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26.08.2016 21:55
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Smart Reich werden - So klappt's mit dem Vermögen!

Euro am Sonntag-Titel: Smart Reich werden - So klappt's mit dem Vermögen! | Nachricht | finanzen.net
Euro am Sonntag-Titel
Sogenannte Smart-Beta-ETFs wollen besser sein als herkömmliche Kurs-Barometer. Die neuen Produkte sind jedoch keine Alleskönner. Wann sie nützlich sind, wo Anleger zugreifen sollten.
€uro am Sonntag
von Julia Groß und Christoph Platt, Euro am Sonntag

Hier eine Stellschraube fester anziehen, dort ein wenig nachjustieren - am Ende soll das zu klaren Verbesserungen führen. Nach diesem Prinzip handeln nicht nur Bastler, Handwerker und Ingenieure, sondern auch die Anbieter sogenannter Smart-Beta-ETFs. Diese passiven Produkte folgen genau wie herkömmliche ETFs einem Aktien-, Anleihe- oder Rohstoffindex, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Sie stellen die althergebrachte Berechnung von Börsenbarometern infrage und ordnen die Indexbestandteile neu. Übrigens: Wenn Sie als Privatanleger für Ihr Kind in ETFs investieren wollen, dann sollten Sie sich einmal OSKAR ansehen, den unkomplizierten ETF-Sparplan für Kinder.


Üblicherweise werden die Titel eines Index nach ihrem Börsenwert gewichtet. Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung haben ein größeres Gewicht als solche mit niedriger. Im deutschen Aktienindex DAX etwa hat Siemens einen Anteil von 9,3 Prozent. Die Aktie mit der niedrigsten Marktkapitalisierung, Lufthansa, macht nur 0,6 Prozent aus. Das schlägt unmittelbar auf die Berechnung der Wertentwicklung durch.


Auf diese Weise kommt regelmäßig Aktien, die bereits gut gelaufen sind, eine größere Bedeutung zu als solchen mit schwacher Entwicklung. Man könnte auch sagen: In marktkapitalisierungsgewichteten Indizes werden teure Aktien bevorzugt.

Smart-Beta-ETFs brechen mit dieser traditionellen Indexberechnung. Sie schrauben und drehen so lange an den Börsenbarometern herum, bis sie eine Kombination, einen neuen Index entwickelt haben, der auf anderen Kriterien als der Marktkapitalisierung fußt.


Auf diese Weise wollen sie besser abschneiden als herkömmliche Indizes. Das kann einerseits bedeuten, eine höhere Rendite zu erzielen, andererseits, weniger stark zu schwanken. Doch auch reine Vorteile in Bezug auf die Diversifikation sind möglich, etwa indem Klumpenrisiken reduziert werden.

Die neue Produktgattung heißt Smart Beta, weil sie sich einerseits passiv an der Marktrendite orientiert, die als Beta bezeichnet wird. Andererseits wollen die Produkte aber auch ein wenig raffinierter und klüger sein - eben smart. Langfristig betrachtet zeigen die Strategien beeindruckende Ergebnisse. Kurz- und mittelfristig kann das ebenfalls so sein, doch in Stein gemeißelt ist der Erfolg der "klügeren" Variante nicht.

Das hat damit zu tun, dass die aufpolierten Indizes einen bestimmten Stil verfolgen. Und dieser Stil kann in einer bestimmten Marktphase eben besser oder schlechter laufen als der breite Markt. Die sehr unterschiedlichen Mehr- oder Mindererträge der auf den folgenden Seiten vorgestellten Strategien veranschaulichen das deutlich.

Profis sind schon drin

Bisher werden die neuartigen ETFs vor allem von institutionellen Anlegern eingesetzt. Und die greifen beherzt zu, wie die Absatzzahlen der vergangenen Monate zeigen. Vor allem ETFs, die auf Aktien mit geringen Schwankungen ­setzen (Low Volatility), waren beliebt. Ihnen flossen seit Jahresanfang per saldo 2,6 Milliarden Euro zu.

Von Privatanlegern werden Smart-­Beta-Produkte bislang noch selten genutzt. "Das Investieren anhand verschiedener Faktoren ist zwar bekannter geworden, aber beim Privatanleger noch nicht wirklich angekommen", sagt Martin Weithofer, Chef für Strategic-­Beta-Produkte bei der Deutschen-Bank- Tochter Deutsche Asset Management.

