02.08.2022 21:10

Droht das Huawei-Schicksal? Darum könnte für Tesla in China eine schwere Zeit anbrechen

Angst vor Spionage: Droht das Huawei-Schicksal? Darum könnte für Tesla in China eine schwere Zeit anbrechen | Nachricht | finanzen.net
Angst vor Spionage
Folgen
Der Elektroautobauer Tesla hat in seinen Fahrzeugen umfangreiche Softwarefunktionen und zahlreiche Kameras verbaut. Für den US-Konzern, der auf den wichtigen chinesischen Markt angewiesen ist, kann dies in der aktuellen geopolitischen Gemengelange zum Problem werden.
Werbung
• Tesla mit starkem Softwarefokus
• China zunehmend besorgter wegen Spionage
• Droht Tesla das Huawei-Schicksal?


Der Elektroautopionier Tesla hat eine übersichtliche Modellpalette. Mit dem Model S, X und 3, dem Model Y und dem Roadster der zweiten Generation deckt das Unternehmen von Elon Musk zwar die Bedürfnisse verschiedener Kundengruppen ab, eine große Auswahl wie etwa bei Traditionsautobauern wie General Motors oder Volkswagen, die über zahlreiche verschiedene Tochtermarken verfügen, finden Tesla-Kunden aber nicht vor. Stattdessen überzeugt der Elektroautobauer aber auf der Softwareseite: Die Tesla-Software ist einzigartig und wird stetig weiterentwickelt. Immer wieder äußern Kunden über Twitter Wünsche für neue Softwarefunktionen und diverse Male hat Firmenchef Musk in der Vergangenheit auf die Kundenwünsche reagiert und entsprechende Funktionen verfügbar gemacht.

Neben dem Infotainment-System, das in dieser Form bislang einzigartig ist, arbeitet Tesla zudem mit Hochdruck an seinem Autopilot. Die Selbstfahrfunktionalität hat für den Autobauer starke Priorität, ist sie doch Voraussetzung für die Zukunftsvision des Unternehmens: eine vollständig autonome, elektrifizierte Tesla-Flotte an den Start zu bringen. Um das Ziel zu erreichen, werden die Fahrzeuge vernetzt und mit Hochleistungschips ausgestattet. Die auf diesem Weg ermittelten Daten werden direkt an Tesla gesendet.

Software könnte in China zum Problem werden

Doch ausgerechnet die Hochleistungssoftware mit vorbereitetem Autopilot, die viele Kunden dazu veranlasst, sich für ein Elektroauto aus dem Hause Tesla zu entscheiden, könnte für den Autobauer zum Problem werden. Denn insbesondere in China sorgt man sich über die Daten, die durch Tesla-Fahrzeuge gesammelt und in die USA übermittelt werden.

Deutlich wurde dies im Juni, als die chinesische Hafenstadt Beidaihe Tesla-Fahrzeuge für zwei Monate ausgesperrt hatte. Hintergrund der Entscheidung war ein Treffen der chinesischen Regierung in der Stadt. Angaben von Reuters zufolge hatte auch die Innenstadt von Chengdu nur wenige Wochen zuvor Tesla-Fahrzeugen das Befahren einiger Straßen verboten, was mit einem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der Stadt zusammenfiel. Angaben der New York Times zufolge seien zudem hochrangige Militärangehörige und Beamte wichtiger Staatsunternehmen angewiesen worden, nicht mehr mit Tesla-Fahrzeugen zur Arbeit zu fahren.

Dabei sind es wohl insbesondere Sicherheitsbedenken, die zu der Entscheidung geführt hatten, Tesla-Fahrzeuge teilweise von den Straßen zu verbannen. Bereits im vergangenen Jahr hatte das chinesische Militär entsprechende Sorgen geäußert und dies mit den an den Fahrzeugen installierten Kameras begründet, so Reuters weiter. Tesla-Chef Elon Musk habe damals betont, dass seine Fahrzeuge weder in China noch anderswo spionieren würden, und dass das Unternehmen dicht gemacht werden würde, wenn dies der Fall sei. Zudem hieß es von Seiten des Autobauers laut der Nachrichtenagentur einige Monate später, alle im Land durch Tesla-Fahrzeuge erhobenen Daten würden auf Servern in China gespeichert.

Sorge um Datensicherheit

Dass die Sorge der chinesischen Behörden nicht gänzlich unbegründet sein könnte, wird beim Blick auf die Ausstattung von Tesla-Fahrzeugen klar. Die Modelle sind mit zahlreichen Kameras und Sensoren sowie Radaren versehen, die die Fahrzeugumgebung aufnehmen und deren Daten von einem Bordcomputer verarbeitet und ausgewertet werden. Die externen Kameras sind dabei insbesondere für Teslas Selbstfahrfunktionen relevant, aktuell unterstützen sie die Fahrer unter anderem beim Parken oder beim Spurwechsel.

