MÄRKTE USA/Leichter - Inflationssorgen belasten Börse

30.01.26 22:14 Uhr

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DOW JONES--Die US-Börsen sind am Freitag deutlicher unter Druck geraten. Grund dafür waren die im Dezember überraschend stark gestiegenen Erzeugerpreise, die Inflationssorgen schürten und Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen einen Dämpfer versetzten. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,4 Prozent auf 48.892 Punkte. Der S&P-500 verlor 0,4 Prozent, der Nasdaq-Composite gab um 0,9 Prozent nach. Die Zahl der Kursgewinner an der Nyse wurde mit 1.161 (Donnerstag: 1.576) angegeben, die der -verlierer mit 1.602 (1.159). Unverändert schlossen 58 (107) Titel.

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Im Blick stand ferner eine Personalie an der Fed-Spitze. Denn US-Präsident Donald Trump hat Kevin Warsh als Nachfolger von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell nominiert. Auf Warsh hatten die Märkte als aussichtsreichsten Kandidaten gesetzt. Trump hatte ihn bereits in seiner ersten Amtszeit für den Vorsitz in Betracht gezogen, sich damals aber für den jetzigen Amtsinhaber Jerome Powell entschieden. "In jüngerer Zeit hat Warsh für die Notwendigkeit niedrigerer Zinssätze plädiert, aber früher in seiner Karriere hat er sich als Inflationsfalke einen Namen gemacht", merkte SEB-Volkswirt Johan Javeus dazu an.

Für Kaufzurückhaltung am Aktienmarkt sorgten auch die steigenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Es gebe Erwartungen eines US-Angriffs auf den Iran am Wochenende, mutmaßte IG-Analyst Chris Beauchamp. Die Anzeichen deuteten darauf hin, dass die USA eine größere und längere Kampagne starten könnten, was unweigerlich die Befürchtung aufkommen lasse, dass Teheran Vergeltung üben werde, fügt der Chefmarktanalyst hinzu. Händler sprachen daher von einem hohen Schlagzeilenrisiko am Wochenende. Deshalb mieden Anleger risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien.

Dass ein neuerlicher Regierungsstillstand in letzter Sekunde vermieden wurde, stützte die Börsen nicht. Konjunkturseitig wurde neben den Erzeugerpreisen der Einkaufsmanagerindex für die Region Chicago veröffentlicht. Er stieg im Januar überraschend kräftig und überwand dabei auch die Wachstumsschwelle.

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In dieser Gemengelage geriet der Geschäftsausweis von Apple ein wenig in den Hintergrund. Der Technologiegigant legte bessere Geschäftszahlen als erwartet vor, schafft es aber nicht, die aktuell etwas gedrückte Stimmung für den Technologiesektor aufzuhellen nach dem Einbruch von Microsoft am Vortag. Apple hat im ersten Geschäftsquartal dank boomender iPhone-Verkäufe einen Rekordgewinn verbucht. Investoren interessieren sich aber besonders für die Kostenprognosen des Unternehmens. Die neue Nachfrage nach KI-Servern und -Geräten hat jüngst zu einem starken Preisanstieg bei Vorprodukten geführt, die in Apple-Geräten verbaut werden. Besonders stark waren die Preisanstiege bei Speicherkomponenten und -medien. Es wird erwartet, dass sich die höheren Kosten später im Jahr auf Apple auswirken werden, wenn Zulieferer die Preiserhöhungen durchsetzen. Die Aktie gewann 0,5 Prozent.

Die Renditen von US-Staatsanleihen zeigten sich zweigeteilt. Während sie am kurzen Ende des Marktes leicht nachgaben, stiegen sie am langen Ende etwas. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erhöhte sich um 2,5 Basispunkte auf 4,25 Prozent. Auf der einen Seite gaben die Inflationsdaten den Renditen Auftrieb. Auf der anderen Seite hieß es, die Nominierung Warshs könnte kurzfristig den Weg zu Zinssenkungen ebnen. Marktteilnehmer vermuteten hinter den geringen Bewegungen am Anleihemarkt auch Zweifel der Anleger daran, ob es Warsh gelingen werde, die anderen Mitglieder des Board of Governeurs der Fed auf seine Seite zu ziehen.

