19.09.2017 17:51

Wie weit ist Elon Musk mit seinem Tesla-Masterplan von 2006?

Zwischenbilanz: Wie weit ist Elon Musk mit seinem Tesla-Masterplan von 2006? | Nachricht | finanzen.net
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Elon Musk hatte mit Tesla schon immer große Pläne, die der gesamten Umwelt zugute kommen sollten. Diese schilderte er 2006 in seinem ersten Tesla-Masterplan. Doch inwieweit konnte er seine Ziele bisher umsetzen?
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Elon Musk ist ein Visionär mit großen Plänen und Zielen. Bis zu 100 Stunden die Woche soll der gebürtige Südafrikaner arbeiten, um seine Vorhaben durchzusetzen und seine Unternehmen Tesla und SpaceX voranzubringen. Inzwischen haben die Autos von Tesla regelrechten Kultstatus und das Unternehmen kann an der Börse in Sachen Marktkapitalisierung mit einigen etablierten Autobauern mithalten. Doch was waren Musks ursprüngliche Pläne und inwieweit konnte er seine Versprechen erfüllen?

Der "geheime" Tesla-Masterplan

Seine ersten Visionen schilderte Elon Musk am 2. August 2006 in einem Blogeintrag mit dem Titel "Der geheime Tesla Motors Masterplan (nur ganz im Vertrauen)". Darin erläuterte der heute 46-Jährige, wie er Tesla als Vehikel für den Wandel der Gesellschaft sieht: Die von fossilen Brennstoffen angetriebene Wirtschaft soll durch sein Unternehmen zu einer neuen Wirtschaft transformiert werden, die stärker auf Solarenergie setzt.

Damit ein damals noch so junges Unternehmen wie Tesla dieses Ziel erreichen kann, braucht es natürlich Kapital. Schließlich kostet die Forschung und Entwicklung Geld, das dem Autohersteller aus dem kalifornischen Palo Alto noch nicht zur Verfügung stand. Musks Plan sah daher vier Schritte vor:

(1) Zunächst sollte ein teurer Sportwagen, der Tesla Roadster, gebaut werden. Dieses elektrisch betriebene Auto sollte frisches Geld in die Kassen spülen.
(2) Die durch den Sportwagen generierten Einnahmen sollten nun in die Entwicklung eines neuen Modells fließen, das etwas günstiger ist.
(3) Die Gewinne aus diesem sollten wiederum in die Entwicklung von noch günstigeren Autos fließen.
(4) Parallel hierzu hatte Musk vor, die Kapazitäten für emissionsfreie Energieproduktion und -speicherung mittels Solarzellen aufzubauen.

Wie weit ist er?

Elf Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Plans kann man durchaus sagen, dass Musk seine Vorhaben insgesamt durchgesetzt hat: 2006 kam der Tesla Roadster als erster vollständig elektrisch betriebener Sportwagen zu Preisen ab 109.000 US-Dollar auf den Markt. Die Einnahmen nutzte Musk, um sechs Jahre später den günstigeren Tesla Model S zu bauen. Ein Basismodell ist hier schon ab einem Preis von 71.500 US-Dollar zu haben. Gemäß einer Analyse von Morgan Stanley beläuft sich der durchschnittliche Verkaufspreis des Model S allerdings auf etwa 105.000 US-Dollar - dank Sonderausstattung. Ähnlich sieht es beim Model X aus, das 2012 präsentiert wurde: Den Elektro-SUV kann man ab einem Preis von etwa 80.000 US-Dollar erwerben. Seit Ende Juli werden nun die ersten Model 3 an Kunden ausgeliefert. Der Startpreis für ein Basismodell ist bei 35.000 US-Dollar angesetzt.



Elon Musk hat es also tatsächlich geschafft, mit nahezu jedem neuen Elektroauto die Preise weiter zu senken. Der Masterplan, die Umsätze der Vorgängermodelle zu nutzen, um neue Produkte auf den Markt zu bringen, ist jedoch nicht ganz aufgegangen. Offenbar hat Musk den Zeit- und Kostenaufwand für die Entwicklung seiner Fahrzeuge etwas unterschätzt: Nahezu jedes Fahrzeugmodell kam etwa zwei Jahre später als geplant auf den Markt. Zudem finanziert Tesla die Produktion nicht durch die Gewinne aus dem Verkauf der Vorgängermodelle - denn der Autobauer schrieb bisher in den meisten Quartalen rote Zahlen. Stattdessen besorgt sich Tesla regelmäßig durch Kredite, Kapitalerhöhungen, die Ausgabe von Anleihen und teilweise auch durch Kundenanzahlungen frisches Geld. Man könnte also schon fast meinen, dass Teslas Wachstum stark von Elon Musks rhetorischem Geschick abhängt, das eigene Unternehmen gut darzustellen, um damit die Aufmerksamkeit vieler Investoren anzulocken.

Beim letzten Punkt des Masterplans, Kapazitäten für emissionsfreie Energieproduktion und -speicherung mittels Solarzellen aufzubauen, kann Musk jedoch ebenfalls Erfolge verbuchen: 2016 übernahm Tesla das Solarunternehmen SolarCity und stellte kurz darauf Ziegel für ein Solardach vor. Daneben entwickelt Tesla mittlerweile sogenannte Powerpack-Akkus für die Speicherung von Energie zu Hause und bei Großprojekten.

Elon Musk, der große Visionär

Trotz der im Vergleich zum ursprünglichen Plan etwas missglückten Finanzierung, lassen sich Elon Musks Erfolge also nicht verleugnen. Mit seinem Elektroauto-Startup ist er innerhalb von zehn Jahren zu einem echten Global Player in der Automobilbranche aufgestiegen und hat laut Barclays-Analyst Brian Johnson einen positiven Hype um Tesla generiert. Und es könnten noch viele weitere innovative Projekte folgen, denn Tesla sieht sich schon längst nicht mehr als reinen Autobauer. In seinen "steng geheimen" Masterplänen gibt Musk auf seinem Unternehmensblog alle Jahre wieder bekannt, welche großen Pläne er hat. Aber, wie Elon Musk dort selbst am Ende schreibt: "Erzählt es niemandem!"

Redaktion finanzen.net

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