27.11.2020 17:53

VW-Aktie gibt nach: Volkswagen will trotz Corona 2021 weiter Marktanteile gewinnen - Elektrischer Kleinwagen in Planung

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Volkswagen wird in seine neue Reihe reiner Elektroautos auch einen günstigen Kleinwagen aufnehmen.
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Das Fahrzeug ist für die Ausbaustufe ab 2023 vorgesehen, soll unterhalb des jüngst gestarteten ID.3 angesiedelt werden und in der Basisversion um die 20 000, jedenfalls aber deutlich weniger als 30 000 Euro kosten. Ein Projektteam beschäftigt sich mit dem Modell. Es dürfte in etwa die Größe eines Polo haben, wie aus Konzernplanungen hervorgeht. Das Vorhaben hat eine hohe Priorität und wurde zeitlich vorgezogen.

Ein möglicher ID.2 wäre der bei Branchenbeobachtern erwartete Schritt von VW, sein E-Auto-Angebot auch nach unten auszudehnen. Auf den seit September verkauften Kompaktwagen ID.3 folgt um den Jahreswechsel zunächst der Klein-SUV ID.4. Danach setzen der ID.5 - eine Mischung aus SUV und Limousine mit bis zu 470 Kilometern Reichweite - und der größere ID.6 die Serie fort. Der elektrische Bus ID.Buzz startet 2022. 2023 kommt der Oberklassewagen Aero B hinzu, der im vollgeladenen Zustand bereits bis zu 700 Kilometer weit fahren soll.

Bei Umweltschützern stößt der konkrete Plan für einen "E-Polo" auf große Zustimmung. "Endlich erweitert VW seine ID-Serie mit einem kleineren, ressourcensparenden ID-Modell", sagt Tobias Austrup von Greenpeace - für die sehr kritisch gegenüber Autobauern eingestellte Organisation eine nicht alltägliche Äußerung. Gleichzeitig mahnt er, Volkswagen und andere müssten nun weitere Entschlossenheit folgen lassen und mehr Alternativen auch zu schweren SUVs bieten: "Klimaschonend wird der Verkehr nur, wenn der Verbrennungsmotor verschwindet und Autos gleichzeitig kleiner und leichter werden."

Basis der ID-Serie ist der Elektrobaukasten MEB, mit dem VW eine einheitliche technische Grundlage der E-Mobilität und Digitalisierung auch für seine Konzerntöchter schaffen will. Inzwischen werden diese Plattformen markenübergreifend gemeinsam entworfen, unter anderem mit Skoda. Dies soll Kosten sparen und den Erfahrungsaustausch fördern, um auch Software- und Steuerungssysteme besser abzustimmen. Beim neuen Golf 8 und beim ID.3 hatte es hier Anlaufprobleme gegeben.

Das Interesse an reinen Elektroautos ist auch durch die im Sommer erweiterten Kaufprämien gewachsen. Der letzte "Autogipfel" beschloss, die von Staat und Industrie finanzierte Absatzförderung bis Ende 2025 zu verlängern. Klein-Pkw wurden trotz des generellen Nachfrageschocks in der Corona-Krise zuletzt häufiger ausgeliefert. Für den Oktober meldete das Kraftfahrt-Bundesamt in der Sparte fast ein Viertel mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. Außer bei Wohnmobilen gab es nur bei Sportwagen einen Zuwachs - wenngleich einen viel geringeren.

Für Elektro-Pkw in allen Größenordnungen betrug die Steigerung im Oktober sogar mehr als 360 Prozent. Der E-Golf hatte in Deutschland ebenfalls viele Kunden gefunden, in der neuen Modellgeneration läuft der Antrieb jedoch aus. VW setzt auf die ID-Familie. Der Gesamtabsatz der Marke dümpelt derweil noch weit unter dem Vorjahresniveau.

Auch Autobranchen-Experte Stefan Bratzel lobte die Kleinwagen-Pläne. "Ich halte das für hochnotwendig", meinte der Leiter des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach. Ein vollelektrisches Angebot in dem Segment werde in den kommenden Jahren noch wichtiger werden, sollten verschärfte Abgasstandards auch hier zu merklichen Preiserhöhungen führen. Einige Konkurrenten hätten - wie etwa Renault mit dem Modell Zoe - diesen Geschäftsbereich jedoch weit früher erschlossen. "Die waren da deutlich schneller unterwegs", so Bratzel.

Es könnte VW nach seiner Einschätzung gelingen, mittelfristig auch selbst einen hohen Marktanteil bei E-Kleinwagen zu erreichen. Entscheidend sei die "Wucht" des Größenvorteils: Klappe der Anlauf des neuen E-Baukastensystems, hätten die Wolfsburger gute Chancen.

Bis dahin müsse zum Beispiel die Elektroversion des noch kleineren VW Up als eine Art Brücke dienen. Es sei indes fraglich, ob der Wagen, auf den Kunden wegen Kapazitätsengpässen jetzt oft länger warten müssen, unter Rendite-Gesichtspunkten noch über Jahre weiterlaufen könne. Die Hersteller verdienen mit Klein- und Kompaktautos meist nur dann gut, wenn sie sehr hohe Stück- und Absatzzahlen erreichen können. Ansonsten werfen teurere Modelle wie SUVs, Sportwagen oder schwere Limousinen in der Regel weitaus höhere Gewinne ab.

