finanzen.net
aktualisiert: 25.02.2015 20:01

Extrem erfolgreich: Das sind die besten MDAX-Werte

Besser als der DAX: Extrem erfolgreich: Das sind die besten MDAX-Werte | Nachricht | finanzen.net
Börse Frankfurt
Besser als der DAX
Folgen
Aktien kleiner Unternehmen bringen oft mehr Rendite als Schwergewichte aus dem DAX. Der MDAX steht vor einer historischen Schwelle - der 20.000er-Marke.
Werbung
€uro am Sonntag
von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Bodenständig und erfolgreich. Der schwäbische Anlagenbauer Dürr ist ein Musterbeispiel für den deutschen Mittelstand. Im Jahr 1895 von Paul Albert Dürr als kleiner Handwerksbetrieb gegründet, baute die Familie das Geschäft kontinuierlich aus, entwickelte bald komplette Anlagen. Mittlerweile setzt die Dürr AG in 28 Ländern weltweit mehr als drei Milliarden Euro um.

Vor allem in der Autoindustrie sind Anlagen von Dürr heute gefragt, zum Lackieren der Karosserien. Auf der Kundenliste finden sich alle wichtigen Unternehmen der Branche, angefangen bei den Riesen Toyota, General Motors und Volkswagen. Der Wert der Aktie legte über die vergangenen zehn Jahre um mehr als 950 Prozent zu.

Unternehmen wie Dürr sind typisch für den MDAX. Der Index umfasst 50 Unternehmen, die nach Börsenwert zu den größeren in Deutschland gehören, es aber nicht in den auf die Schwergewichte konzentrierten DAX geschafft haben. Viele dieser Mittelgewichte sind in der Provinz zu Hause, in Kleinstädten wie Bietigheim-Bissingen, Holzminden oder Metzingen. Selten sorgen die Mittelständler für große Schlagzeilen, umso öfter aber für gute Geschäftsergebnisse.

Entsprechend stark ist die Kursentwicklung der Aktien, auch im Verhältnis zu den Großkonzernen. Startpunkt für die Berechnung des MDAX ist wie beim DAX ein Stand von 1.000 Punkten zum Jahresende 1987. Während sich der DAX seitdem auf rund 11.000 vorgearbeitet hat, nähert sich der MDAX bereits einer ganz anderen Marke - den 20.000 Punkten.

Björn Glück, Portfoliomanager der Fondsgesellschaft Lupus Alpha in Frankfurt, sieht handfeste Gründe für die starke Entwicklung der deutschen Nebenwerte: "Kleine Unternehmen wachsen im Schnitt schneller als große. Das liegt daran, dass viele der kleinen auf ein einziges Produkt oder ein Geschäftsfeld fokussiert sind. Wenn die Nachfrage stimmt, ist der Hebel für Gewinnsteigerungen entsprechend stark. Bei großen Konzernen gibt es hingegen fast immer irgendwo eine Baustelle", erklärt Glück.

Immer in Bewegung

Auch auf den ersten Blick unscheinbare Details helfen dem MDAX: Die Sandwichposition zwischen DAX und dem Kleinwertesegment SDAX sorgt für eine stetige Auslese - von unten rücken immer wieder aufstrebende Firmen nach, die von der Masse der Investoren bis dahin kaum wahrgenommen worden sind. Wer hingegen in den DAX aufsteigt, hat sein Kurspotenzial bereits erheblich ausgeschöpft.

Ebenfalls praktisch: MDAX-Werte sind groß genug, um international wettbewerbsfähig zu sein, ihr Börsenwert aber ist vergleichsweise niedrig. Wer keinen schützenden Großaktionär hat, wird in Schwächephasen darum schnell zum Übernahmekandidaten. Die Beteiligungsgesellschaft Permira etwa übernahm in einer solchen Phase die Kontrolle beim Modeunternehmen Hugo Boss und dem Medienkonzern ProSiebenSat.1. Den Aktienkursen hat das gut getan - beide Titel gehören zu den Top-Performern am deutschen Aktienmarkt.

Bei 50 Mitgliedern bietet der MDAX eine Vielfalt, die der DAX mit 30 Werten nicht bieten kann. Neben klassischen Branchen wie der Automobilindustrie sind auch Wirtschaftszweige vertreten, die man im DAX vergeblich sucht - Immobilienfirmen, Maschinenbauer, Medienkonzerne. Somit bildet der MDAX die ganze Breite der deutschen Wirtschaft besser ab als der DAX.

