Quartals- und Jahresbilanz

Rekordhohe Alphabet-Aktie abgestraft: Google-Mutter übertrifft Erwartungen - KI-Investitionen werden ausgebaut

05.02.26 22:02 Uhr

Alphabet-Aktie an der NASDAQ tiefer: Google-Mutter steigert Gewinn und Umsatz - KI-Investitionen werden massiv ausgebaut | finanzen.net

Für Alphabet-Anleger wurde es am Mittwoch nachbörslich spannend: Die Google-Mutter hat Zahlen für das vergangene Jahresviertel und das Gesamtjahr vorgelegt.

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Die Google-Mutter Alphabet hat im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten beim Gewinn je Aktie übertroffen. Sie meldete ein EPS in Höhe von 2,82 US-Dollar, die Expertenprognosen für das EPS hatten sich im Vorfeld auf 2,63 US-Dollar belaufen. Im Vorjahresquartal hatte Alphabet noch einen Gewinn je Aktie in Höhe von 2,15 US-Dollar verbucht.

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Den Quartalsumsatz gab der Tech-Riese mit 113,83 Milliarden US-Dollar an. Die Analysten waren im Vorfeld durchschnittlich von 111,32 Milliarden US-Dollar ausgegangen, nach einem Umsatz von 96,45 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Im gesamten Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der Konzern, zu dem auch der Robotaxi-Dienst Waymo gehört, einen Gewinn von 10,81 US-Dollar je Aktie. Hier hatten sich die Schätzungen auf 10,63 US-Dollar je Aktie belaufen. Im Fiskaljahr zuvor hatte Alphabet 8,04 US-Dollar Gewinn je Aktie erwirtschaftet. Den Jahresumsatz hatten die Experten im Schnitt auf 400,26 Milliarden US-Dollar geschätzt. Tatsächlich setzte die Google-Mutter aber 402,84 Milliarden US-Dollar um - nach 349,81 Milliarden US-Dollar im entsprechenden Zeitraum zuvor.

Google-Mutter Alphabet plant gewaltige KI-Investitionen

Im Wettlauf der KI-Entwickler schraubt die Google-Mutter Alphabet ihre Milliarden-Investitionen drastisch hoch. Für das laufende Jahr stellte der Internet-Riese Kapitalausgaben von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar (148 bis 156,6 Mrd Euro) in Aussicht. Das Geld dürfte unter anderem in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) fließen. 2025 investierte Alphabet gut 91 Milliarden.

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Google konkurriert bei KI unter anderem mit dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und dem Facebook-Konzern Meta. Gegen ChatGPT und Co lässt Google seine KI-Software Gemini antreten. Allein die Gemini-App kam zuletzt auf 750 Millionen Nutzer im Monat, die Technologie kommt aber auch in Googles Suchmaschine zum Einsatz.

Zuletzt entschied sich auch Apple für die KI-Modelle hinter Gemini als Basis für eine neue Version seiner Sprachassistentin Siri. Google- und Alphabet-Chef Sundar Pichai sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, Apple habe sich für den Konzern als bevorzugten Cloud-Anbieter entschieden.

Was den Google-Chef nachts wachhält

Mit den Ausgabeplänen stellt Google auch Meta in den Schatten. Der Facebook-Konzern prognostizierte für dieses Jahr zuletzt Kapitalinvestitionen von 115 bis 135 Milliarden Dollar.

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Zugleich sorgt sich die Google-Chefetage, dass man möglicherweise selbst mit diesen gewaltigen Ausgaben nicht schnell genug sein könnte. Einer der Analysten stellte die Frage, was die Firmenbosse nachts wachhalte. Es sei "definitiv Computer-Kapazität" mit allen möglichen Engpässen etwa bei Energie, verfügbaren Flächen und Bauteilen, sagte Pichai. So verschlingt die Nachfrage nach Speicherchips für KI-Rechenzentren einen großen Teil der weltweiten Produktionskapazitäten. Als Folge steigen die Preise.

Googles Investitionsprognose sorgte für Kursgewinne bei Chipanbietern, bei denen ein großer Teil der Ausgaben landen dürfte. Alphabet-Papiere verloren im NASDAQ-Handel allerdings zuletzt 0,60 Prozent auf 331,33 US-Dollar und Anleger ignorierten den starken Quartalsbericht. Am Dienstag allerdings hatten sie noch ein Rekordhoch erreicht. Da war sie auf 349 Dollar gestiegen, den höchsten Stand seit dem Aktiensplit 2022.

Aus Angst vor zu hohen Investitionen in die KI-Zukunft, die sich nicht schnell genug in klingende Münzen umwandeln ließen, würden eigentlich guten Quartalsbilanzen kaum Beachtung geschenkt, resümierte die Europachefin vom Broker CMC Markets, Christine Romar. Vielmehr komme es zu "ruckartigen Verkäufen", - wie aktuell bei Alphabet zu sehen. Vor allem der Druck auf die einstigen Favoriten, insbesondere bei den hoch gewichteten glorreichen Sieben, steige.

Analyst Brad Erickson von der Bank RBC sah dies ähnlich: Es sei einzig und allein die massive Erhöhung der Investitionen, die die Aktie davon abhalte, nach dem erstklassigen Quartalsbericht weiter zu steigen, schrieb er. Er hob seine Umsatz- und Ergebnisschätzungen an und auch sein Kursziel auf nun 400 Dollar für die A-Aktie, kappte zugleich aber seine Prognose für die freien Barmittel.

Ross Sandler von Barclays lobte das starke Cloud-Wachstum und den Sprung der Auftragsbestände im abgelaufenen Quartal und konstatierte: "Die KI-Story läuft auf Hochtouren". Allerdings schränkte auch er ein, dass dies seinen Preis in explodierenden Kosten habe.

Angesichts der jedoch klaren Signale für eine Nachfrage nach KI vertritt Citigroup-Analyst Ronald Josey die Ansicht, "dass Google in Produkte und die Bewältigung von Kapazitätsproblemen investieren sollte". Er bekräftigte daher die Kaufempfehlung und hob ebenfalls sein Kursziel an. Es liegt nun bei 390 Dollar nach zuvor 350 Dollar.

Die geplante Verdopplung der Investitionen spiegele die anschwellenden Geschäfte mit KI-Tools und der Cloud wider, schrieb Analyst Brent Thill von der US-Investmentbank Jefferies. Die hohe Profitabilität, die erwirtschafteten Barmittel und die starke Bilanz dürften die Investitionsbedürfnisse mehr als decken. Die Abschreibungen als Folge früherer Megainvestitionen würden aber mehr und mehr zu einem Gegenwind, schrieb Thill. Die Aktienrückkäufe habe Alphabet im vierten Quartal schon deutlich zurückgefahren, wohl wegen des Bedarfs an Geld für Investitionen.

Es gebe zwar Sorgen um die hohen Investitionen und deren Renditen, schrieb Citi-Experte Ronald Josey. Angesichts klarer Anhaltspunkte für die Nachfrage sollte Google seiner Meinung nach aber in Produkte investieren und Kapazitätsengpässe angehen. Ross Sandler von Barclays taxiert den freien Mittelzufluss im neuen Jahr nun in Richtung Nulllinie - die Kapitalmärkte müssten sich damit abfinden, den Konzern anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses zu bewerten und nicht mehr über den Barmittelfluss. Die KI-Story werde besser und die Geschäfte mit der Google-Suche zögen an - das sei das Wichtigste.

Googles Werbegeschäft in KI-Ära weiter stark

Das Geld für den rapiden Ausbau liefert nämlich weiterhin vor allem das auf Hochtouren laufende Werbegeschäft von Google. Es wuchs im Schlussquartal im Jahresvergleich um rund 13,5 Prozent auf 82,3 Milliarden Dollar. Insgesamt legten die Konzernerlöse um 18 Prozent auf 113,8 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich verbuchte Alphabet einen Konzerngewinn von fast 34,5 Milliarden Dollar - knapp 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die Entwicklung des Anzeigengeschäfts von Google wird sehr genau beobachtet. Denn Google bringt in die Suchmaschine mehr mit Hilfe von KI erstellte Zusammenfassungen ein, die Anfragen der Nutzer direkt beantworten können - auch wenn sie mitunter fehlerhaft oder ungenau sind, was dann vielen Nutzern mangels Überprüfung nicht auffällt. Damit sinkt der Anreiz, auf Links zu Originalquellen neben den Suchergebnissen zu klicken. Damit verdiente Google traditionell das meiste Geld.

Pichai sagte nun, KI-Antworten in Suchergebnissen erhöhten die Nutzung. Im KI-Modus stellten viele Leute weitere Fragen in der Suchmaschine. Wenn Menschen erst einmal anfingen, auf KI-Suchergebnisse zuzugreifen, nutzten sie die Funktion dann auch mehr.

Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

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