Marc O. Schmidt-Kolumne

Microsoft: Kann OpenAI liefern?

29.01.26 09:54 Uhr

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Der KI-Boom sorgt dafür, dass die Erwartungen immer weiter ansteigen. „Gute“ Quartalsergebnisse reichen längst nicht mehr aus. Dies bekam nun auch Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045) zu spüren.

Microsoft bleibt auf Wachstumskurs

Im zweiten Quartal (Ende Dezember) des laufenden Geschäftsjahres 2025/26 kletterten die konzernweiten Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich währungsbereinigt um 15 Prozent auf 81,3 Mrd. US-Dollar. Damit wurden die Konsensschätzungen von 80,3 Mrd. US-Dollar geschlagen. Das operative Ergebnis und der Gewinn je Aktie lagen mit 38,3 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 4,14 US-Dollar ebenfalls über den durchschnittlichen Erwartungen der Wall-Street-Analysten. Im Fall von Azure gab es jedoch die erste kleine Enttäuschung zu vermelden.

Das Cloud-Geschäft, das in besonderer Weise von der Künstlichen Intelligenz profitieren sollte, wuchs im abgelaufenen Dreimonatszeitraum währungsbereinigt lediglich um 38 Prozent und damit nur im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Enttäuschend fiel auch der Blick auf die Margen im Cloud-Geschäft aus, während die Investitionsausgaben wiederum oberhalb der Schätzungen der Analysten lagen. Diese lagen bei 29,8 Mrd. US-Dollar gegenüber Schätzungen von 23,8 Mrd. US-Dollar.

OpenAI steht im Mittelpunkt

Als Reaktion auf die jüngsten Ergebnisse und Prognosen setzte die Microsoft-Aktie in einer ersten Reaktion deutlich zurück. Für das laufende dritte Quartal (Ende März) wird lediglich eine operative Marge von 45,1 Prozent und damit etwas unterhalb der Konsensschätzungen impliziert. Damit stellt sich erneut die Frage, ob sich die hohen Investitionen in die KI auszahlen werden.

Das anhaltend starke Wachstum und die Auftragslage sprechen dafür. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz von Microsoft Cloud über die Marke von 50 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig legten die verbleibenden Leistungsverpflichtungen, ein Maß für noch nicht realisierte Umsätze und Beträge, die später als Umsatz ausgewiesen werden, um 110 Prozent auf 625 Mrd. US-Dollar zu. Laut Konzernangaben sei dies auf die Cloud-Vereinbarung zwischen OpenAI und Microsoft im Wert von 250 Mrd. US-Dollar zurückzuführen.

Allerdings ist die hohe Abhängigkeit von OpenAI am Markt auch ein Kritikpunkt. Jefferies-Analyst Brent Thill sagte gegenüber CNBC: „Der Auftragsbestand ist wirklich gut, aber die Offenlegung, dass OpenAI 45 Prozent seines Auftragsbestands ausmacht, führt zurück zu der Frage: Kann OpenAI diese finanziellen Ziele erreichen, um Oracle, Microsoft und viele andere Anbieter zu bezahlen?“

Mein Fazit

Microsoft liefert weiterhin solide Zahlen und bleibt insgesamt klar auf Wachstumskurs. Dennoch zeigt die jüngste Reaktion des Marktes, wie hoch die Erwartungen im Zuge des KI-Booms inzwischen sind: Selbst übertroffene Umsatz- und Gewinnschätzungen reichen nicht mehr aus, wenn das Cloud-Wachstum nur den Prognosen entspricht und Margen unter Druck geraten. Die hohen Investitionen in KI belasten kurzfristig die Profitabilität, werden aber durch eine starke Auftragslage und prall gefüllte Leistungsverpflichtungen untermauert. Gleichzeitig rückt die starke Abhängigkeit von OpenAI zunehmend in den Fokus. Dies ist Fluch und Segen zugleich.

Als weitere Alternative zu einem Direktinvestment in Microsoft käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.

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