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24.02.2019 01:00
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Ernährung 2.0 - Das Billionen-Business

Die nächste grüne Revolution: Ernährung 2.0 - Das Billionen-Business | Nachricht | finanzen.net
Die nächste grüne Revolution
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Die Produktion von Lebensmitteln wird sich grundlegend verändern, damit die globale Nachfrage gedeckt werden kann. Wer an den richtigen Innovationen verdient. Leckerbissen für Ihr Depot.
€uro am Sonntag
von Julia Groß, Euro am Sonntag

Für hartgesottene Fans der ekligen Essprüfungen im Dschungelcamp hat Kaufland etwas Neues im Angebot. Pünktlich zum Abschluss der RTL-Show nahm Deutschlands zweitgrößter Einzelhändler Insektensnacks der französischen Firma Jimini ins Sortiment. Kommen die Müsli­riegel mit Buffalowurmmehl noch ganz unauffällig daher, so sind die knusprig gebackenen Grillen und Mehlwürmer ("mit Knoblauch und Kräutern") ganz sicher nicht jedermanns Sache.


Für die meisten Kunden in über 600 Filialen sind diese Produkte wohl in erster Linie ein ungewöhnlicher Gag. Kaufland dagegen will das Angebot weiter ausbauen: Auch Müsli und Nudeln, angereichert mit gemahlenen Insekten, sollen bald in den Regalen stehen. Würmer und Heuschrecken als alternative Proteinquelle sind nicht nur exotische Hinguckartikel, ihre Existenz hat einen ernsten Hintergrund. Denn Lebensmittel und die Art, wie sie hergestellt werden, müssen sich in den kommenden 20 bis 30 Jahren grundlegend ändern, um die globale Nachfrage weiter decken zu können. Die dafür nötigen Anpassungen gehen weit über ertragreicheres Saatgut oder GPS-gesteuerte Supertraktoren hinaus. Der Agrar- und Nahrungsmittelsektor steht vor einer ähnlichen disruptiven Entwicklung, wie sie die Musik- oder die IT-Industrie schon erfahren haben.


Die gute Nachricht: Die Ernährungsrevolution hat bereits begonnen. Wer heute als Anleger auf den Trend zu neuen Lebensmitteln oder nachhaltigerer Produktion aufspringt, setzt nicht auf ferne Visionen und Luftschlösser. Erste Produkte sind bereits auf dem Markt oder stehen kurz vor der Einführung, in den kommenden Jahren werden noch viele weitere folgen.

9,8 Milliarden ist die Zahl, um die sich alles dreht: So viele Menschen werden laut der aktuellsten Prognose der Vereinten Nationen im Jahr 2050 auf der Erde leben. Das sind 2,1 Milliarden mehr als jetzt, für sich genommen gar nicht mal so eine extreme Zunahme, denn das Bevölkerungswachstum hat sich zuletzt verlangsamt. Allerdings steigt auch der Lebensstandard, damit verändern sich die Essgewohnheiten. Die Welternährungsorganisation rechnet bis 2050 mit einem Anstieg des Fleischkonsums um gut 50 Prozent.

Zu wenig Anbaufläche für alle

Richtig Zündstoff enthalten diese Vorhersagen, wenn man parallel dazu die Entwicklung der landwirtschaftlichen Flächen betrachtet: Waren 1970 noch 3.800 Quadratmeter pro Kopf verfügbar, ist die Ackerfläche seitdem auf rund 2.100 Quadratmeter pro Erdbewohner geschrumpft. Im Jahr 2050 werden es nur noch 1.500 Quadratmeter sein.

Denn während die Bevölkerungszahlen steigen und mehr Flächen versiegelt werden, lassen sich die Ackerflächen schon jetzt kaum noch ausweiten. Dazu kommen Boden- und Wetterfaktoren. Klimaveränderungen werden in manchen Regionen der Welt positive Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktivität haben, in anderen dagegen negative. Extremwetterereignisse, deren Frequenz zunehmen soll, können ganze Ernten vernichten. In Summe rechnet das Bonner Zentrum für Entwicklungsforschung mit weltweiten Produktionseinbußen aufgrund des Klimawandels von neun Prozent im Jahr 2030 und 23 Prozent im Jahr 2050.

