03.09.2017 20:57

Teslas bekanntester Short-Seller: Warum er weiter an die Tesla-Pleite glaubt

Short-Positionen reduziert: Teslas bekanntester Short-Seller: Warum er weiter an die Tesla-Pleite glaubt | Nachricht | finanzen.net
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Mark Spiegel ist kein Fan von Elon Musk. Und auch an dessen Milliardenunternehmen Tesla lässt der Hedgefonds-Manager kein gutes Haar. In einem Rundumschlag teilt er seit Monaten aus: Gegen den Autobauer, dessen Chef und vor allem die Tesla-Aktionäre.
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Kursziel: 0 Euro. Dieses vernichtende Zeugnis stellt der Chef des Hedgefonds Stanphyl Capital, Mark Spiegel, der Tesla-Aktie aus. Davon unbeeindruckt legte der Anteilsschein des Elektroautopioniers in den letzten zwölf Monaten um 77 Prozent zu. Für Mark Spiegel ist das kein Grund, an die Zukunft des Unternehmens zu glauben. Für ihn ist klar: Die Tesla-Pleite kommt.

Model 3: Produktionskosten zu hoch?

Bereits für Ende 2015 hatte der Hedgefonds-Manager das Platzen der Tesla-Blase angekündigt. Doch der Crash blieb aus. Nun hat Spiegel den Zeitrahmen angepasst: Spätestens 2019 soll die Tesla-Pleite nun kommen. Der Grund für die ungebrochen negative Einschätzung des bekennenden Tesla-Gegners ist der Model 3. Ausgerechnet das Modell, mit dem Elon Musk die Tür zum Massenmarkt aufstoßen und die Verbreitung von Elektroautos massiv steigern will.

Doch Mark Spiegel lässt kein gutes Haar an Teslas neuem Hoffnungsbringer: Die Produktionskosten seien zu hoch - mindestens 45.000 bis 50.000 US-Dollar koste der Bau eines Volks-Teslas. Bei einem Verkaufspreis von 35.000 US-Dollar in den USA würde Tesla also bei jedem gebauten Wagen mindestens 10.000 Dollar drauflegen. Geld verdienen muss das Unternehmen also mit seinen Hochpreismodellen Model S und Model X. Aber genau hier sieht Spiegel ein weiteres Problem: Rückläufige Verkaufszahlen.

Musk hat auf diesen Vorwurf mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen geantwortet: Im letzten Jahresviertel sind die Verkaufszahlen für die hochpreisigeren Tesla-Modelle nicht etwa eingebrochen, sondern um 15 Prozent gestiegen. Ungeachtet der Tatsache, dass der Model 3 in den Startlöchern stand und dessen Marktstart bereits angekündigt war. Das bedeutet freilich nicht, dass sich Spiegels pessimistische Einschätzung nicht doch noch bestätigen könnte. Zwar gehen Elon Musk zufolge täglich rund 1.800 Reservierungen für den Model 3 ein - und das, obwohl Kunden das Fahrzeug frühestens im Jahresverlauf 2018 ausgeliefert bekommen - doch ob alle Vorbesteller auch tatsächlich ein Model 3 kaufen, bleibt abzuwarten. Zudem kann die starke Nachfrage nach dem günstigsten Tesla-Modell tatsächlich zu Lasten der Hochpreismodelle S und X gehen.

Hier ist Tesla gefragt: Entweder schafft es der Konzern, die Produktionskosten für den Model 3 massiv zu drücken, so dass auch der kleinste Tesla-Spross profitabel wird, oder Elon Musk kann die Zielgruppe für Model S und X ausweiten und neue Kunden möglicherweise mit Zusatzfeatures locken, auf die Model 3-Käufer verzichten müssen.

Hauptkostentreiber: Der Akku

Um die Kosten zu senken, muss Tesla am größten Kostentreiber schrauben: Dem Akku. Mit der Gigafabrik in Nevada soll dieses Problem gelöst werden. Die Produktion an dem riesigen Fabrikstandort ist bereits angelaufen. Und dort sollen nicht nur Batteriezellen für Elektrofahrzeuge produziert werden, künftig sollen laut Elon Musk in der Mega-Fabrik auch andere Energieprodukte vom Band laufen. Schließlich plant Musk, aus Tesla deutlich mehr als einen Elektroautobauer zu machen. Mit der Powerwall ist das Unternehmen auch in den Markt für Haushaltsbatterien eingestiegen - die Produktion soll ebenfalls in der Gigafabrik erfolgen. Zudem sollen dort auch Elektromotoren und Getriebekomponenten für die Tesla-Fahrzeuge vom Band laufen.

Geht der Plan auf, könnte Musk Akkus in deutlich größerer Stückzahl auf den Markt bringen und somit auch die Produktionskosten senken. Im Idealfall wäre der Model 3 dann zeitnah profitabel, auch Model S und X würden mehr Profit abwerfen. Erste Erfolge hat Musk diesbezüglich bereits vermeldet: Erst kürzlich wurden die Preise für die Top-Modelle S und X gesenkt - dank Fortschritten bei der Batterieproduktion.

Aktuell ist Tesla noch allein auf weiter Flur

Mark Spiegel überzeugen diese Fortschritte aber nicht. Für ihn ist klar: Sobald Big Player in den Markt einsteigen und Tesla den Markt nicht mehr konkurrenzlos beherrscht, werde Musks Konzern mit etablierten Herstellern konfrontiert werden, die auch noch finanziell besser aufgestellt seien - denn sie könnten ihr Elektroautogeschäft quersubventionieren. Tesla hingegen mache heute bereits ohne starke Konkurrenzsituation Verluste, so Spiegel.

Darüber hinaus hat der Hedgefonds-Manager auch zum Geschäftsmodell des Musk-Konzerns eine klare Meinung: Dieses sei schlecht. Schuld daran sei der hohe Anteil von Fremdkapital, mit dem das Unternehmen operiere.

Lieblingsfeind: Musk

Abgesehen von der pessimistischen Wertung des Unternehmens an sich, hat es Mark Spiegel insbesondere auf dessen Chef Elon Musk abgesehen. Diverse Male attackierte er den Milliardär in der Vergangenheit, nannte ihn unglaubwürdig und einen "Betrüger", seine Aussagen zum Unternehmen seien mindestens irreführend. Auf Twitter vergleicht er ihn mit Donald Trump, nennt ihn einen "offensichtlichen Lügner".

Doch obwohl Musk unzweifelhaft polarisiert - die Anleger scheinen dem umtriebigen Tech-Chef zu vertrauen. Das muss auch Mark Spiegel einräumen: Die Welt halte ihn offenbar für den nächsten Steve Jobs, so der Hedgefonds-Manager. Teilen will er diese Einschätzung nicht: "Die intellektuelle Faulheit der Leute, die diese Aktie besitzen, überrascht mich täglich aufs Neue", erklärte er im Interview mit "SmartInvestor".

Short-Position reduziert

Dennoch hat Mark Spiegel seine Short-Position in Tesla im August dem Vernehmen nach reduziert. In einem Brief an seine Kunden erklärte er, die schreckliche Performance seines Hedgefonds in diesem Jahr sei insbesondere auf die Short-Position in Tesla zurückzuführen. Obwohl es eine überwältigende Anzahl an Fakten gebe, die eine Wette auf einen Kursrückgang plausibel machen, sei die Aktie um 67 Prozent gestiegen. Die Aktie sei weiterhin die größte Blase im gesamten Markt, die jederzeit implodieren könne, zeigt sich Spiegel überzeugt.

Dennoch muss sich der bekannteste Tesla-Shortseller dem Markt nun offenbar geschlagen geben, wie er in einer Reihe von Tweets zu Monatsbeginn erklärte.

Seine generelle Meinung zu Tesla und Elon Musk hat sich aber nicht geändert. Er glaube weiterhin an eine Pleite des Unternehmens bis 2019. "Ich warte ab, bis der Betrug in sich selbst zusammenbricht".

Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Kevork Djansezian/Freier Fotograf/Getty Images, VCG/VCG via Getty Images

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