Tiefrote Bilanz

Stellantis-Aktie dreht auf grünes Terrain: Opel-Mutter und VW-Rivale fährt riesigen Verlust ein

26.02.26 15:56 Uhr

Stellantis-Aktie höher: Opel-Mutter rutscht in 22-Milliarden-Loch - Elektrostrategie teuer bezahlt | finanzen.net

Der Autokonzern Stellantis hat im vergangenen Jahr wegen hoher Abschreibungen auf seine Elektroautostrategie einen riesigen Milliardenverlust gemacht.

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Unter dem Strich standen 22,3 Milliarden Euro Verlust, wie die Opel-Mutter am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Der Vielmarkenkonzern (unter anderem Fiat, Peugeot, Chrysler, Alfa Romeo, Jeep) mit Wurzeln in Frankreich, Italien und den USA hatte bereits vor Wochen mitgeteilt, dass er wegen der Änderung des Elektrokurses der Regierung von US-Präsident Donald Trump und dem folgenden Nachfrageloch in seinem wichtigen Markt USA viel Geld abschreiben muss. Letztlich beliefen sich die Wertminderungen im Gesamtjahr auf 25,4 Milliarden Euro.

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Die Aktie trat zunächst mehr oder weniger auf der Stelle, zog zuletzt jedoch spürbar an und gewann in Paris knapp sechs Prozent auf 6,87 Euro. Konzernchef Antonio Filosa schürte in einer Analystenkonferenz die Hoffnung, dass es im wichtigen Markt Nordamerika schnell wieder besser wird. Dieser dürfte am meisten dazu beitragen, dass das konzernweite Ergebnis 2026 wieder zulege, machte er deutlich. Das Kursplus ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Zu Jahresbeginn war die Aktie noch fast 10 Euro wert gewesen, vor knapp zwei Jahren wurden noch mehr als 27 Euro bezahlt.

Auch bereinigt um die großteils bereits bekannten Sonderbelastungen kam der VW-Rivale vergangenes Jahr stark unter Druck und fuhr im Tagesgeschäft wegen Preisdrucks, US-Zöllen und Gewährleistungskosten rote Zahlen ein. Sowohl in Nordamerika, wo der Konzern einst mit seinen Pick-ups und SUVs den Löwenanteil seiner Gewinne machte, als auch in Europa stand auf Jahressicht ein operativer Verlust.

Insgesamt lag der um Sondereffekte bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 842 Millionen Euro. Das entsprach bei einem Umsatzrückgang um zwei Prozent auf 153,5 Milliarden Euro einer Marge von minus 0,5 Prozent. In diesem Jahr soll es mit dem Erlös wie bereits bekannt um einen mittleren einstelligen Prozentsatz nach oben gehen, die operative Marge dürfte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich bewegen.

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Der neue Konzernchef Antonio Filosa war eigentlich angetreten, um den Konzern nach einer hausgemachten Krise in den USA im Tagesgeschäft wieder auf Kurs zu bringen - nun musste er mit einem Großreinemachen beginnen, das den Konzern lange mit Milliardenzahlungen belasten wird. Erst 2027 sei wieder mit einem Zufluss an freien Mitteln im Fahrzeuggeschäft (Free Cashflow) zu rechnen, hieß es.

Stellantis streicht nun Elektromodelle, bietet mehr Verbrenner- und Mischantriebe an und baut die Produktion und seine Lieferketten um. Donald Trump hatte Subventionen für Elektroautos gestrichen und Abgasregelungen geändert. Auch die anderen US-Autoriesen General Motors und Ford schrieben viele Milliarden auf ihren eingeschlagenen Elektrokurs ab.

AMSTERDAM (dpa-AFX)

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