Gleichzeitig sinkt auch die Bereitschaft junger Leute, in der Landwirtschaft zu arbeiten. Ein Extrembeispiel ist Japan: Seit 1970 ist dort die Zahl der Bauern von über sieben auf weniger als zwei Millionen gefallen, mehr als die Hälfte der Landwirte ist über 70 Jahre alt. Die bewirtschaftete Fläche des Inselstaats ist in den vergangenen 50 Jahren um ein Fünftel kleiner geworden.

Eine mögliche Lösung, um die Millionenbevölkerung trotzdem mit grüner Frischware zu versorgen, bieten vertikale Farmen: Salat und Kräuter wachsen dabei übereinander in riesigen beleuchteten Hallen. Das spart Platz und macht die Produktion wetter- und klima­unabhängig, zudem können Roboter viele Arbeitsschritte übernehmen. Rund 200 solcher Anlagen gibt es in Japan bereits, Tendenz steigend.

Anfang November vergangenen Jahres hat das Unternehmen Spread in der Präfektur Kyoto mit der "Techno Farm" die nach eigenen Angaben größte automatisierte Vertikalfarm der Welt in Betrieb genommen. In Regalen mit mehr als einem Dutzend Stockwerken werden hier pro Tag 30.000 Salatköpfe erntereif - bestrahlt von Hightech-LED-Systemen, gehegt, gepflegt und gepflückt von Robotern. Nur noch 25 Menschen arbeiten in der knapp 4.000 Quadratmeter großen Fabrik. Erde sucht man in der Techno Farm vergebens - die Anlage basiert auf dem Hydroponics-System: Die Salatpflanzen erhalten alle Nährstoffe über Wasser, das ihre Wurzeln umspült. Bei einer von anderen Firmen genutzten Variante, Aeroponics, ist es gar nur Nebel, der die Wurzeln benetzt.

Ein Zehntel des Wasserverbrauchs

Spread recycelt in der Techno Farm 98 Prozent des Wassers, der Verbrauch liegt bei nur 110 Milliliter pro Salat. In der älteren, 2007 gebauten Vertikalfarm waren es noch 830 Milliliter. Zum Vergleich: Im Freiland entfallen auf einen Salat rund zehn Liter. "Wir produzieren allein in der Techno Farm pro Tag drei Tonnen Salat für über 2.400 Supermärkte. Frei von Pestiziden, frei von Gentechnik, unabhängig vom Wetter und frisch", sagt Spreads Unternehmensstratege Hiroumi Takahara.

Mit seiner älteren Farm schreibt Spread seit 2013 schwarze Zahlen. Inzwischen verkauft das Unternehmen nicht mehr nur den Indoor-Salat, sondern auch die gesamte Farmtechnologie weiter. "Niemand anders hat damit zehn Jahre kommerzielle Erfahrung", sagt Takahara. Die Zucht von weiteren Salatsorten und Erdbeeren in der Vertikalfarm ist in Vorbereitung. Zukünftig will die Mutterfirma Earthside, die auch in Logistik und Vertrieb von Gemüse und Obst aktiv ist, den Umsatzanteil des Vertikalfarmgeschäfts von bisher drei auf 30 bis 50 Prozent erhöhen.

Möglich wird der Indoor-Anbau erst durch ausgefeilte LED-Systeme. Anbieter wie Osram oder Signify (die ehemalige Philips-Lichtsparte) entwickeln sich derzeit von reinen Lieferanten der Komponenten weiter zu Full-Service-Providern. Dazu gehören die richtigen Lichtrezepte für verschiedene Pflanzen, Sensor- und Softwaresysteme, die in Zukunft auch Pflanzenkrankheiten oder das Eindringen von Schädlingen rechtzeitig detektieren sollen. Künstliche Intelligenz hilft bei der Optimierung aller Prozesse.

