Reisebranche unter Druck: Ölpreishausse lässt Aktien von Lufthansa und TUI einbrechen

Die neue Handelswoche beginnt für Anleger im Reisesektor mit einer kalten Dusche. Aktien der Branche geraten kräftig unter Druck.
Werte in diesem Artikel
• Ölpreis über 100 US-Dollar belastet Reisebranche
• Aktien von Lufthansa und TUI verlieren deutlich
• Anleger fürchten höhere Kosten und schwächere Nachfrage
Während die Ölkonzerne von der Eskalation im Nahen Osten profitieren, erlebten die Aktien der Lufthansa und des Reisekonzerns TUI einen Kursrutsch. Lufthansa-Titel brachen auf XETRA um 6,38 Prozent auf 7,60 Euro ein, TUI-Titel verloren daneben 4,43 Prozent auf 6,90 Euro.
Die Kombination aus explodierenden Kerosinkosten und massiven Flugstreichungen lastete schwer auf den Kursen.
Der Ölpreisschock trifft die Kostenbasis
Haupttreiber für den Einbruch ist der kräftige Anstieg der Rohölpreise. WTI wurde am Morgen bei 104,44 US-Dollar je Barell gehandelt, für die Sorte Brent ging es zuletzt auf 109,38 US-Dollar nach oben, im frühen Handel waren aber sogar Preise von über 115 US-Dollar aufgerufen worden. Damit rückt die Treibstoffrechnung wieder in das Zentrum der Sorgen. Für die Lufthansa, die zwar einen Teil ihres Bedarfs über Hedging-Geschäfte abgesichert hat, bedeutet dieser sprunghafte Anstieg dennoch eine massive Belastung der operativen Marge. Investoren fürchten, dass die Airline die höheren Kosten in einem inflationären Umfeld nicht schnell genug über die Ticketpreise an die Kunden weitergeben kann, was die erst kürzlich präsentierten Gewinnprognosen für 2026 ins Wanken bringen könnte
Operatives Chaos durch Luftraumsperrungen
Neben der Kostenseite bereitet das operative Geschäft in der Krisenregion Kopfzerbrechen. Da wichtige Luftverkehrsknotenpunkte im Nahen Osten teilweise geschlossen sind oder nur eingeschränkt angeflogen werden können, muss die Lufthansa zahlreiche Verbindungen streichen oder auf teure Umwege umleiten. Das Risiko gestrandeter Passagiere und die Kosten für Umbuchungen drücken die Stimmung der Marktteilnehmer darüber hinaus ebenfalls.
TUI leidet unter der schwindenden Reiselust
Auch beim Touristikkonzern TUI schlagen die geopolitischen Spannungen voll durch, da Anleger eine generelle Zurückhaltung der Konsumenten befürchten. Der Nahe Osten ist für TUI ein wichtiges Winter- und Frühjahrsziel, insbesondere mit Blick auf Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Unsicherheit über die Sicherheit der Flugrouten und die Angst vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts lassen die Buchungszahlen für diese Regionen einbrechen. Zudem belastet der starke Ölpreis auch hier die Margen der eigenen Ferienflieger und Kreuzfahrtschiffe, was die Hoffnung auf ein starkes operatives Jahr 2026 dämpft.
TUI und Oman legen geplante Partnerschaft auf Eis
TUI und Omans staatliche Tourismusgesellschaft Omran haben ihre geplante Partnerschaft vorerst auf Eis gelegt. Omran habe mitgeteilt, dass der vereinbarte Zeitplan für das Projekt nicht mehr eingehalten werden könne, erklärte TUI.
Damit werden sowohl der geplante Bau und Betrieb von fünf Hotels in der Region Dhofar im Süden des Landes ausgesetzt als auch der geplante Einstieg Omans bei TUI. Omran wollte 1,4 Prozent der Anteile an dem Touristikkonzern aus Hannover übernehmen.
Partnerschaft erst im September vereinbart
Die Partner hatten die Zusammenarbeit im vergangenen September vereinbart. Vorgesehen war dafür ein gemeinsames Unternehmen. Daran sollten Omran und TUI jeweils 45 Prozent halten, ein privater Investor weitere zehn Prozent.
Nach damaligen Angaben wollte der Oman Grundstücke und Kapital einbringen, während TUI unter anderem die Buchungsprozesse organisieren sollte. Für das Land gebe es eine große Nachfrage von Urlaubern, aber bislang zu wenig Angebot, hatte TUI-Strategiechef Peter Krüger im September gesagt.
Beide Seiten wollten ihren engen Dialog fortsetzen, heißt es von TUI.
Lufthansa verlängert Aussetzung einiger Flüge in den Nahen Osten
Die Lufthansa Group hat die Aussetzung von Flügen von und nach Dubai und Abu Dhabi sowie nach Dammam in Saudi-Arabien aufgrund der Krise im Nahen Osten um fünf Tage bis zum 15. März verlängert. Tel Aviv in Israel werde nun bis einschließlich 2. April nicht angeflogen, teilte der Airline-Konzern mit. Zuletzt galt die Aussetzung bis zum 22. März.
Bereits Ende verganener Woche hatte die Lufthansa Group mitgeteilt, dass ihre Fluggesellschaften Flüge von und nach Amman und Erbil bis einschließlich 15. März aussetzen, Flüge von und nach Beirut bis einschließlich 28. März und Flüge von und nach Teheran bis einschließlich 30. April.
Bernstein hebt Lufthansa-Ziel auf 9,20 Euro - 'Market-Perform'
Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für Lufthansa von 7,75 auf 9,20 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Market-Perform" belassen. Unter den europäischen Fluggesellschaften erschienen Ryanair und IAG sowie dahinter Lufthansa und easyJet am besten positioniert, um den Widrigkeiten durch den Iran-Krieg zu trotzen, schrieb Alex Irving am Montag in seiner Brancheneinschätzung. Am stärksten belastet sieht er Air France-KLM sowie Wizz Air. Im Zuge gesenkter Gewinnschätzungen (EPS) kappte Irving seine Kursziele. Die Anhebung bei der Lufthansa begründete er mit den jüngst veröffentlichten Jahreszahlen sowie dem weiter in die Zukunft verschobenen Bewertungszeitraum.
Redaktion finanzen.net / DOW JONES / dpa-AFX
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Bildquellen: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images, TUI