In seiner Mitte November aktualisierten Investitionsplanung hatte der gesamte VW-Konzern in den kommenden fünf Jahren Ausgaben von 150 Milliarden Euro angekündigt. Fast die Hälfte davon fließt in E-Mobilität und Digitales. Am Hauptsitz der leichten Nutzfahrzeuge in Hannover soll auch ein E-Oberklassemodell für andere Marken entstehen. Es könnte sich um den "Tesla-Fighter" für AUDI, Porsche und Bentley handeln, mit dem VW den US-Pionier angreifen will.

VW-Aktie von Umstufung belastet

Die Aktie von Volkswagen hat am Freitag auf Umstufungen der Investmentbank Exane BNP Paribas reagiert. Die VW-Vorzugsaktien fielen via XETRA letztlich um 1,8 Prozent auf 145,92 Euro und gehörten damit zu den Schlusslichtern im DAX. Exane Analyst Stuart Pearson hatte die Volkswagen-Vorzüge von "Outperform" auf "Neutral abgestuft und das Kursziel von 187 auf 165 Euro reduziert.

Volkswagen-Chef Diess appeliert an Betriebsrat und Großaktionär

Volkswagen-Chef Herbert Diess hat den Betriebsrat und das Land Niedersachsen als Großaktionär aufgefordert, beim Umbau des Konzerns zu einem führenden Anbieter klimaschonender Mobilität keine Blockadehaltung einzunehmen.

"Durch die Mehrheitsverhältnisse bei Volkswagen spielen das Land Niedersachsen zusammen mit der Mitbestimmung eine besonders wichtige Rolle für wesentliche Richtungsentscheide - das gilt auch für die Besetzung von Spitzenpositionen", erklärte Diess in einem Grußwort anlässlich eines Festakts zum 75-jährigen Bestehen der Mitbestimmung bei VW. Unternehmenskreisen zufolge kommt Diess bei der Besetzung von Schlüsselressorts im Vorstand nicht voran, weil der Betriebsrat nicht mitzieht. Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte dem entgegengehalten, es gebe keinen Streit. Im nächsten Jahr muss die Nachfolge von Finanzchef Frank Witter geregelt werden, der im Juni aus familiären Gründen ausscheiden will. Außerdem muss der seit dem Rückzug von Stefan Sommer unbesetzte Posten des Beschaffungsvorstands neu besetzt werden, den Witter seit dem Frühsommer kommissarisch mitverantwortet. Insidern zufolge gibt es mit dem Betriebsrat Streit über den künftigen Zuschnitt der Ressorts. Auch steht angesichts der enormen Investitionen in die E-Mobilität und die Digitalisierung inmitten der Corona-Krise die Frage eines weiteren Sparprogramms im Raum. Diess mahnte, in den kommenden Jahren müssten "mutige Entscheidungen" getroffen werden, um den Fortbestand des Konzerns mit über 600.000 Beschäftigten zu sichern. Mit dem Zukunftspakt der Marke Volkswagen, dem Umbau der Komponentenstandorte, der Umrüstung von Werken auf die Produktion von E-Autos und dem Ausbau der Softwarekompetenz seien bereits wichtige Weichen zur Zukunftssicherung gestellt worden. "Effizienzsteigerungen sind notwendig und für den Fortbestand von Unternehmen nicht zu unterschätzen, wie viele Beispiele immer wieder beweisen" erklärte der Konzernchef weiter. Hier habe Volkswagen noch Nachholbedarf.

Betriebsrat demonstriert Selbstbewusstsein

Osterloh erklärte, der Betriebsrat feiere "nicht sein Alter, sondern seine Erfahrung und seine Stärke als Gremium". Die IG Metall, der auch Osterloh angehört, ist bei Volkswagen besonders stark vertreten. "Gerade unsere Geschichte zeigt immer wieder: Krisen werden bei Volkswagen nicht kurzfristig auf Kosten der Kolleginnen und Kollegen ausgetragen", betonte er. Das werde auch künftig gelingen. "Und solange das VW-Gesetz, unser hoher gewerkschaftlicher Organisationsgrad und vor allem der enorme Rückhalt unserer Belegschaft weiter hinter unserer Arbeit als Betriebsrat stehen, wird das auch noch die nächsten 75 Jahre so bleiben." Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch erklärte anlässlich der im Internet übetragenen Veranstaltung, Volkswagen sei ein Beispiel dafür, dass sich nachhaltige Rendite und nachaltige Beschäftigung nicht ausschlössen. Die paritäische Mitbestimmung sei ein wichtiger Teil der Unternehmenskultur und des Erfolgs von Volkswagen. Das 1960 in Kraft getretene VW-Gesetz gibt dem Betriebsrat und dem Land Niedersachsen als zweitgrößtem Aktionär nach der Familienholding Porsche SE eine besondere Stellung bei VW.

HANNOVER (dpa-AFX)/Hamburg (Reuters)

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