Am wichtigsten ist jedoch die Reduktion des Energieverbrauchs, denn der macht die Vertikalfarmen teuer - Sonnenlicht ist dagegen bekanntlich umsonst. Spread liegt mit der neuen Anlage bei 1,2 Kilowattstunden pro Salat. Noch ist das Endprodukt deshalb 20 bis 30 Prozent teurer als konventioneller Salat. Mit der nächsten LED-Generation soll sich der Energieverbrauch halbieren, die Preise werden sich laut Spread in den kommenden zwölf bis 24 Monaten annähern. In den meisten Regionen der Welt sind vertikale Farmen jedoch aktuell nicht wettbewerbsfähig.

Doch es gibt genug Nischen, nicht nur in Japan. In Regionen mit hoher Umweltverschmutzung oder ungeeignetem Klima oder generell in Großstädten können die Indoor-Pflanzen ihre Vorteile voll ausspielen. Die Marktforschungsfirma Yano Research schätzt, dass der Umsatz von japanischen Vertikalfarmen von jetzt 48 Millionen Euro bis 2022 auf 221 Millionen Euro anwachsen wird. Und auch im Rest der Welt gewinnt das Konzept Anhänger: In den USA rühmt sich AeroFarms, New York mit Premiumsalat aus einer 6.500-Quadratmeter-Anlage keine halbe Autostunde vom Times Square entfernt zu versorgen. Ende des Jahres will die Airline Emirates in Dubai eine riesige Halle eröffnen, um das Fluggast-Catering und die Flughafen-Lounges mit frischem Grün zu beliefern.

Auch auf normalen Feldern tut sich was. Seit 2012 haben sich Investitionen in Technologien rund um die Landwirtschaft mehr als verdreifacht. Viel davon fließt in Software, Agrartechnik und High-Performance-­Saatgut. Einige Firmen suchen ganz neue Wege: Sie arbeiten daran, natürliche Wachstumshelfer ins biotechnologische Zeitalter zu heben. Mit sogenannten Biostimulanzien, zum Beispiel Bakterien und Pilzen, wollen sie Pflanzen widerstandsfähiger machen und die Nährstoffaufnahme verbessern.

Mikroben sorgen für höhere Erträge

Seit DNA-Sequenzierung billig geworden ist, können Wissenschaftler Mikro­organismen im Boden und ihre Wechselwirkung mit Pflanzen besser erforschen. Dieses Wissen lässt sich nun in Produkte umsetzen, die gezielt für eine optimale Umgebung von Nutzpflanzen wie Mais sorgen. Der Enzymspezialist Novozymes ist einer der Vorreiter auf diesem Gebiet, in Kooperation mit Bayer sollen in den kommenden Jahren zahlreiche mit Biostimulanzien behandelte Saaten auf den Markt kommen.

Mit Biorise 2 behandelter Mais ist seit vergangenem Jahr erhältlich. Ein Pilz und eine Kohlenhydratverbindung sorgen dafür, dass mehr Phosphat aus dem Boden für die Pflanze verfügbar wird und die Effizienz der Nährstoffaufnahme steigt. Der Mais bildet viel voluminösere Wurzeln aus, der Ertrag erhöht sich - in Studien der Produzenten um durchschnittlich 208 Kilogramm pro Hektar. "Momentan werden BioAg-Produkte auf rund 48 Millionen Hektar Anbaufläche eingesetzt. Bis 2025 wollen wir auf 100 bis 200 Millionen Hektar kommen", sagt Thomas Batchelor, Vice President der BioAg-Sparte von Novozymes. Das entspricht einem Viertel bis der Hälfte der Ackerfläche in den USA. Das nächste Produkt aus der Zusammenarbeit mit Bayer könnte 2021 kommen, so Batchelor.

