Henkel-Aktie dennoch tiefer: Nach Krisenjahr soll das Wachstum wieder anziehen

Henkel hat im vergangenen Jahr trotz eines starken Schlussquartals ein nur verhaltenes Wachstum erzielt und die eigene Prognose sowie die Markterwartung verfehlt.
Werte in diesem Artikel
Die Marge lag dagegen im Rahmen der Erwartungen. Für das laufende Jahr stellt der Hersteller von Marken wie Persil, Pril und Pritt wieder ein stärkeres Wachstum in Aussicht, auch wenn der Start ins Jahr etwas verhaltener ausfallen dürfte.
Der Umsatz sank im Gesamtjahr nominal vor allem wegen widriger Wechselkurseffekte um 5,1 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro. Das organische Wachstum betrug 0,9 Prozent. Henkel selbst hatte zuletzt das untere Ende der Prognosespanne von 1,0 bis 2,0 Prozent in Aussicht gestellt. Analysten hatten im Konsens von Visible Alpha mit einem Wachstum von 1,1 Prozent gerechnet.
Im Schlussquartal betrug das organische Wachstum 2,3 Prozent. Analysten hatten auch hier mehr erwartet.
Das bereinigte EBIT fiel 2025 auf 3,03 von 3,09 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge lag bei 14,8 Prozent und damit innerhalb des angepeilten Margenkorridors von 14,5 bis 15,5 Prozent. Die Markterwartung wurde getroffen.
Der Gewinn je Vorzugsaktie stieg um 2,5 Prozent auf 4,92 Euro. Die Aktionäre sollen pro Vorzugsaktie eine Dividende von 2,07 Euro bekommen nach 2,04 Euro im Vorjahr.
Für das laufende Jahr stellt Henkel ein organisches Wachstum von 1,0 bis 3,0 Prozent in Aussicht. Die bereinigte operative Marge soll 14,5 bis 16,0 Prozent erreichen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll auf Basis konstanter Wechselkurse um einen niedrigen bis hoch einstelligen Prozentsatz zulegen.
Jahresplus bei Henkel weg - Schwacher Start 2026 und Ölpreise
p> Ein wohl schwacher Jahresstart von Henkel hat den vom Iran-Krieg ausgelösten Kursrutsch der Vorzugsaktien am Mittwoch zusätzlich befeuert. Die Henkel-Aktie verliert via XETRA zeitweise 4,54 Prozent auf 69,76 Euro. Es sackte obendrein auch unter die 200-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell rund 71,50 Euro, die den längerfristigen Trend signalisiert.In den anderthalb Wochen seit der Nahost-Eskalation haben die Vorzugsaktien damit 16 Prozent eingebüßt und zugleich auch ihre Gewinne seit Jahresbeginn.
Analysten verwiesen vor allem auf die unerwartet deutliche Wachstumsverlangsamung im Bereich Adhesive Technologies, der Klebstoffsparte, im vierten Quartal 2025 sowie auf den Jahresauftakt. So senkte Analystin Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC nach der Vorlage des Zahlenwerks ihre Wachstumsschätzungen moderat, um den sich fortsetzenden geopolitischen Unsicherheiten und der Enttäuschung im Klebstoff-Segment Rechnung zu tragen. Ihr Kursziel passte sie zugleich von 78 auf 75 Euro an und bekräftigte ihre neutrale Einschätzung "Sector Perform".
Barclays-Analyst Warren Ackerman erläuterte Positives und Negatives in der Geschäftsentwicklungen des Schlussquartals. Während die Sparte Consumer Brands die Erwartungen übertroffen habe, sei die Schwäche im Geschäftsfeld Automobil und Elektronik auf die Klebstoffsparte durchgeschlagen.
"Das Hauptthema ist jedoch die Prognose eines schwachen Starts in das Jahr 2026 und die breit gefasste operative Profitabilitätsprognose von 14,5 bis 16,0 Prozent", schrieb er. Entsprechend stelle sich etwa die Frage, was in Bezug auf die Öl- und Erdgaspreise zu erwarten sei. Denn "Henkel ist anfällig für die Entwicklungen der Rohstoffpreise, wie in den Jahren 2021 bis 2023 zu sehen gewesen ist", wie etwa Analystin Celine Pannuti von JPMorgan ergänzend schrieb.
Barclays-Experte Ackerman erinnerte aber auch daran, dass Henkel im vergangenen Jahr ein sehr schwaches erstes Quartal gehabt habe. Insgesamt blieben aber mehr Fragen als Antworten offen, resümierte er, auch wenn Henkel davon ausgehe, dass das Auftaktviertel 2026 weiterhin innerhalb der Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr liegen werde, womöglich aber am unteren Ende. "Allerdings könnte die Prognose für das Ergebnis je Aktie (EPS) wiederum am oberen Ende herauskommen, sobald alle Akquisitionen berücksichtigt sind."
Pannuti richtete den Fokus zudem darauf, dass Henkel kein neues Aktienrückkaufprogramm angekündigt hat und geht obendrein von erst einmal leicht sinkenden Konsensschätzungen für das EPS 2026 aus. Nach der Telefonkonferenz resümierte sie: Insgesamt ist der Start in das neue Geschäftsjahr schwach verlaufen und beeinträchtigt die Sichtbarkeit einer Erholung der Absatzmengen, während eine potenziell höhere Rohstoffinflation - sofern die aktuellen Preise Bestand haben - die Margenverbesserung wie in den Jahren 2021 bis 22 gefährden könnte."
DJG/mgo/brb
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)
Ausgewählte Hebelprodukte auf Henkel
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Henkel
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Henkel News
Bildquellen: Henkel AG