Ob ein Smart-Beta-ETF ins Depot passt, hängt vom Einzelfall ab. "Sie sind aber generell eine vernünftige Ergänzung zu einem bestehenden Portfolio", sagt Weithofer. Gleichwohl sollten Anleger nicht überstürzt umschichten. Denn die neuen Produkte sind kein Wundermittel und zudem meist teurer als ETFs, die traditionellen Indizes folgen. "Mit klassischen Indizes als Kern des Portfolios ist man weiterhin gut aufgestellt."

Dass sich die Erfolgsgeschichte von Smart Beta fortsetzen wird, gilt als sicher. "Wir rechnen damit, dass sich das in Smart-Beta-ETFs verwaltete Vermögen in Deutschland binnen drei Jahren verdreifachen wird", sagt Bryon Lake, Europa-Chef von PowerShares, der ETF-­Tochter von Invesco.

Besonders beliebt dürften Strategien bleiben, die auf dividendenstarke Werte setzen oder die Schwankungen begrenzen wollen. "Die Anleger werden weiterhin nach Einkommensquellen suchen und der Wunsch nach einer etwas ruhigeren Fahrt am Aktienmarkt wird bestehen bleiben", sagt Lake.

Nachfolgend stellt €uro am Sonntag sechs verschiedene Strategien vor, die zur Kategorie Smart Beta zählen. Die vor­gestellten Strategien gehören zu den am weitesten verbreiteten Konzepten und decken - einzeln oder in Kombination - rund 98 Prozent des Smart-Beta-Universums ab. Außerdem erklären wir die Vor- und Nachteile der einzelnen Strategien und beschreiben, welche Konzepte für welche Anleger geeignet sind. Zudem geben wir Hinweise, in welchen Marktphasen die Ansätze besonders gut funktionieren.

Da es sich um eine junge Produktgattung handelt, ist das Angebot recht begrenzt. Die Redaktion hat die Datenbanken intensiv durchforstet und stellt zu jedem Ansatz empfehlenswerte Produkte vor - in der Regel eines auf einen weltweiten und eines auf einen europäischen Aktienindex.

Weniger sprunghaft

Sie heißen Low-Volatility-, Minimum-­Volatility- oder auch Minimum-Varianz-ETFs. Das Ziel ist bei allen Bezeichnungen das Gleiche: Kursrisiken minimieren. Bei US-Anlegern sind risikoorientierte Smart-Beta-ETFs sehr verbreitet, jeder fünfte US-Dollar, der in ETFs investiert wird, fließt in ein Produkt, das auf irgendeine Art und Weise Risiken absichert. Hierzulande liegen die schwankungsarmen Strategien, was das investierte Kapital angeht, hinter den Dividenden-ETFs.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten bereits in den 70er-Jahren, dass niedrige Volatilität bei Aktien auf lange Sicht mit höheren Erträgen korreliert. Doch in der Realität funktioniert das nicht ganz so gut wie in der Theorie. Unterdurchschnittlich volatile Aktien verlieren in schlechten Börsenphasen in der Regel zwar weniger als Titel mit höheren Schwankungen. Aber wenn die Kurse auf breiter Front steigen, profitieren die Low-Vola-Aktien ebenfalls weniger. Es hängt also vom allgemeinen Börsenklima und dem Anlagehorizont ab, wie ein Anleger mit einem Low-Vola-Produkt fährt.
Wie bei anderen Smart-Beta-Produkten schützt auch hier eine etwas tiefere Recherche über die Regeln, nach denen ein bestimmter ETF funktioniert, vor unliebsamen Überraschungen. Am einfachsten strukturiert sind Produkte, die schlicht Aktien eines Index nach der Größe ihrer historischen Kursschwankungen gewichten. Das tun zum Beispiel die SPDR-Low-Volatility-­ETFs. Die Methode führt aber zu enormen Verschiebungen in den Branchengewichtungen. Der SPDR Euro Stoxx Low Volatility besteht aktuell beispielsweise fast zur Hälfte aus Industrie- und Finanzwerten. Schnelle Veränderungen des Marktumfelds in diesen Branchen würden sich ziemlich negativ in der Performance bemerkbar machen. Die Zusammensetzung wird nämlich nur vier Mal im Jahr neu berechnet.

