17.06.2021 15:57

WACKER CHEMIE-Aktie gibt kräftig ab: Höhere Prognose verpufft - CureVac-Sorgen belasten

Auftragsproduktion: WACKER CHEMIE-Aktie gibt kräftig ab: Höhere Prognose verpufft - CureVac-Sorgen belasten | Nachricht | finanzen.net
Auftragsproduktion
Folgen
Schlechte Nachrichten vom Biopharmakonzern CureVac haben am Donnerstag auch die Aktien von WACKER CHEMIE belastet.
Werbung
Eine starke Nachfrage aus der Solarindustrie sowie ein brummendes Chemiegeschäft stimmen WACKER CHEMIE für das laufende Jahr nochmals optimistischer. Ganz überraschend kommt der Schritt angesichts hoher Preise für den Solaranlagengrundstoff Polysilizium und der Erholung der Weltwirtschaft aber nicht. Eine potenziell schlechte Nachricht gab es derweil mit Blick auf die vereinbarte Produktion für das Biopharmaunternehmen CureVac, dessen Corona-Impfstoffkandidat weniger wirkt als erhofft. Die Nachricht vom Rückschlag des Tübinger Unternehmens belastete am Donnerstag auch die Aktien von WACKER CHEMIE.

Das WACKER CHEMIE-Management um den seit Mai amtierenden Konzernchef Christian Hartel traut sich 2021 nun eine Umsatzsteigerung um gut 17 Prozent auf rund 5,5 Milliarden Euro zu, nach einem bislang angepeilten Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im laufenden Jahr um bis zu rund 65 Prozent auf 0,9 bis 1,1 Milliarden Euro klettern. Zuvor war ein Anstieg um bestenfalls ein Viertel avisiert worden nach 666 Millionen Euro im Corona-Jahr 2020.

Während die neue Gewinnprognose für das Gesamtjahr im Rahmen der Markterwartungen liege, ist sie laut dem Analysten Markus Mayer von der Baader Bank mit Blick auf das zweite Quartal deutlich darüber ausgefallen. So rechnet der Konzern im laufenden Jahresviertel mit einem Umsatz von etwa 1,5 Milliarden Euro und einem operativen Ergebnis zwischen 300 und 350 Millionen Euro. Das wäre im günstigsten Fall mehr als dreimal so viel Gewinn wie im coronabelasteten Vorjahreszeitraum.

Angesichts der Äußerungen zum zweiten Quartal, und weil WACKER CHEMIE beim Jahresausblick für gewöhnlich vorsichtig sei, dürfte nunmehr das obere Ende der Jahreszielspanne realistisch sein, erklärt Baader-Analyst Mayer. Sollte das positive Preisumfeld für Polysilizium bis zum Jahresende andauern, könnte es für den Gewinn sogar noch deutlich Luft nach oben geben.

Bereits zum Jahresstart hatte das Geschäft mit Polysilizium für Solar- und Halbleiteranwendungen gebrummt. Die Nachfrage ist hoch, die Produzenten kommen kaum hinterher, die Preise steigen. Zudem profitiert der Münchener Konzern vom Bauboom mit seinen Polymeren, die in Klebstoffen, Bodenbelegen, Farben, aber auch in Beton beigemengt werden und die Eigenschaften der Materialien verändern. Und die Silikone des Konzerns - vielseitig einsetzbare Kunststoffe - sind etwa in der Auto- und Elektronikindustrie gefragt sowie bei Textilherstellern und Medizintechnikunternehmen.

Die guten Geschäfte helfen auch, den Druck durch die zuletzt stark gestiegenen Rohstoffpreise mehr als auszugleichen. So rechnet das Management im Gesamtjahr nun mit Belastungen durch die verteuerten Rohstoffe sowie durch negative Währungseffekte von mehr als 300 Millionen Euro - und damit mit 100 Millionen Euro mehr als bislang.

Offen ist indes erst einmal, wie es mit der Zusammenarbeit mit dem Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac weitergehen wird. So hat WACKER CHEMIE in den Niederlanden als Auftragsfertiger eine Produktion für den Corona-Impfstoffkandidaten von CureVac aufgebaut. Die Tübinger räumten nun aber ein, dass das Präparat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung "jeglichen Schweregrades" erzielt habe. Damit habe der Impfstoff die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt. Zu den möglichen Folgen für WACKER CHEMIE konnte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX zunächst keine Angaben machen.

