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15.06.2016 15:05
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Erst Shitstorm, dann Teil der Apple-Keynote: Number 26 überlebt PR-Supergau

Erst Shitstorm, dann Teil der Apple-Keynote: Number 26 überlebt PR-Supergau | Nachricht | finanzen.net
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Die Berliner Smartphone-Bank Number26 hat bewegte Tage hinter sich. Erst macht das Startup mit massenhaft Kündigungen von sich Reden, dann bekommt es einen eigenen Platz bei der jüngsten Keynote von Apple.
Es war ein Auf und Ab für die Betreiber des Fintech-Startups Number26. Die Smartphone-Bank hat in den vergangenen Tagen viel Aufmerksamkeit von den Medien erfahren - auf einen Teil davon hätten die Macher des Unternehmens wahrscheinlich gern verzichtet.

Kontoschließungen bei 500 Kunden

Als bekannt wurde, dass 500 Nutzern der Smartphone-App Number26 ihre Konten gesperrt wurden, wurde das Berliner Startup das erste Mal in seinem noch recht jungen Unternehmensleben von einem Shitstorm heimgesucht. Nicht nur in den sozialen Netzwerken stand Number26 plötzlich am Pranger, auch zahlreiche Medien griffen das Thema auf und prangerten die Geschäftspraxis der Firma an. Dabei hatten die Kontoschließungen rein wirtschaftliche Gründe, versuchte Mitbegründer Maximilian Tayenthal die ungewöhnliche Maßnahme zu erklären. Schließlich habe man bei den betroffenen Kunden ein "außergewöhnliches Nutzerverhalten" festgestellt. Einige von ihnen hätten demnach "mehr als 30 Mal im Monat mit unserer Karte am Automaten Geld gezogen, das hebt sich deutlich vom Durchschnitt ab", erklärte Tayenthal weiter. Zwar sei der Service für Number26-Kunden kostenlos, das Unternehmen selbst zahle allerdings drauf. Zwischen 1,50 und 2 Euro koste Number26 jede Abhebung. "Diese Nutzer verursachen daher allein für Abhebungen im Jahr mehrere hundert Euro Kosten."

Erklärungsversuche unzureichend

Viele Nutzer überzeugte der Erklärungsversuch des Mitgründers allerdings nicht. Besonders die Tatsache, dass die betroffenen Kontoinhaber über die Problematik im Vorfeld nicht informiert wurden, aber auch vor dem Hintergrund, dass es keinen Hinweis darauf gibt, dass der Service nur eingeschränkt nutzbar wäre, sorgte für Unmut unter Kunden. "Wir haben absolut schlecht kommuniziert", räumte Tayenthal ein. "Das wird so nicht noch einmal vorkommen."

Apple stört sich nicht an schlechter Presse von Number26

Für den US-Techriesen Apple sind derartige Imageprobleme in der deutschen Heimat des Fintech-Startups offenbar kein Thema. Das Unternehmen aus dem Silicon Valley hat Number26 in seiner jüngsten Entwicklerkonferenz sogar geadelt und ihm einen Platz auf der Bühne eingeräumt. Mit der neuen Version des Apple-eigenen Betriebssystems, iOS 10, können App-Entwickler Apples Siri nun direkt implementieren - als Beispiel nannte der US-Techriese auch Number26. Noch in diesem Jahr soll es möglich sein, per Siri Geld zu überweisen, verkündeten die Macher via Twitter stolz:

Zudem bekommt die Number26-App einen Platz auf der Apple Watch. Nutzer der Smartwatch von Apple können nun auf der Uhr ihre Kontostand und eine Liste der jüngsten Umsätze aufrufen, darüber hinaus liefert die App noch eine Reihe weiterer Gimmicks, mit denen Number26-Nutzer ihre Ausgaben besser unter Kontrolle behalten sollen.

Shirtstorm mit positiven Folgen

Die jüngsten Ereignisse waren für das deutsche Fintech-Startup unter dem Strich eher positiv als negativ. "Seitdem Medien das Thema aufgegriffen haben, verzeichnen wir ein erhöhtes Kundenwachstum", so Maximilian Tayenthal gegenüber der "Welt". Pro Woche habe man die Zahl der Neukunden um mehr als die Hälfte steigern können. Dass ein Tech-Riese wie Apple das Startup auch noch positiv auf seiner Entwicklerkonferenz erwähnt, dürfte dem Image von Number26 wahrscheinlich ebenfalls nicht schaden.


Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Bildquellen: Number26

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