19.04.2021 10:01

ETFs: So gelingt der perfekte Einstieg in den Tech-Sektor

Spannung für das Depot: ETFs: So gelingt der perfekte Einstieg in den Tech-Sektor | Nachricht | finanzen.net
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Was mit Apple, Microsoft & Co geschieht, elektrisiert Investoren weltweit. Wie der Einstieg via ETF gelingt, welche Facetten sich abbilden lassen - und warum Anleger genau hinschauen sollten.
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von Christoph Platt, Euro am Sonntag

Apple 210 Prozent, Microsoft 182 Prozent, der Grafikkartenhersteller NVIDIA 128 Prozent - die Zuwächse von Aktien aus dem Technologiesektor sind phänomenal. Die genannten Renditen erzielten die Konzerne in nur drei Jahren. Auf Sicht von zehn Jahren fällt das Plus noch spektakulärer aus: Apple und Microsoft stiegen um gut 1.000 Prozent, NVIDIA um fast 3.500 Prozent.

Die drei Titel mögen Vorzeigeaktien sein. Doch sie stehen stellvertretend für den Boom einer ganzen Branche, die Anlegern in der vergangenen Dekade viel Freude bereitet hat. Die Erfolgsgeschichte der Techaktien hat auch auf die Fondsbranche abgefärbt. Mittlerweile sind mehr als 130 Portfolios auf dem Markt, die gezielt einen Einstieg in Technologiewerte ermöglichen.

Wer kostengünstig via Fonds in den Sektor investieren möchte, greift zu ETFs. Die passiven Produkte bilden einen Börsenindex eins zu eins ab. Weil aktives Management entfällt, sind die laufenden Gebühren niedrig und liegen bei nur wenigen Prozentpunkten pro Jahr. Auch die Einstiegskosten sind mangels Ausgabeaufschlag gering: Die ETFs werden an der Börse gehandelt, sodass nur Transaktionsgebühren sowie die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs zu Buche schlagen.

Insgesamt 57 ETFs sind in Deutschland erhältlich, mit denen Anleger in Technologie investieren können. Kein anderer Sektor wird häufiger von ETFs abgebildet. Entsprechend vielfältig sind die verfügbaren Ansätze, und das Thema wird unterschiedlich abgegrenzt. Die vorhandenen Produkte bilden knapp 40 Indizes ab, die sich alle diesem Bereich zuordnen lassen.

Im Lauf der Zeit hat sich die Zahl der Firmen mit Bezug zu Technologie deutlich ausgeweitet. "In der alten Welt war es einfach: Da bestand der Technologiesektor aus Halbleiterherstellern und anderen Hardware-Ausrüstern", sagt Markus Jordan, Chef des Anlegerportals extraETF.com. "Heute umfasst der Bereich beispielsweise auch Social-Media-Dienste oder Anbieter von Blockchain-Technologien."

Vor zweieinhalb Jahren hat die Finanzbranche auf diesen Wandel reagiert. Sie teilt die Unternehmenswelt in Wirtschaftszweige, sogenannte Sektoren, ein. Der Technologiesektor wurde immer größer und umfangreicher, sodass eine Reform notwendig wurde. Zuvor gehörten zum Beispiel die Riesen Facebook und Google (Alphabet) sowie weitere Online-Unternehmen zum Technologiesektor. Im Herbst 2018 wurden sie dann dem Sektor Kommunikationsdienstleistungen zugeordnet. Die zutreffende Begründung: Die Unternehmen nutzen Technologie lediglich als Plattform und verdienen ihr Geld mit Kommunikation und Werbung.

Ein weiterer Gigant wird regelmäßig als Techwert bezeichnet und ist doch keiner. Der Aufstieg des Versandhändlers Amazon wäre zwar ohne Internet nicht vorstellbar. Doch weil er das World Wide Web lediglich als Verkaufsweg nutzt, fällt er mit seinem Angebot an Elektronik, Spielwaren und Büchern in den Sektor zyklischer Konsum.

