Buchgewinn aus dem Verkauf des Elektromotorenherstellers Innomotics von 2,1 Milliarden Euro profitiert. Analysten hatten für dieses Jahr im Schnitt aber nur mit 1,6 Milliarden Euro Überschuss gerechnet.

Der Umsatz verbesserte sich um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, der Auftragseingang kletterte vor allem dank starkem Neugeschäft in der Netz- und Gebäudetechnik um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Analysten hatten in einem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens mit gut 20,8 Milliarden Euro Auftragseingang und 19,1 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.

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Siemens will sich auf seine Kerngeschäfte konzentrieren und plant, seine Beteiligung am Medizintechnikhersteller Healthineers perspektivisch aufgeben. Zunächst sollen die Aktionäre 30 Prozent der Aktien in ihre Depots gebucht bekommen. Es ist jedoch noch nicht klar, ob dieser Schritt noch in diesem Jahr über die Bühne gehen wird.

Siemens will 2025/26 vergleichbar mehr als 7 Prozent wachsen

Siemens strebt im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von mehr als 7 Prozent auf vergleichbarer Basis an und ist damit optimistischer als der Markt. Nach dem starken Start zu Jahresbeginn "beabsichtigen wir nun, ein vergleichbares Umsatzerlöswachstum in der oberen Hälfte unseres Zielkorridors der Jahresprognose von 6 bis 8 Prozent zu erreichen", sagte Finanzvorstand Ralf Thomas laut Redetext. Analysten waren zuletzt im Konsens von 6,9 Prozent vergleichbarem Wachstum ausgegangen.

Treiber ist offenbar das Geschäft mit der intelligenten Infrastruktur, wo das vergleichbare Umsatzwachstum auf Basis des hohen Auftragsbestandes ebenfalls in der oberen Hälfte des Zielkorridors erwartet wird.

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Smart Infrastructure verzeichnete zuletzt ein starkes Neugeschäft vor allem im Electrification-Geschäft mit einem Plus von 38 Prozent. Finanzchef Thomas wies auf ein sehr hohes Volumen an Großaufträgen für Rechenzentren hin mit einem Rekordvolumen von 1,8 Milliarden Euro. In etwa die Hälfte davon seien Großaufträge gewesen.

"Die Nachfrage nach Rechenzentren hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen", sagte auch Vorstandschef Roland Busch.

Siemens hatte am Morgen die Prognose für den Gewinn je Aktie in der Mitte der Spanne um 20 Cent angehoben.

Siemens-Airport-Logistik dürfte bis zu 200 Mio Euro Buchgewinn bringen

Siemens rechnet aus dem Verkauf seines Airport-Logistik-Geschäfts an Vanderlande nach Darstellung von Finanzvorstand Ralf Thomas mit einem Buchgewinn in der Größenordnung zwischen 150 und 200 Millionen Euro im laufenden zweiten Geschäftsquartal, wie der Manager vor Journalisten sagte. Siemens hatte den Verkauf im vergangenen Oktober angekündigt, das Closing fand vor wenigen Tagen statt.

So reagieren Analysten auf die Zahlen

RBC-Analyst Mark Fielding hob nach der Telefonkonferenz zu den Siemens-Zahlen seine Schätzungen an und setzte sein Kursziel von 245 auf 270 Euro nach oben und blieb bei seiner neutralen Einschätzung der Aktie. "Siemens übertraf im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen für das Industriegeschäft um 10 Prozent, mit stärkeren Margen im Bereich Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI)", lobte er. Die Prognosen für das Gesamtgeschäftsjahr deuteten zudem auf eine Entwicklung der beiden Bereiche in Richtung der oberen Hälfte der Zielspanne hin.

Analyst Rizk Maidi von Jefferies hob hervor, dass die Münchner, ähnlich wie Konkurrent ABB (Asea Brown Boveri), höhere Auftragseingänge im Bereich Rechenzentren erzielt hätten, die wiederum den Auftragseingang im Bereich SI deutlich hätten steigen lassen. Obendrein habe der Auftragseingang im Bereich DI zugelegt und sei dabei unterstützt worden durch ein kräftiges Wachstum im Bereich Automatisierung in China sowie ein solides Softwarewachstum. Siemens habe nun seine Zielspanne für das Jahresergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten - die entscheidende Gewinnkennziffer des Unternehmens - auf 10,70 bis 11,10 Euro angehoben. Zuvor war ein Anstieg zwischen 10,40 bis 11,00 Euro in Aussicht gestellt worden. Dies ist jedoch laut Maidi mit Blick auf die Mitte der Spanne gesehen "konservativ".

Der Ergebniskonsens für 2025/26 dürfte nun jedoch im niedrigen einstelligen Prozentbereich steigen, wie Analystin Daniela Costa von Goldman Sachs erwartet.

Die Siemens-Aktie notierte im XETRA-Handel schließlich 0,29 Prozent höher bei 257 Euro. Bei 275,75 Euro markierte sie zwischenzeitlich ein Rekordhoch. Siemens ist gemessen am Börsenwert nun auch wertvoller als vorheriger DAX-Spitzenreiter SAP.

DOW JONES / dpa-AFX

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