thyssenkrupp-Aktie sackt ab: Hohe Kosten für Stahl-Sanierung lassen Verluste wachsen

Der Industriekonzern thyssenkrupp leidet weiter unter einem schwachen Marktumfeld.
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Hohe Restrukturierungskosten für das Stahlgeschäft führten zu einem höheren Verlust im ersten Geschäftsquartal. So verzeichnete thyssenkrupp in den drei Monaten per Ende Dezember unter dem Strich einen Fehlbetrag von 353 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte das Minus bei 51 Millionen Euro gelegen. Zusätzlich belasteten Abschreibungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Kerngeschäfts von Automation Engineering.
Das um solche Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich hingegen um zehn Prozent auf 211 Millionen Euro und fiel etwas besser aus als erwartet. Hier wirkte sich das laufende Transformationsprogramm positiv aus. Dabei bleibt das Marktumfeld schwierig: So sank der Umsatz wegen einer schwächeren Nachfrage sowie niedrigeren Preisen um acht Prozent auf fast 7,2 Milliarden Euro. Analysten hatten mit stabilen Erlösen gerechnet. Der Auftragseingang knickte um 38 Prozent auf rund 7,7 Milliarden Euro ein. Grund dafür waren auch Großaufträge des Marineschiffbauer TKMS vor einem Jahr.
Sie zollten damit ihrer guten Entwicklung der vergangenen Monate Tribut. Mit gut 34 Prozent Kursplus waren sie 2026 sehr stark gelaufen im Zuge der Stahlrally sowie der Abspaltung des Marineschiffbauers TKMS. Nun monierten Experten vor allem den schwachen freien Barmittelzufluss.
"Trotz marktbedingter Umsatzrückgänge haben wir das bereinigte Ebit gesteigert - ein klares Zeichen für die Fortschritte bei Effizienz, Kosten und Struktur", kommentierte Konzernchef Miguel López. Die Jahresprognose wurde bekräftigt. Wegen der Stahl-Sanierung erwartet thyssenkrupp unter anderem einen Konzernverlust von 400 bis 800 Millionen Euro.
thyssen-Kostenplanung zu Stahlrestrukturierung steht auch nach HKM-Einigung
Die Einigung von thyssenkrupp Steel mit Salzgitter über den Ausstieg des Duisburger Unternehmens beim Stahlhersteller Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) wirft die Planungen hinsichtlich der zu erwartenden Kosten für den Umbau des Stahlgeschäftes in Essen nicht über den Haufen. "Wir rechnen jetzt auf Basis des Eckpunkte-Papiers mit einem niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen Euro-Betrag" an Restrukturierungskosten, sagte thyssenkrupp-Finanzchef Axel Hamann in der virtuellen Pressekonferenz zu den Erstquartalszahlen.
Das in der vergangenen Woche vereinbarte Eckpunkte-Papier habe man zwar nicht vorhergesehen, sagte er. "Aber wir hatten ein anderes Szenario (in unseren Planungen) berücksichtigt. Und die finanziellen Auswirkungen weichen nicht stark davon ab."
thyssenkrupp rechnet für den Stahlbereich mit Restrukturierungsaufwendungen im mittel bis hoch dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, wie Hamann noch einmal bestätigt. 400 Millionen davon wurden bereits als Rückstellung im ersten Quartal verbucht und sorgten dort für einen hohen Nettoverlust unter dem Strich.
thyssen-Finanzchef rechnet mit länger laufenden Jindal-Verhandlungen
thyssenkrupp rechnet damit, dass sich die Verhandlungen mit dem indischen Konzern Jindal Steel über einen Verkauf des Stahlgeschäfts noch länger hinziehen werden. "Es gibt noch eine Menge zu besprechen und zu verhandeln" sagte thyssen-Finanzchef Axel Hamann in einer virtuellen Pressekonferenz. Auch gebe es im Markt derzeit viel Dynamik, sagte der Manager und verwies zur Erläuterung auf die in Brüssel angekündigten Maßnahmen zum Schutz der Stahlbranche. Auch darüber müsse man sich auseinandersetzen.
Hamann wollte die Aussage von Konzernchef Miguel Lopez von der Bilanzpressekonferenz im November nicht wiederholen, wonach die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss mit Jindal bei 50 Prozent lägen. Ein solches Prozentschild sei "sehr schwierig" zu vergeben, sagte er. Man verhandele aber konstruktiv.
Zur Frage eines alternativen Planes für den Fall eines Scheiterns sagte Hamann, es werde dann sicherlich die Restrukturierung im Stahlgeschäft fortgesetzt.
/nas/jha/
ESSEN (dpa-AFX) / Dow Jones
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