Der US-Dollar stieg mit der Fed-Personalie - der Dollar-Index legte um 0,8 Prozent zu. ING-Analyst Francesco Pesole erinnerte an die falkenhaften Ansichten Warshs in der Vergangenheit - "insbesondere was den Bilanzabbau betrifft". Die Wahl von Warsh dürfte dazu beitragen, den Dollar etwas zu stabilisieren und das asymmetrische Risiko einer tiefen, andauernden Dollarschwäche zu verringern (...)", ergänzte Analystin Krishna Guha von Evercore ISI und verwies ebenfalls auf den falkenhaften Ruf Warshs. Zudem stehe er für die Unabhängigkeit der Fed.

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Gold und Silber stürzten nach ihrer jüngsten Rally ab, auch belastet vom festeren Dollar. Damit kam es nach der jüngsten Rekordjagd, die Gold bis knapp an die Marke von 5.600 Dollar je Feinunze geführt hat, zu kräftigen Gewinnmitnahmen. Auch die Ölpreise wurden mit der Aufwertung des Dollar etwas gebremst. Sie waren allerdings in den vergangenen Tagen wegen der Iran-Spannungen kräftig gestiegen, die auch nun weiter stützte.

Am Aktienmarkt stiegen Verizon Communications um 11,8 Prozent. Nach positivem Geschäftsausweis stiegen Chevron um 3,4 Prozent, Exxon Mobil gewannen 0,8 Prozent. Die Zahlen seien solide, aber manche Anleger hätten auf mehr gehofft, hieß es. American Express (-1,8%) verfehlte die Gewinnschätzungen des Marktes, auch Visa (-3%) verloren nach Geschäftsausweis. Sandisk sprangen um 6,8 Prozent nach oben, der Anbieter von Speichermedien pulverisierte die Gewinnerwartungen des Marktes.

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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD

DJIA 48.892,47 -0,4% -179,09 +2,1%

S&P-500 6.939,03 -0,4% -29,98 +1,8%

NASDAQ Comp 23.461,82 -0,9% -223,30 +1,9%

NASDAQ 100 25.552,39 -1,3% -331,91 +2,5%

DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Mi, 17:15 Uhr % YTD

EUR/USD 1,1855 -1,0% 1,1969 1,1938 +1,9%

EUR/JPY 183,45 +0,2% 183,13 183,42 -0,6%

EUR/CHF 0,9161 +0,1% 0,9153 0,9190 -1,7%

EUR/GBP 0,8663 -0,1% 0,8667 0,8664 -0,6%

USD/JPY 154,74 +1,1% 153,00 153,65 -2,4%

GBP/USD 1,3685 -0,9% 1,3810 1,3780 +2,5%

USD/CNY 6,9782 -0,1% 6,9829 6,9753 -0,6%

USD/CNH 6,9601 +0,2% 6,9449 6,9465 -0,4%

AUS/USD 0,6965 -1,2% 0,7049 0,6994 +5,6%

Bitcoin/USD 83.757,25 -0,8% 84.399,80 89.190,60 -4,6%

ROHOEL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD

WTI/Nymex 65,81 65,42 +0,6% 0,39 +13,8%

METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD

Gold 4.847,72 5.380,15 -9,9% -532,43 +24,5%

Silber 83,55 115,64 -27,8% -32,10 +62,2%

Platin 1.825,87 2.205,78 -17,2% -379,91 +25,8%

Kupfer 5,93 6,20 -4,4% -0,27 +7,5%

YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

(END) Dow Jones Newswires

January 30, 2026 16:14 ET (21:14 GMT)

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