Wer möglichst breit in klassische Techwerte investieren will, sollte auf die Indizes MSCI World Information Technology (global) und Stoxx Europe 600 Technology (Europa) setzen. Für beide Börsenbarometer sind mehrere ETFs erhältlich. Sie enthalten Aktien aus den Bereichen Software, Hardware und Chip-Produktion.

Beide Indizes sind allerdings sehr kopflastig. Den globalen Tech-Index dominieren Apple und Microsoft, die zusammen auf einen Anteil von einem Drittel kommen. Im europäischen Pendant ist das Ungleichgewicht noch größer. Der größte Wert, das niederländische Halbleiterunternehmen ASML, kommt allein bereits auf ein knappes Drittel. Der Softwareanbieter SAP auf Rang 2 steuert 14 Prozent bei.

Die nationalen Technologie-Indizes TecDAX (Deutschland) und NASDAQ 100 (USA) sind anders aufgebaut. Zum einen dominieren die größten Werte die Kursbarometer nicht ganz so stark. Die beiden Top-Positionen im TecDAX, Deutsche Telekom und Infineon, machen 21 Prozent des Index aus. Auch die folgenden Werte, SAP, Sartorius und Siemens Healthineers, kommen noch auf Anteile von jeweils neun Prozent.

Zum anderen zeigt sich beim Blick auf die größten Werte ein signifikanter Unterschied zu den internationalen Tech- Indizes: Der TecDAX enthält deutlich weniger Technologie-Unternehmen - sie machen nur 40 Prozent des Index aus. Fast genauso hoch ist der Anteil der Gesundheitsbranche (unter anderem vertreten durch Sartorius und Siemens Healthineers), weitere 19 Prozent stammen aus dem Kommunikationssektor (beispielsweise Deutsche Telekom). Der Rest sind Industrieunternehmen.

Noch mehr Sektoren enthält der Nasdaq 100. Reine Techwerte kommen auf ein Gewicht von 44 Prozent, die Sektoren Kommunikation (etwa Alphabet und Facebook) und zyklischer Konsum (unter anderem Amazon und Tesla) spielen daneben eine wichtige Rolle. Das Top-Trio aus Apple, Microsoft und Amazon steuert 29 Prozent zum Gesamtgewicht des NASDAQ 100 bei. Sein Einfluss auf den Index ist damit beträchtlich, aber nicht völlig übertrieben.

Neben den marktbreiten nationalen und internationalen Indizes gibt es eine weitere Möglichkeit, sich via ETF dem Bereich Technologie zu nähern: über Themen-Portfolios. Sie bilden verschiedene Facetten des technologischen Fortschritts ab. Zu den beliebtesten Schwerpunkten zählen Automatisierung & Robotik, Cyber-Sicherheit, Digitalisierung, Blockchain-Technologie und Batterietechnik.

Die richtige Dosis

Mithilfe dieser ETFs können Anleger besonders präzise Schwerpunkte in ihrem Depot setzen. Attraktiv sind die Technologiethemen alle, denn Potenzial für die Zukunft ist stets erkennbar. Anleger sollten sich aber nicht verzetteln und vor lauter Visionen ihren Einsatz nicht übertreiben. "Gefährlich wird es, wenn ich alles auf eine Karte setze", sagt Davor Horvat, Vorstand der Honorarfinanz AG. Der Anlageberater empfiehlt, ein spezielles Engagement in Techaktien im Rahmen einer Core-Satellite-Strategie umzusetzen. Dabei bilden international breit gestreute ETFs den Kern des Portfolios, rund ein Fünftel des Geldes kann in spezielle Bereiche, die Satelliten, investiert werden.

Gerade im Segment Technologie müssen sich Anleger bewusst sein, dass es leicht zu einer Klumpenbildung kommen kann. Im Standard-Weltaktienindex MSCI World, der als Basisinvestment beliebt ist, ist Technologie bereits der größte Sektor mit einem Anteil von 19 Prozent. "Technologie ist aktuell in allen marktbreiten Indizes überproportional vertreten", sagt extraETF-Chef Jordan. "Wer also zum Beispiel einen ETF auf den MSCI World kauft, einen auf den Nasdaq 100 und einen mit dem Thema Digitalisierung, geht damit hohe Klumpenrisiken ein."