Für jeden Anlegertyp hat das Mittelwertesegment etwas zu bieten: zum Beispiel hohe und relativ verlässliche Dividenden. Sechs Unternehmen kommen laut Datenbank der Redaktion auf Dividendenrenditen von mehr als dreieinhalb Prozent, also mehr als den Durchschnitt des DAX. Am meisten ist beim Medienkonzern RTL Group zu holen - auf Basis der aktuellen Analystenschätzungen für die nächste Ausschüttung sind es fast sechs Prozent. Der Versicherer Talanx und der Immobilienkonzern TAG Immobilien bieten mehr als vier Prozent und liegen damit deutlich über dem Durchschnitt von DAX und MDAX.

Weniger spektakulär sind die Dividendenrenditen bei Fielmann und Fuchs Petrolub. Beide Unternehmen werden noch immer von den Gründerfamilien kontrolliert und sind fast schon legendäre Dauerläufer. Fielmann ist die dominierende Optikerkette in Deutschland und profitiert davon, dass mit der alternden Gesellschaft die Nachfrage nach Sehhilfen stetig zunimmt. Fuchs produziert Schmierstoffe und ist in diesem Bereich weltweit der größte unabhängige Anbieter.

Offensiver sind MDAX-Aktien wie Aurubis. Europas größte Kupferhütte ist einer von gegenwärtig sechs Indexwerten, bei denen Analysten im laufenden Jahr ein Gewinnwachstum von mehr als 100 Prozent erwarten. Solche Steigerungsraten sind auch bei Nebenwerten meist nur dann realistisch, wenn ein Unternehmen in einer Sondersituation steckt. Bei Aurubis wurde der Nettogewinn im vergangenen Jahr durch Sondereffekte gedrückt, unter anderem durch einen Wartungsstillstand im Hamburger Stammwerk. Entsprechend niedrig ist die Ausgangsbasis für das neue Jahr.

Ähnlich sieht es bei der Metro Group aus. Der Handelskonzern leidet aufgrund seiner umfangreichen Aktivitäten in Russland unter dem schwachen Rubel. Das überschattet derzeit noch die eigentlich positive Entwicklung etwa bei der Elektronikkette Media-Saturn. Sollte sich die politische Lage in Russland entspannen, hätte die Metro einen zusätzlichen Gewinnhebel.

Wichtig für die Wertentwicklung des MDAX als Index ist besonders das Unternehmen Airbus. Der Flugzeughersteller ist nach Börsenwert das mit Abstand größte Unternehmen des Index und macht rund zehn Prozent des MDAX aus. ProSiebenSat.1, Brenntag, Gea Group sowie Symrise folgen mit jeweils rund fünf Prozent.

Starkes Gewinnwachstum

Nach fast sechs Jahren mit steigenden Aktienkursen sind auch die großen deutschen Nebenwerte nicht mehr billig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MDAX liegt auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate bei 18 und damit 25 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Dem steht allerdings die Aussicht auf ein deutliches Gewinnwachstum der Unternehmen entgegen. Die Landesbank Baden-Württemberg kalkuliert für die MDAX-Unternehmen mit einem Zuwachs von 16 Prozent im laufenden Jahr. Zum Vergleich: Den DAX trauen die Börsenprofis gegenwärtig lediglich eine Gewinnsteigerung von neun Prozent zu, also deutlich weniger. Sollte die deutsche Wirtschaft von größeren Rückschlägen, etwa einer Eskalation der Griechenland-Krise, verschont bleiben, dürfte ein Indexstand von 20 000 Punkten für den MDAX nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben sein.

Investor-Info

Performance
Klein schlägt groß

Über die vergangenen zehn Jahre hat der MDAX einschließlich Dividenden rund 220 Prozent an Wert gewonnen. Der DAX schaffte im selben Zeitraum lediglich 145 Prozent. Der Chartvergleich zeigt aber auch, dass der MDAX in den Jahren 2007/08 deutlich stärker verloren hat als der DAX.

Dürr
Starke Dynamik

Der Lackieranlagenspezialist hat unter den MDAX-Werten die größte Aufwärtsdynamik ("Relative Stärke"). Das KGV liegt rund 20 Prozent über dem langjährigen Schnitt, die Integration des Maschinenbauers Homag könnte aber positiv überraschen.

Gea Group
Langfristig attraktiv

Der Anlagenbauer ist auf die Nahrungsmittelindustrie spezialisiert. Damit sollte Gea vom steigenden Wohlstand und der wachsenden Bevölkerung der Schwellenländer profitieren. Das macht die Aktie trotz der inzwischen recht hohen Bewertung zu einem attraktiven Langfristinvestment.