Die Papiere fielen als einer der größten Verlierer im Index der mittelgroßen Werte MDAX deutlich. Aktuell geht es um 4,42 Prozent auf 130,85 Euro nach unten. Damit verpuffte die höhere Jahresprognose des Managements, allerdings hatten die Aktien erst vor wenigen Tagen bei gut 143 Euro ein Mehrjahreshoch markiert. Wegen der jüngsten Kursverluste steht nun für 2021 noch ein Plus von rund zwölf Prozent auf den Kurszettel.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: WACKER Chemie

Nachrichten zu WACKER CHEMIE AG

  • Relevant
    2
  • Alle
    3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu WACKER CHEMIE AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
09:41 UhrWACKER CHEMIE NeutralJP Morgan Chase & Co.
16.07.2021WACKER CHEMIE BuyBaader Bank
14.07.2021WACKER CHEMIE BuyUBS AG
25.06.2021WACKER CHEMIE buyUBS AG
25.06.2021WACKER CHEMIE HoldKepler Cheuvreux
16.07.2021WACKER CHEMIE BuyBaader Bank
14.07.2021WACKER CHEMIE BuyUBS AG
25.06.2021WACKER CHEMIE buyUBS AG
25.06.2021WACKER CHEMIE buyWarburg Research
24.06.2021WACKER CHEMIE buyBaader Bank
09:41 UhrWACKER CHEMIE NeutralJP Morgan Chase & Co.
25.06.2021WACKER CHEMIE HoldKepler Cheuvreux
23.06.2021WACKER CHEMIE HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
17.06.2021WACKER CHEMIE HoldKepler Cheuvreux
17.06.2021WACKER CHEMIE NeutralJP Morgan Chase & Co.
17.06.2020WACKER CHEMIE ReduceKepler Cheuvreux
28.05.2020WACKER CHEMIE ReduceKepler Cheuvreux
30.03.2020WACKER CHEMIE ReduceKepler Cheuvreux
17.03.2020WACKER CHEMIE ReduceKepler Cheuvreux
21.02.2020WACKER CHEMIE ReduceKepler Cheuvreux

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für WACKER CHEMIE AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub
Werbung

Heute im Fokus

DAX stabil -- Asiens Börsen uneinheitlich -- Siemens hebt zum dritten Mal Prognose an -- Lufthansa mit geringerem Verlust -- Conti, Zalando, Uber, Bayer, Merck, adidas im Fokus

SÜSS MicroTec steigert Erlös im ersten Halbjahr. Beiersdorf wächst deutlich. Xing-Betreiberin New Work wird optimistischer für 2021. Adecco will französischen Personalberater BPI kaufen. ElringKlinger profitiert von anziehender Autokonjunktur. Hannover Rück verdient deutlich mehr und bestätigt Ausblick. Aurubis sieht sich auf Kurs zu Jahreszielen. Shop Apotheke verdient operativ deutlich weniger. S&T legt wegen starker Nachfrage deutlich zu.

Top-Rankings

Jobs mit Zukunft und hohem Gehalt
Hier wird man auch künftig noch gut bezahlt
Billiger als der Model 3: Diese Elektroautos der Konkurrenz könnten Tesla das Geschäft vermiesen
Diese Tesla-Konkurrenten sind auf dem Vormarsch und billiger als der Model 3
Die erfolgreichsten Kinofilme der letzten 25 Jahre
Welche Titel knackten die Milliardenmarke an den Kinokassen?

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die umsatzstärksten Unternehmen der Welt
Welche Unternehmen erwirtschafteten den größten Jahresumsatz?
Die besten Börsentage aller Zeiten
Welche Indizes konnten die höchsten Zugewinne einfahren?
Rohstoffe: Die Gewinner und Verlierer im Juni 2021
Welcher Rohstoff macht das Rennen?
Die größten Börsen- und Finanzskandale
Die größten Betrüger, Zocker und Bilanzfälscher.
Das Top-Ranking der Fußballweltmeister
Welches Land schnitt bei den Weltmeisterschaften am besten ab?
mehr Top Rankings

Umfrage

Auf welche Mega-Trends setzen Sie?

finanzen.net Brokerage
finanzen.net Zero

Oskar

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln