01.07.2018 17:20
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25 exklusive Investments der Top-Vermögens­verwalter

Euro am Sonntag-Titel: 25 exklusive Investments der Top-Vermögens­verwalter | Nachricht | finanzen.net
Leber, Ehrhardt, Reuss, Huber und Vorndran (v. l.)
Euro am Sonntag-Titel
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Gipfeltreffen der besten Vermögensverwalter: Wie Jens Ehrhardt, Peter Huber, Hendrik Leber, Michael Reuss und Philipp Vorndran die Börsen sehen, auf welche Werte sie jetzt setzen.
€uro am Sonntag
von Frank-B. Werner, Euro am Sonntag

Die Börse ist keine Einbahnstraße. Fast jeder Anleger kennt den Spruch. Trotzdem war die Nervosität groß, als wichtige Aktien­indizes wie der DAX im Februar und März um mehr als zehn Prozent einbrachen. Einen Teil der Verluste haben sie wieder wettgemacht. Doch die Sorglosigkeit, die 2017 herrschte, ist erst mal passé. Wird der globale Handelsstreit eskalieren? Wird die neue italienische Regierung die Eurozone in die nächste Krise stürzen? Und vor allem: Beenden die Notenbanken die Ära des billigen Geldes und würgen die Aktienhausse endgültig ab? Diese Fragen treiben die Börsianer um.


Wie jedes Jahr hat €uro am Sonntag die führenden deutschen Vermögensverwalter befragt, wie sie die Lage an den Finanzmärkten einschätzen. Diesmal trafen sich die Geldprofis im Schlosshotel Kronberg im Taunus. Im Interview erklären sie, warum die Börsenrally noch nicht zu Ende ist, und nennen ihre Top-Tipps für die kommenden zwölf Monate.


€uro am Sonntag: Im ersten Halbjahr sind die Aktienbörsen eingeknickt. War das nur eine Kursdelle oder der Auftakt zu stärkeren Turbulenzen?
Michael Reuss:
Was im Februar an der Börse passiert ist, war wie bei der "Reise nach Jerusalem". Da hört die Musik auf zu spielen und jeder rennt zu einem sicheren Platz. Solche kurzen Anfälle von Nervosität mit fallenden Kursen sind typisch in langen Aufwärtsphasen. Das ist schon wieder erledigt. Trotzdem bleiben die Börsen anfällig für Korrekturen. Der weltweite Handelsstreit geht erst richtig los. Und in Europa trüben sich die Konjunkturaussichten ein. Ich rech­ne damit, dass die großen Indizes unter Schwankungen seitwärts laufen und zum Jahresende ungefähr auf dem gleichen Niveau stehen wie jetzt.
Peter Huber: Wir sehen das ähnlich: keine Baisse, aber nervöse Börsen bis in den Herbst hinein. Darauf deuten auch die Stimmungsindikatoren hin. Sie sind Ende Januar, als die Märkte neue Rekorde verbuchten, brutal nach oben geschossen. In der Regel dauert es einige Monate, bis so ein Stimmungshoch abgebaut ist und die Kurse zu einem neuen Höhenflug ansetzen können.
Philipp Vorndran: Richtig. Die Aktienbörsen atmen nur durch. Aber mittelfristig geht die Wanderung nach oben weiter, weil Aktien einfach die beste ­Anlage sind. Es kann durchaus sein, dass die Kurse in den nächsten Monaten noch mal einknicken. Aber Anleger sollten Schwächephasen für Zukäufe nutzen, um den nächsten Aufschwung mitzunehmen.

Sehen Sie wirklich keine Crash-Gefahr? Die Zinsen steigen, das ist Gift für Aktien. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen schon wieder drei Prozent ab.
Hendrik Leber: Es war in der Tat die Angst vor dem Ende des billigen Geldes, die das Kursbeben im Februar ausgelöst hat. Seit November verringert die US-Notenbank Fed ihre Bestände an Staatsanleihen. Und sie erhöht in kleinen Schritten die Zinsen. Es bleiben nur zwei Szenarien: Entweder der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik kommt wirklich. Dann leidet die Wirtschaft, und die Börsenparty ist vorbei. Oder der Ausstieg wird wieder abgeblasen. Dann können die Aktienkurse noch lange laufen. Das zweite Szenario ist viel wahrscheinlicher. Ich bin extrem optimistisch für Aktien.
Jens Ehrhardt: Die Geldpolitik ist das A und O für die Börse. Weltweit sind die Entwicklungen hier gegenläufig. Während die Fed monetär bremst, halten die Bank von Japan und die EZB die Geldschleusen noch offen. Die Frage ist: Was macht die EZB Ende 2018, wenn ihr Anleihekaufprogramm ausläuft? Es kann gut sein, dass sie es noch mal verlängert - auch wegen der schwierigen Lage in Italien. Für die Börse wäre das gut.


Das heißt aber im umgekehrten Fall: Sobald EZB-Chef Mario Draghi den Geldhahn zudreht, kommt postwendend die große Baisse.
Ehrhardt: Nein. Für eine Baisse reicht es nicht. Dazu bekommen die Börsen noch zu viel Rückenwind. Erstens von den Aktienrückkäufen. Deren Volumen wird in den USA dieses Jahr auf das Rekordniveau von 600 bis 800 Milliarden Dollar steigen. Damit sind die Rückkäufe für rund 75 Prozent der gesamten US-Aktiennachfrage verantwortlich. Zweitens profitieren Aktien weiterhin von den Zinsen, die weltweit im Vergleich zu früheren Zyklen noch niedrig sind. Und drittens deutet der wichtigste Konjunkturindikator, die Zinsstrukturkurve, keine Rezession in den USA an. Und sollte die US-Wirtschaft doch straucheln, wird die Fed sofort einschreiten und wieder mehr Liquidität in die Märkte schleusen.

Vorndran: Stimmt. Doch eines hat sich massiv verändert: Das Gespann aus Donald Trump und dem neuen Fed-Chef Jerome Powell verfolgt keine globale Notenbankpolitik mehr. Das war unter dem Fed-Vorsitz von Janet Yellen und Präsident Obama anders. Die haben auch darauf geachtet, ob es im Finanzsystem in Indien oder Brasilien knirscht. Powell und Trump ist das wurscht. Die Fed wird die Geldpolitik erst ändern, wenn ein globaler Krisenbrand das amerikanische Inland erreicht.

Dann steigen die Risiken in den Schwellenländern gerade dramatisch an, oder?
Vorndran: Definitiv. Vor allem bei Schwellenländerbonds muss man aufpassen. Die Fed entzieht dem Finanzsystem Liquidität, und gleichzeitig steigt der Dollar. Diese Situation wird für diejenigen Schwellenländer zu einer großen Herausforderung, in denen die privaten Haushalte und Unternehmen stark in Dollar verschuldet sind.
Huber: Die Schwellenländer sind eine sehr inhomogene Gruppe. In Asien überwiegen die Chancen die Risiken bei Weitem. Die Region hat noch gewaltiges Wachstumspotenzial, weil immer mehr Bevölkerungsschichten vom steigenden Wohlstand profitieren. Ich halte die ­asiatischen Aktienmärkte für die spannendsten weltweit.

Wie sind die Aussichten für europäische Aktien?
Ehrhardt: Hier gerät die Konjunktur ins Stocken. Der Ifo-Indikator und die Auftragseingänge in Deutschland deuten eine Schwäche an, während die US-Wirtschaft boomt. Weil wir zugleich mit einem starken Dollar rechnen, investieren wir zurzeit stärker in den USA.

In Europa sorgt auch Italien für Unruhe. Der neue Finanzminister Giovanni Tria hat sich zwar zum Euro und zum Schuldenabbau bekannt. Aber im neuen Kabinett sitzen auch erbitterte Eurogegner, allen voran Europa-Minister Paolo Savona. Wird Italien die Eurozone sprengen und eine neue Finanzkrise heraufbeschwören?
Reuss: So weit sind wir noch lange nicht. Die neue populistische Regierung wirft mit Parolen um sich. Aber in Griechenland hat man gesehen, was davon übrig bleiben wird: fast nichts. Italien kann kaum Druck auf Europa ausüben. 85 Prozent der italienischen Staatsanleihen liegen im eigenen Land, bei Banken und Pensionskassen. Wenn diese Anleihen verlängert oder gar auf Lire umgestellt würden, dann würde sich die neue Regierung zu Hause extrem unbeliebt machen.

Die Börsen scheinen mehr Angst zu haben als Sie. Der Euro und europäische Bankaktien haben in den vergangenen Monaten ganz schön Federn gelassen.
Reuss: Ja. Und der Euro wird auch mehr und mehr zur Weichwährung, weil die starken Euroländer die schwachen mitziehen müssen. Aber einen Austritt Italiens aus dem Euro sehe ich nicht. Den will auch die italienische Bevölkerung nicht. Da können sich noch einige an die Lira erinnern und beziehen ihre Löhne und Renten lieber in Euro.
Ehrhardt: Im Prinzip kopiert Italien doch gerade das Trump-Modell: eine populistische Regierung, die die Steuern senken und die Staatsausgaben erhöhen will. Und Rom könnte damit sogar Erfolg haben und die Konjunktur ankurbeln. Und wenn die Renditen der Staatsanleihen zu stark steigen, dann kauft die EZB halt gezielt italienische Staatsanleihen. Am Ende werden sich alle aufregen, aber es wird funktionieren. Und Europas Börsen werden sogar profitieren.

Auch Donald Trump hält Europa in Atem - mit seiner Handelspolitik. Die Börse erlebt ein Wechselbad der Gefühle mit ihm. Erst sorgt er mit Steuersenkungen für eine Rally, dann mit Strafzöllen für ein Kursbeben. Ist der US-Präsident Fluch oder Segen für die Aktienmärkte?
Leber: Trump ist der neue Rüpel, der auf dem globalen Schulhof rumläuft und jeden anpöbelt. Seine naive Art hat auch eine befreiende Wirkung. Etwa wenn er vorschlägt, in den G 7 alle Zölle abzuschaffen. Unterm Strich zählt aber, was hinten rauskommt. Und auch wenn da ein paar gute Dinge dabei sind - Trump bringt zu viel Unsicherheit. Deshalb halte ich ihn für schädlich.

Mal konkret: Wo schadet Donald Trump?
Leber:
Nehmen Sie mal BMW. Der Autobauer produziert in den USA, in Mexiko und in England. Wenn er sich fragt: Wo stelle ich mein nächstes Werk hin? Wo habe ich für die nächsten 20 Jahre Standortsicherheit? Dann sehen die USA nicht attraktiv aus. Diese Unsicherheit, die Trump verbreitet, bremst Investitionen und treibt die Kosten für alle nach oben. So richtet er enormes wirtschaftliches Unheil an.

Wird der Handelsstreit eskalieren und die Börse belasten?
Vorndran: Eine Eskalation ist leider wahrscheinlich. Alle Seiten graben sich in ihre Stellungen ein. Für die Weltwirtschaft ist das schlecht. Wie die Börse darauf reagiert, hängt allerdings von der Grundstimmung ab. Wäre der Handelsstreit schon während der Kursrally 2017 entbrannt, hätte das niemanden gejuckt. Jetzt sind die Märkte nervöser, da schlägt so ein Problem stärker auf die Kurse durch.

Reuss: Europa macht eine schlechte Figur in diesem Handelskrieg. Präsident Trump treibt die Europäer vor sich her, und unsere Politiker finden keine Antworten darauf. Das passt ins Bild: Auch bei den neuen Technologien sieht Europa schwach aus. Wir fallen im weltweiten Wettbewerb immer weiter zurück. Das macht mir viel mehr Sorgen als Italien.
Vorndran: Dabei könnte Europa den Handelsstreit ganz einfach beenden und den Welthandel fördern, indem es seine Zölle und sonstige Handelshemmnisse einfach abschafft. Europa erhebt nämlich mindestens so hohe Zölle wie die USA. Es ärgert mich maßlos, dass Brüssel die USA immer als bösen Buben hinstellt. Der globale Gegner im Welthandel sitzt in Peking, nicht in Washington. China spielt dauernd foul im internationalen Wettbewerb, aber das lässt Europa durchgehen - aus Angst, einen wichtigen Markt zu verlieren.
Huber: Der Handelsstreit wird in den USA auch die Inflation anschieben. Die Preise für Stahl und Aluminium steigen bereits wegen der neuen Abwehrzölle. Und Autos, die in den USA produziert werden, werden auch teurer.

Stichwort Inflation. Sie haben vor einem Jahr steigende Teuerungsraten vorausgesagt, Herr Huber. In Deutschland sind die Preise zuletzt um 2,2 Prozent gestiegen, in der Eurozone um 1,9 Prozent und in den USA um 2,8 Prozent. Kommt der Inflationsschub jetzt?
Reuss: Das wird kein Schub, sondern nur ein kleiner Blubb. Zumal der Anstieg in erster Linie vom Ölpreis kam und schnell wieder abebben kann. Es gibt einfach zu viele deflationäre Tendenzen, allen voran der enorme technologische Fortschritt.

Mit welchen Inflationsraten rechnen Sie auf Sicht von fünf Jahren?
Reuss: Mit 1,5 bis 2,5 Prozent.
Vorndran: Wir gehen von zwei bis drei Prozent aus.
Leber: Peter Praet, der Chefvolkswirt der EZB, hat mal gesagt: "Es gibt keine geldpolitische Lockerung ohne Inflation." Und er hat recht. Die Inflation kommt spät, aber sie kommt mit viel mehr Kraft, als wir heute glauben.
Huber: Richtig. Man muss schon ganz schön blind sein, um nicht zu erkennen, dass die Inflation deutlich anziehen wird. Nicht nur das Öl treibt die Preise. Auch Kobalt, Nickel und Kupfer, ein klassischer Inflationsindikator, werden teurer. Obendrein deuten die hohen ­Tarifabschlüsse in Deutschland auf mehr Inflation hin. Ich bleibe dabei: In drei bis fünf Jahren werden die Raten bei fünf Prozent liegen.

Wie sichern Sie sich dagegen ab?
Leber:
Ich lasse mir gerade ein Zertifikat auflegen, mit dem ich vierfach gehebelt auf steigende Inflationserwartungen setzen kann. Auf Sicht von 30 Jahren liegt die Inflationserwartung bei 1,7 Prozent. Das kann man ablesen, indem man die Rendite von klassischen und ­inflationsindexierten Bundesanleihen vergleicht. Die tatsächliche Inflation wird deutlich über diesem Wert liegen.

Und zu was raten Sie dem Privat­anleger?
Vorndran:
Sollte die Inflation wirklich zurückkommen, dann haben klassische lang laufende Anleihen nichts im Portfolio zu suchen. Und im Aktien­bereich kann der Anleger auf Unternehmen setzen, die eine hohe Preissetzungsmacht besitzen.

Herr Leber, Sie favorisieren eher Technologieaktien. Dabei gelten diese Titel als teuer und passen eigentlich nicht zu Ihrem Value-Anlagestil, bei dem Sie nach unterbewerteten Aktien suchen. Können Sie diesen Widerspruch auflösen?
Leber: Die Welt verändert sich. Viele Geschäftsmodelle - Zeitungen, Fast Food, Einzelhandel - werden durch neue Technologien völlig umgekrempelt. Und ich möchte die Unternehmen identifizieren, die die Spielregeln verändern. Dazu muss ich meine Bewertungsmodelle anpassen. Ich muss viel stärker auf Umsatz- und Gewinnwachstum achten. Ich muss bedenken, dass ich heute viel schneller die künftigen Marktführer finden muss, weil sich die Lebensdauer der Firmen enorm verkürzt. Klassische Witwen-und-Waisen-Papiere? Die gibt es nicht mehr. Deshalb muss ein Value-Investor heute anders Aktien auswählen als vor zehn Jahren.
Ehrhardt: Zudem sind nicht alle Technologieaktien teuer. Die Angst vor einem Crash der Hightechwerte ist stark übertrieben.

Wer sind denn die Gewinner, die Ihrer Meinung nach den Markt aufmischen?
Leber: Alphabet zum Beispiel. Das Unternehmen ist unschlagbar im Bereich Big Data. Da schlummert noch ein gewaltiges Potenzial. Der Konzern kann an der Börse durchaus mal zwei Billionen Dollar wert sein, rund dreimal so viel wie heute.
Huber: Das klingt mir alles zu sehr nach "Diesmal ist alles anders". Die Welt hat sich immer verändert. Aber die Kriterien beim langfristigen Investieren ändern sich nicht. Die Börsenfriedhöfe sind voll von gehypten Wachstumsaktien. 1968 waren es zum Beispiel die Nifty Fifty, 50 angebliche Top-Werte aus den USA mit tollem Gewinnwachstum. Fünf Jahre später haben sie sich pulve­risiert. Ich bin skeptisch für Technologiewerte.
Reuss: Einspruch. Das iPhone hat unsere Kommunikation revolutioniert. Amazon stellt unsere Einkaufsgewohnheiten auf den Kopf. Das muss ich als Investor berücksichtigen. Im Moment sind Technologieaktien zwar etwas zu teuer. Aber bei der nächsten Korrektur kaufe ich wieder. Lieber eine Amazon mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 60 als irgendein altes Geschäftsmodell mit einem KGV von drei.
Huber: Aber wir wissen doch gar nicht, wer die künftigen Gewinner sind. Das Problem mit den Wachstumsfirmen ist doch, dass die große Mehrzahl auf Dauer kein Geld verdient. Es läuft immer nach demselben Schema ab: Erst gibt es ein tolles Geschäftsmodell mit starken Margen. Dann kommen massenhaft Wettbewerber, und die Margen brechen zusammen. Flachbildschirme sind ein Beispiel. Jeder hat ein, zwei davon zu Hause. Aber die Hersteller verdienen kein Geld damit. Und von den 200 Autofirmen, die es in den 1920er- Jahren gab, sind auch nur eine Handvoll übrig.

Wird denn die Deutsche Bank mit ihrem Geschäftsmodell jemals wieder richtig Geld verdienen? Sie haben die Aktie in Ihrem Fondsportfolio, Herr Huber. Huber: Auf jeden Fall sind im Kurs schon alle schlechten Nachrichten drin. Die Aktie kostet nicht mal ein Drittel des Buchwerts. Antizyklisch ist der Titel für mich interessant. Ich habe vor einem Jahr auch Aktien der US-Kaufhauskette Macy’s gekauft - genauso ein altes, angreifbares Geschäftsmodell. Der Kurs hat sich glatt verdoppelt.

Wo finden Anleger noch spannende Aktien?
Ehrhardt: In Hongkong. Dort setzen wir auf Immobilientitel. Man bekommt vier bis sechs Prozent Dividenden­rendite, und es fällt keine Quellensteuer an. Zudem notieren die Aktien mit einem Abschlag von rund 40 Prozent auf den inneren Wert. Auch japanische Eisenbahnwerte sind interessant. Solche Unternehmen haben rund um ihre Bahnhöfe oft einen großen Immobilienbestand, der sich gut bebauen und verkaufen lässt. Das Geschäft läuft gerade erst an.

Investor-Info

Hendrik Leber, Acatis
Der Vielseitige

Hendrik Leber vereint, was für viele nicht zusammengeht: nach Value-Kriterien investieren und einen Fokus auf Technologie­aktien legen. Mit seinen fünf Tipps aus dem vergangenen Jahr hat er die beste Rendite der fünf Vermögensverwalter eingefahren - vor allem dank eines Bitcoin-Zertifikats. Dessen Kurs hat sich trotz des jüngsten Rückschlags fast verdreifacht.

Steckbrief
Alter: 61 Jahre
Verwaltetes Vermögen: 5,0 Milliarden Euro
Gesellschaft: Acatis

5 Top-Tipps Für die nächsten 12 Monate
Investment ISIN Akt. Kurs in €
Berkshire Hathaway 1) US 084 670 702 6 162,50
Brookfield Asset Management 1) CA 112 585 104 0 35,07
Luxoft 1) VG G57 279 104 1 30,10
Samsung Electronics 1) KR 700 593 000 3 36,40
Shionogi 1) JP 334 720 000 2 44,69
1) Aktie; Quelle: Finanzen.net

45,6 % Rendite hat Hendrik Leber mit seinen fünf Tipps aus dem Jahr 2017 eingefahren - das Top-Ergebnis.

Die Tipps aus dem Jahr 2017
Name Rendite in %
Gilead Sciences 1) 4,2
Infineon 1) 31,7
Lumber Liquidators 2) 4,6
6,0 % Deutsche Bank CoCo 1) -3,0
Bitcoin-Tracker 8 (in €) 3) 190,5
1) Aktie; 2) Anleihe; 3) ETN; Wertentw. in Euro 07.07.17 bis 20.06.18 Quelle: Bloomberg

Sein Fonds:
Acatis Datini Valueflex B

In dem offensiven Mischfonds, benannt nach dem Kaufmann Francesco di Marco Datini, setzt Hendrik Leber kompromisslos seine eigenen Anlageideen um: Sei es ein deutscher Nebenwert oder eine nachrangige Anleihe - wo Leber eine Value-Chance erkennt, steigt er ein. Derzeit machen Aktien rund 80 des Fondsvermögens aus. Unter den größten Positionen befinden sich auch zwei seiner fünf Top-Tipps: Brookfield und Samsung.

Michael Reuss; Huber, Reuss & Kollegen
Der Europa-Skeptiker

In Europa trüben sich die Aussichten ein, meint Michael Reuss: "Die Konjunktur gerät ins Stocken, und der Zollstreit mit den USA geht erst richtig los." Trotzdem findet er noch attraktive Einzelaktien auf dem alten Kontinent, vor allem im Norden. Auf seiner Kaufliste stehen zwei dänische Papiere: der Gebäudemanager ISS und der Dämmstoffhersteller Rockwool.

Steckbrief:
Alter: 49 Jahre
Verwaltetes Vermögen: 2,4 Milliarden Euro
Gesellschaft: Huber, Reuss & Kollegen

5 Top-Tipps Für die nächsten 12 Monate
Investment ISIN Akt. Kurs in €
Comet 1) CH 036 082 699 1 92,80
Cree 1) US 225 447 101 2 41,28
ISS 1) DK 006 054 218 1 29,76
Rockwool 1) DK 001 021 915 3 308,80
6% Hybrid Capital Funding II 2) DE 000 A0D 2FH 1 19,50
1) Aktie; 2) Anleihe Quelle: Finanzen.net

23,1 % Rendite verbuchte Michael Reuss mit seinen Vorjahres­tipps - doppelt so viel wie der MSCI World.

Die Tipps aus dem Jahr 2017
Name Rendite in %
Biotage 1) 88,5
Comet 1) -16,6
CTT 1) 42,7
Dufry 1) -16,4
Thales 1) 17,4
1) Aktie; Wertentwicklung in Euro 07.07.17 bis 20.06.18 Quelle: Bloomberg

Sein Fonds:
Arbor Invest Spezialrenten P

Für Rentenanleger, die auch in Niedrigzinszeiten die Chance auf attraktive Renditen haben wollen, bietet die Vermögensverwaltung Huber, Reuss & Kollegen den Arbor Invest Spezialrenten. Fondsmanager Tobias Spies konzentriert sich mit diesem Portfolio vor allem auf Sondersituationen wie Nachranganleihen von Banken oder spezielle Corporate Bonds. 2017 erzielte er mit ­diesem Ansatz einen Wertzuwachs von mehr als elf Prozent.

Peter Huber, Starcapital
Der Turnaround-Jäger

"Es geht nicht darum, gute Aktien zu kaufen. Es geht darum, Aktien gut zu kaufen." So beschreibt Peter Huber seinen Investmentansatz. Man könnte auch sagen, er achtet bei der Titelauswahl besonders auf niedrige Bewertungen und Turnaround- Chancen. Um gehypte Internet- und Technologiewerte macht er dagegen einen weiten Bogen.

Steckbrief:
Alter: 67 Jahre
Verwaltetes Vermögen: 2,4 Milliarden Euro
Gesellschaft: Starcapital

5 Top-Tipps Für die nächsten 12 Monate:
Investment ISIN Akt. Kurs in €
Barrick Gold 1) CA 067 901 108 4 11,07
Samsung Electronics 1) KR 700 593 000 3 36,40
Toyota Motor 1) JP 363 340 000 1 56,25
UBS 1) CH 024 476 758 5 13,27
Gazprom 2) US 368 287 207 8 3,63
1) Aktie; 2) ADR Quelle: Finanzen.net

9,7 % Rendite schafften Hubers Vorjahrestipps. Zum Vergleich: Der DAX legte nur um zwei Prozent zu.

Die Tipps aus dem Jahr 2017
Name Rendite in %
Xtrackers MSCI China 1) 24,6
iShares Core DAX 1) 2,0
iShares Euro Stoxx 50 1) 2,4
iShares MSCI AC Far East ex Japan 1) 11,9
iShares MSCI Japan EUR Hedged 1) 7,8
1) Indexfonds (ETF); Wertentwicklung in Euro 07.07.17 bis 20.06.18 Quelle: Bloomberg

Sein Fonds:
StarCapital Winbonds plus A

Peter Huber hat sich mit diesem defensiven Mischfonds dem ­antizyklischen Investieren verschrieben. Positionen baut er auf, wenn die Märkte schwächeln. Gewinne realisiert er, wenn die Stimmung auf den Höhepunkt zusteuert. Maximal 20 Prozent investiert der Fondsmanager in Aktien (aktuell 17 Prozent), den großen Rest in Staats- und Unternehmensanleihen sowie Emerging-Markets-Bonds. Aktuell hält er rund 22 Prozent Cash.

Philipp Vorndran, Flossbach von Storch
Der Fonds-Picker

Verschnaufpause - mit diesem Wort erklärt Philipp Vorndran die Lage an den Weltbörsen. Der Kapitalmarktstratege der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch rät Anlegern, bei Rücksetzern zu kaufen. Denn mittelfristig sieht er die Kurse wieder steigen. Kein Wunder also, dass seine Favoritenliste ausschließlich aus Aktienfonds besteht.

Steckbrief
Alter: 56 Jahre Verwaltetes Vermögen: 35 Milliarden Euro
Gesellschaft: Flossbach von Storch


5 Top-Tipps Für die nächsten 12 Monate
Investment ISIN Akt. Kurs in €
IVI European 1) IE 00B 0NL LM8 0 22,88
Magellan C 1) FR 000 029 227 8 22,77
MFS Meridian Glob. Conc. EUR 1) LU 021 941 891 9 25,02
ValueInvest Lux-Global A 1) LU 013 599 050 4 291,15
Wellington Gl. Qual. Growth 1) LU 136 613 9522 12,90

1) AktienfondsQuelle: Finanzen.net

3,7 % Rendite haben Vorndrans Aktienfondsempfehlungen aus dem Jahr 2017 im Mittel abgeworfen.

Die Tipps aus dem Jahr 2017
Name Rendite in %
IVI European 1) 3,9
Magellan C 1) 0,8
MFS Meridian Global Concentrated A1 1) 3,5
Stewart Investors Worldwide Sustainability A 1 7,4
ValueInvest LUX-Global A 1) 2,8
1) Aktienfonds; Wertentwicklung in Euro 07.07.17 bis 20.06.18 Quelle: Bloomberg

Sein Fonds:
FvS Multiple Opportunities R

Der milliardenschwere Mischfonds ist das Aushängeschild der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Mit dem Portfolio investiert Unternehmensgründer Bert Flossbach flexibel in Aktien, Anleihen und Derivate. Zudem ist stets ein Anteil von rund zehn Prozent in Gold angelegt, um das Portfolio ab­zusichern. Bei den Aktien - derzeit ein Anteil von rund 66 Prozent - dominieren große Player wie Nestlé oder Unilever.

Jens Ehrhardt, DJE Kapital
Der Mastermind

Ein halbes Jahrhundert lang hat Jens Ehrhardt die Börsen analysiert, hat Kurstreiber und Belastungsfaktoren untersucht. Sein Fazit: Es zählt vor allem die Liquidität. Die wird stark von den Notenbanken bestimmt, aber auch von Aktienrückkäufen, die in den USA 2018 auf einen Rekordwert zusteuern. "Die Börse hat viel Rückenwind", sagt Ehrhardt, "einen Crash sehe ich nicht."

Steckbrief:
Alter: 76 Jahre
Verwaltetes Vermögen: 12 Milliarden Euro
Gesellschaft: DJE Kapital

5 Top-Tipps Für die nächsten 12 Monate
Investment ISIN
Dufry 1) CH 002 340 545 6
Groupon 1) US 399 473 107 9
Infineon 1) DE 000 623 100 4
Linde 1) DE 000 A2E 4L7 5
Mondi 1) GB 00B 1CR LC4 7
1) AktieQuelle: Finanzen.net

3,1 % Rendite hat Jens Ehrhardt mit seinen 2017er-Tipps erzielt - einen Prozentpunkt mehr als der DAX.

Die Tipps aus dem Jahr 2017 Name Rendite in %
BlackRock 1) 22,9
Brenntag 1) 0,7
Danone 1) 0,1
Dufry 1) -16,4
Novo Nordisk 1) 8,2
1) Aktie; Wertentwicklung in Euro 07.07.17 bis 20.06.18 Quelle: Bloomberg

Sein Fonds:
DJE Concept 75 PA

Im vergangenen Jahr hieß der offensive Mischfonds noch Lux­Topic DJE Cosmopolitan PA. Bis auf den Namen hat sich aber nichts geändert. Jens Ehrhardt investiert mit dem Portfolio weiterhin in aussichtsreiche Aktien und Anleihen weltweit. Mit rund 42 Prozent das höchste Gewicht nehmen derzeit Wertpapiere aus Deutschland ein. Unternehmen aus dem Bereich Freizeit und Reisen bilden aktuell den Branchenschwerpunkt.





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Bildquellen: Dieter Schwer/Finanzen Verlag
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13.07.2018Infineon OutperformCredit Suisse Group
02.07.2018Infineon buyWarburg Research
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