Die Effizienz bei der Nährstoffverwertung ist auch bei Nutztieren ein Thema - sogar noch ein viel dringlicheres als bei Pflanzen. Rund zwei Kilogramm Futter muss ein Bauer einsetzen, um ein Huhn ein Kilo schwerer zu machen. Bei Schweinen und Rindern ist die sogenannte Futterkonversionsrate noch viel schlechter, erst recht wenn man nur die Teile betrachtet, die wirklich auf dem Teller landen. Der Verzehr von Fleisch ist deshalb im Grunde Ressourcenverschwendung: Denn das Getreide, mit dem die Tiere gepäppelt werden, könnten Menschen schließlich auch selbst essen. Ebenfalls als zweifelhaft gilt der Einsatz von Fischmehl, das in Hühner- und Schweinemast sowie in der Aquakultur eine bedeutende Rolle spielt.

Seit Jahrzehnten setzen Landwirte dem Futter deshalb zum Beispiel Aminosäuren zu, um an eiweißreichem Futter wie Sojamehl sparen zu können. Durch gezielten Einsatz von Enzymen und Probiotika heben Spezialchemiehersteller das Thema Futterzusätze jedoch auf ein ganz neues Level. Ein Beispiel: Balancius, von Novozymes und der niederländischen DSM im Herbst 2018 auf den Markt gebracht, verbessert die Futterkonversionsrate von Hähnchen. Es handelt sich um ein Enzym, das Teile abgestorbener Bakterien im Darm beseitigt und auf diese Weise mehr Darmoberfläche freilegt, sodass Nährstoffe besser aufgenommen werden können. DSM erwartet mittelfristig 60 bis 80 Millionen Euro Umsatz mit diesem Produkt.

Vielseitiger Antibiotika-Ersatz

Evonik erforscht seit sieben Jahren Probiotika, die sich bei Tieren positiv auf Darmgesundheit und die Anfälligkeit für Infektionen auswirken können. Im westfälischen Halle wurde dafür eigens ein Simulationsmodell des Hühnerdarms entwickelt. "Wir gehen konkret den Wirkmechanismen auf den Grund, sodass wir die Funktion und den Effekt unserer Produkte mit Daten belegen können", sagt Stefan Pelzer, Leiter des Innovationsbereichs Precision Livestock Farming bei Evonik. Drei Probiotika sind bereits auf dem Markt. Sie enthalten Bakterienstämme, die bei Hühnern oder Ferkeln das Darmmikrobiom stabilisieren und helfen, unerwünschte Keime in Schach zu halten.

Beides verbessert auch die Futterverwertung der Tiere. "Man geht davon aus, dass etwa bei Hühnern erst 70 bis 80 Prozent des Potenzials nutzbar sind", sagt Pelzer. Noch viel Raum für weitere Innovationen also. Dass sich außerdem mit Probiotika ähnliche Effekte erzielen lassen wie mit dem standardmäßigen Einsatz von Antibiotika zur Wachstumsförderung, ist für Landwirte weltweit ein wichtiges Kaufargument.

Als nächsten Schritt sieht Pelzer die Integration der Probiotika in ein umfassendes Gesundheits- und Vorsorgesystem. Für Hühner bringt Evonik 2019 ­Diagnostiktests heraus, die Belastungen mit bestimmten Keimen erkennen, bevor Symptome sichtbar werden. Zu bestimmten Zeitfenstern, in denen das Geflügel dafür besonders anfällig ist, kann der Landwirt seinen Bestand testen. Eine Software wertet diese und andere Daten aus und empfiehlt zum Beispiel, mit einer Probiotikagabe gegenzusteuern. Auch das steigert Nahrungsverwertung im Stall. "Das ist Präzisionslandwirtschaft für Nutztiere", sagt Pelzer.

Um die Weltbevölkerung dauerhaft ernähren zu können, reicht bessere Futterverwertung allein jedoch nicht aus. Es gilt, alternative Nährstoffquellen für die Tierzucht zu erschließen, die nicht auch von Menschen verzehrt werden. DSM und Novozymes haben 2018 das Joint Venture Veramaris gegründet. Die Firma produziert Omega-3-Fettsäuren aus Algen, die etwa Lachsen in Aquakultur gegeben werden. Eine Tonne des ­Algenöls spare Fischöl beziehungsweise Fischmehl aus 60 Tonnen wild gefangenem Fisch ein, so die Projektpartner. Rund 15 Prozent der aktuellen Nachfrage aus der Lachszuchtindustrie kann Veramaris decken.

Einen Schönheitsfehler hat das Öl jedoch: Die Algen verstoffwechseln Zucker aus Mais - die Herstellung steht also erneut in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion. Rund 40 Start-up-Firmen weltweit verfolgen einen radikaleren Ansatz: Sie stellen Öle und Proteinfutter aus Insekten her, die sich im Wesentlichen von organischem Abfall, also Biomüll, ernähren. Die südafrikanische Agriprotein verarbeitet Larven der Schwarzen Soldatenfliege zu zwei Tonnen Proteinfutter pro Tag - und kann es sogar günstiger verkaufen als Fisch­mehl. "Bei diesem Produktionsmaßstab reden wir mit den Cargills und Nestlés dieser Welt auf Augenhöhe", sagt Agri­protein-Chef David Wilco Drew. "Unsere nächste Expansionsstufe sind zehn Tonnen pro Tag."

Milliardenmarkt für "Clean Meat"

Das Thema alternative Proteinquellen lässt sich jedoch noch weiter denken. Wenn die Fleischproduktion so problematisch ist, warum nicht darauf verzichten? "Clean Meat" lautet das Stichwort, das Investoren genauso wie die Fleischbranche elektrisiert. Eine ganze Reihe von Start-ups kreiert vegetarischen Fleischersatz, der in Textur und Geschmack kaum noch vom Original zu unterscheiden ist. Die Burger von Impossible Foods sind in über 3.000 Restaurants in den USA zu haben, die Produkte von Beyond Meat aus Kalifornien liegen seit vergangenem November auch bei Tesco und Metro im Kühlregal.

Der US-Fleischgigant Tyson Foods ist an Beyond Meat beteiligt. "Wir wollen kein Opfer einer disruptiven Entwicklung sein, wir wollen sie mitgestalten", erklärt Justin Whitmore, der bei Tyson Foods für Nachhaltigkeit zuständig ist - eine Position, die der Konzern 2017 neu geschaffen hat. Geld haben die Amerikaner auch in Memphis Meats gesteckt. Die Firma entwickelt, wie rund 20 weitere Unternehmen weltweit, zellbasiertes Fleisch, das im Labor gezüchtet wird. Kostete ein so erzeugter Burger vor sechs Jahren noch 250.000 Euro, sind die Kosten inzwischen unter zehn Euro gerutscht. Die Marktreife rückt in greifbare Nähe - vielleicht noch zwei bis fünf Jahre wird es dauern. In einem Vierteljahrhundert, ist man bei Tyson überzeugt, wird Clean Meat dem Fleisch aus dem Schlachthof 20 Prozent Marktanteil abgenommen haben.

Deshalb geben sich Investoren bei den Laborfleisch-Forschern die Klinke in die Hand. Der größte deutsche Geflügelzüchter PHW ("Wiesenhof") hat in Supermeat aus Israel investiert. Kapital von Google-Gründer Sergey Brin steckt in Mosa Meat, ein Unternehmen, an dem auch die Pharmafirma Merck aus Darmstadt beteiligt ist - aus ureigenem Interesse, stellt es doch Nährmedien für Zellkulturen her. Bill Gates unterstützt gleich mehrere der pflanzen- und zellbasierten Fleischproduzenten.

Auch wenn kein Tier dafür sterben muss: Ob Kunden sich wirklich mit Burgern aus dem Brutschrank anfreunden können? Fürsprecher wie Matt Ball vom amerikanischen Good Food Institute sind davon überzeugt: "Man muss sich das wie die Produktion in einer Brauerei vorstellen." Dieser Gedanke wiederum dürfte vielen Menschen mehr behagen als geröstete Grillenlarven.

Investor-Info

Novozymes
Einstiegschance nutzen

Der höchst innovative und nachhaltige Enzym­hersteller aus Dänemark muss im ­Moment eine Wachstumsdelle verdauen. Die Einführung neuer Produkte wie Balancius und Biorise 2 wird sich erst ab 2019 in der Bilanz niederschlagen, die Forschungspipeline ist gut gefüllt. Anleger mit langfristigem Investmenthorizont sollten die aktuelle Schwäche zum Einstieg nutzen. Novozymes ist ein ­hochprofitables Unternehmen mit großem Wachstumspotenzial im Agrarbereich.

DSM
Lösungen für Fisch und Fleisch

Der niederländische Spezialchemiekonzern, der auch Vitamine, Inhaltsstoffe für Kosmetika, Aromen und hochwertige Kunststoffe herstellt, ist bei innovativen Lösungen für Tierzucht und -ernährung ganz vorn dabei. Während die Omega-3-Fettsäureproduktion aus Algen in diesem Jahr richtig anlaufen soll, erforscht das Unternehmen Futterzusätze, die Kühe weniger Methan abgeben lassen, und intelligentes Futtermanagement mit Sensoren. Nebenher liefert der Konzern ordentliche drei Prozent Dividendenrendite.

Osram
Spekulation auf Übernahme

Das Geschäft mit Vertikalfarmen hat aktuell nur den Charakter eines kleinen Start-ups ­innerhalb des Unternehmens. Auf Konzern­ebene laufen die Geschäfte schlecht. Nach mehreren Gewinnwarnungen sieht der Vorstand auch 2019 "dunkle Wolken am Horizont aufziehen", denn die Nachfrage ist schwach. Das sind wahrlich keine Kaufargumente. Die Hoffnung liegt bei dieser Aktie auf dem ­möglichen Einstieg von Finanzinvestoren, die Osram von der Börse nehmen könnten.

Evonik
Überzeugende Forschung

Auch der Essener Spezialchemiekonzern ist ein gutes Beispiel für wissenschaftsgetriebene Innovationen. Durch die lange Historie im Geschäft mit Aminosäuren als Futterzusatz kennt Evonik die Bedürfnisse der Kunden in der Landwirtschaft genau. Die Positionierung von Probiotika als Antibiotika-Ersatz mit Zusatznutzen ist schlau und dürfte den Umsatz antreiben. Allein der zyklische Charakter der Aktie ist im aktuell eher defensiven Umfeld ein kleiner Wermutstropfen.

Tyson Foods
Fleischgigant mit Zukunft

Schätzungsweise jeder zweite Mensch auf der Erde hat schon einmal Fleisch gegessen, an dem der amerikanische Fleischproduzent, -verarbeiter und -händler verdient hat. Längst ist Tyson auch in den Schwellenmärkten Indien und China stark vertreten. Die Investi­tionen in "Clean Meat" zeigen, dass der Konzern weit in die Zukunft plant. Die Aktie leidet unter dem Handelskonflikt zwischen China und den USA und könnte sich bei dessen ­Beilegung deutlich erholen.

Pictet Nutrition
Megatrend Ernährung

Dieses Portfolio aus Pictets Themenfonds­palette setzt auf Unternehmen, die zur Wertschöpfungskette des Ernährungssektors beitragen, insbesondere auch auf Firmen, welche die Nachhaltigkeit der Produktion von Lebensmitteln verbessern. DSM zählt zu den zehn Top-Positionen des Fonds, auch in ­Novozymes ist das Managementteam investiert. Geografisch liegt der Schwerpunkt des Portfolios in den USA mit einem Anteil von etwa 45 Prozent. Gutes Basisinvestment, die Fondsmanager haben alle Trends im Blick.







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Bildquellen: Anna Kucherova/iStockphoto, LouisHiemstra/iStock
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