Den Mittelweg finden
Um das zu verhindern, orientierten sich andere ETFs in dieser Klasse an sogenannten Minimum-Varianz-Strategien, die auch die Korrelation von einzelnen Titeln miteinander berücksichtigen. Solche ETFs ähneln in der Zusammensetzung mehr dem Original-Index, auf dem sie aufbauen, die Abweichungen sind kleiner.
Auch hier gibt es Ausnahmen. Der französische Anbieter Ossiam fährt beispielsweise einen Mittelweg: Er nutzt die Minimum-Varianz-Strategie und setzt deutliche Grenzen, was die maximale Gewichtung von Einzeltiteln und Branchen angeht, erlaubt aber grundsätzlich schon deutliche Abweichungen vom Basisindex. Die relativ aufwendige Methode und häufiges Rebalancieren schlagen sich jedoch im Preis nieder: Diese ETFs sind vergleichsweise teuer.
Schwankungsarme ETFs - gute Alternative (pdf)

Ein Herz für Kleine

Die meisten Indizes gewichten die Titel, wie auf Seite 17 beschrieben, nach ihrer Marktkapitalisierung. Für den Euro Stoxx 50 bedeutet das beispielsweise, dass es mit Anheuser-Busch Inbev, Bayer, Sanofi und Total vier Schwergewichte mit jeweils über vier Prozent Indexanteil gibt. Jeder dieser Konzerne übt rund sechs Mal mehr Einfluss auf die Entwicklung des Index aus als etwa die französische Supermarktkette Carrefour.
Viele Anleger investieren bevorzugt in große Unternehmen. Dagegen ist auch grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings führt die Beliebtheit der Large Caps mitunter zu hohen Bewertungen. Es besteht das Risiko einer "Bubble", einer Investment­blase, die plötzlich platzen kann: Dann rauschen die Kurse in die Tiefe und ziehen den gesamten Index mit.
Unbemerkte Portfolio-Schwergewichte
Der große Anteil an Bluechips in diesen ETFs erhöht mitunter auch das Klumpen­risiko im Portfolio. Viele Anleger besitzen ­neben ETFs auch Einzelaktien und aktiv verwaltete Fonds, etwa Mischfonds, deren Manager mitunter auf die gleichen Large Caps setzen. Zum Beispiel ist Samsung der zweitgrößte Titel im MSCI Emerging Markets, findet sich aber auch in Technologiefonds oder weltweit anlegenden Aktienfonds häufig unter den zehn größten Positionen. So kann der koreanische Mobiltelefon­riese einen Portfolioanteil erreichen, den der Besitzer niemals beabsichtigt und vielleicht auch gar nicht bemerkt hat.
Dieses Risiko lässt sich mithilfe gleich­gewichteter ETFs zumindest mindern. Im Beispiel Euro Stoxx 50 heißt das, dass Carre­four genauso viel Einfluss auf die Notierungen hat wie Bayer. Im MSCI Emerging Markets Equal Weight schrumpft der Samsung-Anteil von 3,6 auf 1,6 Prozent.
Wer auf einen gleichgewichteten Index setzt, erhöht den Anteil kleiner und mittelgroßer Unternehmen im Portfolio. Kleine Unternehmen entwickeln sich oft besser als große, wie auch der Vergleich von DAX- und MDAX-Performance zeigt. In den vergan­genen fünf Jahren kletterte das Bluechip-­Barometer DAX um rund 64 Prozent, der MDAX konnte dagegen 152 Prozent zulegen. Natürlich trifft diese Beobachtung jedoch nicht für jede Börsenphase zu, und Anleger erkaufen sich die höhere Rendite­chance mit einem Aufschlag beim Risiko.
Achtung: Equal-Weight-Indizes besitzen eine andere Branchenverteilung als ihre marktkapitalisierungsgewichteten Schwester-Indizes. Das kann je nach Vorlieben des Anlegers ein Vor- oder Nachteil sein. Beispiel Stoxx 600 Europe: Die "smarte" Version enthält viel weniger Titel aus der Gesundheitsbranche, dafür einen fast doppelt so großen Anteil an Industriewerten.

Gleichgewichtete ETFs - sauber austariert (pdf)

Cash-Lieferant mit Tücken

Produkte, die auf Dividendenstrategien beruhen, zählen zu den beliebtesten Smart-Beta-ETFs. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe: die bereits relativ lange Historie dieser ETFs und das aktuelle Zinsumfeld. Dividenden gelten als Zinsersatz. Das verleitet allerdings viele Anleger auch zu der irrtümlichen Annahme, mit dividendenstarken Aktien würden sie ähnlich sicher fahren wie mit festverzinslichen Produkten. Dabei können natürlich auch Dividenden-Titel im Kurs fallen. Unternehmen, die typischerweise hohe Ausschüttungen bieten, kamen in den vergangenen Jahren häufig unter die Räder, man denke nur an die Energie- und Finanzbranche. Zuletzt litten Automobilaktien unter dem Diesel-Abgasskandal. Diese Entwicklungen schmälerten in den vergangenen drei Jahren die Performance der Dividendenstars.
Auf Strategie und Diversifikation achten
Wichtig ist auch, sich Gedanken zu machen, welche Art von Dividendenstrategie zum eigenen Anlagestil passt. Manche ETFs setzen schlicht auf die Aktien mit der zuletzt höchsten Dividendenrendite, was aber letztlich wenig darüber aussagt, ob eine Firma auch im darauf folgenden Jahr Gewinne an die Aktionäre ausschüttet. Andere Produkte betrachten auch die Dividendenhistorie und -stabilität über längere Zeiträume. Eine weitere Methode: Die Auswahl nach der prognostizierten Ausschüttung. Darüber hinaus sollten sich Anleger auch mit dem zugrundeliegenden Index beschäftigen: Zum Beispiel sind in den populären DivDAX-ETFs nur 15 Werte enthalten. Die fünf größten Werte machen dabei rund die Hälfte des Portfolios aus. Denn eine weitere Besonderheit des DivDAX ist, dass er die enthaltenen Unternehmen nach Marktkapitalisierung gewichtet. Die meisten anderen Dividenden-ETFs orientieren sich hingegen an der Höhe der Dividendenrendite. Unter dem Aspekt der Diversifikation gibt es bessere Alternativen aus breiteren Indizes wie den Stoxx Europe. Für ein ohnehin schon breit gestreutes und eher risikoavers aufgestelltes Portfolio kann ein DivDAX-ETF wiederum eine gute Ergänzung sein.

Mehrere strenge Auswahlkriterien gelten bei der Dividenden-Aristokraten-Produkt­linie von State Street. Der Smart-Beta-ETF für dividendenstarke US-Aktien pickt aus dem S & P 1.500 diejenigen Firmen heraus, die ihre Ausschüttungen in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich erhöht haben. Sie müssen eine Marktkapitalisierung von mindestens zwei Milliarden Dollar besitzen. Ein weiteres Merkmal ist die Liquidität der Aktien. Die strengere Selektion hat sich ­bewährt: Die US-Dividenden-Aristokraten schneiden sowohl bei der Performance als auch in Sachen Volatilität besser ab als viele andere Dividenden-ETFs.
Dividenden-ETFs - Adel verpflichtet (pdf)

