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10.03.2018 12:00
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Frankreich-Aktien: Macron macht der Börse Beine

Euro am Sonntag-Ausland: Frankreich-Aktien: Macron macht der Börse Beine | Nachricht | finanzen.net
Emmanuel Macron
Euro am Sonntag-Ausland
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Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Wirtschaft wächst. Von der Trendwende unter Präsident Macron profitieren viele Firmen. Die Aktien in Paris sind "en marche".
€uro am Sonntag
von Birgit Haas, Euro am Sonntag

Emmanuel Macron wirkt Wunder. Der französische Präsident ist noch kein Jahr im Amt, dennoch hat er bereits erste Arbeitsmarktregelungen sowie Steuergesetze umgekrempelt und auf Effizienz getrimmt. Der 40-Jährige und seine Bewegung En Marche wollen im Eiltempo die Versäumnisse der vergangenen 20 Jahre aufholen - Jahrzehnte, in denen Frankreich an Wirtschaftskraft und Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt hat. Um Investitionen anzuregen, hat Macron die Steuer auf Kapitalerträge - Immobilien ausgenommen - von 50 auf 30 Prozent gesenkt. Auch die Unternehmensteuer soll von 33 Prozent auf 25 Prozent fallen, obwohl das Unmut schürt und ihm den Spitznamen "Präsident der Reichen" eingebracht hat.


Besonders der Wegfall subventionierter Jobs sowie flexiblere Arbeitsverträge treffen viele Arbeitnehmer hart. So fallen etwa 100.000 staatlich geförderte Stellen weg. Europas größter Einzelhändler Carrefour streicht mithilfe der neuen Regeln 2.400 Stellen. Dennoch ist die Arbeitslosigkeit zum ersten Mal seit knapp neun Jahren auf einem historischen Tief. "Macron hat zwar noch eine Lange To-do-Liste, aber er ist auf dem richtigen Weg", sagt Bruno Cavalier, Chefvolkswirt der deutsch-französischen Privatbank Oddo BHF.


Dass Macrons Liberalisierung auch ausländische Investoren anlockt, beweist Amazon. Der Onlinehändler will 2000 dauerhafte Stellen in Frankreich schaffen. "Innerhalb des vergangenen Jahres hat sich die Stimmung komplett gedreht", sagt Experte Cavalier. "Wenn ich mit ausländischen Investoren spreche, sind die meisten mittlerweile optimistisch eingestellt."

Deutsche Investoren zögern

Franzosen investieren sehr gern in Deutschland, umgekehrt gibt es viele Vorbehalte. Deutsche Unternehmen expandieren immer noch lieber nach China oder in die USA. Lange galt der bürokratische Aufwand in Frankreich als hoch, die Steuern ebenfalls. Viele schreckten vor der Macht der Gewerkschaften zurück. Zudem war das politische Risiko vor Macrons Wahl im Mai 2017 enorm. Hätte die rechtspopulistische Kontrahentin Marine Le Pen gewonnen, wäre ein "Frexit" in greifbare Nähe gerückt.



Das Ungleichgewicht zeigt sich etwa bei Fusionen. So hat die Citroën- und Peugeot-Mutter PSA den angeschlagenen deutschen Autobauer Opel übernommen. Der Luxusbekleider Kering gab zwar seine Anteile am deutschen Sportartikelhersteller Puma ab, aber sie bleiben in französischer Hand, hauptsächlich bei der Gründerfamilie Pinault. Imerys, ein Anbieter für Spezialmineralien, hat Papieraktivitäten von BASF gekauft. "Deutschland ist nach Frankreich und den USA unser drittwichtigster Markt", sagte Finanzvorstand Olivier Pirotte zu €uro am Sonntag. Auch er sieht ein Ungleichgewicht. "Ich denke, die Franzosen haben sich geöffnet, aber die Deutschen haben noch Vorbehalte", stellt Pirotte fest.

Macron will das ändern. Derzeit wartet das französische Staatsoberhaupt ungeduldig die schleppende Regierungsbildung in Deutschland ab, um eine gemeinsame EU-Strategie voranzubringen. In der Zwischenzeit versucht er, Vertrauen wiederherzustellen, das Politiker wie Unternehmen und Anleger in den Amtsjahren des Vorgängers François Hollande verloren hatten.

Der überraschend kräftige konjunkturelle Aufschwung gibt ihm Rückenwind. 2017 ist - auch angetrieben von der weltweit anziehenden Konjunktur - die Wirtschaft des Nachbarstaats um zwei Prozent gewachsen, besonders das letzte Quartal war mit 2,6 Prozent stark. Die französische Wirtschaft entwickelt sich damit aktuell dynamischer als Deutschland.

"Bemerkenswert ist, dass die Ergebnisse all der Reformen bereits jetzt eine psychologische Wirkung haben", sagt Didier Saint-Georges, Chefstratege des französischen Fondshauses Carmignac. Bei Oddo BHF ist man vom nachhaltigem Wachstum überzeugt. Die Wachstumsprognose für 2018 wurde auf 2,4 Prozent angehoben. Jetzt profitiere Frankreich von der robusten Weltkonjunktur. Dann komme der nächste Schub. "Macrons Strukturreformen werden mittel- bis langfristig positive Auswirkungen auf das Wachstum haben", so Cavalier.

CAC schlägt DAX

So ist der Aktienmarkt ist bereits "en marche". Der Leitindex der Pariser Börse, der CAC 40, legte in den vergangenen zwölf Monaten trotz der jüngsten Korrektur um über zehn Prozent zu. Zum Vergleich: Der DAX ist im gleichen Zeitraum lediglich gut fünf Prozent in die Höhe geklettert.

Das mit Abstand erfolgreichste Unternehmen an der Börse war in diesem Zeitraum Ex-Puma-Mutter Kering, gefolgt vom Flugzeugbauer Airbus. Auch die Aktie des Versicherungskonzerns AXA läuft gut. Die Pariser fahren außerhalb Frankreichs ihre größten Gewinne in der Schweiz und in Deutschland ein.

Macron indes steht erst am Anfang. Noch mehr als vier Jahre hat er Zeit, um seine To-do-Liste abzuarbeiten. Er will staatliche Unternehmen privatisieren, die Bildung verbessern, ein EU-Finanzministerium aufbauen. Keine Frage: Der Mann wird weitere Wunder vollbringen müssen.

Investor-Info

AXA
Profitabel versichert

Der Versicherungskonzern hat für das abgelaufene Geschäftsjahr trotz leicht rückläufiger Umsätze ein Rekordergebnis von 6,2 Milliarden Euro gemeldet und übertraf damit die Erwartungen. Das Geschäft mit Lebens- und Krankenversicherungen schwächelte leicht. Doch die Franzosen konnten die Profitabilität im Heimatmarkt sowie in Deutschland und den USA steigern. Im Vergleich zur Konkurrenz ist die Aktie deutlich günstiger bewertet, zudem ist eine höhere Dividende in Sicht.

Imerys
Batterien treiben

Der Spezialmineralkonzern zählt zu den weltweit führenden Zulieferern der Bau-, Papier-, Auto- und Stahlindustrie. Neues Geschäft dürfte die sich entwickelnde Batterieproduktion bringen. Weil Imerys zuletzt stark auf Wachstum durch Fusionen gesetzt hat und die Unternehmen noch nicht vollends inte­griert sind, ist die Marge aktuell recht niedrig. Das sollte sich 2018 bessern. Solide Dividendenrendite. Für spekulative Anleger.

Lyxor CAC Mid 60 ETF
ETF auf Frankreichs MDAX

Der Index CAC Mid 60 ist so etwas wie das Pendant zum deutschen MDAX. Hier tummeln sich die mittelgroßen Unternehmen Frankreichs. Und die haben ähnlich wie hierzulande die Standardwerte in den vergangenen Jahren ordentlich abgehängt. Eine Entwicklung, die sich unter dem wirtschaftsfreundlichen Macron fortsetzen dürfte. Mit dem ETF lässt sich einfach und kostengünstig in den Mittelstandsindex investieren.







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Bildquellen: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com, gopixa / Shutterstock.com

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