16.02.2021 23:42

Kritik an Teslas Bitcoin-Investition: GLJ-Analyst hält Krypto-Einstieg für "Akt der Verzweiflung"

Tesla und Bitcoin: Kritik an Teslas Bitcoin-Investition: GLJ-Analyst hält Krypto-Einstieg für "Akt der Verzweiflung" | Nachricht | finanzen.net
Tesla und Bitcoin
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Nachdem der Elektroautohersteller Tesla sein Milliardeninvestment in die Kryptowährung Bitcoin bekanntgab und verkündete, in Zukunft auch die Zahlung mit der Kryptowährung anbieten zu wollen, stieg der Kurs des Cyber-Urgesteins auf neue Rekordstände. GLJ-Analyst Gordon Johnson verurteilt diesen Schritt nun aber aufs Schärfste und geht davon aus, dass der Konzern von seinem schwächelnden Verkaufsgeschäft ablenken will.
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• Tesla investiert in Bitcoin und will Krypto-Zahlungen ermöglichen
• Kurssprung nach lobenden Worten von CEO Elon Musk
• Analyst vermutet Ablenkungsmanöver aufgrund von Geschäftsentwicklung

Nach Musk-Lob: Tesla spricht sich für Bitcoin aus

Erst kürzlich sprach sich der E-Auto-Pionier Tesla für die Kryptowährung Bitcoin aus und wagte einen entscheidenden Schritt, um sein neues Pläsier auch in Zukunft umzusetzen. So kündigte der US-Konzern mit Sitz im kalifornischen Palo Alto an, bald schon Zahlungen mit Bitcoins beim Kauf seiner Fahrzeuge anbieten zu wollen, wie etwa die Deutsche Presse-Agentur berichtet, die sich auf eine Mitteilung Teslas an die US-Börsenaufsicht SEC bezieht. Gleichzeitig zeigt das Unternehmen aber auch, dass es tatsächlich an die Cyber-Devise glaubt - und investierte 1,5 Milliarden US-Dollar in die Internetwährung. So gab Tesla bekannt, mittels einer neuen Unternehmensrichtlinie künftig in digitale Vermögenswerte, aber auch in Rohstoffe wie Gold investieren zu können.

Auch Tesla-CEO Elon Musk sprach sich auf seinem Sprachrohr Twitter in letzter Zeit vermehrt für den Bitcoin aus, so dass dieser Schritt nur wenig überraschen mag. So nahm der Unternehmer kürzlich kommentarlos den Hashtag "#Bitcoin" in sein Profil auf und erwähnt immer wieder die Spaßwährung Dogecoin. Kürzlich erklärte er auch in einer "Clubhouse"-Diskussion, ein "Befürworter von Bitcoin" zu sein.

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Kritik an Teslas Bitcoin-Investment

Gordon Johnson vom Analyseunternehmen GLJ Research sieht diesen Schritt kritisch, wie Benzinga berichtet. "Tesla nahm einen großen Teil des Bargelds […] und investierte es in eine hochvolatile und angeblich manipulierte Kryptowährung", schreibt Johnson in einer Notiz, die dem Handelsportal vorliegt. Nach der Bekanntgabe des Elektroautobauers sprang der Bitcoin-Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp auf bis zu 44.899 US-Dollar. Am nächsten Tag ging die Rally weiter: Der Bitcoin nahm die Marke von 50.000 US-Dollar ins Visier und erreichte via CoinMarketCap bei 48.003,72 US-Dollar erneut ein Rekordhoch. Mittlerweile beträgt der Höchststand sogar 49.161,26 US-Dollar US-Dollar (Stand vom 15. Februar 2021).

Dafür, dass Musk nur wenige Tage vor der Veröffentlichung von Teslas Krypto-Plänen für die Kryptowährung warb, könnte er sich nun vor der Börsenaufsicht SEC rechtfertigen müssen, berichtet etwa "The Sydney Morning Herald".

Aber auch die Folgen für die Umwelt, die mit dem Krypto-Trend einhergehen, seien nicht von der Hand zu weisen, meint Johnson. Der Stratege bezeichnet die Währung als Umweltkatastrophe und verweist auf den hohen Stromverbrauch, der für das Minen dieser nötig ist und der dem der gesamten Schweiz entspreche.

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Gezieltes Ablenkungsmanöver?

Dass Tesla diese Ankündigung ausgerechnet jetzt öffentlich macht, sei laut Johnson kein Zufall, sondern ein kalkuliertes Ablenkungsmanöver, um den Fokus weg von negativen Geschäftsentwicklungen zu lenken. So verweist der Analyst auf einen Rückgang der Verkaufszahlen in China, Verzögerungen beim Bau der Gigafactory in Berlin und Probleme bei der Qualitätskontrolle. Auch die Markteinführung des bereits 2017 erstmals vorgestellten Lastwagens Semi hätte eigentlich bereits 2019 stattfinden sollen und wurde nun auf Ende des Jahres verschoben.

Stattdessen habe Tesla dieses Kapital in Bitcoin investiert, da man keine internen Verwendungsmöglichkeiten dafür mehr gehabt habe und es nicht in Forschung oder Entwicklung investiert werden könne. "Wir sehen dies als einen Akt der Verzweiflung von einem CEO, dessen Unternehmen zum ersten Mal mit echter Konkurrenz konfrontiert ist", so Johnson in Bezug auf Branchen-Mitbewerber wie Nikola, NIO und XPeng, aber auch traditionelle Fahrzeughersteller wie Volkswagen, die ihre E-Auto-Flotte nach und nach ausbauen. Mit der Bitcoin-Investition habe sich das Unternehmen Sicherheit verschaffen wollen, denn sollte es zum Verkauf der Krypto-Bestände kommen, wären Gewinne von bis zu 200 Millionen US-Dollar möglich, mit denen Tesla seine Verluste durch das Kerngeschäft ausgleichen könne.

Bereits seit einiger Zeit ist Johnson der Tesla-Aktie gegenüber bärisch eingestellt. So bleibt er bei seiner Verkaufsempfehlung für das Papier und belässt das Kursziel für den Anteilsschein bei 67 US-Dollar. Aktuell werden Tesla-Titel an der US-Börse NASDAQ bei 816,12 US-Dollar gehandelt (Schlusskurs vom 12. Februar 2021), nachdem sie im vergangenen Jahr ein Gesamtplus von 743 Prozent aufweisen konnten.

Redaktion finanzen.net

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