Qualität ist Trumpf

Eine möglichst hohe Qualität wünscht sich jeder, sei es fürs Auto, fürs Smartphone oder für die Kücheneinrichtung. Auch bei Investoren ist der Wunsch groß, in qualitativ hochwertige Unternehmen zu investieren. Das gilt angesichts geopolitischer Krisen, einer zügellosen Geldpolitik und einer wachsenden Angst vor einem Ende der jahrelangen Hausse umso mehr.
Doch dazu, was unter einer hohen Firmenqualität zu verstehen ist, gibt es viele Meinungen. "Das Konzept, sich auf qualitativ hochwertige Unternehmen zu konzen­trieren, gibt es schon länger", sagt Power­Shares-Experte Lake. "Und es kommt in einer Vielzahl möglicher Ausgestaltungen daher." Nicht zuletzt deshalb gilt die Quality-Strategie als das am schwierigsten abzugrenzende Smart-Beta-Konzept.
Als typische Merkmale eines hochwertigen Unternehmens gelten etwa eine geringe Verschuldung oder eine stabile Bilanz. Auch verschiedene Kennzahlen zur Profitabilität oder zur Generierung von Cashflow werden herangezogen. Wert gelegt wird außerdem auf eine stabile Entwicklung der Gewinne.
Meist verwenden Smart-Beta-Strategien, die auf eine hohe Qualität achten, Kriterien anderer Smart-Beta-Strategien. So gilt gemeinhin eine stabile oder leicht wachsende Dividende als Merkmal eines hochwertigen Unternehmens - was bereits in reiner Form bei den Dividendenstrategien zum Einsatz kommt. Auch eine niedrige Bewertung, die Grundlage der Value-Strategie, wird in Quality-Strategien gelegentlich positiv berücksichtigt. Selbst geringe Schwankungen werden - wenn auch selten - als Kriterium für ein qualitativ hochwertiges Unternehmen herangezogen.
Gerade in den vergangenen Jahren war der Fokus auf hochwertige Unternehmen für Anleger äußerst lukrativ. Während der Weltaktienindex MSCI World seit August 2013 nur um 22,9 Prozent zulegte, ging es für das Pendant für Quality-Aktien um 33,4 Prozent nach oben. Vor allem die niedrigen Zinsen bei gleichzeitiger Sorge um die Nachhaltigkeit der jahrelangen Aktien-Hausse trieb Anleger in die Qualitätstitel und be­flügelte so deren Kurse.
Es ist denkbar, dass irgendwann spekulativere Aktien den Qualitätstiteln wieder den Rang ablaufen werden. Dann wäre ein Fokus auf die soliden Unternehmen relativ gesehen nicht mehr ganz so renditeträchtig. Dass dies in absehbarer Zeit geschieht, ist jedoch nicht erkennbar.
Mit der Quality-Strategie können Anleger selten etwas falsch machen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass solide Konzerne irgendwann wieder als unsexy gelten werden. Wenn diese Zeit kommt, können sich die Anleger gut damit beruhigen, in profitable und äußerst stabile Unternehmen investiert zu sein.
Qualitätstitel-ETFs - hochwertige Unternehmen (pdf)

Möglichst viel fürs Geld

Als Smart-Beta-Strategie gilt auch das Value-Konzept. Es existiert aber um ein Vielfaches länger als der Modebegriff Smart Beta. Schon seit Jahrzehnten versuchen Anleger, den breiten Markt zu schlagen, indem sie Aktien bevorzugen, die besonders niedrig bewertet sind.
Bekannteste Kennzahl für die Bewertung einer Aktie ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Dieses gibt an, wie das Verhältnis zwischen Aktienkurs und dem Unternehmensgewinn je Aktie ist. Ein niedriges KGV zeigt an, dass der Titel günstig bewertet ist. Daneben gibt es weitere Bewertungskennziffern wie das Verhältnis des Kurses zum Buchwert oder dem Cashflow einer Firma.
Die Idee des Value-Investing besteht darin, möglichst viel Unternehmen für sein Geld zu erhalten. Value-Anleger wollen daraus Gewinn schlagen, dass billige Unternehmen teils zu Unrecht von den Anlegern gemieden werden oder diese deren wahren Wert nicht richtig einschätzen können. Sobald sich die Erkenntnis durchsetzt, dass das Unternehmen besser dasteht als gedacht, baut sich die Unterbewertung ab - der Aktienkurs steigt.
Historisch betrachtet ist die Anlage in unterbewertete Aktien eine sehr erfolgreiche Strategie. So erzielten zum Beispiel globale Value-Aktien seit Anfang 2000 eine Gesamt­rendite von 113 Prozent, während der Leit­index MSCI World nur auf 83 Prozent kam. Das liegt vor allem daran, dass niedrig bewertete Aktien in einer Baisse oft weniger stark verlieren als hoch bewertete Titel.
Doch es gibt auch Phasen, in denen dieser Anlagestil weniger erfolgreich ist - so wie in den vergangenen drei Jahren. Da schnitt der Weltaktienindex MSCI World insgesamt fast sechs Prozent besser ab als sein Tochterindex, der vor allem niedrig bewertete Aktien enthält. "Der Value-Stil kann auch schon mal über einen ziemlich langen Zeitraum underperformen", sagt Power­Shares-Europachef Bryon Lake.
Den altehrwürdigen Value-Stil dem neumodischen Smart-Beta-Segment zuzuordnen, das gefällt Traditionalisten sicher nicht. Doch Value-Investing macht genau das, was Smart Beta auszeichnet: Aus einem breiten Index werden anhand festgelegter Kriterien bestimmte Titel ausgewählt.
Derzeit sind 14 ETFs in Deutschland erhältlich, die dezidiert auf unterbewertete Aktien setzen. Die meisten davon setzen auf Titel aus Europa, nur jeweils zwei auf Value-Aktien aus den USA und aus der ganzen Welt. Viele weitere Smart-Beta-ETFs kombinieren Value-Kriterien mit anderen Fundamentaldaten.
Eine Value-Strategie zu nutzen empfiehlt sich eher für langfristige Investoren. Während eines langen Zeitraums kann dieser Anlagestil seine Stärken am besten ausspielen und Baissephasen abfedern.
Value-ETFs - günstige Firmen (pdf)

