Dividenden-Strategien

Mehr Geld durch Dividenden

12.10.11 14:10 Uhr

Unternehmen, die einen Großteil ihres Gewinns an die Aktionäre ausschütten, sind bei Anlegern besonders beliebt. Niedrige Zinsen machen Dividenden-Aktien noch attraktiver.

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Aktien

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Indizes

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215,5 PKT 0,8 PKT 0,39%

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von Maren Kebbel, €uro am Sonntag

„Unsere Elefantenbüchse ist durchgeladen“, sagte Warren Buffett dieses Frühjahr. Der US-Investor hat sogar in Zeiten, in denen Europa unter der Schuldenkrise stöhnt und Amerika mit einem schwachen Wirtschaftswachstum kämpft, einen flotten Spruch parat.

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Die Botschaft des Großmeisters aller Investoren war damit klar: Buffett bleibt unbeirrt seinem Investmentstil treu, unterbewertete Value-Aktien mit verständlichem Geschäftsmodell zu kaufen. Von den 15 größten Positionen seiner Holding Berkshire Hathaway zahlen 14 Unternehmen Dividenden, elf haben in diesem Jahr trotz Krise die Gewinnausschüttung an ihre Aktionäre erhöht. Weist also ein Unternehmen nachhaltig Dividende aus, so gilt dies für Buffett als ein gutes Indiz, ob sich ein Investment lohnt.

Doch stimmt in Krisenzeiten tatsächlich diese Faustregel, dass Dividendentitel solider und ertragreicher sind als ausschüttungsarme Titel?

Mittelfristige Vergleiche zwischen den Aktienindizes DAX und DivDAX zeigen zumindest ein differenzierteres Bild. Der DivDAX, der die 15 DAX-Unternehmen mit der höchsten Di­videndenrendite beinhaltet, hat seit Jahresbeginn 23,4 Prozent verloren. Der DAX büßte im selben Zeitraum 24,4 Prozent ein, entwickelte sich also nur minimal schlechter. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der DivDAX mit einem Minus von 11,4 Prozent sogar etwas schwächer entwickelt als der DAX mit einem Verlust von 10,7 Prozent. „Der DAX konnte in den vergangenen fünf Jahren den DivDAX um mehr als fünf Prozentpunkte schlagen“, sagt Denise Kissner, Produkt­spezialistin für Dividendentitel bei der Fondsgesellschaft DWS.

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Vor allem 2010 hätten zyklische Sektoren, die tendenziell niedrigere Dividenden zahlen, den breiten Aktienmarkt eindeutig übertroffen. Damit hätten sie die eher defensiven DivDAX-Titel klar hinter sich zurückgelassen. Doch Kissner sieht hier auch eine Sondersituation, der die aktuelle Schwäche in Deutschland geschuldet ist. „Deutsche Versorger performten schlecht, und der Finanzsektor war bis vor der Finanzkrise der Sektor mit den höchsten Dividendenzahlungen und somit auch stark in Dividendenindizes vertreten“, sagt die DWS-Expertin.

Insofern passt auch wieder der Langfristvergleich. Seit dem Jahrtausendwechsel liegt der Dividenden­index klar vor dem DAX. Seit dem 1. Januar 2000 hat Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer rund 20 Prozent eingebüßt, während der DivDAX ein Plus von über 25 Prozent aufweist. Für dividendenstarke Bluechips sprechen die momentan niedrigen Zinsen. „Historisch gesehen war die Rendite der zehnjährigen Staats­anleihen in der Regel höher als die Dividendenrendite im DAX, aber aktuell ist die Lage umgekehrt“, sagt Carsten Klude, Chefvolkswirt beim Bankhaus M. M. Warburg.

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Chart: DivDAX gegen DAX - Klar besser (PDF)

Wer auf Staats- und Unternehmensanleihen setzt, wird in den kommenden Jahren wohl kaum eine höhere Rendite als die Inflationsrate erwirtschaften. „Aktien mit nach­haltigen Dividenden scheinen in diesem Marktszenario beinahe konkurrenzlos“, sagt Kissner von der DWS. Besonders für jene Investoren, die auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen sind, sind diese Titel interessant. Für den DAX ist eine Dividendenrendite in Höhe von 4,5 Prozent prognostiziert, für den Euro Stoxx 50 sind es 5,6 Prozent und für den S & P 500 immerhin noch 2,3 Prozent.

Allerdings meint Aktienexperte Klude, diese Angaben seien mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Auch Kissner hält die Gewinnschätzungen der Analysten, die den Prognosen zugrunde liegen, für allzu optimistisch.

Dennoch geht sie für 2012 – abgesehen vom Finanzsektor – nicht von deutlichen Dividendenkürzungen aus. Zum einen seien Dividendenzahlungen auch bei rückläufigen Unternehmensgewinnen vielfach stabil gewesen, begründet sie ihre Einschätzung. Zum anderen böten eine gute Bilanzqualität, hohe Liquiditätsbestände und niedrige Ausschüttungsquoten Sicherheit.

Vor allem ist aktuell wichtig, nicht nur auf die Höhe der Rendite zu setzen. „Denn die kann auch gestiegen sein, weil der Börsenwert stark gesunken ist“, gibt Klude zu bedenken. Anleger sollten daher immer überprüfen, wie nachhaltig die Di­videndenrendite ist.

Nachhaltig, solide, verständlich, preiswert – das sind die Kriterien, die Warren Buffett befolgt. Hat er also doch recht, jetzt in der Krise mit seiner Elefantenbüchse loszuziehen? „Bei aller Skepsis will ich Buffett nicht widersprechen“, sagt Klude, der jedoch prinzipiell die Frage stellt, ob man in dieser konjunkturellen ­Situation überhaupt an Aktien festhalten sollte. „Für Langfristanleger, die Schwächephasen aussitzen können, sind dividendenstarke Sub­stanztitel schon sinnvoll“, so Klude. Ausgerechnet beim eigenen Unternehmen befolgt Buffett seinen ­Investmentstil nicht. Ein Wegweiser geht eben nicht in die Richtung, in die er zeigt. Berkshire Hathaway hat aktuell rund 48 Milliarden Dollar zur Verfügung. Doch seit 1967 hat das Unternehmen keine Dividende mehr gezahlt.

Investor-Info

Dividendenfonds
Stabilität im Fokus
In turbulenten Zeiten sollen Dividendenfonds mehr Stabilität bieten als der breite Aktienmarkt. Doch nicht immer gelingt das. Denn während der MSCI World 2011 auf Eurobasis bisher rund zwölf Prozent verloren hat, schaffen nur wenige Dividendenprodukte ein besseres Ergebnis. Eine löbliche Ausnahme bildet der DWS Top Dividende (ISIN: DE 000 984 811 9) mit der FondsNote 2, der im Jahresverlauf nur vier Prozent im Minus notiert. Auch über einen Zeitraum von fünf Jahren liefert der Fonds überzeugende Ergebnisse.
Fondsmanager Thomas Schüssler sucht weltweit nach Titeln, die eine ­höhere Dividendenrendite als markt­üblich erwarten lassen. Im Schnitt der vergangenen Jahre liegt die Dividendenrendite des Fonds bei 4,0 bis 4,5 Prozent. Derzeit ist Schüssler vor allem bei Telekommunikationsunternehmen und Versorgern engagiert. Als Alter­native unter den globalen Dividendenfonds bieten sich zum Beispiel der DJE Dividende & Substanz (LU 015 955 015 0) oder auch der M & G Global Dividend (GB 00B 39R 2S4 9) an, der im Zeitraum von drei Jahren am besten abschneidet.
Für Anleger, die sich auf europä­ische Dividendenpapiere beschränken wollen, ist neben dem BGF European Income Fund der LBBW Zyklus Strategie ( DE 000 A0R A06 1) interessant, der erst 2009 auf den Markt gekommen ist. Manager Markus Zeiß setzt in seinem Portfolio nicht nur auf Unternehmen mit hoher Ausschüttungsquote, sondern auch auf ein ­Timing-Modell. Zeiß nutzt dabei die für Dividendentitel typischen Kursverläufe. So geraten Titel in der Regel nach der Ankündigung von Dividendenzahlungen unter Druck. Ein Zeitpunkt, den Zeiß zum Einstieg nutzt. Kurz nach der Hauptversammlung und der Ausschüttung verkauft der Fonds­manager wieder.

Dividendenzertifikate
Verschiedene Varianten
Die üppigen Dividendenrenditen bei Aktien der DAX-Konzerne bleiben während der Börsenturbulenzen einer der wenigen Lichtblicke. Allerdings werden die Konzerne angesichts der konjunkturellen Abkühlung die Gewinnausschüttungen vermutlich kaum erhöhen. Kürzungen wiederum dürften angesichts der hohen Cashreserven nur schwer zu begründen sein. BASF, Daimler, Deutsche Post, Munich Re, Allianz locken mit Dividendenrenditen, die zum Teil deutlich über sieben Prozent liegen. Das dürfte die Kursfantasie der Papiere mittelfristig beflügeln.
Mit Zertifikaten auf den DivDax Per­formance Index, der aus den 15 stärksten Dividendentiteln zusammengesetzt ist, können Anleger von diesem Trend profitieren. Dividendenzahlungen werden bei der Berechnung des Index berücksichtigt. Das entsprechende Zertifikat der Deutschen Bank (ISIN: DE 000 DB1 D1V 6) mit unbegrenzter Laufzeit gehört zu unseren Favoriten. Zu einer Alternative könnte sich das brandneue Indexzertifikat der HVB auf den DJ Germany Select Dividend 20 Distributing Index entwickeln (ISIN: DE 000 HV5 JPD 7). Die kurze Historie lässt allerdings noch keine Beurteilung zu. Wer auf die Kursfantasie bei den 100 dividendenstärksten Papieren der Welt setzt, kauft das Zertifikat der Commerzbank auf den DJ Stoxx Global Select Dividend 100 Index (ISIN: DE 000 CB7 7WB 9).
Eine Alternative zu den Indexzertifikaten sind Alphazertifikate. Hier zählt die relative Entwicklung zwischen zwei Basiswerten. Favorit ist das Zertifikat Global Dividend Alpha (ISIN: DE 000 SG3 GP7 1) der Société Générale. Das Indexpaar sind der Index DJ Stoxx Global Select Dividend 100 und der MSCI Daily TR Gross World. Die beiden Vergleichswerte werden jedes Jahr neu justiert.

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17.12.2025BASF BuyGoldman Sachs Group Inc.
16.12.2025BASF KaufenDZ BANK
05.12.2025BASF NeutralUBS AG
05.12.2025BASF OutperformBernstein Research
04.12.2025BASF NeutralUBS AG
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17.12.2025BASF BuyGoldman Sachs Group Inc.
16.12.2025BASF KaufenDZ BANK
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04.11.2025BASF UnderweightJP Morgan Chase & Co.
29.10.2025BASF UnderweightJP Morgan Chase & Co.
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03.10.2025BASF UnderweightJP Morgan Chase & Co.

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