25.12.2014 09:22

Francesco Curto: Wie beim Hauskauf

Interview: Francesco Curto: Wie beim Hauskauf | Nachricht | finanzen.net
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Francesco Curto, der Leiter des CROCI-Teams bei Deutsche AWM, zu Vorteilen seiner Investmentstrategie für Fonds und zur weltweiten Suche nach günstigen Unternehmen.
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€uro am Sonntag
von Peter Gewalt, Euro am Sonntag

Rund zehn Jahre ist es her, dass Fonds (siehe Investor-Info unten) mit einem neuen Investmentkonzept auf den Markt gekommen sind. Mit der von der Deutschen Bank entwickelten CROCI-Strategie (Cash Return On Capital Invested) werden weltweit Unternehmen analysiert, um überbewertete Aktien bei der ­Titelauswahl zu vermeiden und günstige herauszufiltern. Francesco Curto, Leiter des CROCI-Teams bei der Deutsche-Bank-Tochter Deutsche AWM, über seine Strategie.

€uro am Sonntag: Herr Curto, wie würden Sie CROCI erklären?
Francesco Curto:
Kurz gesagt ist CROCI ein Prozess zur Aktienauswahl mit dem Ziel, unterbewertete Titel anhand ihres ökonomischen Kurs-Gewinn-Verhältnisses und ihres Kurssteigerungspotenzials auszuwählen. Überträgt man einen solchen Auswahlprozess auf eine alltägliche Situation, kann man das etwa mit einem Hauskauf vergleichen.

Wie meinen Sie das?
Beim Hauskauf suchen Sie nicht das billigste Objekt, sondern das mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Daher dürfen Sie sich nicht nur den tatsächlichen Preis anschauen, sondern auch Faktoren, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und die der Immobilienmakler nicht ins Exposé schreibt. Zum Beispiel: Liegt das Haus in einer schlechteren Wohngegend? Gibt es rechtliche Einschränkungen beim Vermieten? Ist die Bausubstanz gut und so weiter. Nur wenn ich alle diese Informationen habe, kann ich entscheiden, ob das Objekt günstig oder teuer ist.

Wie gehen Sie konkret vor ?
Wir - das sind insgesamt 60 Analysten - werten die Bilanzdaten von ­Unternehmen aus und erstellen für jedes ein sogenanntes ökonomisches Kurs-Gewinn-Verhältnis. Auf diese Weise wird die Profitabilität und Bewertung von Unternehmen unabhängig von Sektoren und Märkten vereinheitlicht und damit vergleichbar. Für unsere Fonds filtern wir so aus einem Universum von ­ 820 Titeln die weltweit günstigsten heraus.

Wie lange dauert die Analyse eines Unternehmens in der Regel?
Mit der Untersuchung eines Unternehmens, das neu in unser Auswahl­universum aufgenommen wird, sind im Schnitt vier Analysten einen Monat lang beschäftigt. Die dadurch erhobenen Daten werden dann in die Unternehmensdatenbank aufgenommen, um sie mit anderen vergleichen zu können.

Weshalb findet man keine Finanzwerte in den verschiedenen CROCI-Fonds?
Die Bilanzen von Banken sind ex­trem schwierig zu beurteilen. So sind die Risikofaktoren der Finanzinstitute von sehr vielen externen Faktoren wie der Entscheidung der Notenbanken abhängig. Und die ­Bilanzierungsvorschriften sind wiederum je nach Regulator sehr unterschiedlich. Ein Vergleich ist daher nicht aussagekräftig.

Gibt es andere Beschränkungen etwa hinsichtlich der Gewichtung?
Nein, wir folgen keiner Benchmark, alle Unternehmen im Fonds werden gleich gewichtet. Theoretisch könnten auch alle ausgewählten Unternehmen aus einem Sektor kommen.

Weshalb nehmen Sie keine Gewichtungen der Sektoren vor?
Wenn Sie überzeugt sind, die günstigsten Einzeltitel zu finden, dann muss am Ende auch die Gewichtung der Branchen richtig sein.

Was sind derzeit die günstigsten Branchen nach der CROCI-Methode?
Weltweit gesehen sind Unternehmen aus dem IT-Sektor und Gesundheitsbereich am günstigsten bewertet.

Wie sehen Sie die Bewertungen nach der Rally an den Börsen?
Es ist sehr schwer geworden, Value-Werte zu finden. Japanische Unternehmen etwa haben wir nach dem Aufschwung im vergangenen Jahr inzwischen deutlich reduziert.

Investor-Info

Gut und günstig
DB Platinum CROCI World R1

Die besten 100 Unternehmen auszuwählen aus einem Universum der 450 größten Konzerne der entwickelten Märkte weltweit - das ist das Ziel des DB Platinum CROCI World. Wichtigstes Auswahlkriterium ist ein möglichst niedriges ökonomisches ­Kurs-Gewinn-Verhältnis (siehe Interview). Derzeit dominieren IT-Unternehmen wie Apple und Intel, die insgesamt rund ein Viertel des Portfolios ausmachen. Dass die Strategie aufgeht, zeigt ein Plus des Fonds von 74 Prozent seit Ende 2009. 

Europa im Fokus
DB Platinum IV CROCI Euro R1

Aus einem Universum der größten 100 Unternehmen der Eurozone werden anhand der CROCI-­Methode 30 besonders aussichtsreiche Werte ­herausgefiltert (siehe Interview links). Derzeit do­minieren im DB Platinum IV CROCI Euro R1 mit der €uro-FondsNote 2 die Aktien von Gesundheitskonzernen, Konsumgüterherstellern und Industrieunternehmen. Deutsche und französische Werte machen jeweils mehr als ein Drittel des Portfolios aus, spanische und italienische Aktien sind mit jeweils rund drei Prozent gewichtet.

Bildquellen: Deutsche Bank AG

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