Fonds
Hauptsache Nebenwert

Am einfachsten in den MDAX investieren Anleger über börsennotierte Indexfonds, etwa den iShares MDAX Ucits (ISIN: DE 000 593 392 3), der den Index exakt nachbildet. Dividenden der Indexmitglieder werden bei diesem Produkt automatisch wieder investiert. Aktiv gemanagte Fonds setzen bei Nebenwerten nicht nur auf den MDAX, sondern auch auf Unternehmen aus SDAX und TecDAX. Überdurchschnittlich gut entwickelt haben sich über die vergangenen fünf Jahre der Lupus alpha Smaller German Champions (LU 012 923 309 3) und der Allianz Nebenwerte Deutschland (DE 000 848 176 3).
Bildquellen: Julian Mezger für Finanzen Verlag, isak55 / Shutterstock.com

Nachrichten zu Airbus SE (ex EADS)

  • Relevant
    3
  • Alle
    5
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Erneut teurer Ärger
Rolls-Royce kämpft mit Problemen beim Antrieb des Airbus A350
Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce muss sich nach teurem Ärger mit seinem Antrieb für Boeings "Dreamliner" mit Problemen an den Turbinen des Airbus-Jets A350 herumschlagen.

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Airbus SE (ex EADS)

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
10.08.2020Airbus SE (ex EADS) overweightBarclays Capital
10.08.2020Airbus SE (ex EADS) NeutralJP Morgan Chase & Co.
07.08.2020Airbus SE (ex EADS) Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
05.08.2020Airbus SE (ex EADS) HaltenIndependent Research GmbH
05.08.2020Airbus SE (ex EADS) OutperformCredit Suisse Group
10.08.2020Airbus SE (ex EADS) overweightBarclays Capital
07.08.2020Airbus SE (ex EADS) Conviction Buy ListGoldman Sachs Group Inc.
05.08.2020Airbus SE (ex EADS) OutperformCredit Suisse Group
05.08.2020Airbus SE (ex EADS) buyUBS AG
31.07.2020Airbus SE (ex EADS) buyUBS AG
10.08.2020Airbus SE (ex EADS) NeutralJP Morgan Chase & Co.
05.08.2020Airbus SE (ex EADS) HaltenIndependent Research GmbH
04.08.2020Airbus SE (ex EADS) HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
27.07.2020Airbus SE (ex EADS) NeutralJP Morgan Chase & Co.
10.06.2020Airbus SE (ex EADS) HaltenIndependent Research GmbH
06.04.2020Airbus SE (ex EADS) VerkaufenDZ BANK
26.01.2018Airbus SE (ex EADS) VerkaufenIndependent Research GmbH
19.01.2018Airbus SE (ex EADS) VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
01.11.2017Airbus SE (ex EADS) VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
01.11.2017Airbus SE (ex EADS) KaufIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Airbus SE (ex EADS) nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Börse Stuttgart Anlegerclub

Die richtige Strategie für die Börsenkrise

Stecken Sie nicht den Sand in den Kopf, sondern kaufen Sie die richtigen Aktien. Erfahren Sie im aktuellen Anlegermagazin mehr über attraktive Qualitätsaktien und zyklische Aktien
Kostenfrei registrieren und lesen!
Werbung

Heute im Fokus

DAX auf Richtungssuche -- Asiens Börsen uneinig -- Tesla kündigt Aktiensplit an -- Behörde gab Hinweise zu Wirecard wohl nicht weiter -- E.ON senkt Prognose -- Apple, LEONI im Fokus

GEA verdient trotz gesunkenem Umsatz mehr. SAP-Chef Klein kündigt Geschlechter-Parität bis 2030 an. Trump: Bei Impfstoff-Zulassung stehen 100 Millionen Dosen bereit - Einigung mit Moderna? Goldpreis: Heftiger Einbruch unter 1.900 Dollar. Facebook geht gegen 'Blackface' und antisemitische Stereotypen vor. Bechtle verdient im zweiten Quartal überraschend viel. Liberty kauft Sunrise .

Umfrage

Haben Sie Verständnis für die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen?

Online Brokerage über finanzen.net

finanzen.net Brokerage
Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade aus der Informationswelt von finanzen.net!

ETF-Sparplan

Oskar ist der einfache und intelligente ETF-Sparplan. Er übernimmt die ETF-Auswahl, ist steuersmart, transparent und kostengünstig.
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
BioNTech SE (spons. ADRs)A2PSR2
NEL ASAA0B733
Daimler AG710000
Apple Inc.865985
TeslaA1CX3T
TUITUAG00
Deutsche Bank AG514000
NikolaA2P4A9
Ballard Power Inc.A0RENB
BayerBAY001
Lufthansa AG823212
Wirecard AG747206
Amazon906866
Plug Power Inc.A1JA81
Airbus SE (ex EADS)938914