Die Angst vor "Spionen auf Rädern" könnte für Tesla in einem seiner wichtigsten Märkte eine große Herausforderung darstellen. Denn selbst wenn der Elektroautobauer sich bemüht, die Bedenken zu zerstreuen und der Datensicherheit hohe Priorität einräumt, besteht dennoch die Gefahr, dass Unbefugte durch ein Hacken der Software Zugriff auf die Daten erhalten könnten.

Droht Tesla das Huawei-Schicksal?

Dabei gerät Tesla offenbar in den geopolitischen Konflikt zwischen den USA und China, in dessen Bannkreis zuvor bereits der chinesische Huawei-Konzern geraten war. Der Smartphonehersteller leidet seit 2019 unter einem US-Embargo, das der damalige US-Präsident Donald Trump erlassen hatte. US-Unternehmen wird damit untersagt, Technologien und Produkte an Huawei zu liefern, wenn bei der Entwicklung oder Fertigung US-Technologien oder Komponenten zum Einsatz kamen.

Wenn die chinesische Regierung nun ihrerseits langanhaltende und weitreichende Restriktionen gegen Tesla erlassen würde, weil sie ihrerseits Angst vor Spionage durch den US-Konzern hätte, würde dies den Elektroautobauer empfindlich treffen. Rund die Hälfte der Tesla-Fahrzeuge, die 2021 vom Band liefen, wurde in der Gigafactory in Shanghai hergestellt, China gilt als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte für Tesla.

Das Sicherheitsbedürfnis der Chinesen könnte zudem auch ein eng mit Tesla verbundenes Unternehmen treffen: den Weltraumkonzern SpaceX. Dieser brachte jüngst mit Starlink Internet in die besetzte Ukraine, worüber sich chinesische Autoritäten zuletzt besorgt gezeigt hatten. In einer Veröffentlichung vom Mai 2022 rät ein chinesisches Forschungsteam Beijing zu der Entwicklung eines Programms oder einer Waffe, die im Fall einer Bedrohung der nationalen Sicherheit alle Starlink-Satelliten zerstören könne.

Redaktion finanzen.net

Ausgewählte Hebelprodukte auf General Motors
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf General Motors
Long
Short
Hebel wählen:
5x
10x
Name
Hebel
KO
Emittent
Bildquellen: Kevork Djansezian/Getty Images, Justin Sullivan/Getty Images

Nachrichten zu Tesla

  • Relevant
    1
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Tesla

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
07.09.2022Tesla BuyUBS AG
26.08.2022Tesla BuyJefferies & Company Inc.
25.08.2022Tesla KaufenDZ BANK
25.08.2022Tesla HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.07.2022Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
07.09.2022Tesla BuyUBS AG
26.08.2022Tesla BuyJefferies & Company Inc.
25.08.2022Tesla KaufenDZ BANK
21.07.2022Tesla OutperformCredit Suisse Group
21.07.2022Tesla BuyUBS AG
25.08.2022Tesla HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.07.2022Tesla HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
26.05.2022Tesla NeutralUBS AG
10.05.2022Tesla HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.04.2022Tesla Sector PerformRBC Capital Markets
22.07.2022Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
18.07.2022Tesla UnderweightBarclays Capital
05.07.2022Tesla UnderweightJP Morgan Chase & Co.
10.06.2022Tesla UnderweightBarclays Capital
02.06.2022Tesla UnderperformBernstein Research

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Tesla nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Jetzt noch kostenlos für Montag anmelden!

Wie stellen Sie Ihr Depot jetzt noch krisensicher auf? Und wie generieren Sie attraktive Erträge bei vergleichsweise geringen Schwankungen? Im Online-Seminar am Montag um 18 Uhr verrät Ihnen ein Experten-Duo exklusive Aktienstrategien.

Werbung
Werbung
Werbung
Neue Funktionen als Erstes nutzen
Sie nutzen finanzen.net regelmäßig? Dann nutzen Sie jetzt neue Funktionen als Erstes!
Hier informieren!
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

Asiens Börsen überwiegend schwach -- Vonovia sucht externe Investoren -- Monopolkommission hält Uniper-Verstaatlichung nicht für eine langfristige Lösung

VERBIO erwartet Gewinnrückgang für 2022/23. VW-Aufsichtsrat Weil rechnet kurzfristig nicht mit E-Fuels bei Autos. TotalEnergies an Flüssiggas-Projekt in Katar beteiligt.

Umfrage

Inzwischen ist ein angepasster Corona-Impfstoff zugelassen worden. Wollen Sie sich damit impfen lassen?

finanzen.net zero
finanzen.net zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln