14.03.2017 10:29
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Elon Musk hat eine neue verrückte Geschäftsidee - Was ist dran an Firma Nr. 3?

The Boring Company: Elon Musk hat eine neue verrückte Geschäftsidee - Was ist dran an Firma Nr. 3? | Nachricht | finanzen.net
The Boring Company
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CEO bei Tesla, Chef bei SpaceX, Berater von US-Präsident Donald Trump: Man könnte meinen, Elon Musk ist ausgelastet. Doch der umtriebige Milliardär will sich nun offenbar ein neues Geschäftsfeld erschließen. Die Frage ist: Wie ernst meint er es wirklich mit seinem neuen Unternehmen?
Angefangen hat alles mit einem Tweet: "Der Verkehr macht mich wahnsinnig. Ich werde eine Tunnelbohrmaschine bauen und einfach anfangen, zu graben", ließ Elon Musk die Öffentlichkeit im Dezember 2016 wissen.

Was viele Twitter-User - wäre nicht Elon Musk der Autor des Tweet gewesen - wohl zunächst als Hirngespinst nach einem anstrengenden Arbeitstag abgetan hätten, nahm schnell Fahrt auf.

Während einige Kommentatoren noch an der Ernsthaftigkeit der Aussage zweifelten, meldete sich der Tesla-Chef erneut zu Wort: "Ich werde das wirklich machen", betonte er. Schnell war ein Name für das neue Unternehmen gefunden: "The Boring Company". Eine zugehörige Domain hat sich der Milliardär ebenfalls bereits gesichert: boringcompany.com. Im Laufe der letzten Wochen wurde Musk dann konkreter, was die Pläne des offenbar neu geschaffenen Unternehmens angeht. Sein Langfristziel ist - wie so häufig bei Elon Musk - durchaus als ambitioniert zu bezeichnen, plant er doch nicht weniger als ein weitverzweigtes Tunnelnetzwerk, das in bis zu 30 Schichten übereinander verlaufen soll. Realistische Hürden sieht er dabei offenbar nicht: "Wolkenkratzer mit zahlreichen Stockwerken gibt es bereits", erklärte er "Bloomberg" gegenüber. Nur das Straßensystem sei weiter flach und zweidimensional. Um die dritte Dimension will sich der Unternehmer nun offenbar selbst kümmern.

Auf seinem Twitter-Account wird "Tunnels" neben Tesla, SpaceX & OpenAI bereits gleichberechtigt aufgeführt. Ein Foto vom vermeintlichen Bau einer Tunnelbohrmaschine hat Musk zwischenzeitlich ebenfalls verbreitet:

Zwei Fliegen mit einer Klappe?

Neben der Tatsache, dass ein Tunnelsystem den über der Erde verlaufenden Autoverkehr deutlich entzerren könnte, wäre die unterirdische Lösung auch noch für ein anderes Projekt von Elon Musk nutzbar: Den Hyperloop. Die Hochgeschwindigkeitszüge, die den Transport in Vakuumröhren übernehmen sollen, wären unterirdisch perfekt aufgehoben. Das Transportsystem soll durch Solarenergie betrieben werden. Zufällig hat Musks Firma Tesla im vergangenen Jahr den Solarkonzern Solar City übernommen, der für die notwendige technische Ausstattung sorgen könnte. Und für die Speicherung der Energie könnte Tesla selbst ins Spiel gebracht werden - immerhin baut der Elektroautokonzern gerade in der Wüste von Nevada an seiner Gigafabrik, die schon im kommenden Jahr Akkus mit einer Gesamtleistung von 35 Gigawattstunden herstellen soll.

Unmöglich gibt es für Elon Musk nicht

"The Boring Company" wäre also ein Projekt ganz im Sinne von Elon Musk. Der Unternehmer hat in der Vergangenheit häufig dort gehandelt, wo andere noch das Für und Wider abgewogen haben. Raketenflüge in den Weltraum sind zu teuer? Space X entwickelt Raketen, die wieder verwendet werden können. Das weltweite Weltraumprogramm stockt? Die Besiedlung des Mars muss das Ziel sein. Die Energiewende kommt nicht vom Fleck? Tesla entwickelt sich vom reinen Elektroautobauer zum integrierten Gesamtkonzern, der neben strombetriebenen Fahrzeugen auch die zugehörigen Akkus und mit Solardächern die dafür benötigte Energie liefert. Warum nicht auch die gesamte Bohrindustrie ins 21. Jahrhundert holen? Immerhin ist es Musks Meinung nach der einzige Wirtschaftssektor, in dem es in den vergangenen 50 Jahren keine Verbesserung der Produktivität gegeben habe. Heißt: Wenn heute Löcher gebohrt werden, erfolgt das mehr oder weniger mit der gleichen Geschwindigkeit, wie bereits vor einem halben Jahrhundert. Verbesserungspotenzial ist also vorhanden - ein Mann, der es heben will, ebenfalls.

Ist alles nur ein großer Bluff?

Und auch wenn sich "The Boring Company" nahtlos in die Firmenkette von Elon Musk einfügen würde, Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Projektes bleiben trotzdem. Daran ist der Milliardär selbst nicht unschuldig. Da wäre zunächst die Sache mit dem Firmennamen: The Boring Company", was auf Englisch durchaus zweideutig zu lesen ist. Gegenüber "Bloomberg" scherzte Musk sogar, er haben für sein neues Unternehmen die Namen "Tunnels R Us" oder "American Tubes and Tunnels (AT&T) in Erwägung gezogen, womit er sich wahrscheinlich eine Klage großer bereits bestehender US-Konzerne eingefangen hätte. Kommentare wie diese heizen die Spekulationen darüber, ob sich Musk nur einen Scherz erlaubt und die gesamte Presse an der Nase herumführen will, zusätzlich an. Auch dass der Milliardär - natürlich auf Twitter - die ersten Artikel mit Firmenlogo präsentiert, lassen an der Ernsthaftigkeit des Projektes zweifeln:

Und doch: Die Idee passt zu Elon Musk. Wenn einer ein Alltagsproblem nicht erst von allen Seiten beleuchtet, um die passendste aller Lösungen zu finden, sondern einfach mal loslegt, dann ist es der umtriebige Unternehmer. Losgelegt hat er übrigens eigenen Angaben zufolge schon: Auf dem Parkplatz auf dem Firmengelände von SpaceX wird bereits ein riesiges Loch gebohrt. Und dafür musste er nicht erst umständliche Genehmigungen einholen. Noch führe der Tunnel ins Nirgendwo, heißt es. Doch Musk hat in der Vergangenheit bereits mehrfach bewiesen, dass vermeintliche Sackgassen die Straße zum Erfolg werden können.

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Joe Corrigan/Getty Images, Justin Sullivan/Getty Images, Paul Warner / Getty Images

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