Auch auf der Ebene der Einzeltitel kann es zu einer Unwucht kommen. Apple und Microsoft spielen schon in Standard-Aktienindizes eine große Rolle - und durch Hinzunahme eines breiten Tech-ETFs wird dieses Übergewicht noch verstärkt. Laufen die Titel, freuen sich die Anleger zwar über diesen Schwerpunkt. Doch entwickeln sie sich schlecht, hat die Häufung negative Folgen. Ob auf Sektor- oder Einzeltitelebene: Eine übertriebene Fokussierung widerspricht stets der Faustregel, das Vermögen möglichst breit zu streuen, um Risiken zu verringern.

Kein Platz für Riesen

ETFs, die auf spezielle Facetten des Technologiesektors setzen, können immerhin dabei helfen, Klumpenbildung zumindest auf Einzeltitelebene zu vermeiden. Denn in vielen dieser Themen-Indexfonds spielen die allergrößten Techunternehmen keine oder nur eine untergeordnete Rolle. "Fein dosiert eingesetzt können diese ETFs die Diversifikation erhöhen", sagt Anlageberater Horvat.

Beim Einstieg in Themen-ETFs sollten Anleger darauf achten, dass sich das Produkt bereits am Markt bewährt hat. Nischenportfolios sind fast nie empfehlenswert - das gilt für Technologie genauso wie für alle anderen Bereiche. "Neue Produkte sind unerprobt und oft sehr klein", sagt Horvat. "Es besteht das Risiko, dass derartige ETFs wieder geschlossen werden, wenn das Interesse der Anleger ausbleibt."

Zukunftsthemen elektrisieren die Anleger zu Recht. Wer die Streuung des Vermögens im Blick behält, sollte die Chancen nutzen, die sich durch den technologischen Fortschritt ergeben. Mit Technologie-ETFs ist das bequem und kostengünstig möglich.


INVESTOR-INFO

Lyxor Nasdaq 100

Platzhirsche aus den USA

Der NASDAQ 100, dem der Lyxor-ETF folgt, gilt als die Mutter aller Technologie-Indizes. Er enthält die 100 größten Werte, die an der New Yorker Börse NASDAQ gelistet sind. In dem Kursbarometer stecken die bekannten US-Giganten, deren Kurse in den vergangenen Jahren rasant stiegen. Zu den größten Positionen zählen Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet, daneben Tesla, Facebook und NVIDIA. Binnen fünf Jahren konnte der NASDAQ 100 seinen Kurs fast verdreifachen.

iShares TecDAX

Technik made in Germany

An die Strahlkraft des NASDAQ 100 kommt der TecDAX zwar nicht heran. Doch auch in Deutschland zahlte es sich aus, auf Unternehmen zu setzen, die aus dem Technologiesektor stammen oder damit in Verbindung gebracht werden können. Der TecDAX mit seinen 30 Titeln konnte seinen Kurs in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppeln, während der DAX nur um 43 Prozent zulegte. Am höchsten gewichtet sind SAP, Deutsche Telekom und Infineon.

HAN-GINS Tech Megatrend

Potenzial zum Umsturz

Der HAN-GINS Tech Megatrend Equal Weight ETF folgt einem speziellen Index von Solactive. Dieser enthält Aktien von Unternehmen, die an innovativen oder disruptiven technologischen Trends beteiligt sind, also in der Lage sein könnten, etablierte Technologien zu verdrängen. Tätig sind diese unter anderem in den Bereichen Cloud Computing, Cyber-Sicherheit, Autos der Zukunft, Robotik oder soziale Medien. Der Index enthält 115 Positionen, die regelmäßig gleich gewichtet werden, sodass kein Titel dominiert.










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Bildquellen: Roberto Machado Noa/LightRocket via Getty Images, saknakorn / Shutterstock.com

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