Lage am Ölmarkt weiter angespannt: Aktien von Exxon, Shell, BP & Co. im Fokus

Die globalen Energiemärkte stehen weiterhin im Bann einer massiven geopolitischen Krise im Nahen Osten. Das macht sich auch bei Aktien aus dem Ölsektor bemerkbar.
Werte in diesem Artikel
• Ölpreise bleiben durch geopolitische Spannungen hoch
• Straße von Hormus als kritischer Faktor für globale Lieferketten
• Energieaktien reagieren stark und gelten als "sicherer Hafen"
Nachdem die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran weiterhin das dominierende Thema am Finanzmarkt bleibt, rücken auch Öl- und Gaskonzerne immer wieder in den Blickpunkt von Investoren. Aktien von ExxonMobil notieren zum Wochenstart an der NYSE zeitweise 0,75 Prozent im Plus bei 157,29 US-Dollar, Occidental Petroleum geben daneben 1 Prozent auf 57,30 US-Dollar ab und Chevron zeigen sich 0,02 Prozent höher bei 196,86 US-Dollar. In Europa geht es unterdessen für die Aktien von Shell (+1,48 Prozent auf 34,18 GBP) in London aufwärts, während sich BP (+1,01 Prozent auf 5,40 GBP) kaum bewegen.
Geopolitische Schocks treiben Rohölpreise
Der wichtigste Impulsgeber für die Marktdynamik bleiben die Ölpreise. Auch wenn sich die Lage am Ölmarkt zuletzt etwas beruhigt hatte, bleiben Brent und WTI nach massiven Preisanstiegen in der vergangenen Woche auf hohem Niveau. Auslöser für diesen "Ölpreisschock" waren gezielte Angriffe auf iranische Führungsfiguren, die den Markt in eine Phase extremer Unsicherheit gestürzt haben. Da ein baldiges Ende des Iran-Krieges nicht absehbar ist, preisen Investoren zunehmend ein Szenario dauerhaft hoher Energiepreise ein.
Blockade der Straße von Hormus als kritischer Faktor
Ein zentrales Risiko für die Weltwirtschaft stellt die aktuelle Situation an der Straße von Hormus dar. Durch diese strategisch entscheidende Meerenge wird normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Ölbedarfs transportiert. Infolge der Kriegshandlungen ist der Schiffsverkehr dort massiv eingeschränkt. Dies führt dazu, dass weltweit die Lagerbestände Tag für Tag schrumpfen. Experten der LBBW warnen vor verheerenden Auswirkungen auf den physischen Markt, sollte die Lahmlegung dieser Route länger anhalten.
Ölaktien als Profiteure und Sicherheitsanker
In diesem turbulenten Umfeld erweisen sich Energieaktien als gefragte Investments. Während breite Marktindizes unter dem Inflationsdruck leiden, agieren Ölwerte zunehmend als "sicherer Hafen". Dabei stützt vor allem die Erwartungshaltung, dass die Fördergesellschaften durch die hohen Spotpreise für Brent- und WTI-Öl ihre Margen im laufenden Quartal massiv ausweiten können.
Shell erwartet über Jahrzehnte kräftiges Wachstum der LNG-Nachfrage
Shell erwartet in den kommenden Jahren ein robustes Wachstum der Nachfrage nach Flüssigerdgas (LNG). Der britische Ölkonzern geht davon aus, dass LNG mehr als die Hälfte des weltweiten Wachstums der Erdgasnachfrage ausmachen wird.
Die weltweite Nachfrage nach LNG wird Schätzungen zufolge bis 2040 um 54 bis 68 Prozent und bis 2050 um 45 bis 85 Prozent von 422 Millionen Tonnen pro Jahr im Jahr 2025 wachsen, was größtenteils durch die asiatischen Märkte angetrieben werden dürfte.
Derzeit werden die LNG-Lieferungen durch Angriffe auf die Energieinfrastruktur gestört. Zudem steht der Verkehr durch die Straße von Hormus - eine der weltweit wichtigsten Routen für die Öl- und LNG-Schifffahrt - faktisch stil.
"Während der Konflikt zu einem hohen Maß an Preisvolatilität geführt hat, hat Shell weiterhin langfristig einen positiven Ausblick für LNG", teilte der weltgrößte LNG-Händler am Montag mit. Der Konzern hat aber nach eigenen Angaben einen Teil seines Ausblicks aufgrund der unsicheren geopolitischen Lage nicht veröffentlicht.
Shell erwartet, dass asiatische Länder - auf die rund 65 Prozent der gesamten LNG-Nachfrage entfallen - auf den Brennstoff angewiesen sein werden, um den steigenden Energiebedarf zu decken, während die europäischen Nationen weiterhin auf LNG setzen werden, um die heimische Gasversorgung zu stärken.
"Die Bereitstellung von LNG wird der größte Beitrag sein, den Shell im nächsten Jahrzehnt zur Energiewende leisten wird", so der Konzern.
Die LNG-Industrie tritt in das ein, was Shell als einen neuen Investitions-"Superzyklus" beschreibt, wobei erwartet wird, dass Großprojekte in den USA und in Katar ab diesem Jahr erhebliche Volumina hinzufügen werden. Die Branche geht davon aus, dass der Markt bis 2030 um fast 40 Prozent wachsen könnte, was möglicherweise eine Phase des Überangebots und schwächerer Preise nach sich zieht. Shell warnt gleichzeitig, dass das Timing aufgrund häufiger Verzögerungen bei großen LNG-Projekten ungewiss bleibe.
Das Unternehmen strebt bis 2030 ein jährliches Wachstum des LNG-Absatzes von 4 bis 5 Prozent an.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von Dow Jones Newswires
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