23.01.2019 19:50

42-Prozent-Crash beim Apple-Rivalen Xiaomi - Einem Großinvestor platzt der Kragen

IPO-Debakel: 42-Prozent-Crash beim Apple-Rivalen Xiaomi - Einem Großinvestor platzt der Kragen | Nachricht | finanzen.net
IPO-Debakel
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Im Jahr 2014 wurde der chinesische Elektronik-Hersteller Xiaomi noch hinter Apple und Huawei als drittgrößter Smartphone-Produzent der Welt gefeiert. Nach dem miserablen Börsengang 2018 ist von diesem einstigen Ruhm jedoch nicht mehr viel geblieben.
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Schon jetzt bezeichnet die US-Investmentbank JPMorgan das Jahr 2019 als das wohl schlechteste Jahr für die Smartphone-Branche seit langem. Die Bank rechnet mit einem weltweiten Verkaufsrückgang von mehr als fünf Prozent. Hersteller wie Apple, Samsung, Huawei und Xiaomi stellen sich dementsprechend schon auf rückläufige Smartphone-Verkaufszahlen ein. Dies spiegeln auch die Entwicklungen an den internationalen Börsen wider.

Xiaomi-Aktie büßt bis zu 42,3 Prozent ein

Die Vorwegnahme des Abschwungs in der Branche hat vor allem dem chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi zugesetzt. Die Anteilsscheine des Elektronik-Herstellers sind an der Frankfurter Wertpapierbörse seit dem Börsengang am 9. Juli 2018 schon um 38,7 Prozent eingebrochen. Die Xiaomi B-Aktien, welche als American Depositary Receipt (ADR) an der NASDAQ gehandelt werden, sind sogar um 42,3 Prozent gefallen.

Mit einem Ausgabepreis von 17 Hongkong-Dollar pro Aktie und einem gegenwärtigen Kurs von 10,30 Hongkong-Dollar (1,31 US-Dollar) beläuft sich auch das Minus an der Heimatbörse auf mehr als 39 Prozent.

IPO-Flop des Jahres

Schon beim Börsengang im Jahr 2018 verfehlte das chinesische Unternehmen die eigenen Erwartungen. Während die Geschäftsführung mit einer Bewertung von 80 bis 100 Milliarden US-Dollar einen Emissionserlös von über 10 Milliarden US-Dollar erzielen wollte, wurden es am Ende lediglich 4,7 Milliarden US-Dollar. Aus der Wunschbewertung in Höhe von rund 100 Milliarden US-Dollar wurden zum Leidwesen des Gründers Lei Jun somit nur noch 54 Milliarden US-Dollar.

Nun, rund ein halbes Jahr nach dem Börsengang, bringt es der Konzern noch auf eine Marktkapitalisierung von 31 Milliarden US-Dollar und somit nur noch zu einem Drittel der von CEO-Lei Jun ursprünglich angepeilten Börsenkapitalisierung.

Großinvestor verliert die Geduld

Das von Analysten als "chinesisches Apple" bezeichnete Unternehmen entpuppte sich somit als einer der wohl größten IPO-Flops des Jahres. Dies bekam auch ein Großinvestor zu spüren. Am 15. Januar 2019 zog nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg ein ungenannter Investor die Reißleine und veräußerte bei einem Preis von 9,45 Hongkong-Dollar je Aktie 231 Millionen B-Anteilsscheine des Unternehmens.

Verlust in Millionenhöhe

Mit einem Verkaufspreis von 9,45 Hongkong-Dollar veräußerte der Großinvestor seine Beteiligung jedoch zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Sofern der Investor seit dem Tag des Börsengangs bei Xiaomi beteiligt war, musste er einen Verlust von rund 45 Prozent hinnehmen. Bei einer geschätzten Investitionssumme von 3,9 Milliarden Hongkong-Dollar (231 Millionen Aktien x 17 Hongkong-Dollar) würde dies einem absoluten Verlust von 1,76 Milliarden Hongkong-Dollar oder rund 230 Millionen US-Dollar gleichkommen.

Kursmassaker trotz Wachstumsdynamik

Zuletzt lieferte der Apple-Rivale aus dem Reich der Mitte jedoch durchaus gute Zahlen. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres erreichte Xiaomi mit 34,3 Millionen verkauften Einheiten, unter den fünf größten Smartphone-Herstellern der Welt, immer noch den vierten Platz. Mit einer Zuwachsrate von rund 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigerte Xiaomi seinen Smartphone-Absatz somit sogar am zweitbesten nach Huawei. Nach der düsteren Prognose von JPMorgan und dem negativen Ausblick in der Smartphone-Branche sollten sich Investoren einen Einstieg bei Xiaomi nun jedoch zweimal überlegen.

Pierre Bonnet / finanzen.net

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