Die besten Schuldner

Bei Anleihen steckt die Entwicklung von Smart-Beta-Produkten noch in den Kinderschuhen. Nur wenige ETFs sind verfügbar, die von den klassischen Indizes für festverzinsliche Wertpapiere abweichen. Das hat zum einen damit zu tun, dass Anleihe-ETFs in Sachen Verbreitung generell Aktien-ETFs hinterherhinken und erst in den vergangenen Jahren vermehrt auf den Markt gekommen sind. Das bremst auch den Ausbau der Smart-Beta-Palette in diesem Anlagesegment.
Zum anderen erschien Smart Beta im Anleihebereich weniger wichtig: Die einzelnen Anleihekategorien lassen sich relativ scharf voneinander trennen und konzentrieren sich oft punktgenau auf ein Segment. So gibt es Indizes, die ausschließlich auf Anleihen von Unternehmen aus der Eurozone mit hoher Bonität setzen oder auf US-Staatsanleihen mit einer klar bestimmten Restlaufzeit. Anleger konnten also ihre Wünsche bei festverzinslichen Wertpapieren schon bisher recht genau umsetzen.
Dass Smart Beta im Anleihesegment nun doch Fuß fasst, hat vor allem damit zu tun, dass viele Papiere angesichts extrem niedriger Zinsen künftig kaum noch Erträge abwerfen werden. Das führt dazu, dass kleine Anpassungen an herkömmliche Indizes vorgenommen werden, um die Rendite zu steigern. Gleichzeitig sollen diese Justierungen das Wesen eines Index aber weitgehend unverändert lassen. Aus einem Index sollen also ein paar Basispunkte mehr herausgekitzelt werden, ohne wichtige Kriterien wie die Bonität der Schuldner oder die Restlaufzeiten der Anleihen deutlich zu verändern.
Ein anderer Smart-Beta-Ansatz will eine Schwäche herkömmlicher Indizes ausmerzen. Diese gewichten Anleihen mit einem hohen Marktwert stärker als solche mit einem kleinen. Den größten Anteil erhalten also die Staaten oder Unternehmen mit dem höchsten Schuldenberg. Dass es besser wäre, die solidesten Emittenten denjenigen mit den meisten Schulden vorzuziehen, verrät schon der gesunde Menschenverstand. Einige ETFs versuchen nun, dem Rechnung zu tragen, indem sie innerhalb eines Index Schuldner bevorzugen, die sehr gute Fundamentaldaten aufweisen.
So werden etwa Länder übergewichtet, die schnell wachsen, sehr wettbewerbsfähig sind und eine hohe Zahlungsbereitschaft bewiesen haben. "Bei qualitätsgewichteten Indizes geben Anleger etwas von der laufenden Rendite ab, um die Liquidität zu erhöhen und das Risiko zu verringern", sagt Deutsche-Bank-Experte Weithofer.

Noch gibt es keine große Auswahl bei Smart-Beta-Konzepten für Anleihen. Auf Bond-Indizes zu setzen, die Emittenten mit guten Fundamentaldaten bevorzugen, ist für sicherheitsorientierte Anleger jedoch eine clevere Alternative.
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