Krypto-Steuer

Kryptowährungen versteuern: Das gibt es bei Bitcoin und Co.zu beachten

02.10.19 17:26 Uhr

Kryptowährungen versteuern: Das gibt es bei Bitcoin und Co.zu beachten | finanzen.net

Müssen Gewinne aus dem Handel mit Kryptowährungen versteuert werden und wenn ja, wie? Eine selten gestellte Frage in Bezug auf diese Anlagemöglichkeit, wenn man US-Wirtschaftsprüfern glaubt.

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• Laut Experten zahlen viele Kryptoanleger für ihre Geschäfte mit Bitcoin und Co. keine Steuern
• Die USA soll bereits an einer neuen Regulierung arbeiten
• Auch für Deutschland ist ein neuer Gesetzesentwurf für die Überwachung der Kryptogeschäfte geplant

In einer vor kurzem veröffentlichten Studie von Blox geben die befragten US-Wirtschaftsprüfer, auch CPAs genannt, an, dass ihrer Einschätzung nach etwa 95 Prozent der Kunden nicht in der Lage seien, die kompletten Transaktionen mit digitalen Vermögensgütern - also unter anderem mit Bitcoin, Litecoin und Ethereum - offen zu legen. Dies ist höchstwahrscheinlich dem geringen Alter und den fehlenden staatlichen Regelungen sowie dem mangelnden Wissen über dieses Investitionsinstrument geschuldet.

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Bitcoin, Ethereum und Ripple richtig versteuern

In Bitcoin und Co. zu investieren muss nicht unbedingt bedeuten, direkt Bitcoins zu kaufen. Denn wie bei Aktien gibt es auch für Kryptowährungen Social Trading Plattformen, welche es ermöglichen, auf Kurssteigerungen bzw. Kursrückgänge zu setzen. Bei dieser Variante fällt für den Anleger die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags an, was er dann in Deutschland bei der Steuererklärung in der Anlage KAP anführen kann. Wird sich hingegen entschieden, Bitcoins zu kaufen, fällt dies in die Kategorie "privates Veräußerungsgeschäft", auch "Spekulationsgeschäfte" genannt (Steuererklärung Anlage SO). Dies ist bis zu einem jährlichen Gewinn von 600 Euro steuerfrei und wird bei einer Haltezeit von über einem Jahr steuerlich nicht berücksichtigt. Es ist eine Tatsache, dass viele Krypto-Investoren weltweit keine Steuern auf ihre Gewinne zahlen.

Regulierung der Kryptowährungen in den USA

In den USA plante der IRS (Internal Revenue Service) deshalb bereits am 29. Juli mehr als 10.000 amerikanische Bitcoin-Besitzer zu kontaktieren, da diese vorsätzlich oder aufgrund von mangelndem Wissen keine Steuern auf ihre Bitcoin-Transaktionen zahlten. Angaben der Studie zufolge soll der IRS aktuell daran arbeiten, offizielle staatliche Regularien aufzustellen, wodurch die Meinung der Wirtschaftsprüfer bekräftigt wird. Denn 96 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass eine offizielle Regulierung der Kryptos durch die Staaten kurz bevorsteht. Zudem sollen laut Mehrheit der CPAs in fast allen Fällen fehlerhafte oder zu ungenaue Daten für die Verursachung von Abrechnungsfehlern verantwortlich sein.

Die Zukunft von Bitcoin und Co. weltweit

Es ist unabdingbar, dass sich die großen Wirtschaftsnationen mit dem Thema beschäftigen und neue Gesetze ins Leben rufen. Denn bereits nächstes Jahr plant Facebook die Einführung der Kryptowährung Libra, welche das Potential besitzt, in direkte Konkurrenz mit bekannten Devisen wie dem Euro und dem US-Dollar zu treten. Eine interessante Diskussionsgrundlage bildet die Einschätzung der US-Wirtschaftsprüfer hinsichtlich der aktuellen Situation rund um diese neue Geldanlage, denn es ist naheliegend, dass in Zukunft das Transaktionsvolumen von Kryptowährungen steigen wird und ebenso die zu zahlenden Steuern, wohingegen die Investoren relativ gesehen vermutlich immer weniger über Finanz- und Anlagewissen verfügen.

Deutsche Krypto-Maßnahmen

Auch in Deutschland wurde in den letzten Monaten ein Gesetzesentwurf vorgelegt, der fordert, dass zukünftig Unternehmen, welche im weitesten Sinne mit Kryptowährungen in Verbindung stehen, von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht überwacht werden. Für private Investoren würde sich dadurch wenig ändern. Jedoch ist in den kommenden Jahren in Deutschland davon auszugehen, dass auch der private Umgang mit Bitcoins und Co. strenger reguliert werden wird.

Isabell Tonnius / Redaktion finanzen.net

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