07.05.2019 19:06

Tesla senkt Preise für Solarpanels deutlich - Analysten nicht begeistert

"Riskante Strategie": Tesla senkt Preise für Solarpanels deutlich - Analysten nicht begeistert | Nachricht | finanzen.net
"Riskante Strategie"
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Dass der Elektroautohersteller Tesla neben den Model S, 3, X und Y auch Solaranlagen baut, ist hierzulande nicht gerade präsent. Doch in den USA dominierte das Unternehmen den Solarbereich lange Zeit deutlich. Durch niedrigere Preise möchte Tesla dabei nun wieder aufholen - Analysten sind von dem Vorstoß nicht begeistert.
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Vor drei Jahren, 2016, kaufte Tesla den damaligen Nummer-1-Hersteller von Solardächern SolarCity für 2,6 Milliarden US-Dollar auf. Die Vision war es, seinen Kunden alles aus einer Hand zu bieten: Neben den umweltfreundlichen Elektroautos gab es nun aus demselben Guss auch noch saubere Energie, mit ebenjener die E-Autos gefahren werden können. 2018 schwächelte Teslas Solargeschäft, der Konzern vom von vielen als Visionär bezeichneten Unternehmer Elon Musk musste zusehen, wie sein Konkurrent Sunrun der führende Solardach-Hersteller wurde. Wie CNN unter Berufung auf Colin Rusch, Analyst bei Oppenheimer & Co., schreibt, sei das Solargeschäft von Tesla um 60 Prozent geschrumpft. Grund hierfür seien geringere Investitionen in diesem Bereich, Tesla habe das Geschäft "erdrosselt", zitiert CNN den Baird-Analysten Ben Kallo.

Preise deutlich unter nationalem Durchschnitt

Um im Solarzellen-Geschäft wieder aufzuholen und seinen Rivalen voraus zu sein, hat Tesla nun einen kühnen Vorstoß gewagt und die Preise deutlich unter den nationalen Durchschnitt gesenkt. Je nach Wohnort der Kunden zahlen sie nun nur noch zwischen 1,75 US-Dollar und 1,99 US-Dollar pro Watt - der nationale Durchschnittspreis liegt deutlich über 2 US-Dollar, was Tesla als Installateur von Solarzellen für viele Kunden attraktiv machen dürfte.

Um den Bereich der Solarzellen profitabler zu machen, hat Tesla außerdem sein Konzept verändert: Statt Haustürbesuchen, bei denen die Objekte begutachtet werden, können Kunden die Solardächer nun nur noch online bestellen und müssen dort die Angaben selbst machen. Außerdem hat der E-Autobauer die Solardächer standardisiert, um Kosten zu sparen und keine stark individuellen Lösungen für unterschiedliche Häuser mehr herstellen zu müssen.

"Mehr eine Ablenkung als ein Wertbringer"

Doch Analysten scheinen von dem Vorstoß nicht gerade begeistert zu sein. Denn mit niedrigeren Preisen sinkt auch der sowieso schon geringe Profit, den Unternehmen im Solarzellen-Geschäft einfahren. Dan Ives, Analyst bei Wedbush, sieht die Preissenkungen als Versuch, die Nachfrage nach Tesla-Solardächern zu steigern. Allerdings sei dies eine riskante Strategie, wie er gegenüber dem Magazin Fortune verrät, denn Verluste im Solargeschäft haben wiederum Einfluss auf die Gesamtverluste von Tesla und hier hat das Unternehmen sowieso schon Mühe, wieder aus den roten Zahlen zu kommen.

Das Solargeschäft nehme Tesla stark in Anspruch und das, obwohl die meisten Investoren es wenig optimistisch sähen - gerade wegen der starken Konkurrenz. "Die meisten Investoren schreiben ihm [dem Solargeschäft, Anm. d. Red.] nur minimalen Wert zu", so Ives gegenüber CNN. "Es bleibt mehr eine Ablenkung als ein Wertbringer."

Kein Fokus auf Solargeschäft macht es Wettbewerbern leichter

Timothy Fox von Clearview Energy Partners sieht die Probleme von Tesla im Solargeschäft darin begründet, dass die Solardächer bei Tesla nicht priorisiert werden. Das Hauptaugenmerk im Betrieb liegt verständlicherweise auf den Elektrofahrzeugen. Die Konkurrenz dagegen fokussiere sich komplett auf die Solardächer und habe damit bessere Chancen, hier zum Marktführer zu werden beziehungsweise es zu bleiben. "Elon Musk hat viele Prioritäten auf seinem Schreibtisch", erklärte Fox gegenüber CNN. "Seine Wettbewerber könnten einfach einen singulären Fokus haben, der es ihnen erlaubt hat, Marktanteile zu gewinnen."

Ob Tesla im Solargeschäft durch die Preissenkungen auf Dauer wieder Boden gut machen und an der Konkurrenz vorbeifahren kann, wird sich zeigen. Doch klar ist auch: Tesla ist vordergründig ein Elektro-Autohersteller. Wie es auch die Analysten einschätzen, ist das Solargeschäft ein netter Nebenbereich, der zum Unternehmensprofil passt, doch ob hier wirklich etwas zu reißen ist, bleibt abzuwarten.

Redaktion finanzen.net

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