Gerresheimer-Aktie tiefrot: Jahresabschluss verschoben - Folgt SDAX-Ausschluss?

Gerresheimer verschiebt den Jahres- und Konzernabschluss 2025.
Werte in diesem Artikel
Der mit Bilanzierungsfehlern ringende Verpackungsspezialist Gerresheimer muss wegen der Verschiebung der Vorlage des Geschäftsberichts 2025 voraussichtlich den Nebenwerteindex SDAX verlassen. Laut Abstimmung mit dem Abschlussprüfer dürfte der testierte Jahres- und der Konzernabschluss erst nach dem 31. März veröffentlicht werden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Bereits vor einigen Wochen hatte Gerresheimer dem eigentlich für Ende Februar geplanten Veröffentlichungsdatum eine Absage erteilt. An der Börse kam die aktuelle Nachricht sehr schlecht an.
Die Aufstellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2025 verzögere sich, hieß es weiter. Die Untersuchungen der Geschäftsvorgänge 2024 und 2025 durch eine zweite externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie die Aufbereitung für die Abschlussprüfung erforderlichen Unterlagen dauerten länger als erwartet. Angestrebt werde nun eine Veröffentlichung im Juni. Mit dieser Verzögerung verstoßt Gerresheimer dann gegen die Index-Regeln der Deutschen Börse und müsste daher den Nebenwerte-Index SDAX verlassen.
Die eigentlich für den 3. Juni geplante Hauptversammlung muss auch verschoben werden. Und auch die Zahlen für das erste Geschäftsquartal müssen auf einen Termin nach dem bisher geplanten 16. April verlegt werden.
Nach bisherigen Erkenntnissen hätten einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und Bilanzierungsvorschriften verstoßen, hatte es in diesem Zusammenhang geheißen. Die daraus resultierenden Korrekturen im Konzernabschluss betreffen demnach im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten.
Wieder Kurseinbruch bei Gerresheimer
Die zuletzt erholten Aktien von Gerresheimer sind am Mittwochmorgen zeitweise wieder um fast 18 Prozent eingebrochen. Zuletzt ging es für die Papiere von Gerresheimer via XETRA um 4,14 Prozent runter auf 18,98 Euro. "Die Nachrichtenlage bleibt desaströs", sagte ein Börsianer nach einer erneuten Hiobsbotschaft des Herstellers von Spezialverpackungen vom Dienstagabend.
In einer Mitteilung mussten die Düsseldorfer am späten Vorabend eingestehen, dass der Geschäftsbericht 2025 wohl erst im Juni veröffentlicht werden kann. Wegen dieser Verschiebung droht der Rausschmiss aus dem Nebenwerteindex SDAX. Auch die eigentlich für den 3. Juni geplante Hauptversammlung muss verschoben werden.
In Sichtweite des jüngsten Tiefs seit dem Jahr 2009 fanden sich bei 16,30 Euro dann aber wieder einige Käufer. Nach anderthalb Stunden Handel lagen die Gerresheimer-Aktien bei 17,80 Euro nur noch mit zehn Prozent im Minus.
Prüfungen des Konzernabschlusses wegen Fehlern in der Bilanzierung sind seit September bekannt. Mitte Februar waren die Gerresheimer-Aktien dann nochmals nach unten gekracht, als deshalb der Geschäftsbericht 2025 verschoben wurde. Ende Februar drückten dann Nachrichten der Finanzaufsicht Bafin die Aktien auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2009. Die Bafin erweiterte eine bereits laufende Prüfung und leitete eine weitere Untersuchung ein.
Analyst Harald Hof von MWB Research sieht in den aktuellen Nachrichten einen weiteren Mosaikstein in der Vertrauenskrise. Zudem drohten Probleme mit den Kreditgebern. Gerresheimer ist laut eigenen Angaben in Gesprächen, um eine Verlängerung der in den Finanzierungsverträgen festgelegten Vorlagepflichten des testierten Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 zu vereinbaren.
DJG/flf
DOW JONES/FRANKFURT (dpa-AFX)
Ausgewählte Hebelprodukte auf Gerresheimer
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Gerresheimer
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Weitere Gerresheimer News
Bildquellen: Daniel Gebauer / Gerresheimer AG